RDNA 4 ab 549 USD: Das sind AMD Radeon RX 9070 XT & 9070 mit RDNA 4 & FSR 4

Wolfgang Andermahr
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RDNA 4 ab 549 USD: Das sind AMD Radeon RX 9070 XT & 9070 mit RDNA 4 & FSR 4
Bild: AMD / Reddit (KI-Upscaling)

AMD hat die Radeon RX 9070 XT und die Radeon RX 9070 offiziell vorgestellt. Ein Überblick über die Details zur Performance, das RDNA-4-exklusive FSR 4, technische Details zur Architektur selbst, den Video-Einheiten und vieles mehr. Marktstart: 6. März. Preise: 599 und 549 USD (vor Steuern).

AMD RDNA 4 final vorgestellt

AMD hat nach einem chaotischen ersten Anlauf zur CES Anfang Januar nun endlich neue Grafikkarten auf Basis der RDNA-4-Architektur offiziell angekündigt und viele Details zu den zwei ersten Produkten Radeon RX 9070 XT und Radeon RX 9070 verraten. Inklusive der so heiß erwarteten Preise.

Die AMD Radeon RX 9070 XT und Radeon RX 9070 erscheinen für 599 respektive 549 USD UVP (vor Steuern) (Bild: AMD)

599 und 549 USD UVP

ComputerBase wurde vorab informiert und kann bereits ausführlich berichten, auch wenn zur Stunden noch der Livestream auf YouTube läuft.

Um einen Testbericht handelt es sich an dieser Stelle allerdings noch nicht, abseits eigener Messwerte bleibt aber nur noch wenig unklar. Und nachdem es auch für die Presse vorab lange alles, nur keine Preise gab, hat der Hersteller auch diese am Freitagvormittag offiziell zumindest in USD genannt: Es sind 599 USD für die XT und 549 USD für die Non-XT (in den USA vor Steuern).

UVP von GeForce RTX 5000 und Radeon RX 9000 im Vergleich
Klasse UVP in USD (vor Steuern) UVP in Euro (inkl. MwSt.)
Nvidia GeForce RTX 5090 1.999 USD 2.329 Euro
Nvidia GeForce RTX 5080 999 USD 1.169 Euro
Nvidia GeForce RTX 5070 Ti 749 USD 879 Euro
AMD Radeon RX 9070 XT 599 USD 699 Euro ?
Nvidia GeForce RTX 5070 549 USD 649 Euro
AMD Radeon RX 9070 549 USD 649 Euro ?

699 und 649 Euro in Deutschland?

Euro-UVP nannte AMD auch auf Nachfrage nicht, zu aktuellem Kurs umgerechnet und mit 19 Prozent Mehrwertsteuer versehen, ergeben sich 686 Euro respektive 628 Euro – 699 und 649 Euro UVP wären also drin.

Damit wäre die XT 180 Euro günstiger als die GeForce RTX 5070 Ti, die Non-XT würde hingegen genau so viel kosten wie die RTX 5070. Und was bekommen Kunden bei Radeon RX 9070 XT und Radeon 9070?

AMD Radeon RX 9070 XT und RX 9070 im Detail

Die ersten beiden Produkte auf Basis der neuen RDNA-4-Architektur sind die Radeon RX 9070 XT und Radeon RX 9070. Beide nutzen die gleiche Navi-48-GPU und bieten 16 GB GDDR6, sind aber unterschiedlich konfiguriert.

Die AMD Radeon RX 9070 XT und Radeon RX 9070 erscheinen für 599 respektive 549 USD UVP (vor Steuern)
Die AMD Radeon RX 9070 XT und Radeon RX 9070 erscheinen für 599 respektive 549 USD UVP (vor Steuern) (Bild: AMD)

Die Spezifikationen

Die Gerüchteküche hatte die finalen Spezifikationen über die letzten Tage letztendlich komplett richtig abgebildet, nachfolgend sind sie noch einmal in aller Ausführlichkeit aufgeführt.

Die Radeon RX 9070 XT verfügt über 64 Compute Units, was 4.096 Shadereinheiten entspricht, während die Radeon RX 9070 über deren 56 CUs mit 3.584 FP32-ALUs verfügt. Der beworbene Boost-Takt der Grafikkarten liegt bei 2.970 MHz respektive 2.520 MHz.

Die Radeon RX 9070 XT weist eine Total Bord Power von 304 Watt auf, 220 Watt sind es bei der Radeon RX 9070. AMD sieht für beide Grafikkarten zwei klassische 8-Pin-Stromstecker vor, doch können die Bordpartner auch darüber hinaus gehen, oder 12V-2×6 nutzen. Beide Grafikkarten verfügen über einen 16 GB großen Speicher.

AMD Radeon RX 9070 XT und Radeon RX 9070 – Spezifikationen
RX 9070 XT RX 9070
Architektur RDNA 4
GPU Navi 48
Fertigung TSMC N4
Transistoren 53,9 Mrd.
Chipgröße 356,5 mm²
CU 64 56
FP32-ALUs 4.096 3.584
RT-Kerne 64, 3rd Gen 56, 3rd Gen
Game-Takt 2.400 MHz 2.070 MHz
Boost-Takt 2.970 MHz 2.520 MHz
FP32-Leistung 48,7 TFLOPS 36,1 TFLOPS
FP16-Leistung 97,3 TFLOPS 72,2 TFLOPS
FP8-AI-Leistung 389 TOPS 289 TOPS
Textureinheiten ?
ROPs 128
L2-Cache 8 MB
Infinity-Cache 64 MB, 3rd Gen
Speicher 16 GB GDDR6
 -durchsatz 20 Gbps
 -interface 256 Bit
 -bandbreite 640 GB/s
Slot-Anbindung PCIe 5.0 ×16
TDP 304 Watt 220 Watt
UVP 599 USD 549 USD
Marktstart 6. März 2025

PCIe 5.0 x16 und DP 2.1

RDNA 4 unterstützt PCIe 5.0 x16 als Anbindung an den PCIe-Slot, das auch voll genutzt wird. Monitore können an HDMI 2.1b und DisplayPort 2.1 UHBR13.5 angeschlossen werden. Bei letzterem handelt es sich um denselben Standard wie bei RDNA 3, während Nvidias neue Blackwell-Modelle auch mit der vollen Bandbreite UHBR20 umgehen können – was aber eher nur eine theoretische Limitierung ist.

Die neue Display-Engine soll darüber hinaus effizienter im Dual-Monitor-Betrieb funktionieren, wenn diese über FreeSync verfügen. Darüber hinaus unterstützt RDNA 4 wie Nvidia Blackwell Hardware Flip Queue, so dass die Displayausgabe nicht mehr von der CPU, sondern von der GPU gesteuert wird, auch wenn AMD das Feature nur für eine geringere Leistungsaufnahme bei der Videowiedergabe nutzt.

Neue Display-Engine mit RIS 2
Neue Display-Engine mit RIS 2 (Bild: AMD)

Darüber hinaus ermöglicht die neue Display Engine Radeon Image Sharpening 2, was damit RDNA-4-exklusiv ist. „RIS 2“ soll optisch besser aussehen als das bis jetzt bekannte RIS 1 und dabei völlig unabhängig von der API in jedem Spiel funktionieren – eben weil das Nachschärfen von der Display Engine durchgeführt wird.

Kein Angriff auf die Spitze

Wie AMD schon Anfang Januar beim ersten, aber missglückten Startversuch der neuen Grafikkarten klar gemacht hatte, richten sich die Produkte nicht an Spieler, die die absolut schnellste Gaming-Hardware ihr Eigen nennen wollen, sondern sollen „enthusiast gaming“ mehr Spielern zugänglich machen. Und die kaufen, so AMD, zu 85 Prozent Grafikkarten mit einer UVP von unter 700 USD vor Steuern.

Dazu passend wirbt AMD bei Radeon RX 9070 XT sowie Radeon RX 9070 auch mit „Performance-pro-Dollar“-Führung, ohne vorab den Preis zu nennen. Darüber hinaus werden die Punkte Raytracing- sowie AI-Leistung in den Fokus gerückt.

Benchmarks zu Radeon RX 9070 (XT)

Und wie schnell werden die neuen Grafikkarten? Auch dazu hatte es die letzten Tage bereits verlässliche Leaks gegeben, die jetzt von AMD offiziell verteilten Hersteller-Benchmarks geben dasselbe Bild ab. Sie sind, auch wenn AMD lediglich einen internen Vergleich zieht, mit Vorsicht zu genießen. Unabhängige (ComputerBase-)Benchmarks dürften einen Tag vor Marktstart, also am 5. März erscheinen.

Das sagt AMD

AMD zufolge soll die Radeon RX 9070 XT als Flaggschiff-Modell der RNDA-4-Generation in Ultra HD durchschnittlich 42 Prozent mehr FPS abliefern als die Radeon RX 7900 GRE, wobei sowohl Rasterizer- als auch Raytracing-Spiele für diesen Schnitt benutzt, was einen Vergleich eher schwierig gestaltet.

AMD zeigt auf den Folien auch separate Raster- und RT-Ergebnisse, doch sind die Anzahl derer deutlich geringer, die Aussagekraft also ebenso. Aber es ist ein Fingerzeig.

Demnach steigt die Rasterizer-Performance der Radeon RX 9070 XT im Vergleich zur Radeon RX 7900 GRE um 37 Prozent an, die Raytracing-Geschwindigkeit um deutlich stärkere 53 Prozent.

Die Radeon RX 9070 soll laut AMD im Schnitt in Ultra HD noch 21 Prozent schneller als die Radeon RX 7900 GRE sein. Die Rasterizer-Spiele zeigen einen Vorsprung von 19 Prozent, in Raytracing-Spielen soll das Leistungsplus zur alten RX 7900 GRE erneut größere 26 Prozent betragen.

Im Livestream hat AMD dann auch noch erste Vergleiche zur Nvidia GeForce RTX 5070 Ti gezogen, die die zuvor getroffenen Erwartungen widerspiegeln:

AMD Radeon RX 9070 XT vs. Nvidia GeForce RTX 5070 Ti: AMD sieht sich bei der Leistung nah dran, bei Preis-Leistung weit voraus (Bild: AMD)

Erste Einschätzung

Was heißt das jetzt für die Positionierung der neuen Grafikkarten im Vergleich zu den eigenen Vorgängern, insbesondere Radeon RX 7900 XTX und Radeon RX 7900 XT, aber auch zu GeForce RTX 5000 und 4000?

Die Radeon RX 9070 XT sollte bei Raster-Grafik circa 5 Prozentpunkte unterhalb der Radeon RX 7900 XTX landen, in RT-Spielen dagegen 10 Prozentpunkte oberhalb liegen. In einem Atemzug wäre die Raster-Leistung damit höher als mit der GeForce RTX 4070 Ti Super, würde aber nicht ganz an die GeForce RTX 5070 Ti heran kommen. Mit Raytracing-Geschwindigkeit sieht es ähnlich aus.

Die Radeon RX 9070 läge ohne RT 2 Prozent hinter der Radeon RX 7900 XT zurück, aber 12 Prozent vor der GeForce RTX 4070 Super. Mit RT läge die neue Grafikkarte hingegen knapp vor der RX 7900 XT und damit erneut auch vor der RTX 4070 Super.

Modell Positionierung ohne RT Positionierung mit RT
Radeon RX 9070 XT Knapp hinter RX 7900 XTX
zwischen RTX 4070 Ti Super und RTX 5070 Ti
Vor RX 7900 XTX
zwischen RTX 4070 Ti Super und RTX 5070 Ti
Radeon RX 9070 Knapp hinter RX 7900 XT
vor RTX 4070 Super
Knapp vor RX 7900 XT
vor RTX 4070 Super

Ob es so kommt, werden Benchmark bis zum Marktstart der neuen Generation am 6. März zu klären haben.

AMD FSR 4 Super Resolution erstmals mit AI

Das wichtigste neue Feature der neuen Grafikkarten ist FSR 4, das anders als FSR 3.1 nicht mehr auf einem Compute-Algorithmus basiert, sondern wie das konkurrierende Nvidia DLSS auf ein neuronales Netzwerk, also auf AI setzt.

FSR 4 (vorerst?) nur für RDNA 4

Dafür werden die neuen WMMA-Instruktionen von RDNA 4 mit einer Genauigkeit von FP8 genutzt, was RDNA 3 nicht unterstützt – und damit ist FSR 4 ebenfalls RDNA-4-exklusiv. AMD will zwar untersuchen, ob FSR 4 auch in möglicherweise abgespeckter Form auf RDNA 3 lauffähig ist, spruchreif ist diesbezüglich aber noch nichts.

Wichtig: FSR 4 besteht aktuell nur auf dem neuen AI-Algorithmus für Super Resolution, während der Frame-Generation-Teil nach wie vor der von FSR 3.1 ist. Hier hat es keine Änderungen gegeben, umso mehr dafür bei der neuen Super-Resolution-Technik. Diese soll laut AMD grafisch ein deutlich besseres Ergebnis erzielen als FSR 3.1, sodass auch FSR 4 Performance noch ein besseres Bild haben soll als FSR 3.1 Quality.

AMD FSR 4: Bildqualität und Performance-Uplift (Bild: AMD)

Potentiell in jedem FSR-3.1-Titel

Potenziell kann dabei jedes Spiel, das bereits FSR 3.1 unterstützt, auf einer Radeon RX 9070 (XT) ohne weitere Anpassungen mit FSR 4 wiedergegeben werden, da ein automatisierter Austausch der DLL-Dateien ausreichend ist – und dieser kann per Treiber-Schalter aktiviert werden. In jedem Fall funktioniert der Austausch dabei nicht unbedingt, AMD muss das entsprechende Spiel zuerst per Whitelist nach einer internen Prüfung frei geben. Zum Launch wird dies für etwa 30 bis 35 Spiele geschehen sein, noch 2025 sollen 75+ dazu kommen. Im 1. Halbjahr haben nur ausgewählte Partner Zugriff, ab dem 2. Halbjahr soll dann alle Entwickler Zugriff haben.

100+ Spiele mit FSR 4 in 2025, ab 2. Halbjahr verfügbar für alle Entwickler
100+ Spiele mit FSR 4 in 2025, ab 2. Halbjahr verfügbar für alle Entwickler (Bild: AMD)

AI-Anwendungen sollen deutlich schneller werden

Abseits von FSR 4 Super Resolution können die verbesserten AI-Fähigkeiten von RDNA 4 auch in anderen AI-Anwendungen genutzt werden. In Benchmarks mit Adobe Lightroom und DaVinci Resolve nennt AMD je nach Test mit der Radeon RX 9070 XT zwischen 12 und 34 Prozent mehr Performance als mit der Radeon RX 7900 GRE, bei Generative-AI-Anwendungen wie Stable Diffusion sind es deutlich höhere 41 bis 70 Prozent.

Details zur RDNA-4-Architektur

Sowohl die Radeon RX 9070 XT als auch die Radeon RX 9070 basieren auf der Navi-48-GPU, die im 4N-Prozess bei TSMC gefertigt wird und bei einer Größe von 356,5 mm² 53,9 Milliarden Transistoren aufweist. Das sind nur knapp 4 Milliarden Transistoren weniger als auf Navi 31 und fast doppelt so viele Schaltungen wie auf Navi 32, der auf der Radeon RX 7800 XT verbaut wird. Nvidia GB203-GPU auf der GeForce RTX 5080 und RTX 5070 Ti ist gerade einmal 22 mm² größer, während die Radeon-GPU jedoch 8,3 Milliarden mehr Transistoren aufweist: Heißt: Navi 48 ist unglaublich dicht gepackt.

GPU Navi 48 Navi 31 Navi 32 GB203
Grafikkarte (z.B.) RX 9070 (XT) RX 7900 XT(X)
RX 7900 GRE
RX 7800 XT
RX 7700 XT
RTX 5080
RTX 5070 Ti
Größe 357 mm² 525 mm² 350 mm ² 378 mm²
Transistoren 53,9 Mrd. 57,7 Mrd. 28,1 Mrd. 45,6 Mrd.
Transistoren pro mm² 151 Mio. 110 Mio. 80 Mio. 121 Mio.

Die Compute Units legen massiv an Leistung zu

Im Fokus der Technikabteilung rund um RDNA 4 lagen die Compute Units, die AMD gegenüber RDNA 3 massiv umgebaut hat, um deren Leistung zu erhöhen. Erreicht hat dies AMD mit zwei verschiedenen Mitteln:

  1. Die FP32-ALUs takten nun deutlich höher als noch beim Vorgänger.
  2. Die ALUs sind auch pro Takt viel schneller geworden (IPC).

AMD nennt etwa 40 Prozent mehr Rasterizer-Geschwindigkeit für RDNA 4, wobei rund die Hälfte auf mehr Takt, die andere Hälfte aber auf mehr Performance pro Takt fallen soll. Bei der Raytracing-Leistung nennt AMD etwa 70 Prozent mehr Leistung, bei Machine Learning sind es sogar 100 Prozent Zuwachs.

Bei RDNA 4 nimmt AMD Raytracing ernster

Die zwei größten, wenn auch lange nicht einzigen Änderungen an den Compute Units finden sich beim Raytracing und den AI-Berechnungen wieder. Was Raytracing angeht, bleibt AMD bei seinem bis jetzt genutzten Aufbau. So gibt es nach wie vor keine separaten RT-Einheiten, auch RDNA 4 nutzt Hardware in den Textureinheiten, um RT-Berechnungen zu beschleunigen. Auch die BVH-Struktur wird weiterhin nicht von separater Hardware, sondern nach wie vor von den FP32-ALUs beschleunigt.

Im Vergleich zum Vorgänger kann die neue GPU nun aber eine doppelt so hohe Intersection Rate aufweisen, es kann also doppelt so schnell geprüft werden, ob der geschickte Strahl auf etwas trifft. Darüber hinaus arbeitet das Ray Traversal durch BVH8 anstatt BVH4 ebenso doppelt so schnell, da der Strahl pro Takt nun doppelt so tief in die BVH-Struktur eindringen kann.

AMD hat noch weitere Änderungen an der Raytracing-Integration vorgenommen. Mit Hilfe von Oriented Bounding Boxes zum Beispiel kann RDNA 4 die BVH-Struktur bei schräg im Raum platzierten Objekten in der Orientierung anpassen, was die Komplexität der Struktur deutlich reduzieren kann. Bis zu 10 Prozent mehr Performance kann dies je nach Objekt ergeben. Auch die Latenzen beim Speicherzugriff wurden deutlich reduziert, sodass wenn ein Strahl kein Ziel trifft, dies die Renderpipeline nicht unnötig blockiert – was noch einmal ein Stück mehr Geschwindigkeit bringen soll.

Deutlich mehr AI auch ohne separate Einheiten

Ebenso keine separaten Einheiten nutzt RDNA 4 für Machine Learning, die Matrizen-Berechnungen werden nach wie vor auf den gewöhnlichen FP32-Einheiten durchgeführt. Jedoch hat AMD die WMMA-Fähigkeiten von RDNA 4 massiv gegenüber RDNA 3 ausgebaut, deutlich mehr als RDNA 3 dies gegenüber RDNA 2 getan hat.

So werden sowohl die Leistung bei gleichem Datenformat erhöht als auch weitere Datenformate unterstützt. Mit FP16 und BF16 kann RDNA 4 pro Takt doppelt so viele Werte berechnen wie RDNA 3. Mit I8 und I4 sind es sogar vier Mal so viele Werte. Darüber hinaus kommen mit FP8 sowie BF8 zwei neue Datenformate hinzu, die RDNA 3 überhaupt nicht beschleunigen kann – und FP8 wird dabei gleich für FSR 4 Super Resolution genutzt. Und damit noch nicht genug: Mit RDNA 4 führt AMD auch „Sparsity“ ein, was unter gewissen Umständen die Geschwindigkeit sämtlicher Datenformate weiter verdoppeln kann.

Und das erhöht die AI-Leistung auf RDNA 4 entsprechend massiv. So nennt AMD für Stable Diffusion pro Compute Unit eine doppelt so hohe Performance auf der Radeon RX 9070 XT mit RDNA 4 im Vergleich zur Radeon RX 7900 XT mit RDNA 3.

Neue Video-Einheiten vor allem für geringe Bitraten

Wenig verwunderlich hat AMD bei RDNA 4 auch die Videoeinheiten überarbeitet. Die mit Abstand größte (und definitiv notwendige) Überarbeitung hat dabei der alte H.264-Codec erhalten, der nun qualitativ bei geringen Bitraten deutlich besser aussehen soll als noch auf RDNA 3, was vor allem bei Game-Streaming große Vorteile mit sich bringen soll. Eine um 25 Prozent gesteigerte Bildqualität nennt AMD hier.

Auch der HEVC- und der AV1-Codec soll durch die neuen Dual-Encoder-Einheiten schöner werden, 11 Prozent nennt AMD hier für HEVC. Der Datendurchsatz soll sich beim AV1-Codec verdoppelt haben. Auch das reine Abspielen von AV1-Videos soll nun besser beziehungsweise effizienter funktionieren. Maximal kann mit 8K80 en- und decodiert werden.

Die neue Video-Einheit
Die neue Video-Einheit (Bild: AMD)

Erster Eindruck, Tests bis 6. März

Halten AMDs neue Grafikkarten, was sie versprechen, und sind ab kommender Woche auch zu den genannten UVP verfügbar, hat AMD mit Radeon RX 9070 XT und Radeon RX 9070 potentiell starke Gegenspieler für GeForce RTX 5070 Ti und GeForce RTX 5070 in petto und die XT würde das Leistungsniveau der 7900 XTX, die es derzeit ab 900 Euro gibt, wirklich mehr Spielern zugänglich machen.

Wie deutlich sie Spieler überzeugen können, wird neben der Leistung ohne auch über die Leistung mit KI-Features (FSR 4) entschieden werden. Die Basis und die Preise scheinen erst einmal zu passen, den Rest müssen unabhängige Tests klären. Und wann kommen die?

Offiziell ist jetzt, dass beide neuen Grafikkarten am 6. März, also einen Tag nach der GeForce RTX 5070, auf den Markt kommen werden. Mit Tests ist also spätestens bis zum 6. März zu rechnen.

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10 Custom-Designs befinden sich bereits in der Redaktion
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ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von AMD unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.

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