Nach CPU-Preissenkungen: Core Ultra 7 265K & Ryzen 5 9600X sind jetzt empfehlenswert
Sollte man Intel Core Ultra 7 265K oder AMD Ryzen 5 9600X kaufen? Lieber nicht, hieß das Urteil zum Start im letzten Jahr. Doch nach Preissenkungen sind beide inzwischen in ihrer Klasse mehr als nur eine Überlegung wert. Der Core Ultra 7 nähert sich den 350 Euro, der Ryzen 5 der 200-Euro-Marke. Ein Preis-Leistungs-Überblick.
Preissenkungen bei Core Ultra und Ryzen 9000
Intel musste völlig zurecht viel Kritik zum Start von Intel Arrow Lake im Herbst 2024 einstecken. Selten zuvor war eine Plattform so unfertig, die Leistung am Ende nicht stimmig genug, weil oft nicht mehr oder gar weniger als beim Vorgänger herauskam – und natürlich waren die Neulinge viel teurer. Die von Intel nachgeschobenen (Microcode-)Updates brachten zwar keinen generellen Leistungsschub, bügelten aber zahlreiche gravierende Probleme aus. Und die Preise gingen zurück. Nicht nur bei Core Ultra, sondern auch bei Ryzen 9000 abseits der omnipräsenten High-End-Gaming-CPUs der X3D-Klasse.
Zwei CPUs stachen der Redaktion bei Tests weiterer kleinere Intel- und AMD-Prozessoren die letzten Tage besonders ins Auge: Der Core Ultra 7 265K und der Ryzen 5 9600X. Inzwischen haben beide für sich genommen eine Empfehlung verdient. Details zu den jeweiligen Prozessoren liefern die Artikel Intel Core Ultra 200S im Test: Core Ultra 9 285K, 7 265K & 5 245K enttäuschen effizient und Ryzen 5 9600X & Ryzen 7 9700X im Test: AMDs Single-Core-König und Effizienzmeister.
Preis-Leistungs-Ratings
Aktuelle Marktpreise
Preis-Leistung in Anwendungen
Preis-Leistung in Games
Der Core Ultra 7 265K ist empfehlenswert
Beim Intel Core Ultra 7 265K kommen dabei mehrere Faktoren zusammen. Ohnehin ist es schon immer die bessere Wahl gewesen, nicht das Flaggschiff zu kaufen, sondern ein Modell darunter, denn der Preisunterschied ist größer als der Leistungsunterschied. Aber der Core Ultra 7 265K ist über die letzten Monate auch deutlich im Preis gefallen. Der UVP von 429 Euro wird inzwischen klar unterboten.
Beim Intel Core Ultra 7 265K zum Flaggschiff Intel Core Ultra 9 285K bedeutet das aktuell ab 283 Euro zu ab 477 Euro – rund 250 Euro Unterschied. Oder anders herum: Der 285K kostet 70 Prozent mehr als der 265K.
Die Mehrleistung ist wie üblich nicht einmal ansatzweise in diesem Bereich zu finden. In Anwendungen sind es im besten Fall 15 Prozent, in der Regel weniger. Zum aktuellen Preis der Core Ultra 7 265K aber nicht nur günstiger als das Flaggschiff der neuen Arrow-Lake-Familie, auch der Intel Core i9-14900K aus der Vorgängergeneration kostet inzwischen fast 90 Euro mehr.
Ein Problem ist der Core Ultra 7 265K mit seinem Preis vor allem für viele AMD-CPUs. Die regulären Ryzen 9000 gelten (mit einer Ausnahme) nach wie vor als ziemlich teuer. Den Ryzen 9 9900X hat der Intel Core Ultra 7 nicht nur leistungsmäßig im Griff, er kostet auch 70 Euro weniger – ab 283 Euro zu ab 373 Euro.
Selbst der AMD Ryzen 7 9700X ist mit Preisen ab 277 Euro zu teuer, denn die Leistung gegenüber dem Intel Core Ultra 7 265K fällt hier in Anwendungen um bis zu ein Drittel ab, der Preisunterschied beträgt aber nur 15 Prozent. Bis zu 50 Prozent zusätzliche Leistung für nur 15 Prozent Aufpreis von einem Ryzen 7 9700X kommend und in Richtung Core Ultra 7 265K blickend nehmen dem 9700X rein bezogen auf Preis/Leistung den Status einer echten Alternative.
Aber nicht nur in Anwendungen kann sich der 265K mit seinem neuen Preis sehen lassen. Bezogen auf Preis-Leistung steht er auch in Spielen inzwischen gut da.
Ohne Frage, die AMD Ryzen 9000X3D bleiben die absoluten Gaming-Leistungs-König. Schon der AMD Ryzen 7 9800X3D ruft aber Preise ab 439 Euro auf. Das sind fast 50 Prozent mehr als ein Intel Core Ultra 7 265K ab 283 Euro. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist also auch in Spielen ein anderes.
Und der Vorgänger 7800X3D? Der ist inzwischen wieder besser ab 357 Euro verfügbar, hat als Gesamtpaket aber dasselbe Problem: In Spielen ist der Vorsprung gegenüber dem 265K mit rund acht Prozent überschaubar. In Anwendungen liegt der 265K aber gern über 60 Prozent vor dem 7800X3D. Bei einem auch hier deutlich geringeren Preis ist der bessere Allrounder und die aktuelle Empfehlung hier ganz klar der Intel-Prozessor.
Der AMD Ryzen 5 9600X ist empfehlenswert
Unterhalb der „Konkurrenten“ des Core Ultra 7 265K hat aber auch AMD inzwischen ein neues heißes Eisen im Feuer. Zum heimlichen Star in AMDs Aufgebot hat sich zuletzt der AMD Ryzen 5 9600X gemausert. Auch er ist deutlich im Preis gefallen und marschiert mit Preisen ab 192 Euro auf die 200-Euro-Marke zu und lässt ihn im Anwendungs-Preis-Leistungs-Rating auf den 2. Platz hinter den 265K klettern.
Dass der 265K für deutlich höhere 360 Euro in dem Rating noch vor dem knapp 210 Euro teuren 9600X rangiert, ist durchaus selten, traditionell liegen günstigere CPUs in so einer Betrachtung immer vorn, da sie verhältnismäßig viel Leistung für kleines Geld liefern. Ältere CPUs wie der AMD Ryzen 5 7500F oder Intel Core i5-14400F zeigen das auch. Der 265K ist in diesem Umfeld aktuell eine echte Ausnahme.
Und was ist in Spielen? Der Star in der Betrachtung bester Preis für gebotene FPS ist auch hier der AMD Ryzen 5 9600X. Zu aktuellen Preisen ab 192 Euro hat er keine Konkurrenz mehr, respektive nur die 7600er aus gleichem Hause. Intels Gegenspieler sind noch zu teuer und leisten nicht mehr. Mehr zu den kleineren Arrow Lake in Kürze.
Sockel AM5 vs. Sockel LGA 1851: die Plattformfrage
Ein letzter Punkt in der Betrachtung der CPU-Preis-Leistungs-Bilanz ist, zumindest wenn auch das Mainboard gewechselt werden muss, die zugrunde liegende Plattform, die auch in der ComputerBase-Community stets für Diskussionen sorgt.
Arrow Lake-S hat mit dem Sockel LGA 1851 und den 800er-Chipsätzen den etwas neueren Unterbau als AMD, wo die auf dem Promontory-21-Chipsatz basierenden Lösungen schon einige Jahre auf dem Buckel haben. Daraus machen die Partner in der Regel zwar das beste und rüsten auch diese beispielsweise mit WiFi 7 aus, sichtbar wird das Alter aber bei schnellen USB-Anschlüssen mit 20 oder 40 Gbits, die AMDs Plattform auch aktuell nur in der X-Klasse über einen Zusatzchip (USB 4) bietet. Thunderbolt als „das beste USB 4“ bietet AMDs Plattform nur in absoluten Ausnahmen per Add-In-Board. Ein Dauerbrennerthema ist dabei die Verteilung der PCIe-Lanes, dem sich Jan und Fabian kürzlich in einem Podcast gestellt haben.
Den Vorteil der etwas modernen Plattform verbucht letztlich Intel, die Frage der Fragen ist in diesem Fall dafür: Wie langlebig ist der Sockel? Einen Refresh von Arrow Lake wird er dieses und nächstes Jahr sehen, aber dann könnte in typischer Intel-Manier auch ganz schnell Schluss sein. Bei AMD gilt ein langlebiger Sockel als gesetzt, selbst wenn dieser in den letzten Jahren nur noch ältere Refresh-CPUs erhält so wie der Sockel AM4.
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