Samsung Serie 830 256 GB im Test: Ein Angriff auf die Spitzenposition
Einleitung
In Solid State Drives kommt sehr oft NAND-Flash von Intel und Micron oder auch Toshiba zum Einsatz. Eigentlicher Marktführer bei Flash-Speicher, noch vor Toshiba, ist jedoch Samsung. Die Chips kommen nicht nur in Smartphones, Tablets und anderen Elektronikgeräten zum Einsatz, sondern unter anderem auch in den Solid State Drives von Samsung. Während es von SandForce und Marvell bereits seit einiger Zeit Controller auf dem Markt gibt, die SATA 6 Gb/s unterstützen und auch ausnutzen können, hat Samsung erst kürzlich die neue 830 Serie mit schnellerem Controller vorgestellt, der auch SATA 6 Gb/s unterstützt und hohe Transferraten bietet. Wie dieser sich im Vergleich mit der Konkurrenz schlägt, werden wir im folgenden Test untersuchen.
Testkandidat
Samsung Serie 830 256 GB
Im Gegensatz zu Micron, die als Flash-Produzent zwar auch Solid State Drives herstellen, aber keinen eigenen Controller haben, und Intel, die nur teilweise eigene Controller einsetzen, nutzt Samsung für Solid State Drives ausschließlich eigene Controller und hat für die „Serie 830“ ein neues Modell entwickelt, das eher wenig einprägsam die Bezeichnung „S4LJ204X01-Y040“ trägt und SATA 6 Gb/s unterstützt. Gut erkennbar ist auf dem Controller der Aufdruck „ARM“. Samsung zufolge handelt es sich um ein Design mit drei ARM-Kernen, die gleichzeitig Lese-, Schreib- und Optimierungsoperationen ausführen sollen. Ihm zur Seite stehen – ebenfalls aus Samsungs eigener Produktion – ein 256 Megabyte großer DDR2-800-Chip (K4T2G3I4QF-MCF7) als Cache sowie acht MLC-NAND-Packages (K9PFGY8U7A-HCK0) mit Toggle-DDR-Interface und einer Datenrate von 133 Mbit/s, die in einem Prozess der 20-Nanometer-Klasse gefertigt werden und im Falle unseres 256 Gigabyte großen Testmusters jeweils 32 Gigabyte groß sind.
Im Zusammenspiel mit der Firmware sollen diese Komponenten eine hohe Leistung bieten:
Kapazität | Seq. Lesen | Seq. Schreiben | Random Read | Random Write | Preis |
---|---|---|---|---|---|
64 GB | 520 MB/s | 160 MB/s | 75.000 IOPS | 16.000 IOPS | 96,60 Euro |
128 GB | 520 MB/s | 320 MB/s | 80.000 IOPS | 30.000 IOPS | 170,80 Euro |
256 GB | 520 MB/s | 400 MB/s | 80.000 IOPS | 36.000 IOPS | 310,60 Euro |
512 GB | 520 MB/s | 400 MB/s | 80.000 IOPS | 36.000 IOPS | 629 Euro |
Verpackt ist das PCB in einem nur 7 Millimeter dünnen Kunststoffgehäuse, das am Deckel mit einer dünnen Aluminiumplatte verklebt wurde. Sollte jemand den Drang verspüren, selbst einmal einen Blick in das Innere des Gehäuses zu werfen, können wir davon nur abraten, sofern einem die dreijährige Garantie nicht egal ist. Denn der Deckel ist nicht etwa verschraubt, sondern mit mehreren Kunststoffklipps befestigt, die beim Öffnen dazu neigen abzubrechen.
Bulk-Versionen der Serie 830, also Laufwerke ohne Zubehör, werden von Samsung zumindest derzeit nicht angeboten. Stattdessen stehen zwei verschiedene Upgrade-Kit-Variante für Desktop-PCs und Notebooks zur Auswahl. Beiden Varianten liegen zwei CDs mit der Backup-Software Norton Ghost 15, dem Programm SSD Magician von Samsung und ausführlichen Handbüchern und eine Kurzeinleitung bei. Dem Notebook-Upgrade-Kit liegen außerdem ein SATA/USB-Adapter sowie ein Abstandsrahmen bei, mit dem das Laufwerk sich auch in solchen Notebooks einbauen lassen soll, die eine Bauhöhe von 9,5 Millimeter benötigen. Das Desktop-Upgrade-Kit wird hingegen mit einem 3,5-Zoll-Adapter inklusive Schrauben, einem SATA-Datenkabel sowie einem 4-Pin-Molex/SATA-Adapter ausgeliefert.
Unterschiede gibt es zudem bei den verfügbaren Speicherkapazitäten. Das Notebook-Kit wird mit 128, 256 und 512 GB großer SSD angeboten, das Desktop-Kit zusätzlich auch noch mit einer 64 GB großen Variante. Die Preisempfehlungen beider Kit-Varianten sind identisch und die Unterschiede bei den Straßenpreisen entsprechend sehr gering.
Ohne jetzt auf alle Funktionen im Detail einzugehen, ist Samsungs SSD Magician eine positive Erwähnung wert. Das auch mit der Serie 470 arbeitende Programm liefert unter anderem Informationen zu System und Laufwerk und beinhaltet einen Leistungstest, mit dem die sequenzielle und die Random-Leistung getestet werden können. Darüber hinaus kann auf der SSD mit der Software aber auch manuell TRIM beziehungsweise die Garbage Collection ausgeführt werden, womit insbesondere Nutzern von älteren Betriebssystemen wie Windows XP ein Werkzeug an die Hand gegeben wird, um auch ohne TRIM-Unterstützung des OS die Leistung der SSD dauerhaft hoch zu halten.
Weiterhin können mit dem Programm die Systemeinstellungen für den Betrieb eines Solid State Drives optimiert, die Firmware aktualisiert, ein Secure Erase ausgeführt und die Partitionsgrößen verändert werden. Der letzte Punkt ist von Bedeutung, da Samsung den Betrieb mit Over Provisioning empfiehlt. Das bedeutet, dass der Nutzer möglichst nicht den gesamten verfügbaren Speicher formatieren sondern dem Controller sieben bis zehn Prozent der Gesamtkapazität für Hintergrundprozesse wie TRIM und Garbage Collection zur Verfügung lassen sollte.