PC-Lenkräder im Test: Thrustmaster, Fanatec und Logitech auf Bestzeitenjagd
8/9Bestzeiten und Konstanz
Der Spielspaß und das Simulationserlebnis können je nach gewähltem Modell also deutliche Unterschiede aufweisen. Aber hat das auch Auswirkungen auf die Rundenzeiten und deren Konstanz im Spiel?
Was die schnellsten Rundenzeiten in Assetto Corsa angeht, halten sich die Differenzen in Grenzen. Der Unterschied zwischen der schnellsten (Fanatec Formular mit ClubSport-Pedale) und der langsamsten Kombination (Thrustmaster TX Ferrari 458) ist nicht groß. Deutlich größer werden die Differenzen aber im „Long Run“ nach genau 13 Runden, denn dann liegt die Thrustmaster-Hardware bereits um insgesamt acht Sekunden zurück. Das klingt nicht nach viel, ist aber sowohl im realen als auch im virtuellen Rennsport eine Menge. Ein Grund für die Diskrepanz ist, dass mit dem Bremspedal des TX Ferrari 458 Italia kein konstantes Fahren möglich ist, mit dem Set von Fanatec hingegen schon.
Der Ferrari in Assetto Corsa braucht gute Pedale
Dass die Pedale für konstantes Fahren wichtig sind, zeigt das Logitech G920. Denn obwohl das Force-Feedback nicht überzeugt, sind die Zeiten aufgrund der guten Pedalerie deutlich konstanter. Alle anderen Kandidaten arbeiten dagegen auf einem ähnlichen Niveau.
Thrustmaster TX Ferrari 458 Italia |
Logitech G920 |
Fanatec CSW V2 F1 RIM CSP V3 |
Fanatec CSW V2 BMW RIM CSP V3 |
Fanatec CSW V2 F1 RIM CSR P |
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Runde 1 | 1:40,687 | 1:39,891 | 1:39,288 | 1:39,647 | 1:39,913 |
Runde 2 | 1:38,682 | 1:38,486 | 1:38,225 | 1:38,688 | 1:39,262 |
Runde 3 | 1:38,635 | 1:39,011 | 1:38,714 | 1:38,487 | 1:38,618 |
Runde 4 | 1:38,929 | 1:38,697 | 1:38,894 | 1:38,910 | 1:38,872 |
Runde 5 | 1:39,302 | 1:38,622 | 1:38,543 | 1:38,743 | 1:39,460 |
Runde 6 | 1:39,470 | 1:38,559 | 1:38,827 | 1:38,924 | 1:38,884 |
Runde 7 | 1:40,123 | 1:39,323 | 1:38,992 | 1:39,507 | 1:38,839 |
Runde 8 | 1:39,901 | 1:39,615 | 1:39,343 | 1:39,585 | 1:39,379 |
Runde 9 | 1:40,324 | 1:39,531 | 1:39,492 | 1:39,355 | 1:39,145 |
Runde 10 | 1:40,293 | 1:40,012 | 1:39,630 | 1:39,469 | 1:39,608 |
Runde 11 | 1:40,111 | 1:39,311 | 1:39,474 | 1:39,375 | 1:40,308 |
Runde 12 | 1:40,040 | 1:39,669 | 1:39,503 | 1:39,935 | 1:39,341 |
Runde 13 | 1:40,375 | 1:40,408 | 1:39,948 | 1:40,162 | 1:40,2 |
Zeit gesamt | 21:36,87 | 21:31,14 | 21:28,87 | 21:30,79 | 21:31,83 |
Zeitdifferenz | +8,00 s | +2,27 s | 0,00 s | +1,92 s | +2,96 s |
Schnellste Runde | 1:38,635 | 1:38,486 | 1:38,225 | 1:38,487 | 1:38,618 |
Rundendurchschnitt | 1:39,76 | 1:39,32 | 1:39,14 | 1:39,29 | 1:39,37 |
Der Formel-A-Wagen stellt Force-Feedback in den Mittelpunkt
In Project Cars ist das runde Fahren unwichtiger, denn den Formel-Rennwagen fährt man aggressiver, die schnelle Reaktion auf Übersteuern ist wichtig.
Hier ist ein sehr gutes Force-Feedback entscheidend, was dem Logitech G920 zum Verhängnis wird. Von insgesamt neun Runden waren nur drei fehlerfrei. Im ersten Drei-Runden-Stint waren die Rütteleffekte derart irritierend, dass keine einzige Runde fehlerfrei war, weil das Ausscheren des Hecks nicht vorhergesehen wurde. Nach etwas Eingewöhnung fiel die schnellste Rundenzeit dann „nur“ noch eine halbe Sekunde schlechter als beim schnellsten Lenkrad aus. Als ebenfalls problematisch erwies sich, dass die Lenkradknöpfe nicht gut zu erreichen sind. Die Geschwindigkeitshilfen KERS und DRS konnten erst entsprechend spät aktiviert werden, was ein wenig Zeit gekostet hat.
Das Thrustmaster TX Ferrari 458 Italia kann aufgrund des guten Force-Feedbacks besser überzeugen. Mit ihm gelangen sechs Runden fehlerfrei und die endgültige Zeit lag nur rund zweieinhalb Zehntel vom schnellsten Vertreter entfernt. Dieser ist erneut das Fanatec CSW V2 mit dem Formel-Lenkrad und den CSP-V3-Pedalen. Die Kombination hat neben der schnellsten Zeit nur einen Fahrfehler für sich verbuchen müssen. Nutzt man dagegen das BMW-GT2-Lenkrad mit ansonsten gleicher Hardware, ist man nicht nur eine halbe Sekunde langsamer unterwegs, sondern auch fehleranfälliger.
Drei Fahrfehler mussten mit dem Lenkrad in Kauf genommen werden. Diese und auch ein Großteil des Zeitverlusts liegen an den sehr schlecht erreichbaren Knöpfen. Die eingesetzten Pedalen spielen in Project Cars bei dem Formel-A-Auto nur eine kleine Rolle. Auch bei komplett abgeschalteten Fahrhilfen blockieren die Reifen bei einer Vollbremsung nicht.
Thrustmaster TX Ferrari 458 Italia |
Logitech G920 |
Fanatec CSW V2 F1 RIM CSP V3 |
Fanatec CSW V2 BMW RIM CSP V3 |
Fanatec CSW V2 F1 RIM CSR P |
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Stint 1 (3 Runden) | |||||
Schnellste Runde | 1:33,351 | 1:40,271 | 1:32,341 | 1:33,121 | 1:32,951 |
Runden mit Drehern/Fehlern | 2 | 3 | 0 | 2 | 2 |
Stint 2 (3 Runden) | |||||
Schnellste Runde | 1:32,511 | 1:33,095 | 1:32,049 | 1:32,689 | 1:32,391 |
Runden mit Drehern/Fehlern | 0 | 1 | 0 | 1 | 0 |
Stint 3 (3 Runden) | |||||
Schnellste Runde | 1:32,038 | 1:32,209 | 1:31,759 | 1:32,247 | 1:31,981 |
Runden mit Drehern/Fehlern | 1 | 2 | 1 | 0 | 1 |
Fehler insgesamt | 3 | 6 | 1 | 3 | 3 |
Lautstärke
Sind die Lenkräder ohne Last angeschlossen, lässt nur das Thrustmaster TX Ferrari 458 Italia die Lüfter langsam laufen. Das ist hörbar, stört aber nicht. Misst man die Lautstärke nach einer längeren Fahrtzeit, bleibt einzig das Logitech G920 flüsterleise, denn es hat keinen Lüfter. Das Fanatec CSW V2 ist mit 34 Dezibel gut hörbar. Das Thrustmaster TX Ferrari 458 Italia ist mit 38 Dezibel noch ein Stück lauter und surrt in einem unangenehmen Ton.
Fanatec-Nutzer fahren am besten nur mit Headset
Die Force-Feedback-Effekte sind bei Logitech und Thrustmaster kein Problem und stören nicht. Bei Fanatec fällt das Rütteln am Lenkrad nicht nur kräftiger sondern auch deutlich lauter aus: Bei den gemessenen Spitzen von bis zu 73 Dezibel sollte man nur mit Headset spielen.