Exkurs zu den Originalausrüstungsherstellern
Manch einer wird sich bereits etwas unter der Abkürzung OEM (Original Equipment Manufacturer) oder dem weniger häufig verwendeten Begriff ODM (Original Design Manufacturer) vorstellen können und denkt dabei nicht zuletzt an Komplettsysteme von Dell oder Fujitsu Siemens. Diese bekommen von ihren festen Partnern aus aller Welt speziell auf ihre Systeme abgestimmte Hardware, die gewissen Qualitätsvorstellungen entsprechen müssen.
So auch bei den Netzteilen, die meist von namenhaften Größen kommen, ohne das dabei alzu viel Transparenz gewährt wird. Man kann in dem Fall davon ausgehen, dass man die Produkte als recht hochwertig bezeichnen kann. Problematisch wird es jedoch, wenn derartige Kooperationen auch auf den Endusermarkt zutreffen. Wer hätte gedacht, dass dies zu einem nicht unwesentlichen Teil der Fall ist? Ein Netz aus unendlichen Konstellationen von Herstellern, wie man sie so nicht in Verbindung gebracht hätte wurde gesponnen.
Zudem wissen viele Kunden sicherlich nicht, wer hinter dem Label auf seinem Netzteil die Fäden zieht. Wer hätte angenommen, dass hinter seinem SilverStone Element eine Firma mit dem Namen Enhance steckt oder das Corsair seine Netzteile gar innerhalb einer Serie von mehreren Herstellern gefertigt bekommt?
Für all jene, die nun neugierig geworden sind und einen kleinen Blick hinter die Kulissen werfen wollen, ist diese Abschweifung in die Welt der Originalausrüstungshersteller gedacht.
Ein Stück weit Spekulation gehört ebenso dazu, wie belegbare Fakten.
Zunächst einmal sollte festgehalten werden, dass man bei den Stromversorgern die Anbieter in zwei wesentliche Gruppen unterteilen kann. Die, die selbst herstellen und jene, die es eben nicht tun. Darunter wiederum gibt es einzelne Klassen, die sich nochmals in drei unterschiedliche Bereiche aufteilen.
Zum ersten gibt es jene, die von der Entwicklung des Designs bis hin zur Endkontrolle als Qualitätssicherung alles selbst machen und unter eigenem Namen oder bei Komplettsystemherstellern ihre Produkte im enormen Umfang verkaufen, aber mehr oder weniger auch andere an ihrem Wissen teilhaben lassen. Hier sind folgende Firmen zu nennen wie Seasonic oder auch FSP bzw. ChannellWell und Enermax sowie Topower und Enhance. Gleichermaßen zählen diese auch zu den größten Produzenten überhaupt, beispielsweise kann FSP monatlich ca. 3.000.000 Netzteile produzieren (Stand 2006). Nur Delta Electronics und LiteOn sind noch gewaltiger in Sachen Massenanfertigung vom einfachsten 10$ Netzteil bis hin zu 80Plus zertifizierten Effizienzmonstern. Jedoch sind speziell die letzten beiden im Retailmarkt nicht vertreten, da sie dort schlichtweg keine Produkte anbieten sondern nur für ihre Partner zum Beispiel im Serverbereich redundante Lösungen zur Verfügung stellen.
An der Stelle ist zu sagen, dass weitere Firmen wie Seventeam oder Impervio im Verhältnis relativ unauffällige, da kleine OEM sind oder keinen großen Bekanntheitsgrad haben wie WinTact.
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Nun kommt der große Schnitt, denn an zweiter Position kommen wir nun zu jenen, die bei anderen herstellen lassen, also nicht mehr zu den OEM zählen, aber komplett eigene Layouts entwickeln, nur eben nicht über genügend Kapazitäten zur Eigenproduktion verfügen. Vor allem fällt PC Power & Cooling in dieses Muster.
Als dritte Gruppierung sind diese zu nennen, die zwar bei anderen einkaufen oder anfertigen lassen, aber eigene Vorstellungen im gewissen Umfang miteinbringen von Steckern bis hin zu ganz konkreten Bauteilen im Herzstück. Dazu zählen Corsair oder auch Listan (Be Quiet) bis hin zu Tagan und Antec.
Nun, zum vierten sind diese, die separat in das Geschäft einsteigen wollen als reine Geldquelle nebenher, zu nennen. Sie kaufen Standarddesigns und lassen alles extern bauen ohne selbst ansatzweise das nötige Wissen zu haben. Hier ist wirklich nur das Label kein Indikator für den wahren Hersteller, alles andere wie selbst das Gehäuse sind auffällig. Dazu zählen Thermaltake, Zalman, Mushkin sowie BFG.
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Zu guter letzt fallen in das Ranking die „schwarzen Schafe“, sie sind separat anzuführen. Zwar sind diese unter anderem als eigene Hersteller zu bezeichnen, aber qualitativ fallen diese derart ab, dass sie allgemein ausgedrückt zu meiden sind. Dazu zählen vor allem Andyson für einige Hiper als auch Ultra Modelle oder Shenzhen Chi Yuan Industrial CO LTD, die unter anderem auch als Quelle für LC Power/Huntkey/NorthQ oder Chill-Innovation gelten. Wobei sehr viele in dieser Gegend fertigen lassen.
Anzumerken wäre noch, dass es prinzipiell nicht schlecht ist, fremde Designs zu verwenden, wenn diese gelungen sind. Lieber gut geklaut als schlecht selbst gemacht. Zu bevorzugen, was sich allerdings auch in den Kosten äußert, wären vor allem aber die mit eigenen, hausinternen Technologien.
Hier die Internals eines typischen Andyson Fabrikates, die zu meiden sind. (Quelle : matbe, Hyper Modell):
Neben der eher schlechten Verarbeitungsqualität, den schwarzen PCBs und der teilweise noch auftretenden Bestückung von Fuhjyyu erkennt man diese zum Beispiel auch an der Transformatorenbeschriftung.
Beispiele:
AD = Andyson
SPI = FSP
TOP = Topower
Ansonsten verraten Platinennummern und Beschriftungen weitere Details. Auf der Rückseite der Leiterplatte befindet sich teilweise auch noch die Abkürzung AD.
Wenn man etwa das Corsair VX 550W betrachtet, fällt einem neben der üblichen Spulenummantelung und Kühlrippenstruktur der Schriftzug "PSH" auf. PSH ist eine 80Plus Platinenbasis von Channel Well und kann als Serie auf der Homepage gefunden werden.
Übersicht:
Hier nun die im gesammten Thread genannten Netzteile mit allen notwendigen Informationen übersichtlich in Form einer Tabelle aufgelistet:
A-Ch
Co-F
G-R
S-Z
Veranschaulichung:
Jetzt, wo der Blick (hoffentlich) klarer wird und sich der Nebel lichtet, nähern wir uns konkreteren Details, die anhand einiger Beispiele detailliert erläutert werden.
Anhand von Antec, dem ersten Beispiel lassen sich gut Gemeinsamkeiten erkennen, womit festgestellt werden kann, wer der tatsächliche Hersteller ist. Antec lässt einige Serien im Hause Seasonic produzieren, eine durchaus bekanntes Verhältnis in der breiteren Masse. Stellt sich aber die Frage, ob es sich um einfache Kopien handelt.
Antec EarthWatts 430W und S12II 500W:
Äußerlichkeiten werden mal nicht weiter berücksichtigt, ein jeder kann wohl bei ersterem sehen, dass nur ein 80mm Lüfter und ein einfacheres Gehäuse verwendet wird und die Kabelstränge nicht ummantelt sind. Hingegen wurde bei Seasonic die Oberfläsche schwarz verpulvert.
Auf den ersten Blick scheint sich die Herkunft klar zu bestätigen, es handelt sich um eine und die selbe Platine, die selbe Ausrichtung der Bauteile sowie die Anzahl der Kühlrippen. Letztere sind jedoch bei Seasonic schwarz eloxiert worden, im Grunde bestehen aber beide aus zurechtgebogenem Aluminium. Deutliche Differenzen kann man bei der Wahl der Bauteile feststellen, auch wenn die Leistungsbereiche unterschiedlich sind und damit der Primärkondensator eine Nummer größer ausfällt. Dafür wurden HP3 Modelle von Hitachi verwendet während Antec im Hochspannungsteil auf Nippon Chemicon, einem bekannten Lieferanten für Seasonic, setzt. Zudem (auf dem Bild kaum zu erkennen) verwendet Seasonic an der relevanten, zweierlei aufgeteilten Schiene +12V einen Polymer-Aluminium Kondensator mit deutlich verbesserten Eigenschaften gegenüber dem Standard. Nicht umsonst sind diese bei Mainboards schon lange Standard und verstärkt um den CPU Sockel herum aufzufinden, aufgrund der hohen Lebenserwartung, der geringen Brummspannung, geringem ESR (Equivalent Series Resistance) sowie der Umweltverträglichkeit um nur einige Indizien und Fakten wiederzugeben. Sekundär wurden auch sonst andere Marken eingesetzt. Weiterhin gibt es Differenzen bei der Gleichrichterbrücke und dem Transformator. Die Speicherdrosseln sehen sich weitestgehend verblüffend ähnlich, nur das wegen 500W teils ein dickeres Exemplar gewählt wurde beim OEM. Auch die verschiedenen Schmelzsicherungen fallen auf.
Hier hat sich nun zur genüge gezeigt, dass zwar bei einem für einen anderen Anbieter herstellender Fabrikant die grundlegende Struktur die selbe ist, aber eine andere Wahl an Bauteilen getroffen wurde. Oder doch nicht? Beispiel Nummer zwei wird es zeigen.
Thermaltake Q-FAN 650W und Coba Nitrox 750W:
Thermaltake hatte eine verbesserte Toughpower Serie angekündigt mit dem Namen Q-FAN, auf die mit Sicherheit einige ein Auge geworfen haben, war doch von einem effizienten und vor allem leise Produkt die Rede. Zum direkten Vergleich dient nun mal ein Coba Nitrox, fragt sich natürlich, warum ausgerechnet diese beiden.
Unter diesem Link befindet sich ein Test mit Produktbildern zu ersterem, während dort das Coba seine Innereien zeigt.
Wer nun diese verlinkten Reviews betrachtet hat, dem fällt sicherlich auf, dass man nicht einen einzigen wesentlichen Unterschied festlegen kann.
Anders gesagt: Die Serie war gar keine wirkliche Neuerscheinung, sondern ein alt bekannter Channel Well Bolide mit anderem Namen und laufruhigem Lüfter. Auch derartiges kann man bei solchen Betrachtungen an Informationen herausfiltern.
Wie man den Hersteller seines eigenen Netzteils bestimmen kann:
Doch nicht jeder hat die Möglichkeit aufgrund der Garantiebedingungen sein eigenes Netzteil zu öffnen und dieses mit anderen zu vergleichen. Nun kommt die eigentliche Überraschung, denn das muss man auch gar nicht. Nicht jeder, aber viele werden wie auf folgender Grafik im rot markierten Bereich zu sehen, eine kleine Nummer (bsp. Enermax Liberty 400W, E134014) unterhalb des gezeigten Symbols auf dem seitlichen Aufdruck finden, welche den wahren Hersteller verraten kann.
Folgender Link bietet die Möglichkeit, diese ZahlenBuchstabenkombination in das freie Feld mit der Bezeichnung „UL File Number“ reinzukopieren und mit „Search“ zu bestätigen, um den OEM festzulegen.
--> Database UL Online Certifications Directory
Wenn man alles richtig gemacht hat, wie hier im Beispiel mit der UL Nummer E134014, wird man folgendes angezeigt bekommen mit der Lösung:
Hier entpuppte sich ein Enermax Liberty 400W tatsächlich als hauseigene Entwicklung.
Und nun seid ihr gefragt! Mit genügend Mithilfe wird eine umfangreiche Tabelle entstehen, die nach einem bestimmten Muster erfolgt, weshalb ich euch zur aktiven Teilnahme bitte mit diesen Angaben. Bitte achtet auf Vollständigkeit, wenn ihr dies am eigenen Netzteil überprüft:
Quelle Bilder: Anandtech, matbe, Tabellen eigene. Idee: Hardwaresecrets.
Manch einer wird sich bereits etwas unter der Abkürzung OEM (Original Equipment Manufacturer) oder dem weniger häufig verwendeten Begriff ODM (Original Design Manufacturer) vorstellen können und denkt dabei nicht zuletzt an Komplettsysteme von Dell oder Fujitsu Siemens. Diese bekommen von ihren festen Partnern aus aller Welt speziell auf ihre Systeme abgestimmte Hardware, die gewissen Qualitätsvorstellungen entsprechen müssen.
So auch bei den Netzteilen, die meist von namenhaften Größen kommen, ohne das dabei alzu viel Transparenz gewährt wird. Man kann in dem Fall davon ausgehen, dass man die Produkte als recht hochwertig bezeichnen kann. Problematisch wird es jedoch, wenn derartige Kooperationen auch auf den Endusermarkt zutreffen. Wer hätte gedacht, dass dies zu einem nicht unwesentlichen Teil der Fall ist? Ein Netz aus unendlichen Konstellationen von Herstellern, wie man sie so nicht in Verbindung gebracht hätte wurde gesponnen.
Zudem wissen viele Kunden sicherlich nicht, wer hinter dem Label auf seinem Netzteil die Fäden zieht. Wer hätte angenommen, dass hinter seinem SilverStone Element eine Firma mit dem Namen Enhance steckt oder das Corsair seine Netzteile gar innerhalb einer Serie von mehreren Herstellern gefertigt bekommt?
Für all jene, die nun neugierig geworden sind und einen kleinen Blick hinter die Kulissen werfen wollen, ist diese Abschweifung in die Welt der Originalausrüstungshersteller gedacht.
Ein Stück weit Spekulation gehört ebenso dazu, wie belegbare Fakten.
Zunächst einmal sollte festgehalten werden, dass man bei den Stromversorgern die Anbieter in zwei wesentliche Gruppen unterteilen kann. Die, die selbst herstellen und jene, die es eben nicht tun. Darunter wiederum gibt es einzelne Klassen, die sich nochmals in drei unterschiedliche Bereiche aufteilen.
Zum ersten gibt es jene, die von der Entwicklung des Designs bis hin zur Endkontrolle als Qualitätssicherung alles selbst machen und unter eigenem Namen oder bei Komplettsystemherstellern ihre Produkte im enormen Umfang verkaufen, aber mehr oder weniger auch andere an ihrem Wissen teilhaben lassen. Hier sind folgende Firmen zu nennen wie Seasonic oder auch FSP bzw. ChannellWell und Enermax sowie Topower und Enhance. Gleichermaßen zählen diese auch zu den größten Produzenten überhaupt, beispielsweise kann FSP monatlich ca. 3.000.000 Netzteile produzieren (Stand 2006). Nur Delta Electronics und LiteOn sind noch gewaltiger in Sachen Massenanfertigung vom einfachsten 10$ Netzteil bis hin zu 80Plus zertifizierten Effizienzmonstern. Jedoch sind speziell die letzten beiden im Retailmarkt nicht vertreten, da sie dort schlichtweg keine Produkte anbieten sondern nur für ihre Partner zum Beispiel im Serverbereich redundante Lösungen zur Verfügung stellen.
An der Stelle ist zu sagen, dass weitere Firmen wie Seventeam oder Impervio im Verhältnis relativ unauffällige, da kleine OEM sind oder keinen großen Bekanntheitsgrad haben wie WinTact.
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Nun kommt der große Schnitt, denn an zweiter Position kommen wir nun zu jenen, die bei anderen herstellen lassen, also nicht mehr zu den OEM zählen, aber komplett eigene Layouts entwickeln, nur eben nicht über genügend Kapazitäten zur Eigenproduktion verfügen. Vor allem fällt PC Power & Cooling in dieses Muster.
Als dritte Gruppierung sind diese zu nennen, die zwar bei anderen einkaufen oder anfertigen lassen, aber eigene Vorstellungen im gewissen Umfang miteinbringen von Steckern bis hin zu ganz konkreten Bauteilen im Herzstück. Dazu zählen Corsair oder auch Listan (Be Quiet) bis hin zu Tagan und Antec.
Nun, zum vierten sind diese, die separat in das Geschäft einsteigen wollen als reine Geldquelle nebenher, zu nennen. Sie kaufen Standarddesigns und lassen alles extern bauen ohne selbst ansatzweise das nötige Wissen zu haben. Hier ist wirklich nur das Label kein Indikator für den wahren Hersteller, alles andere wie selbst das Gehäuse sind auffällig. Dazu zählen Thermaltake, Zalman, Mushkin sowie BFG.
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Zu guter letzt fallen in das Ranking die „schwarzen Schafe“, sie sind separat anzuführen. Zwar sind diese unter anderem als eigene Hersteller zu bezeichnen, aber qualitativ fallen diese derart ab, dass sie allgemein ausgedrückt zu meiden sind. Dazu zählen vor allem Andyson für einige Hiper als auch Ultra Modelle oder Shenzhen Chi Yuan Industrial CO LTD, die unter anderem auch als Quelle für LC Power/Huntkey/NorthQ oder Chill-Innovation gelten. Wobei sehr viele in dieser Gegend fertigen lassen.
Anzumerken wäre noch, dass es prinzipiell nicht schlecht ist, fremde Designs zu verwenden, wenn diese gelungen sind. Lieber gut geklaut als schlecht selbst gemacht. Zu bevorzugen, was sich allerdings auch in den Kosten äußert, wären vor allem aber die mit eigenen, hausinternen Technologien.
Hier die Internals eines typischen Andyson Fabrikates, die zu meiden sind. (Quelle : matbe, Hyper Modell):

Neben der eher schlechten Verarbeitungsqualität, den schwarzen PCBs und der teilweise noch auftretenden Bestückung von Fuhjyyu erkennt man diese zum Beispiel auch an der Transformatorenbeschriftung.
Beispiele:
AD = Andyson
SPI = FSP
TOP = Topower
Ansonsten verraten Platinennummern und Beschriftungen weitere Details. Auf der Rückseite der Leiterplatte befindet sich teilweise auch noch die Abkürzung AD.
Wenn man etwa das Corsair VX 550W betrachtet, fällt einem neben der üblichen Spulenummantelung und Kühlrippenstruktur der Schriftzug "PSH" auf. PSH ist eine 80Plus Platinenbasis von Channel Well und kann als Serie auf der Homepage gefunden werden.
Übersicht:
Hier nun die im gesammten Thread genannten Netzteile mit allen notwendigen Informationen übersichtlich in Form einer Tabelle aufgelistet:
A-Ch

Co-F

G-R

S-Z

Veranschaulichung:
Jetzt, wo der Blick (hoffentlich) klarer wird und sich der Nebel lichtet, nähern wir uns konkreteren Details, die anhand einiger Beispiele detailliert erläutert werden.
Anhand von Antec, dem ersten Beispiel lassen sich gut Gemeinsamkeiten erkennen, womit festgestellt werden kann, wer der tatsächliche Hersteller ist. Antec lässt einige Serien im Hause Seasonic produzieren, eine durchaus bekanntes Verhältnis in der breiteren Masse. Stellt sich aber die Frage, ob es sich um einfache Kopien handelt.
Antec EarthWatts 430W und S12II 500W:
Äußerlichkeiten werden mal nicht weiter berücksichtigt, ein jeder kann wohl bei ersterem sehen, dass nur ein 80mm Lüfter und ein einfacheres Gehäuse verwendet wird und die Kabelstränge nicht ummantelt sind. Hingegen wurde bei Seasonic die Oberfläsche schwarz verpulvert.

Auf den ersten Blick scheint sich die Herkunft klar zu bestätigen, es handelt sich um eine und die selbe Platine, die selbe Ausrichtung der Bauteile sowie die Anzahl der Kühlrippen. Letztere sind jedoch bei Seasonic schwarz eloxiert worden, im Grunde bestehen aber beide aus zurechtgebogenem Aluminium. Deutliche Differenzen kann man bei der Wahl der Bauteile feststellen, auch wenn die Leistungsbereiche unterschiedlich sind und damit der Primärkondensator eine Nummer größer ausfällt. Dafür wurden HP3 Modelle von Hitachi verwendet während Antec im Hochspannungsteil auf Nippon Chemicon, einem bekannten Lieferanten für Seasonic, setzt. Zudem (auf dem Bild kaum zu erkennen) verwendet Seasonic an der relevanten, zweierlei aufgeteilten Schiene +12V einen Polymer-Aluminium Kondensator mit deutlich verbesserten Eigenschaften gegenüber dem Standard. Nicht umsonst sind diese bei Mainboards schon lange Standard und verstärkt um den CPU Sockel herum aufzufinden, aufgrund der hohen Lebenserwartung, der geringen Brummspannung, geringem ESR (Equivalent Series Resistance) sowie der Umweltverträglichkeit um nur einige Indizien und Fakten wiederzugeben. Sekundär wurden auch sonst andere Marken eingesetzt. Weiterhin gibt es Differenzen bei der Gleichrichterbrücke und dem Transformator. Die Speicherdrosseln sehen sich weitestgehend verblüffend ähnlich, nur das wegen 500W teils ein dickeres Exemplar gewählt wurde beim OEM. Auch die verschiedenen Schmelzsicherungen fallen auf.
Hier hat sich nun zur genüge gezeigt, dass zwar bei einem für einen anderen Anbieter herstellender Fabrikant die grundlegende Struktur die selbe ist, aber eine andere Wahl an Bauteilen getroffen wurde. Oder doch nicht? Beispiel Nummer zwei wird es zeigen.
Thermaltake Q-FAN 650W und Coba Nitrox 750W:
Thermaltake hatte eine verbesserte Toughpower Serie angekündigt mit dem Namen Q-FAN, auf die mit Sicherheit einige ein Auge geworfen haben, war doch von einem effizienten und vor allem leise Produkt die Rede. Zum direkten Vergleich dient nun mal ein Coba Nitrox, fragt sich natürlich, warum ausgerechnet diese beiden.
Unter diesem Link befindet sich ein Test mit Produktbildern zu ersterem, während dort das Coba seine Innereien zeigt.
Wer nun diese verlinkten Reviews betrachtet hat, dem fällt sicherlich auf, dass man nicht einen einzigen wesentlichen Unterschied festlegen kann.
Anders gesagt: Die Serie war gar keine wirkliche Neuerscheinung, sondern ein alt bekannter Channel Well Bolide mit anderem Namen und laufruhigem Lüfter. Auch derartiges kann man bei solchen Betrachtungen an Informationen herausfiltern.
Wie man den Hersteller seines eigenen Netzteils bestimmen kann:
Doch nicht jeder hat die Möglichkeit aufgrund der Garantiebedingungen sein eigenes Netzteil zu öffnen und dieses mit anderen zu vergleichen. Nun kommt die eigentliche Überraschung, denn das muss man auch gar nicht. Nicht jeder, aber viele werden wie auf folgender Grafik im rot markierten Bereich zu sehen, eine kleine Nummer (bsp. Enermax Liberty 400W, E134014) unterhalb des gezeigten Symbols auf dem seitlichen Aufdruck finden, welche den wahren Hersteller verraten kann.

Folgender Link bietet die Möglichkeit, diese ZahlenBuchstabenkombination in das freie Feld mit der Bezeichnung „UL File Number“ reinzukopieren und mit „Search“ zu bestätigen, um den OEM festzulegen.
--> Database UL Online Certifications Directory

Wenn man alles richtig gemacht hat, wie hier im Beispiel mit der UL Nummer E134014, wird man folgendes angezeigt bekommen mit der Lösung:

Hier entpuppte sich ein Enermax Liberty 400W tatsächlich als hauseigene Entwicklung.
Und nun seid ihr gefragt! Mit genügend Mithilfe wird eine umfangreiche Tabelle entstehen, die nach einem bestimmten Muster erfolgt, weshalb ich euch zur aktiven Teilnahme bitte mit diesen Angaben. Bitte achtet auf Vollständigkeit, wenn ihr dies am eigenen Netzteil überprüft:
Ich freue mich auf jede Form der Teilnahme, sowie Kommentare bis auf weiteres. Ergänzungen sind geplant und folgen.Herstellerlabel (bsp. Enermax), Serie/ Watt (bsp. Liberty 400W), UL Nummer (bsp. E134014), OEM (bsp. Enermax).
Quelle Bilder: Anandtech, matbe, Tabellen eigene. Idee: Hardwaresecrets.
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