Far Cry 5 im Test: Benchmarks und Eindrücke aus der schönen Sandbox
2/6Testreihen, Testsystem und Grafik-Einstellungen
Die nachfolgenden Grafikkarten-Benchmarks sind – ausnahmsweise – auf einem Intel Core i9-7900X durchgeführt worden, der mit insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer Geschwindigkeit von DDR4-3200 (16-16-16-38, Dual Rank) im Quad-Channel-Modus bestückt war. Windows 10 Fall Creators Update und allen verfügbaren Updates waren installiert. Als Treiber waren der Adrenalin 18.3.4 beziehungsweise der GeForce 391.35 installiert. Beide Treiber sind für Far Cry 5 optimiert.
Die Benchmark-Szene im Detail
Die Benchmarkszene zeigt einen Sprint durch die Open World mit diversen Bäumen, Büschen, einem See und weiteren Objekten im Blickfeld – eine Sequenz, die oft im Spiel auftaucht. Es handelt sich um eine anspruchsvolle Szene, aber nicht um ein Worst-Case-Szenario. Ähnliche Frameraten gibt es in dem Spiel immer wieder.
In 1.920 × 1.080 sowie in 2.560 × 1.440 wird für die Benchmarks das Maximum-Setting genutzt. Für 3.840 × 2.160 wird auf das Hoch-Preset zurückgeschaltet. HBCC war bei Radeon RX Vega in den Standardeinstellungen, wie von AMD weiterhin vorgesehen, deaktiviert.
Auflösung | Grafikdetails |
---|---|
1.920 × 1.080 | Ultra-Preset |
2.560 × 1.440 | Ultra-Preset |
3.840 × 2.160 | Hoch-Preset |
Grafikkarten-Benchmarks von Full HD bis Ultra HD
Auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht, läuft Far Cry 5 auf aktuellen AMD-Grafikkarten sehr gut. In 1.920 × 1.080 ist Nvidia bei den FPS zwar noch voraus. Ein Blick in die Frametimes verrät aber schon, dass trotzdem etwas nicht stimmt. Denn dort sind beide RX Vega plötzlich besser unterwegs als die GeForce GTX 1080.
Wer sich die Benchmarks in 2.560 × 1.440 anschaut, erkennt schnell, dass die flotten AMD-Grafikkarten in Full HD durchweg in ein CPU-Limit laufen. Ein CPU-Limit, das es auch für Nvidia gibt, das aber erst später anfängt. Erst die GeForce GTX 1080 Ti bekommt es zu spüren. Ohne wäre AMD bei den FPS noch stärker.
In 2.560 × 1.440 liefert die Radeon RX Vega 64 dann fünf Prozent mehr FPS und 16 Prozent bessere Frametimes als die GeForce GTX 1080. Damit schneidet die schnellste AMD-Grafikkarte in Far Cry 5 besser als gewöhnlich ab. Im Schnitt ist die AMD-Hardware nur um vier beziehungsweise zwei Prozent voraus.
Auch die Radeon RX Vega 56 schneidet gut ab. Das kleinere Modell liefert leicht weniger FPS als die GeForce GTX 1070 Ti und gleich gute Frametimes wie die GeForce GTX 1080. Interessant ist ein Blick in die Mittelklasse. Denn dort schneidet die Radeon RX 580 zwar gut gegen die GeForce GTX 1060 ab, aber nicht in dem Maßen wie die Flaggschiff-Modelle. Die AMD-Grafikkarte ist nur zwei bis sieben Prozent schneller.
Vega arbeitet in Far Cry 5 schneller als Polaris
In der Tat punktet also vor allem die Vega-Architektur gut in Far Cry 5 im Vergleich zum Polaris-Vorgänger. Das zeigt sich auch im Vergleich zum Spiele-Durchschnitt. Normalerweise ist die Radeon RX Vega 64 65 Prozent schneller als die Radeon RX 580. In Far Cry 5 sind es jedoch 73 Prozent. Denkbar, dass das Vega-exklusive Feature Rapid Packed Math, das in Far Cry 5 integriert ist, den Vorteil bringt. Abschalten lässt es sich nicht.
Nvidia Maxwell und AMD Tonga schneiden gut ab, Hawaii aber nicht
Zu guter Letzt noch ein Blick auf ältere Grafikkarten. Nvidias Maxwell-Generation schlägt sich sehr gut in dem First-Person-Shooter. Die GeForce GTX 970 ist ähnlich schnell wie die GeForce GTX 1060 und schlägt die Radeon RX 570. Und auch AMDs Radeon R9 380 schneidet gut ab. Die ältere Radeon R9 390 gerät dagegen in kleine Schwierigkeiten und liegt um 16 Prozent hinter dem Konkurrenzmodell GeForce GTX 970 zurück. Und auch der Abstand Radeon R9 380 gegen Radeon R9 390 fällt mit 29 Prozent klein aus. In der Regel liegt der Abstand bei 48 Prozent.
Denkbar ist hier, dass die schwache Tessellation-Leistung der Hawaii-GPU nicht ausreichend ist. Sie wurde mit Tonga verbessert.
Die Frametimes auf einer AMD- und Nvidia-Grafikkarte
Einen genauen Blick auf die Frametimes zeigt, dass Far Cry 5 weder auf einer AMD-, noch auf einer Nvidia-Grafikkarte gute Frametimes hat. Sie sind auf Radeon besser, aber auch dort gibt es einige Ausreißer im Bereich von 20 Millisekunden. Auf einer GeForce sind es eher 25 ms, zudem gibt es vor allem zu Beginn der Testsequenz reproduzierbar mehr Ausreißer auf der GeForce GTX 1080 als auf der Radeon RX Vega 64.
Und das ist durchaus zu spüren. Ab und zu hakt das Spiel auf der Nvidia-Grafikkarte, wenn die Framerate unter die 45-FPS-Marke rutscht. Liegt die darüber, fällt das Stocken nur selten auf. Der AMD-Beschleuniger kann die geringeren Ausreißer dagegen kompensieren. Dort lässt sich das Haken nicht spüren, bis die Framerate in den ohnehin nicht mehr spielbaren Bereich fällt.
Die Radeon RX Vega 64 mit HBCC
Die Vega-Architektur bietet mit dem High Bandwith Cache Controller (HBCC) die Möglichkeit, den Speicher der Grafikkarte zu erweitern, indem der Arbeitsspeicher mitgenutzt wird. Die Verwaltung übernimmt die GPU, die CPU ist außen vor.
Dadurch soll die GPU unter anderem auch dann noch flüssige Frames liefern können, wenn der auf der Grafikkarte verbaute Speicher nicht mehr ausreicht. Auch die Übernahme des Speichermanagements vom Spiel kann laut AMD für einen Performance-Schub sorgen. Bei den folgenden Werten ist das Testsystem wie in allen Testreihen mit einem 32 Gigabyte großen Systemspeicher bestückt.
In manchen Spielen lässt sich auf einer Radeon RX Vega etwas Leistung durch HBCC hinzu gewinnen – oder auch verlieren. Far Cry 5 zeigt sich dagegen quasi unbeeindruckt von dem Vega-exklusiven Feature. Sowohl die Framerate als auch die Frametimes zeigen nur minimale Unterschiede und das zu Ungunsten von HBCC. Es ist also nicht notwendig, mit der alternativen Speicherverwaltung herumzuspielen.