Im Test vor 15 Jahren: Arbeitsspeicher mit integriertem Bildschirm
tl;dr: Die XMS Xpert von Corsair (Test) waren vor 15 Jahren als Arbeitsspeicher mit integriertem Bildschirm mehr als ungewöhnlich. Einen wirklichen Mehrwert hatte das Display allerdings nicht, der Aufpreis von 80 Euro erschien daher deutlich zu hoch.
Von LEDs zu Displays
Bereits vor den XMS Xpert hatte Corsair ein ungewöhnliches RAM-Kit auf den Markt gebracht. Der Arbeitsspeicher der XL-Pro-Serie (Im Test vor 15 Jahren) besaß zwei LED-Reihen auf den Oberseiten der Module, die eine Art Lastanzeige darstellten. Bei den XMS Xpert führte der Hersteller dieses Konzept weiter. Im Lieferumfang war pro Speicherriegel ein aufsteckbares Modul enthalten. Auf diesem waren die bekannte LED-Lastanzeige sowie ein zehn Zeichen fassendes Display enthalten.
Aufgrund der gesteigerten Abmessungen des Arbeitsspeichers waren Kompatibilitätsprobleme nicht auszuschließen. Während normaler RAM inklusive Heatspreader nur 0,7 cm breit war, war der XMS Xpert inklusive Zusatzmodul bei rund 2 cm. Mit 5,4 cm war auch die Höhe der Kombination aus beidem für einige CPU-Kühler zu hoch. Um die Kompatibilitätsprobleme zumindest etwas einzuschränken, konnten die Zusatzmodule auf beiden Seiten der RAM-Riegel aufgesteckt werden.
Mit Hilfe der beigelegten Software konnten Anwender einstellen, was auf den Displays dargestellt werden sollte. Standardmäßig war es beispielsweise möglich, die RAM-Geschwindigkeit, -Spannung und –Temperatur wiederzugeben. Aber auch eigener Text konnte – in bis zu zwölf Zeilen mit maximal 23 Zeichen – abgespielt werden.
Unter der Haube steckte normaler Speicher
Unter dem ausgefallenen Äußeren des XMS Xpert steckten herkömmliche Speicherchips mit 400 MHz (DDR) bei Timings von CL2-2-2-5. Das getestete Speicher-Kit bestand aus zwei Riegeln mit jeweils 512 MByte Kapazität und einer Betriebsspannung von 2,7 Volt. In puncto Overclocking kamen die XMS Xpert nicht ganz an die älteren XL Pro heran. So war DDR500 nicht vollständig stabil zu erreichen, mit DDR490 bei CL3-4-4-8 bei 2,8 Volt war das Ergebnis aber weiterhin gut. Zum Vergleich: Die Corsair XL Pro schafften im ComputerBase-Test DDR500 bei Timings von CL2,5-3-3-7.
Taktrate | Timings / Spannung |
Sandra 2004 | AIDA32 | 3DMark03 | PCMark04 | Quake 3 | UT 2004 |
---|---|---|---|---|---|---|---|
400 MHz DDR | 2-2-2-5 2,7 Volt |
4.852 MByte/s | 1.762 MByte/s | 329 | 4.307 | 319,3 FPS | 27,35 FPS |
433 MHz DDR | 2-3-2-5 2,75 Volt |
5.210 MByte/s | 1.892 MByte/s | 340 | 4.586 | 331,4 FPS | 29,22 FPS |
466 MHz DDR | 2,5-3-3-5 2,8 Volt |
5.559 MByte/s | 2.009 MByte/s | 353 | 4.992 | 340,4 FPS | 31,41 FPS |
500 MHz DDR | 3-4-4-8 2,8 Volt |
5.976 MByte/s | 2.163 MByte/s | N/A | 5.282 | N/A | N/A |
Damit waren die Corsair XMS Xpert mit einem Preis von rund 250 Euro insgesamt nur für wenige Anwender ein guter Kauf. Wer Wert auf ausgefallene Hardware legte, war mit dem Speicher-Kit richtig beraten. Für alle anderen Nutzer gab es günstigere, schnellere und platzsparendere Alternativen.
In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:
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