Altenpflege - Kann das so noch weiter gehen?

Tja, man sollte viele Dinge nicht auf ökonomische Gesichtspunkte reduzieren. Oft wirkt das bezogen auf einen Einzelnen sehr hässlich, unmenschlich und unethisch. Eines ist sicherlich klar: Kein Mensch will eine herzlose Altenheim-Maschinerie, vollautomatisiert und skriptgesteuert. Aber auch Altenpflege kann man als wirtschaftliche Dienstleistung sehen, bei der knappe Ressourcen (die Zeit des Personals und dessen Bezahlung) den größtmöglichen Gewinn versprechen sollen. Das Ziel ist dabei eine gleichmäßig (gute) Versorgung.
Laut Wikipedia kostet die durchschnittliche Verpflegung eines pflegebedürftigen Menschen 2700€. Dem Staat kostet ein Hartz4'ler grob überschlagen 700€, die Durchschnittsrente liegt sehr grob bei 1100€ und ein Schüler kostet etwa 4600€ pro Jahr.
Es gibt schon eine Reihe von Überlegungen das Pflegesystem zu optimieren. Dazu gehören vollautomatische Betten, die die Patienten selbstständig wenden können, mit Essen versorgen und Vorrichtungen für die Ausscheidungen bieten. Wenn das wirklich Marktreife erlangen könnte, wäre vielleicht möglich, die Massen aus dem Babyboom der 60er und die zusätzlichen Alten bis 2050 aufzunehmen, ohne mehr Personal einstellen zu müssen.
Wenn du die Alternative zum "Sklave der Ökonomie" sehen willst, reicht ein Blick in Staaten mit einem BIP pro Kopf unter 5000$. Wer da im Alter hat, leistet sich jemanden, der ihn bis zum Tod unterstützt. Die anderen arrangieren sich mit Kindern (wenn sie welche haben) oder sterben mangels medizinischer Hilfe sowieso früher.

keshkau: Das ist leider nur kurzfristig sinnvoll. Der FSJ'ler geht ein ganzes Jahr später in den Beruf und der Ausfall an Steuern und Mehrwertsteuer fehlt dann wiederum.
 
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Keshkau,

was hältst Du von einer "Zwangsrekrutierung" von Aushilfs - Pflegekräften ?

Meinst Du, dass das den Pflegebedürftigen gerecht werden kann ?

Oder ist das lediglich Deine Einschätzung, wie diese finanzielle Geschichte geregelt werden wird ?
 
Aha, da scheine ich jemanden aus der Reserve gelockt zu haben. :D So mag ich das!

Die von mir angesprochene "Zwangsrekrutierung" ist zunächst einmal als spontaner Gedanke zu werten. Außerdem bedeutet das nicht zwingend, dass man die Hilfskräfte unmittelbar auf die zu pflegenden Menschen loslässt. In einem Altenheim bzw. auf einer Pflegestation fallen viele Arbeiten im Hintergrund an, die nicht unmittelbar mit den Bedürftigen zu tun haben.

Aber der Kollege extasy, auf den mein Kommentar abzielte, weiß das schon richtig einzuschätzen. Und wenn er gegenteiliger Meinung sein sollte - was ich mal schwer hoffe -, dann wird er mich das über die offiziellen bzw. inoffiziellen Kanäle wissen lassen. :)

Für mich stand bei dieser Überlegung die Kosteneindämmung im Vordergrund.
 
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Mir ist grad eine kleine Serie von Spiegel Online aufgefallen. Die Länder darin sind Österreich, Frankreich, Norwegen, Polen, Indien, China und Russland - also die ganze Palette, wie eine Pflege überhaupt aussehen kann.
Kleine kommentierte Zusammenfassung, damit man mal sieht, wie luxuriös das System hier ist.

In Russland wurde das Problem der steigenden Kosten dadurch gelöst, das man nicht mehr die Pflegekräfte bezahlt, die zu den Leuten nach Hause kommen, sondern einen Pauschalbetrag abgibt, der unter den tatsächlichen Kosten liegt. Dort wird es der Familie überlassen, sich um ihre Angehörigen zu kümmern und staatliche Hilfe dafür gibt's auch nicht. Wer also keine Familie hat, der ist echt angeschissen und kann eigentlich nur noch sterben.

China hat kein staatliches Pflegesystem. Wenn Ältere Hilfe brauchen, sind sie auf Familie oder Nachbarn angewiesen. Interessant ist die Angabe, dass es dort nur 40.000 Pflege- und Altenheime gibt, und das bei einer Einwohnerzahl von über 1.400.000.000. Die meisten haben allerdings weder Renten- noch Krankenversicherung. Auf die Älteren lasstet also ein massiver Druck, wenn sie krank werden und die Familie einspringen muss.

Ähnlich läuft es in Indien ab. Ebenso kaum Pflegeheime, keine Renten-, Kranken- oder Pflegeversicherung. Die Alten werden von ihren Kindern gepflegt - oder auch nicht.

In Polen reicht die durchschnittliche Rente (ca. 320€) im Bedarfsfall nicht aus, um die örtlichen Pfleger(innen) zu bezahlen, aber billige Arbeitskräfte aus dem Ausland springen in die Nische. Der Staat übernimmt nicht die Kosten für ein Pflegeheim, die bei 500€ liegen.

In Norwegen werden die Kosten für einen Platz im Pflegeheim zu einem Teil vom Staat getragen, während man versucht, die Menschen so lange wie möglich (alleine) zu Hause zu lassen - wo sie natürlich nur die Rente kosten. Plätze gibt es nicht für jeden, wer keinen findet, muss selbst zurecht kommen.

Frankreich hat traditionell eine relativ gute Pflege- und Altenversorgung. Der Staat steuert maximal 1200€/Monat für Personen bei, die Hilfe im Haushalt benötigen, dazu kommt noch die Rente.
 
@keshkau
ja leider wird die Pflege bereits nach Ökonomische Gesichtspunkten verrichtet. Ich sehe das ja bereits in vielen Einrichtungen.

Ein verpflichtendes soziales Jahr hätte schon etwas. Ich meine nämlich durchaus das die Wehrpflicht für Männer einem sozialen Jahr für Männer und Frauen weichen sollte. Dabei könnten Heranwachsende die Gelegenheit bekommen eine soziale Kompetenz zu entwickeln oder auch auszubauen. Das soll professionelle Pflege natürlich nicht ersetzten, jedoch die viele Routinearbeit im Hintergrund abnehmen oder erleichtern. Ich finde das dieses eine durchaus diskussionswürdige Idee ist.
 
Najo extasy ich finde ein verpflichtendes Jahr als Zwang aber nicht gerade brilliant.

Nicht jeder kann und will diese Berufssparte und wenn wir mal ehrlich sind sind manche Menschen auch vor der Maschine z.B. besser aufgehoben als an nem Menschen.
 
Diesen Gedanken habe ich ja oben mal in die Diskussion eingebracht. Du kannst auch sagen: Nicht jeder will gerne zur Bundeswehr oder Ersatzdienst leisten. Aber kaum jemand wird gefragt. Es muss nicht darauf hinauslaufen, dass diesen Leuten die eigentliche Krankenpflege aufbürdet wird, für die sie nicht ausgebildet sind.

Krankenpfleger sind mit zahlreichen Tätigkeiten belastet, die wenig mit der direkten Arbeit am Menschen zu tun haben. Es geht um Bereiche wie Wäsche, Küche, Transporte, Papierkram, Organisation. Eine personelle Aufstockung zu geringen Kosten (vergleichbar der Wehrpflicht) dürfte die Pfleger entlasten. So könnte man den Pflegebereich ausbauen oder die Qualität der Pflege verbessern.

Momentan wird darauf wenig Wert gelegt, weil es entweder nicht genug Krankenpfleger gibt oder weil die Sache zu teuer wäre. Ich behaupte nicht, dass ein verpflichtendes soziales Jahr alle Probleme lösen könnte. Es geht vielmehr darum, grundsätzlich über Alternativen zur jetzigen Praxis nachzudenken.
 
Die Lösung: Statt junge, unmotivierte Männer einzuziehen, die einen Bruchteil eines echten Pflegers kosten, nehmen wir in Zukunft... die Rentner! Jawohl, denn dank immer besserer medizinischer Versorgung gibt es bereits einige 65 jährige die immer noch ganz gut in Form sind und ihren Kollegen noch das eine oder andere helfen können.
Das kostet gar nichts (den die kriegen ja Rente), das verschafft Bewegung UND schafft mehr Menschlichkeit in einer allzu düsteren Pflegewelt :D
Das Zwangseinziehung beginnt ab dem 65. Lebensjahr, bezieht sich auf Männer und Frauen und endet etwa mit Beginn des 80. Lebensjahres.
 
"Krankenpfleger sind mit zahlreichen Tätigkeiten belastet, die wenig mit der direkten Arbeit am Menschen zu tun haben. Es geht um Bereiche wie Wäsche, Küche, Transporte, Papierkram, Organisation. Eine personelle Aufstockung zu geringen Kosten (vergleichbar der Wehrpflicht) dürfte die Pfleger entlasten. So könnte man den Pflegebereich ausbauen oder die Qualität der Pflege verbessern."

Nennt man auch Zivildienst. Sorry aber was willst du uns Pflegern grossartig abnehmen lassen von nem ungelernten 16 Jährigen der lieber den Schwestern hinterherguckt als zu arbeiten. Nicht so das ich das nicht auch mache. :)

Also in die Pflege schicken würde ich die nicht. Da gibts dann so dolle Aufgaben wie die Fäkalienspüle mit der Zahnbürste zu putzen. Und es gibt ja ein Freiwilliges Soziales Jahr habe ich ja auch gemacht, ob du dann aber auch wirklich vom ersten Tag an das Personal entlasten kannst oder nicht mehr aufhälst ist au so ne Frage.


"Die Lösung: Statt junge, unmotivierte Männer einzuziehen, die einen Bruchteil eines echten Pflegers kosten, nehmen wir in Zukunft... die Rentner! Jawohl, denn dank immer besserer medizinischer Versorgung gibt es bereits einige 65 jährige die immer noch ganz gut in Form sind und ihren Kollegen noch das eine oder andere helfen können.
Das kostet gar nichts (den die kriegen ja Rente), das verschafft Bewegung UND schafft mehr Menschlichkeit in einer allzu düsteren Pflegewelt
Das Zwangseinziehung beginnt ab dem 65. Lebensjahr, bezieht sich auf Männer und Frauen und endet etwa mit Beginn des 80. Lebensjahres."


Du wirst es mir nicht glauben aber auf den ähnlichen Gedanken sind schon mehr Leute gekommen zwar nicht in Deutschland und auch nicht unter Pflicht aber solche Modelle gibt es durchaus.
 
Das mit der personellen Aufstockung von angelerntern und ungelernten Leuten in Krankenhäuser und Altenheimen ist schon länger in Planung und wird wohl bald in die Tat umgesetzt werden.

Das größte Problem ist aber die Lobby die der Pflege im Weg steht.

Leute wie der Ärtzliche Leiter der Universitätsklinik Frankfurt "Eine Examinierte Kraft pro Station ist ausreichend" oder die Leiter der großen privaten "Ketten" wie z.b. das Rhön-Klinikum sind sehr Einflussreich und nutzen die derzeitige Debatte um Einsparungspotenzial in der Pflege aus.

Ich weiß aus einem Lehrgang, den ich zur Zeit besuche das gerade in Privatkliniken neue Berufe entstehen um alte und teure Berufe allmählich abschaffen oder wenigsten reduzieren zu können.

ATA z.b.: Anästhetisie-Technischer Assistent ein Beruf mit drei Ausbildungsjahren, Mittlerer Abschluss, nach Beendigung der Ausbildung in der Lage Paralellnarkosen durchzuführen wenn ein Anästhesist in der Nähe ist.

Momentan soll die Krankenschwester bzw. der Krankenpfleger neue Aufgabengebiete erhalten: ANP (Advanced Nurcing Practise). Eine Pflegekraft (Primary Nurce; hat nichts mit dem Amerikanischen Primary Nurcing zu tun!) ist alleine für mehrer Patienten zuständig/verantwortlich. Nach Ende der Schicht oder bei Urlaub oder Frei übernimmt die Associated Nurce die Verantwortung.

Effekt: Stelleneinsparungen, da das System jetzt schon besteht, nur mit mehr Personal. Das wird allerdings in keinster Weise die Qualität fördern.

Damit an die Presse gehen, wird überhaupt nichts bringen, weil selbst in Krankenhäusern der Verwaltungschef mittlerweile mehr zu sagen hat als die Pflegedirektion oder der Ärztliche Direktor. In Fachmagazinen (z.b D&W) werden Pflegesysteme wie ANP angepriesen und die breite Öffentlichkeit bekommt selbst bei aktuellen Skandalen wie die jetzige Ärtzepfusch-Geschichte von unserer Gesundheitsministerin nicht zu hören das das an der niedrigen Personaldecke liegt.

Wir haben jetzt aktuell schon in Krankenhäusern Fälle von gefährlicher Pflege, die von der Verwaltung gedeckt wird, wie z.b. der Skandal mit den Salmonellen in der Küche der Fuldaer Krankenhauses. Früher wären solche Häuser geschlossen worden, aber da es im Umland keine weiteren Krankenhäuser gibt rollen ein paar Köpfe und das wars.
 
Naja Dumm und Duselig verdienen die sich ganz sicher nicht. Dürfen sie auch gar nicht das is ein Sozialer Träger. Ich galube du hattest nicht viel Einblick in das Managment eines Heims.


ich habe zahlen gesehen und die Ausgaben und was wirklich auf dem Teller Landetete,
während Manager mit Krawatten schleim zum Frühstück Mittag und Abend essen,
mit Gold besteck bedient wurden, waren die heim bewohner immer noch am hungern.
es waren 2 Heime und in beiden Fällen wurden diese später auch geschlossen lange her aber asoziale Verhältnisse.

Naja das bist du ja selber schuld wenn du es Blind machst uind eigentlich keine Ahnung von S.C. Injektionen hast. Wenn was ist bist du dran und das zurecht, nein sagen soll da helfen.

Ich hatte meiner Erfahrung, bzw. ich habe mich bemüht und konnte recht gut damit umgehen,
aber wenn ich mir vorstelle wievielte andere die es nicht konnten bzw.
die Gefahr das einer dabei drauf geht im schlimmsten Fall.

P.S. Mein Anwalt weiß wer im Schadensfall zahlen würde


Jo so Fälle gibt es immer wieder und kommen leider in den besten Häusern vor. Sowas entsteht aber leider meistens aus Zeit- und Geldmangel. Zudem wird sowas des öfteren durch die Leitung angeordnet.

Leitung fristlos entlassen, heim zu machen basta.
Ich habe damals schon im Alter von 21 Jahren,
meinen Mund aufgemacht und bestimmte Sachen nicht gemacht und werde es so weiter machen bis ich sterbe.
Es kann nicht sein das man MENSCHEN WIE DRECK behandelt nur weil es die LEITUNG SO WILL.
Bzw das System oder wer ist daran schuld?
Nehmen wir an deine Mutter/ Vater würde so behandelt werden oder ein MENSCH der dir sehr nahe liegt,
ihn liebst Oma & Opa ect… sind ja meistens die oder?! lool :D

Also was ich machen würde?! ***zensiert*** musste ich machen
Ähnlich diesen kranken schwach köpfen die im Gammelfleisch Skandal, verpestetes Fleisch abwuschen und weiterverarbeitet haben, weil die LEITUNG es so wollte.
Diese Leitung hätte ich persönlich durch den Fleischwolf gezogen
Das Leuchtet doch ein oder? Wer mir das essen versaut der sollte den Planeten hier schnellstens verlassen und das gilt auch für die Behandlung alter bzw. schwacher Menschen die so gequellt werden. Oder hab ich unrecht!? Also warum wird das nicht unterbunden?

Warum labert man sich in solchen Themen dumm und dämlich?
Wir regen uns auf wenn eine Mutter/Vater ihr kind halbtot schlägt oder misshandelt, aber wenn es darum geht Altenpflege wie die Verhältnisse da drin sind oh nein alles nur Gaffer. RESPECKT den Menschen die da leben das sollte man ihnen geben. Man sagt sie seien wie Kinder, aber ich bitte sie sowas darf man nicht sagen , ehrlich? Sag mal Angela Merkel sie sei ein Kind oder Kohl wasn währe dann los? Nur weil die Menschen im heim keine prominenten sind oder eventuell keine Persönlichkeit? Sicher haben sie diese, DOCH wurde kaum etwas gemacht.

Es sind nicht alle Heime so drauf, aber es gibt sie und erst wenn ALLE RESPECKT geben und ihr Maul aufmachen und sagen nein so nicht, wenn der Opa jetzt schlafen oder seine Ruhe haben will dann IST DAS SO. Und nicht weil die heimleitung ihre kosten senken oder steigern will.

Und ich hab gesehen wer sich was eingesteckt hat. Man da kommt mir alles wieder hoch, echt.. nicht persönlich nehmen aber was ich da gesehen habe du was ich so höre bzw. sehe das ist echt krank.

Schulde dem Staat 1 cent dein ganzes Leben ist nur noch Dreck wert, aber wenn es darum geht diese Verhältnisse zu ändern , alda chill mal take it easy


Würde Pfff, da sitzen doch meistens eh nur Kaufmänner an der Spitze die 0 Ahnung haben. Sowas dürfte auch nicht sein das sollte dringensd geändert werden.

NEIN es Muss ABER WANN? und warum nicht schon längst?

genau die>>> Kaufmänner absolute Nieten

Was währe wenn ihr mal im Heim landet und bekommt solche Behandlungen bzw.
die Verhältnisse mit am eigenen Leib zu spüren oder Psyche!?

Erst wenn ihr da drin seit bzw. liegt erst dann werdet ihr begreifen was es bedeutet schwach zu sein und wie eine Sache behandelt zu werden, die lügen die dummen Sprüche, mach mal ei ei ei und is dein Süppchen auf Jonny, dann bekommst du nene loli mach ei ei ei und der John dem werden die Gesichtszüge immer ernster und seien Augen rot vor wut er ist sauer er ist am Bett fixiert und der Pfleger sagt zu ihm mach ei ei ei is dein Süppchen dann machste heija und John

( ihr wisst wozu er fähig ist…. na wer ist der Opa?!)

Erst dann werdet ihr verstehen wenn man selber da liegt,
jeder wird diesem weg gehen wenn er alt wird und
ob auf der Straße in der Familie oder im Heim über all nur Respektlosigkeit.

Nicht alle Mitarbeiter sind schlecht und nicht alle heime,
es hat sich sicher vieles verändert und getan aber es gibt immer noch diesen dreck und der muss weg.

2006
 
So, gut das das raus ist, was 2006? *g*

Eine Alternative, die mir gerade eingefallen ist, ist natürlich die totale Privatisierung von Alten- und Pflegeheimen. Grundsätzlich wirtschaften private Betriebe trotz Gewinnabsicht effizienter als staatliche. Der Staat könnte für jede Person, die dieses Heim übernimmt, einen bestimmten Pauschalbetrag abhängig von der Schwere einer Erkrankung.
Dazu freie Auswahl des Heimes (ist das jetzt schon so?) und mehr Konkurrenz zwischen den einzelnen Heimen- und Heimketten sowieso unter den Patienten um die besten Plätze.
Unangekündigte staatliche Inspektionen und eine einheitliche Behörde, die Beschwerden und Bemerkungen entgegen nimmt, runden das ganze ab.
 
Zum Glück gibt es noch Heime die nicht privatisiert sind.

Heime die Privaten Stiften angehören sind meist einer gGmbH oder gar einer AG angegliedert mit dem Sinn Geld zu erwirtschaften. Jetzt ist die Frage ob es Sinn macht das die Versorgung Alter und Kranken wirklich Gewinn bringen sollte. Es muss Wirtschaftlich gearbeitet werden, keine Frage aber Private Häuser verschlimmern die Lage nur.

Um Geld zu sparen wird gut ausgebildetes Personal (Facharbeiter) eingespart und die Pflege weitestgehend Ungelernten Arbeitern überlassen denen allerdings die nötige Erfahrung und das Hintergrundwissen fehlt. So werde Pflegebedürftige nicht richtig gewaschen, nicht oft genug gelagert so das Druckgeschwüre (Dekubiti) entstehen, durch Fehler bei der Mobilisation kommt es von Bettstürzen bis hin zum Auskugeln Hüftgelenkes. Ich denke nicht das ich belegen muss das gut ausgebildetes (und motiviertes) Personal das einem vernünftigen Verhältnis zwischen Arbeitsanfall und Personalstärke steht höhere Arbeitsqualität liefern würde.

Das Problem liegt eindeutig an der Gesundheitspolitik und den Einsparungen der Krankenkassen.

Mir ist natürlich klar das man das Geld nicht aus dem Fenster werfen kann, vor allem wenn keins da ist. Nichts für Ungut, aber ich finde es schon fast pervers aus Alten und Kranken noch Profit schlagen zu wollen.
 
Wenn Alte in PRivatheimen nicht richtig gepflegt werden, heißt das nicht, das es in Staatlichen anders ist.

Aber eines ist doch klar: Wenn ein Betrieb vom Staat verwaltet wird, läuft er absolut ineffizient. Behörden gelten als inflexibel und starr.
Der Sinn dahinter ist, das wenn ein Betrieb Konkurrenz ausgesetzt ist, dann ist er gezwungen, Kosten und Preise zu senken - das kommt den Kunden zu Gute. Man kann das auf fast alle Bereiche ausweiten, außer vielleicht Wasser- und Stromversorgung.

Als erstes werden die Gehälter beim Personal gekürzt und man kann dadurch entweder mehr Kräfte einstellen und mehr Menschen versorgen oder die Preise für den Endkunden senken. In der Praxis wird beides vorkommen, je nachdem wie luxuriös die Ausstattung ist und wieviel Geld der Kunde extra bezahlen will.
Die Kürzungen beim Personal werden wahrscheinlich kein Problem sein, da Alterspflege bei der Demographie wahrscheinlich ein bombensicherer Job ist.
Wenn sich damit Geld verdienen lässt, machen mehr Heime auf, das senkt die Preise weiter - ein Markt für Pflege entsteht. Die Margen für die Inhaber werden sinken und damit die Kosten für unser Gesundheitssystem.
 
Von der Logik her gebe ich dir Recht, in der Praxis sieht es leider anders aus.

In den Altenheimen wird jetzt schon mit einer Ausgebildeten Kraft und ein oder zwei Hilfskräften 40-50 zu Pflegende versorgen müssen.

Trotz des Demografischen Wandels sind 50.000 Pflegekräfte abgebaut worden - Tendenz steigend. Private Einrichtungen sparen an Qualifizierten Personal in Küche, Putzfrau und schlussendlich Altenpflege. Billigarbeiter die nicht ausreichend auf die Bedürfnisse der Patienten eingehen (können - jetzt ganz Wertfrei) schon alleine wegen dem Zeitdruck.

Ich bin selbst in der Krankenpflege beschäftigt und weiß wie der Hase läuft ;)

So kommt es zu den "Skandalen" die man regelmäßig in den Zeitungen ließt, aber die Ursache wird verwischt und es Rollen Köpfe an der falschen Stelle.

Es ist ein Fakt, der nicht von der Hand zu weisen wird. Im momentanen System und vor allem durch die Privatisierung verschlimmern sich die Zustände zusehends. Und das sage ich nicht nur weil ich um meinen Job Angst habe es ist leider traurige Realität.

Drei Pflegende auf 40 Patienten das geht nicht mal im Akutkrankenhaus, wo es eigentlich nur um Akutversorgung geht und der Augenmerk nicht auf der reinen Grundpflege liegt und mehr Behandlungspflege gemacht wird. Häuser, die ihre Patienten rein Grundpflegemäßig versorgen benötigen viel mehr Zeit pro Patient für eben diese Tätigkeiten, aber das fehlt das Personal.

Und noch mal: Der heftige Stellenabbau ist schon lange passiert, durch Private Häuser wird die Lage nur weiter verschärft.
 
Gut, du bist also Insider. Soll das heißen, dass es in Sachen Pflege und Altenbetreuung kein Verbesserungspotential mehr gibt? Es gibt doch überall technischen und gesellschaftlichen Fortschritt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Heime schon so am Limit arbeiten.
Und zwar deswegen nicht, weil der einzelne Pfleger und einzelne Manager doch gar kein Bedürfnis haben, so richtig Gas zu geben. Das Geld bleibt gleich, die Leute danken einem nicht und am Ende kommt nix bei rum.
 
so Gutes Morgen

@ Odium So, gut das das raus ist, was 2006? *g*

YEEES :D


also da ich nachts so einiges zu tun habe und nicht schlafen kann,
sah ich eben rtl news wasn hab ich da gesehen zufall:rolleyes:

1x das
http://www.hwelt.de/c/content/view/842/38/

1 x das
http://www.bild.de/BILD/news/vermis...en/in-altersheimen-behandelt,geo=3907146.html

1 x das
http://www.hwelt.de/c/content/view/840/38/

hätte ich ja auch geschrieben das Buch aber meine rechtschreibung und so ne :freak:

bin mal gespannt was daraus wird und vor allem was es bewirkt.

Mieses Essen für die Bewohner, Hummer für die Bosse:
das errinert mich sehr stark an 2 FETTE Heilige die ich so gerne aufs maul ....

Ich weiß SEHR GENAU wovon ich rede und was ich gesehen und erlebt habe.

und ich habe wie gesagt erst jetzt vor ca 20 minuten den beitrag gesehen und hier die links gelesen.

Ehrlich!? bei mir im heim würde so etwas nicht geben,
es krank von der politik und der geselschaft das man soetwas seit JAHREN zulässt.


Das muss man sich vorstellen: Wir lassen unsere Eltern und Großeltern am Ende ihres Lebens hungern. Wir brauchen dringend eine Debatte über die Würde des zu Ende gehenden Lebens.


ist das nicht asozial krank?


:rolleyes:
ihr wisst wozu er fähig ist…
er ist eine kriegslegende
ihr kennt seinen namen
na wer ist der Opa?!:D
wehe dem pfelger wenn er ihn so pflegen würde :evillol:

2006
 
Odium schrieb:
Soll das heißen, dass es in Sachen Pflege und Altenbetreuung kein Verbesserungspotential mehr gibt? Es gibt doch überall technischen und gesellschaftlichen Fortschritt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Heime schon so am Limit arbeiten.

Nein ganz so schlimm ist es derzeit tatsächlich noch nicht. Es gibt überall "Sklaventreiberbetriebe" und Schwarze Schafe, in der Altenpflege genau so viele oder so wenige wie sonst überall auch.

Aber technischer Fortschritt bringt der Pflege an sich wenig, da ein großer Teil auch derselben eher emotional ist. Das heißt es werden zwar die physischen Bedürfnisse befriedigend gedeckt, die Emotionale Ebene ist meist leider verkümmert.

Aus meiner Sicht als Facharbeiter gibt es natürlich nur einen Weg: Wieder mehr Gelder investierten. Wir müssen uns klar werden ob Deutschland weiterhin ein Sozialstaat bleiben soll oder ob solche Sachen in Zukunft mit Geld aus der eigenen Tasche abgedeckt werden müssen.

Grundsätzlich hast du aber den Knackpunkt schon angeschrieben: Der Demografische Wandel. Wo keine Gelder sind können keine ausgeschüttet werden. Die Lösung wird wohl eine Mischung aus deinen Vorschlägen und Einbeziehung der Familien der zu Versorgenden sein. Außerdem wird es wohl neue Berufe in der Pflege geben.

Aber die ultimative Lösung ist bisher niemanden eingefallen.
 
Also mehr Geld investieren geht ja schonmal gar nicht, außer die Patienten selbst werden mehr. Das wäre ja Rückschritt. Mehr Geld wäre ja in erster Linie größere Gebäude, mehr Platz ,mehr Personal. Aber genau das ist ja der Punkt. Mir fällt nur ein automatisches Bett und Roboter ein, die die physische Pflege übernehmen würden - ähnlich so wie Schweißroboter in den Fabriken.

Vom emotionalen will ich gar nicht sprechen. Ich weiß gar nicht, ob das überhaupt Aufgabe der Pfleger sein sollte. Der Vergleich hinkt zwar, aber an der Uni, im Geschäft oder sonstwo kräht auch kein Hahn danach, ob man glücklich ist oder nicht. Man muss sich selbst drum kümmern, selbstständig Kontakte zu anderen pflegen. Dazu sollten ältere Menschen auch noch in der Lage sein, wenn sie denn wollen.
Für mich ist das optional, soll heißen, dass Freundlichkeit und Höflichkeit nett wären, aber nicht unbedingt notwendig, wenn das Geld alle ist.
 
Die Menschen die Pflegebedüftig sind können sicherlich keine Kontakte knüpfen geschweige denn alte Kontakte halten, da sie ja Bettlägerig sind und das Zimmer nicht verlassen können. So einfach ist das nicht.

Und du kannst eine Metzgerei nicht mit einer Pflegeeinrichtung vergleichen. Wenn das Optional sein soll und Automaten oder Roboter die Versorgung übernehmen sage ich jetzt schon mal Gute Nacht schönes Deutschland - tut mir leid aber ich kann mir nicht vorstellen das du wirklich willst das Alte Menschen keinerlei menschliche Zuwendung mehr erhalten sollen. Wer ist es der Nachts nach den Leuten sieht? Wer ist Morgens, Mittags und Abends da? Sicherlich keine Maschinen. Wenn du genug Ehrenamtliche Zusammentrommeln kannst könnte das funktionieren aber die Arbeit macht keiner für umsonst oder weniger Geld, das ist richtig harte Arbeit und das in drei Schichten an Wochenden und Sonn- und Feiertagen. So wie du es vorschlägst widerspricht das allem was ich in meiner Ausbildung gelernt habe.

Nix für Ungut, aber das ist keine befriedigende Lösung.

Gruß

Zedar
 
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