Corsair Warthog im Test: Massives Gehäuse mit Retro-Charme und vielen Features

Jan Wichmann
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Corsair Warthog im Test: Massives Gehäuse mit Retro-Charme und vielen Features

Das Corsair Warthog ist mit seiner auffälligen Optik eine erfrischende Abwechslung im Gehäusesegment, die es beinahe wie aus einem anderen Jahrzehnt wirken lässt. Viele äußerst nützliche Features werden in unserem Test jedoch von vereinzelten Makeln torpediert.

Das Corsair Warthog im Detail

Militärische Hommage

Das Corsair Warthog wurde im Rahmen der Computex 2026 vorgestellt und tritt inoffiziell das Erbe des aus dem Jahr 2012 stammenden Corsair Vengeance C70 an, das ebenfalls militärisch angehaucht und einer Munitionskiste nachempfunden war.

Der jetzt gewählte Name „Warthog“ (zu deutsch Warzenschwein) kann zwei verschiedene Ursprünge haben: Sowohl das aus dem Halo-Universum stammende Fahrzeug Warthog, als auch das Kampfflugzeug A-10 Thunderbolt II, das diesen Kosenamen trägt, können Pate gestanden haben.

Corsair Warthog (RS)
07.10.2026
  • Massive Bauweise
  • Markantes Design
  • Sinnvolle Lüfterschienen
  • Nützliche I/O-Shield-Leuchte
  • Praktischer modularer Aufbau
  • Offene Kabelführungen
  • Wenig Festplattenoptionen
  • Wenig Platz für 24 Pin ATX-Stromkabel

Farben und Varianten

Das Corsair Warthog ist in den Farben Schwarz und Olivgrün, was den militärischen Stil unterstreicht, erhältlich. Neben den zwei Farben können Käufer zudem aus zwei Gehäusevarianten wählen. Während das reguläre Warthog ab Werk ohne jedwede Lüfter ausgeliefert wird, kommt das Warthog RS mit zwei 200-mm-Lüftern in der Front und einem 120-mm-Lüfter am Heck daher. Das neue Gehäuse soll zu Ende Oktober den Handel erreichen.

Corsair Warthog Preisübersicht
Modell Farbe Preisempfehlung Preisvergleich
Corsair Warthog Schwarz 194,90 Euro ab 195 Euro
Olivgrün ab 195 Euro
Corsair Warthog RS Schwarz 229,90 Euro ab 230 Euro
Olivgrün ab 230 Euro

Äußeres Erscheinungsbild

Das Corsair Warthog fällt unweigerlich auf. In der dem Test vorliegenden Farbe Schwarz ist es nicht unmittelbar einem militärischen Stil zuzuordnen, aber auch so kein Gehäuse, an dem Blicke mit Leichtigkeit vorbei streifen. Ganz im Gegenteil. Allen voran sind als optische Ankerpunkte die Tragegriffe, die zahlreichen angeschraubten Bleche und das I/O-Panel zu nennen.

Corsair gelingt es damit äußerst gut aus der ansonsten sehr sterilen Gehäuseblase hervorzustechen und bricht zugleich mit vielen aktuellen Gegebenheiten. Viel Stahl, verhältnismäßig wenig Glas und keine ablenkende LED-Beleuchtung lassen das Gehäuse beinahe wie aus einem anderen Jahrzehnt wirken. Ob genau dies gesucht wird und gefällt, bleibt jedem selbst überlassen.

An der Front des Corsair Warthog sitzt eine Tür, die magnetisch gehalten wird. Neben dem sehr grobmaschigen Gitter im typischen Y-Muster ist mittig zudem ein Schriftzug eingestanzt. Die Tür ist sehr stabil, was auch auf die Scharniere zutrifft. Ein Manko ist jedoch, dass der Türanschlag fest ist und sich die Öffnungsrichtung nicht ändern lässt. Hinter der Tür sitzen ein Staubfilter sowie die zwei in der RS-Variante mitgelieferten 200-mm-Lüfter.

Corsair Warthog im Test

Auch das an der unteren Frontpartie angebrachte I/O-Panel stich hervor. Unweigerlich fällt eine rote Lasche auf, die an ein Not-Aus-System oder einen Mechanismus zum Scharfschalten von Waffen oder Munition erinnert. Beim Warthog handelt es sich jedoch nur um einen Gummischutz des USB-C-Ports – also kein Gefahr!

Damit wiederum die Knöpfe des Panels nicht versehentlich betätigt werden, sind jeweils kleine Metallbrücken daneben montiert. Um den Reset-Knopf zu betätigen, muss zudem erst eine Klappe nach oben geklappt werden. Auch das ist eine Hommage an militärische Waffensysteme respektive deren Sicherung. Doch Vorsicht: Im Zuge der Fotoaufnahmen zum Test wurde diese Klappe zu weit nach oben geklappt und brach ab.

Corsair Warthog: I/O Leuchte
Corsair Warthog: I/O Leuchte (Bild: Corsair)

Die linke Gehäuseseite ist leicht ausgestellt. Das Seitenglas ist von hinten angebracht und wird dreigeteilt. Außerdem sind ein dezentes Logo und zwei Schriftzüge angebracht. Spannender wird es am Heck. Neben einer drehbaren Steckplatzblende verbirgt sich ein besonderes Feature oberhalb des I/O-Shields. In einer kleinen Kappe eingelassen sitzt dort eine kleine weiße LED, die die I/O-Anschlüsse beleuchten kann. Die Steuerung des Lichts erfolgt über den Light-Schalter am vorderen I/O-Panel. Ein wirklich nützliches Feature.

Während sich Deckel und rechtes Seitenteil abgesehen von den Lufteinlässen unspektakulär zeigen, gilt ein besonderer Blick dem Boden. Hier sitzt über die gesamte Länge ein zur Seite ausziehbarer Staubfilter. Als äußerst unschön sind jedoch die offen verlegten Kabel zu bezeichnen, die Corsair so auch schon beim Frame 4000D (Test) montiert hat.

Das Corsair Warthog weist ab Werk eine hervorragende Verarbeitungsqualität auf. Das Gehäuse wirkt wie ein nicht zu bezwingender, stabiler Koloss. Die Materialsteifigkeit ist tadellos und die massiven Tragegriffe können auch mit verbautem System bedenkenlos als solche genutzt werden.

Mangelhafte Transportverpackung führt zu Fehlern

Im Test des Corsair Warthog zeigten sich nichtsdestoweniger Verarbeitungsprobleme, mit denen ComputerBase den Hersteller konfrontierte. Das Gehäuse schien verzogen zu sein, was unter anderem dazu führte, dass die beiden Seitenteile nicht bündig schlossen und an gleich mehreren Stellen größere Öffnungen den Blick ins Innere ermöglichten.

Corsair Warthog im Test: Seitenteile schließen nicht bündig

Weiteres Problemkind war die hintere Slotblende, die ebenfalls nicht bündig anlag, wodurch sich die Grafikkarte nur sehr schwer und umständlich verschrauben ließ. Das Problem der Slotblende trat so auch bei der8auer auf.

Corsair Warthog im Test: Nicht bündiges Slotblech
Corsair Warthog im Test: Nicht bündiges Slotblech
Corsair Warthog im Test: Probleme bei GPU-Montage
Corsair Warthog im Test: Probleme bei GPU-Montage

Auf Nachfrage der Redaktion räumte Corsair beide Fehler ein und erklärte, dass die Umverpackungen der ersten Charge Fehler aufwiesen, in deren Folge es zu massiven Gehäusebeschädigungen, vor allem verzogenen Bauteilen, gekommen sei. Corsair habe die fehlerhafte Charge zurückgerufen und das Problem behoben, was zugleich der Grund für den späten Marktstart sei. Das Gehäuse sollte ursprünglich nämlich bereits Mitte August erscheinen.

Nach den erfolgten Maßnahmen soll das Gehäuse nun erst zu Ende Oktober den Handel erreichen. Da Corsair die benannten Mängel und deren Gründe offen kommuniziert und sie mitsamt einem verspäteten Marktstart behoben hat, haben sie mithin keine Relevanz auf den Test. Corsair versichert, dass kein Gehäuse der ersten Charge den Einzelhandel erreichen wird.

Innenaufbau und Alltagserfahrungen

Die beiden Seitenteile lassen sich mittels Push-Pins leicht entnehmen. Der Deckel ist mit zwei Rändelschrauben befestigt. Ungünstig nur: Sobald der Deckel entnommen wird, fehlt den beiden Seitenteilen die Arretierung und sie fallen wackelnd zur Seite.

Im Innern zeigt sich ein vertrautes Bild, denn das Warthog bedient sich des Grundgerüsts des Frame 4000D. So kommt abermals eine Netzteilblende zum Einsatz, auf der optional zwei Lüfter montiert werden können. Zwischen Blende und Frontlüfter kann ein weiterer Lüfter am Boden montiert werden. Ein Haltearm für Grafikkarten sowie Aussparungen für rückwärtige Mainboard-Anschlüsse sind mit von der Partie. Gummierte Kabeldurchlässe werden hingegen nicht geboten.

Der auf den ersten Blick löchrig wirkende Mainboard-Träger dient einem Zweck. Auch das Corsair Warthog unterstützt das hauseigene RapidRoute 2.0, mit dem Kabelführungen frei gesteckt angeordnet werden können. Die Trägerplatten können zudem in der Breite verstellt werden. Die Umsetzung begeisterte bereits bei anderen Corsair-Gehäusen und so auch beim Warthog. Der Mainboard-Träger ist wie auch die Netzteilblende zudem Teil der Frame-Zubehörserie (Test) und kann somit gegen andere optional erhältliche Bauteile ausgetauscht werden.

Corsair Warthog im Test
Corsair Warthog im Test
Corsair Warthog im Test
Corsair Warthog im Test
Corsair Warthog im Test: Variable Kabelklemmen
Corsair Warthog im Test: Variable Kabelklemmen
Corsair Warthog im Test
Corsair Warthog im Test

In Anbetracht der Größe bietet das Warthog nur wenig Festplattenoptionen. Das am Mainboard-Träger befestigte Bracket kann eine 3,5"- und zwei 2,5"-Laufwerke aufnehmen. Das an der rechten Gehäuseseite angebrachte Lüfter-Bracket kann in zwei Positionen versetzt werden und außerdem auch gegen eine optionale Kabelblende ersetzt werden. Hier spart Corsair, denn bei anderen Gehäusen, die sich zudem in niedrigeren Preisgefilden bewegen, war ein solches Cover dem Lieferumfang beigelegt.

Der Hardware-Einbau geht dank des üppigen Innenraums sehr leicht von der Hand. Der auf den ersten Blick sehr kurz wirkende Grafikkartenhaltearm entpuppt sich als exzellent und ragt nicht wie andere zu weit in Richtung Lüfter.

Das zuvor erwähnte, fehlende Kabel-Cover kommt dem Warthog im weiteren Montageverlauf teuer zu stehen. Der Durchlass für das 24-Pin-ATX-Kabel ist mangelhaft und wirft zugleich die Frage nach der Sinnhaftigkeit des dortigen Lüfter-Brackets auf. Mit dort verbauten Lüftern ist ein Durchführen des Kabels nahezu unmöglich. Zwar ist das Bracket in zwei Positionen montierbar, doch selbst die äußere Einstellung genügt gerade so um das Kabel durchzuquetschen. Das gleiche Problem schilderten auch die Testberichte von Gamers Nexus und der8auer. Dem nicht genug, blockiert der zunächst gelobte Grafikkartenhaltearm einige Mainboard-Anschlüsse.

Belüftungsoptionen

Mit bis zu drei Lüftern im Innern und der Option auf 200-mm-Lüfter an der Front sticht das Corsair Warthog aus dem üblichen Einheitsbrei hervor. Front und Deckel verfügen zudem über das bereits bekannte Infinirail-System, bei dem die Lüfteraufnahmen auf variablen Schienen angebracht sind.

Die Umsetzung ist simpel, aber durchdacht und soll für einen bis zu 12 Prozent besseren Luftstrom sorgen. Bei herkömmlichen Lüfteraufnahmen, die für verschiedene Rahmenbreiten ausgelegt sind, kommt es oft vor, dass beispielsweise bei der Verwendung eines 140-mm-Lüfters die Lüfteraufnahmen des kleinen 120-mm-Modells in den Wirkungsbereich des Lüfters hineinragen und diesen beeinträchtigen. Diese Problematik umgeht das Infinirail-System. Die Bohrungen für die Lüfter sind auf Schienen angebracht, deren Abstand zueinander verstellt werden kann. Wie schon in vorherigen Tests erweist sich das System in der Praxis als sehr gelungen.

Corsair Warthog im Test: Lüfteroptionen
Corsair Warthog im Test: Lüfteroptionen (Bild: Corsair)
Corsair Warthog im Test: AiO-Optionen
Corsair Warthog im Test: AiO-Optionen (Bild: Corsair)

Für die Montage einer AiO-Wasserkühlung stehen vorrangig Front, Deckel und Seitenelement in den gängigen Größen 240 bis 360 mm zur Verfügung. Die paralelle Nutzung einer AiO an Front- und Seitenelement schließt sich indes aus. Im Deckel sind Aufnahmen so weit versetzt, dass einzig übergroße Mainboard- oder Speicherkühlkörper in die Quere kommen könnten.

Corsair Warthog Corsair Frame 4000D Corsair Frame 5000D
Mainboard-Format: E-ATX, ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Back-Connect
Chassis (L × B × H): 546 × 284 × 534 mm (82,80 Liter)
Seitenfenster
487 × 239 × 486 mm (56,57 Liter)
Seitenfenster
542 × 250 × 556 mm (75,34 Liter)
Seitenfenster
Material: Kunststoff, Stahl, Glas
Kunststoff, Stahl, Glas
Variante
Kunststoff, Stahl, Glas, Holz
Nettogewicht: ? 10,38 kg
I/O-Ports / Sonstiges: 1 × USB 3.1 20 Gbit/s (USB 3.2 Gen 2x2) Type C, 1 × USB 3.1 (USB 3.2 Gen 2) Type A, 2 × USB 3.0 (USB 3.2 Gen 1), HD-Audio 1 × USB 3.1 (USB 3.2 Gen 2) Type C, 2 × USB 3.0 (USB 3.2 Gen 1), HD-Audio
1 × USB 3.1 (USB 3.2 Gen 2) Type C, 4 × USB 3.0 (USB 3.2 Gen 1), HD-Audio
Variante
1 × USB 3.1 20 Gbit/s (USB 3.2 Gen 2x2) Type C, 2 × USB 3.0 (USB 3.2 Gen 1), HD-Audio
Einschübe: 1 × 3,5" (intern)
2 × 2,5" (intern)
2 × 3,5" (intern)
4 × 2,5" (intern)
2 × 3,5" (intern)
6 × 2,5" (intern)
Variante
1 × 3,5" (intern)
4 × 2,5" (intern)
Erweiterungsslots: 7 8
Lüfter:
Front: 2 × 200/140 mm oder 3 × 120 mm (optional)
Heck: 1 × 140/120 mm (optional)
Deckel: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm (optional)
Seitenteil rechts: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm (optional)
Boden: 1 × 120 mm (optional)
Innenraum: 2 × 120 mm (optional)
Variante
Front: 2 × 200/140 mm oder 3 × 120 mm (optional) (2 × 200 mm inklusive)
Heck: 1 × 140/120 mm (1 × 120 mm inklusive)
Deckel: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm (optional)
Seitenteil rechts: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm (optional)
Boden: 1 × 120 mm (optional)
Innenraum: 2 × 120 mm (optional)
Front: 2 × 200/140 mm oder 3 × 120 mm (optional)
Heck: 1 × 140/120 mm (optional)
Deckel: 2 × 160/140 mm oder 3 × 120 mm (optional)
Seitenteil rechts: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm
Boden: 2 × 120 mm (optional)
Variante
Front: 2 × 200/140 mm oder 3 × 120 mm (optional) (3 × 120 mm inklusive)
Heck: 1 × 140/120 mm (optional)
Deckel: 2 × 160/140 mm oder 3 × 120 mm (optional)
Seitenteil rechts: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm
Boden: 2 × 120 mm (optional)
Front: 2 × 200 mm oder 3 × 140/120 mm (3 × 140 mm inklusive)
Heck: 1 × 140/120 mm (1 × 140 mm inklusive)
Deckel: 3 × 140/120 mm (optional)
Seitenteil rechts: 3 × 140/120 mm (optional)
Boden: 2 × 140/120 mm (optional)
Innenraum: 2 × 120 mm (optional)
Variante
Front: 2 × 200 mm oder 3 × 140/120 mm (2 × 200 mm inklusive)
Heck: 1 × 140/120 mm (1 × 140 mm inklusive)
Deckel: 3 × 140/120 mm (optional)
Seitenteil rechts: 3 × 140/120 mm (optional)
Boden: 2 × 140/120 mm (optional)
Innenraum: 2 × 120 mm (optional)
Staubfilter: Front, Netzteil, Boden, Seitenteil Front, Netzteil, Seitenteil Deckel, Front, Boden, Seitenteil
Kompatibilität: CPU-Kühler: 190 mm
GPU: 405 mm – 430 mm
Netzteil: 200 mm
CPU-Kühler: 170 mm
GPU: 345 mm – 370 mm
Netzteil: 220 mm
CPU-Kühler: 175 mm
GPU: 450 mm
Netzteil: 250 mm
Preis: ab 195 € / ab 230 € ab 91 € / ab 102 € / ab 95 € ab 130 € / ab 180 €

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