da werf ich gleich noch die unzähligen toten der kolonisierung aller möglicher kontinente in die waagschale.
Es ging um keinen Vergleich, es ging darum, dass in der Sowjetunion auch direkt nach dem Krieg Menschen unterdrückt und getötet wurden, vom "eigenen Land" sozusagen. Das ist kein Vergleich und keine Rechtfertigung, es zeigt nur, dass zu diesen Tagen eben nicht alles ok war um es gelinde auszudrücken.
Und da hast du vollkommen Recht. Eine Gräueltat wird nicht durch andere aufgewogen etc. Aber es sind eben wie du sagst durch die Kolonisierung und "Bekehrung" anderer Menschen in die "Zivilisation" so viele gestorben, da kräht heute tatsächlich kein Hahn mehr nach. Frag die übergebliebenen Indianer bzw. für mich Amerikaner. Oder die Australier, für mich Engländer.... Das ist nicht vergessen, es wird nur mit einem Augenzwinkern weggetan. Aber die heutige Generation kann da nichts dafür. Ebenso die Kämpfe der Menschen afrikanischer Abstammung(bin mir nicht sicher wie ich es politisch korrekt ausdrücken soll) um Gleichberechtigung. Das alles sollte man nicht unter den Teppich kehren, aber das begegnet mir doch nicht im Alltag oder? Wenn ich jemanden sehe, der Anders ist, denke ich doch nicht direkt an irgendwelche Massengräber oder Tote, sondern ich sehe einfach nur eine weitere Person.
Von daher halte ich es einfach für übertrieben hunderte von Gedenktagen zu halten, heute für die getöteten Sowjetische Bevölkerung, morgen für die Menschen jüdischer Abstammung, übermorgen für die Polen (die werden meist kaum erwähnt), dann die Indianer, die Franzosen, die ..... Die Liste ist endlos. Und daher für mich nicht von Belang. Wichtig ist doch, dass wir uns diese Werte ins Gedächtnis einprägen und direkt sagen: Krieg? Ne, Krieg ist keine Lösung.
Wer daran erst noch mit einem Gedenktag aufgerüttelt werden muss, der versteht es sowieso nicht.