Quadro RTX 4000: Kleinste Quadro mit Turing ist eine langsamere RTX 2070
In Bezug auf Rechenleistung und Preis hat Nvidia heute die kleinste Ausführung der Serie Quadro RTX vorgestellt. Die Profigrafikkarte Quadro RTX 4000 nutzt die gleiche Turing-GPU wie das Verbrauchermodell GeForce RTX 2070. Chip und Speicher takten aber etwas niedriger.
Nvidia Quadro RTX 4000 mit Chip der GeForce RTX 2070
Die TU106-GPU ist sowohl auf der Quadro RTX 4000 als auch der GeForce RTX 2070 im Vollausbau mit 2.304 FP32-ALUs, 288 Tensor-Kernen und 36 Raytracing-Kernen ausgestattet. Mit 7,1 TFLOPS liegt die FP32-Leistung allerdings unter den 7,5 TFLOPS der GeForce RTX 2070 (Test). Rechnerisch ergibt sich eine Taktrate von rund 1.540 MHz, die RTX 2070 taktet mit 1.620 MHz.
Auch bei der Speicherbandbreite liegt die Quadro RTX 4000 hinter der RTX 2070 zurück. Nvidia spricht von „bis zu 416 GB/s“, woraus sich bei dem 256-Bit-Speicherinterface ein Takt von bis zu 6.500 MHz für den 8 GB fassenden GDDR6-Speicher ergibt. Auf der RTX 2070 werden hingegen 448 GB/s durch 7.000 MHz erreicht.
Quadro RTX 8000 | Quadro RTX 6000 | Quadro RTX 5000 | Quadro RTX 4000 | GeForce RTX 2070 | |
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Architektur | Turing | ||||
GPU | TU102 | TU102 | TU104 | TU106 | TU 106 |
FP32-ALUs | 4.608 | 4.608 | 3.072 | 2.304 | 2.304 |
FP32-Leistung | 16,3 TFLOPS | 16,3 TFLOPS | 11,2 TFLOPS | 7,1 TFLOPS | 7,5 TFLOPS |
Tensor-Kerne | 576 | 576 | 384 | 288 | 288 |
RT-Kerne | 72 | 72 | 48 | 36 | 36 |
GigaRays/s | 10 | 10 | 8 | 6 | 6 |
Taktrate (berechnet) |
~1.770 MHz | ~1.770 MHz | ~1.820 MHz | ~1.540 MHz | 1.620 MHz |
Speicherausbau | 48 GB GDDR6 | 24 GB GDDR6 | 16 GB GDDR6 | 8 GB GDDR6 | 8 GB GDDR6 |
Speichertakt | 7.000 MHz | 7.000 (?) MHz | 7.000 (?) MHz | bis 6.500 MHz | 7.000 MHz |
Speicherinterface | 384 Bit | 384 Bit | 256 Bit | 256 Bit | 256 Bit |
Speicherbandbreite | 672 GB/s | 672 GB/s (?) | 448 GB/s (?) | „bis zu 416 GB/s“ | 448 GB/s |
Mangels Details zur Definition ist die direkte Vergleichbarkeit der Angaben zur Leistungsaufnahme fraglich. Doch spricht Nvidia von 125 Watt für die „Graphics Power Consumption“ der Quadro RTX 4000. Der Wert liegt deutlich unter den 175 Watt respektive 185 Watt (Founders Edition), die Nvidia für die GeForce RTX 2070 nennt. Eine niedrigere Leistungsaufnahme des Quadro-Modells ist allein durch den reduzierten Takt zu erwarten.
Geringer sollten entsprechend die Anforderungen an das Kühlsystem ausfallen, das bei der Quadro RTX 4000 lediglich einen Slot belegt.
Einsatzbereiche
Nvidia sieht die Profigrafikkarten der Quadro-RTX-Familie unter anderem für „Fachleute aus den Bereichen Fertigung, Architektur, Maschinenbau und Mediengestaltung“ vor. Die neuen Recheneinheiten, RT-Kerne und Tensor-Kerne der Turing-Architektur sollen auch in diesem Segment neue Möglichkeiten in puncto Echtzeit-Raytracing und Künstliche Intelligenz schaffen.
Preis und Verfügbarkeit
Nvidia nennt einen „geschätzten Straßenpreis“ von 900 US-Dollar für die Quadro RTX 4000. Ab Dezember soll die Grafikkarte sowohl über die Website von Nvidia als auch bei autorisierten Vertriebspartnern wie PNY sowie bei Workstation-Anbietern wie Dell, HP und Lenovo erhältlich sein.
ComputerBase hat die Informationen zu diesem Inhalt vorab von Nvidia unter NDA erhalten. Einzige Vorgabe war der Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme auf die Berichterstattung gab es nicht.