Angst(liste)

_ziLLa_

Ensign
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Sep. 2004
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Als ich eben im Auto gefahren bin und dabei Radio hörte, hörte ich einen Satz unseres Finanzministers
„Uns Deutschen geht offenbar die Fähigkeit ab, Entwicklungen zu entdramatisieren, sie mit kühlerem Kopf zu analysieren, Balance im Urteil und Vorgehen zu finden, statt sofort ´worst case´-Szenarien zu entwerfen, die mit schöner Regelmäßigkeit im günstigsten Fall zum Untergang des Abendlandes führen.“

Dieses Zitat brachte mich auf die Idee mal eine kleine Liste zusammen zustellen von Ereignissen, die nach mehrheitlicher Auffassung, zum Untergang unserer Gesellschaft führen.

-Globale Erwärmung oder einfach Klima Katastrophe
-Muslimische Terroristen
-Kalter Krieg
-Iranische Atombombe
-Öl Preis
-Zusammenbrechen der Wirtschaft
-Verwahrlosung der Gesellschaft
-Parallel Gesellschaft
-Gewalttätigen Jugendlichen
-Datensammlungen, sei es Herr Schäuble oder Google
-Politikern
-Armut
-(Medien die uns manipulieren)

Mit mehrheitlicher Meinung meine ich die Auffassung die uns die Medien suggerieren. Anders definiert, Auffassungen auf die man jeden ansprechen kann weil jeder davon schon mal gehört hat. Also auch ne gute liste um nen Gespräch anzufangen ;).

Ich will mit diesem Thema keine Diskussion über eines der Themen anfangen, sie sind eh schon alle im Forum vertreten, sondern wollt einfach mal nen paar Gedanken von anderen zu der Liste hören, oder Tatsache das Weltuntergang gerade in Deutschland sich so gut verkauft.
 
Vielleicht gibt es einen Zusammenhang zwischen der Entwicklung und dem Reichtum einer Nation und seiner Stimmung in der Bevölkerung. Wir leben auf einem hohen Niveau und wer hoch fliegt, fällt auch tief.
Deutsche gelten auch als kühl und präzise, manchmal auch als rational und so weiter (die typischen preusischen Vorurteile). Schließlich gibt es hierzulande auch rekordverdächtig wenig Menschen, die am Aktienmarkt spekulieren --> deutet auf sehr risikoscheues und übermäßig besonnenes Verhalten.
Das wiederum lässt uns Gefahren größer erscheinen als sie sind. Unsere Vorteile, die unser Staat hat, ist den meisten bei den ganzen Klagen oft kaum mehr bewusst. Ich merke das an den Austauschstudenten. Die sind begeistert, das unsere Bahn pünktlich fährt (scheint was besonderes zu sein), das unsere Straßen so gut sind (aha) und das man niemanden bestechen muss...
Daher fehlt den Klagenden wohl der Blick über den Tellerrand, der Besuch im Ausland um eine neue Perspektive zu gewinnen und zu sehen, dass es längst nicht so düster ist, wie gesagt.
Letzte Möglichkeit die mir einfällt ist, dass man mit dem Bauch immer dann Analysen anstellt, wenn man nicht über die Bildung oder Hintergrunddaten verfügt, die man sonst anwenden würde. Und der Bauch hat eben seine eigenen Gesetze. Da ist ein Ölpreis von 150$ es wert, das man jeden Tag Nachrichten dazu liest. Jetzt liegt er bei 92,49 (eine wahnsinnige Talfahrt in den letzten Wochen) und trotzdem denken die meisten noch, dass das Öl zu teuer sei.
 
Umso mehr man jammert, umso mehr kann man sich dann freuen wenn es doch nicht so schlimm kommt.

Lieber vorher zu pessimistisch als ewig frustriert weil hohe Erwartungen nicht erfüllt werden...
 
Rasemann hat es auf den Punkt gebracht: Als Optimist kann man eigentlich nur enttäuscht werden. Es ist doch bezeichnend, dass hier auf CB Anfang des Jahres 2008, als langsam absehbar war, dass der wirtschaftliche Aufschwung zuende geht (wie bis jetzt jeder in der Geschichte), gleich ein Thread mit dem Titel "bevorstehende Weltwirtschaftskrise?" eröffnet wurde....
 
Zuletzt bearbeitet:
ich würde es gar nichtmal jammerei oder depressivität nennen, aber das wort pessimismus trifft es doch sehr gut. ich denke der hauptgrund dafür dürfte sein, das sich mitlerweile auch der mittelstand den existenzängsten ausgesetzt sieht, und deswegen die ganzen dinge auf soviele offene ohren stoßen und daher dann der nächste untergang beschworen wird.
auch wenn einige deutschland immernoch in einem wirtschaftlich verklärten blickwinkel sehen und sagen "es geht uns hier so gut wie nirgendswo anders", muss man aber auch deutlich sagen das der trend nach unten zeigt und deswegen bei jedem möglichen abgrund aufgeschrien wird.
die gesellschaft verliert immer mehr wichtige werte und verkommt noch mehr zur ellbogengesellschaft, dem großteil wachsen die grundkosten über den kopf obwohl sie sogar in lohn und brot stehen und ständig kommt aus der politischen- und wirtschaftsecke die aussage das dieses und jenes teurer werden wird. sowas stößt einem dann eben umso mehr auf.
und wenn dann eines der besagten themen aufgegriffen wird kommen einem schonmal gedanken wie "oh man, das jetzt auch noch" und man sieht alles schwarz. umso erfreulicher ist es dann wenn es sich nicht so schlimm auswirkt wie gedacht, aber die grundsorgen die einen für so etwas empfänglich machen bleiben weiterhin vorhanden.
 
Man kann auch das Gegenteil tun von dem, was Rasemann sagt. Erst das schlimmste erwarten und dann sich freuen, dass es nicht "ganz so schlimm" kommt, ist etwas arg negativ. "Nicht ganz so schlimm" würde ja bedeuten "eigentlich recht gut". Da schließe ich mich lieber Odiums Version an. Umschauen, wie es sonst so aussieht bei Anderen und dann die Vorteile nutzen, die man direkt vorfindet. Dann braucht man gar nicht die ganze Zeit in Angst und Depression leben, sondern weiß, was man erreichen kann und selbst wenn man nicht alles bekommt, was man gerne hätte, weiß man dann immer noch, dass es immer noch verdammt gut ist.

Lieber gar nicht freuen als eventuell unbegründete Vorfreude haben? Da werde ich lieber ein paar mal Enttäuscht, scheiße drauf und mache weiter. Das nächste mal rockt (vllt) die Bude und ich kann mich noch viel mehr freuen. ;) Optimisten an die Front! ;)
 
Die Mischung aus Pessimismus und Optimismus muß jeder für sich selbst antasten :D Aber hin und wieder mal Pessimismus an der richtigen Stelle ist nicht verkehrt. Und das mit der Entäuschung ist zu 120% richtig :D

Mit der Wirtschaft ist doch immer ein Auf und Ab, so wirds auch immer bleiben, alles schön in der Waagschale.
 
Hab ich verstanden, oder mit Absolution :D Ich bin aber sehr optimistisch das es mit der Wirtschaft nicht ganz so schlimm kommen wird, aber pessimistisch denken tu ich in der Hinsicht das wieder viele Familienväter die gerade wieder nen Job gefunden haben, wieder die Leittragenden in den großen Unternehmen werden.

Auch soetwas ist im Prinzip fast immer schon absehbar.
 
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