Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

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keshkau schrieb:
Die Reichen subventionieren mit ihren Steuerzahlungen den ganzen Staat. Und da reden wir über richtig viel Geld. ... "Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung zahlen 55 Prozent des Einkommensteueraufkommens, während die ärmere Hälfte der Bevölkerung nur 5,1 Prozent dazu beiträgt."
Was für ein Unsinn: Die Einkommensteuer erbrachte 2007 gerade mal 25,0 Mrd € von 538,2 Mrd € Gesamt-Steuereinnahmen des Bundes, das sind nicht mal 5 %! Quelle: Statistisches Bundesamt

Soso, und mit den 13,75 Mrd € subventionieren die Reichen also "den ganzen Staat"? Mann, da haben die ja richtig was zu schultern, die deutschen Leistungsträger!*trief*

Die tun mir ja richtig leid, na da bezahlen wir Restbürger die500 € Mrd Banken-Bürgschaft doch mit gutem Gewissen und in der Gewissheit, das die Elite uns ja im Fall der Fälle schon mit Ihren fast 14 Mrd subventionieren wird........

Hm, ich frage mich, wer oder was wohl die restlichen 513,2 Mrd € an Steuergeldern aufgebracht hat, war das nicht die Erschaftssteuer? Oder doch die Börsenumsatzsteuer? Am Ende gar der Ackermann? Wer weiß das schon....;)


@topic: Mich würde mal interessieren, was die BGE-Gegner denn für eine Vorstellung dazu haben, wenn es denn hierzulande in 15, 20 oder 30 Jahren dank fortschreitender Automation & Produktivitätssteigerungen ein "Heer" von Arbeits-fähigen & -willigen Arbeitnehmern giben sollte, für die einfach keine Tätigkeit mehr da ist?

Sollen sich die 10 oder 15 Mio Menschen dann dank HartzXVIII um die paar offenen Stellen prügeln, um Ihren Arbeitswillen zu bekunden? Und der unwillige Rest kommt dann in ein Waldlager, Glocke drüber und fertig?
Oder sollen diese Menschen dann als gemeinnützige 1€ -Arbeitsklaven ihr Leben fristen?

Ihr könnt soviel gegen das BGE an (vielleicht auch teilweise richtigen) Argumenten entgegenbringen, es wird nichts nutzen. Die Entwicklung der Wirtschaft & und daraus resultierend der Gesellschaft werden eine "Art" BGE zwingend erfordern, denn mit dem jetzigen System erschaffen wir eine immer größer werdende Zahl an Zombies ohne "gesellschaftlichen Wert", welche jeglichen Zuversicht & Mut verloren haben.
Dies würde aber zu extremen sozialen Verwerfungen (Ghettobildung, Menschen 2. Klasse) führen, an deren Ende nur ein Auflehnen oder der Kollaps stehen kann.

Ein wie auch immer geartetes BGE stellt aus dieser Perpektive also nur die notwendige Anpassung an eine geänderte Gesellschafts-Struktur dar und wäre m.E. auch geeignet, die schon in Ansätzen erkennbare zukünftige Entwicklung der heutigen Arbeits- & Leistungs-Gesellschaft zu vermeiden.

So, und jetzt würde ich gerne mal die Lösungs-Ansätze der BGE-Gegner zu diesem wie ich meine durchaus realistischen Szenario hören...


PCB
 
Zitat PCB
@topic: Mich würde mal interessieren, was die BGE-Gegner denn für eine Vorstellung dazu haben, wenn es denn hierzulande in 15, 20 oder 30 Jahren dank fortschreitender Automation & Produktivitätssteigerungen ein "Heer" von Arbeits-fähigen & -willigen Arbeitnehmern giben sollte, für die einfach keine Tätigkeit mehr da ist?

Mit steigendem technischen Fortschritt muss auch der Bildungsgrad steigen.
Sollte dies nicht gschehen stehen wir vor dem oben beschriebenen Problem.
Deutschland hat die letzten 10 bis 20 Jahre dahingehend verpennt und muss viel mehr in Kinder, Familien und Bildung investieren.
 
Die Lohnsteuer ist ein Teil der Einkommensteuer, siehe dazu § 2 Einkommensteuergesetz:
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__2.html

Somit reden wir von 29,1 Prozent des gesamten Steueraufkommens, nicht von 5 Prozent.

Das Argument der steigenden Automation klingt im ersten Augenblick gut, aber es zieht meiner Meinung nach kaum. Technisierung und Automatisierung haben wir in der Landwirtschaft erlebt und in der Industrie. Dort dürfte der Prozess aber langsam abflachen, wenn ich an die Automation in der Automobilfertigung oder an Hochregallager denke.

Der gesamte industrielle Sektor ist aber ohnehin auf dem Rückmarsch, weil der Dienstleistungsbereich seit Jahren wächst. Und Dienstleistungen sind personenbezogene Leistungen, wo mit Technisierung und Automation nicht allzu viel zu reißen ist.

Der Verkäufer im Einzelhandel ist keine Maschine, auch nicht die Aushilfe, die mit dem Auffüllen der Regale beschäftigt ist. Dein Friseur ist keine Maschine und auch nicht Dein Schuster, ebenso wenig Dein Kundenberater bei der Bank oder der Call-Center-Agent, der Dich anruft. Sozialarbeiter sind keine Maschinen, Lehrer auch nicht. Da wird auf mittlere Sicht nichts wegrationalisiert.

Eher das Gegenteil ist der Fall, weil z. B. immer mehr Hardware unser Leben durchdringt. Aber dafür fehlen oftmals clevere Anwendungen. Die Software-Lücke schließen aber wiederum Menschen, nicht Automaten, Maschinen oder Roboter.
 
@DugDanger: Das steigern des Bildungsgrades bringt in einer solchen Situation überhaupt nichts, auch wenn das Merkel & Co dieses Argument immer laut rausposaunen!

Warum? Was passiert denn, wenn zb alle Hauptschüler das Abitur erreichen würden? Es würde der gleiche Verteilungskampf um alle Jobs stattfinden wie vorher, nur auf einem höheren Niveau! Dann würden die Personaler halt Abi-Zeugnisse vergleichen und keine Hauptschulzeugnisse mehr, ganz einfach!

Natürlich ist eine bessere Bildung per se wünschenswert, versteh mich da nicht falsch! Nur ist es halt nicht das Allheilmittel für alles, sondern höchstens ein Baustein der Lösung!

@keshkau: Ich weiß jetzt nicht, wie du auf 29 Prozent kommst, aber selbst wenn es so ist: Die von dir angesprochenen oberen 10 % besitzen auch 60 % aller Vermögen & Werte und bestreiten davon Steuern in Höhe von 161 Mrd € !
Die unteren 70 % (!) der Bevölkerung besitzen dagegen knapp 10 % aller Vermögen, bestreiten davon aber ein Steueraufkommen von 381 Mrd € (538,2 Mrd minus deiner 30 %)!

Allein dieser kurze Vergleich sollte deutlich machen, das an dem Märchen der achso gebeutelten Leistungsträger, die noch dazu die ganze Rebublik mit durchfüttern müssen, absolut nichts dran ist!
Und auch wenn der Bund der Steuerzahler und selbst das statistische Bundesamt diese von dir zitierte Meldung jedes Jahr aufs Neue bringt, wird sie dadurch nicht richtiger!

Wg der Automation: Die meisten Industrie-Arbeitsplätze sind schon wegrationalisiert oder ins Ausland verlagert worden, und dies wird auch die Dienstleistungsbranche knallhart betreffen!!
Dem Argument, das es ja immer Frisöre oder Bäcker geben wird, stelle Ich einfach die Rationalisierung entgegen: Habe letztens bei uns den 1. SB-Bäcker der ganz ohne Personal auskommt (!) entdeckt, früher waren das mal so 4 - 10 Jobs pro Bäckerei!
Heute wird dagegen in Großbäckereien gebacken und vielleicht kommt der Bäcker aus Polen oder Ungarn wg des geringeren Lohns! Und auch die 10 €-Frisöse wird davon nicht leben können & wollen und so wird der Job dann irgendwann genau wie zb Spargelstecher nur noch von EU-Nachbarn gemacht, weil nur die davon leben können!
Der heiligen Globalisierung sei dank! :rolleyes:

Geh doch einfach mal von meinem Szenario der 10 - 15 Mio "Überflüssigen" aus, die wegen fehlender Jobs bzw Qualifizierung nicht erwerbtätig sind! Welche Maßnahmen bzw Modelle kommen da bei dir zum Vorschein?

Ich sehe außerdem einen positiven "psychischen" Effekt in einer BGE-Gesellschaft, in der der Mensch ein Recht auf Lebensverwirklichung besitzt und nicht nur der Zwang zur ökonomischen Verwertung der eigenen Arbeitskraft besteht! Schon mal einer drüber nachgedacht? ;)

PCB
 
Auf 29,1 Prozent komme ich, indem ich die Lohnsteuer (131,8 Mrd.) und die veranlagte Einkommensteuer (25 Mrd.) addiere und die Summe ins Verhältnis zum gesamten Steueraufkommen (538,2 Mrd.) setze.

PCB schrieb:
Die unteren 70 % (!) der Bevölkerung besitzen dagegen knapp 10 % aller Vermögen, bestreiten davon aber ein Steueraufkommen von 381 Mrd € (538,2 Mrd minus deiner 30 %)!

Wir sind uns hoffentlich einig darüber, dass der Großteil der 29,1 Prozent von denjenigen aufgebracht wird, die über ein hohes Einkommen verfügen. Ich suche jetzt nicht schon wieder die Quelle heraus, weil das bestimmt schon zehnmal im Forum steht.

Wenn wir über Vermögen reden, dann reden wir über bereits versteuertes Einkommen. Wer über ein prall gefülltes Konto verfügt, ist zuvor bereits mit dem Grenzsteuersatz von 42 Prozent (in früheren Jahren deutlich höher) belastet worden.

Und dann können wir von mir aus darüber reden, von dem die 169,6 Mrd. Umsatzsteuer aufgebracht werden. Zahlen das die Singles, die nur 1.200 Euro netto nach Hause bringen, davon 400 Euro steuerfreie Miete zahlen und einen nicht unerheblichen Teil der verbleibenden 800 Euro für Nahrungsmittel (7 % MwSt.) ausgeben? Oder stammt ein Großteil der Umsatzsteuer nicht doch von den Menschen mit hohen Einkommen bzw. Vermögen, die sich ein Haus bauen und Geld für teure Autos und Schmuck ausgeben (durchweg 16 % MwSt.)?

Tatsache ist und bleibt: Wer viel verdient, zahlt als Privatmann viel Einkommensteuer. Und das muss auch so sein. Darüber hinaus zahlt er noch 16 % MwSt. auf den Großteil seines Konsums. Die wirklichen Großverdiener kommen damit auf eine Steuerbelastung, die jenseits der 50-Prozent-Marke liegt. Bei Leuten mit niedrigen oder durchschnittlichen Einkommen liegt die Steuerbelastung meilenweit darunter, weil ihr Durschnitts-Einkommensteuersatz niedrig ist (max. 20 Prozent), weil sie einen beachtlichen Teil ihres Einkommens für Miete zahlen und weil gar nicht so viel übrig bleibt, wovon noch Steuern gezahlt werden müssten.


Allein dieser kurze Vergleich sollte deutlich machen, das an dem Märchen der achso gebeutelten Leistungsträger, die noch dazu die ganze Republik mit durchfüttern müssen, absolut nichts dran ist!
Das Märchen ist somit kein Märchen. Wenn Du das nicht glauben möchtest, dann mache doch einfach mal eine konkrete Vergleichsrechnung mit zwei Haushalten auf, deren Einkommen sich gravierend unterscheiden, z. B. einmal 36.000 Euro Jahreseinkommen und einmal 1.200.000 Euro.
 
PCB schrieb:
...Der heiligen Globalisierung sei dank!

Wir sind Export-Weltmeister, kein anderer Staat profitiert so von der Globalisierung wie Deutschland.

PCB schrieb:
......in der der Mensch ein Recht auf Lebensverwirklichung besitzt und nicht nur der Zwang zur ökonomischen Verwertung der eigenen Arbeitskraft besteht! Schon mal einer drüber nachgedacht? ;)PCB

Was verstehst du unter Lebensverwirklichung? Zurücklehnen und seinen Hobbys und Neigungen nachgehen?

Warum soll der Mensch von allen Lebewesen auf der Erde ein Recht auf Lebensverwirklichung besitzen? Sind wir so abgehoben um nicht mehr für unser Dasein zu arbeiten und zu kämpfen? So weit weg von der Daseinsberechtigung, die alle Lebewesen auf der Erde vereint, nämlich dem täglichen Nachgehen seiner Tätigkeiten zur Beschaffung von Nahrung, Unterkunft und eigener Sicherheit?

Nur weil wir Lesen, Schreiben und Kunst entwickelt haben, heißt das nicht, das wir ein Recht darauf hätten, unser Leben zu verwirklichen. Wer soll dann noch die Arbeiten ausführen, die keiner Freiillig macht, sondern aus der Tatsache heraus, das sie jemand machen muss um zu überleben?
 
Gute Idee! Wir schicken jeden Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens für ein halbes Jahr wahlweise in die Arktis oder in den Amazonas-Dschungel. Dort kann dann jeder am eigenen Leib erfahren, wie weit man mit Müßiggang kommt, wenn man keine Mitmenschen um sich hat, die einem die Arbeitsfreiheit ermöglichen.

Vielleicht ist die ersehnte Freiheit schon längst Realität, weil wir nicht mehr an sechs Tagen in der Woche und 60 Stunden pro Woche arbeiten, sondern oft nur noch 35-42 Stunden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Fu Manchu schrieb:
Wir sind Export-Weltmeister, kein anderer Staat profitiert so von der Globalisierung wie Deutschland.
Der Staat profitiert?? Du meinst wohl eher die Industrie, die fette Gewinne macht!
Deinen Satz kannste ja mal den (Ex)-Mitarbeitern von BenQ oder AEG-Electrolux erzählen, mal sehen ob die deiner Meinung sind! :rolleyes:

Unter Lebensverwirklichung versteh ich erstmal prinzipiell die Möglichkeit nach meinen Wünschen / Bedürfnissen entscheiden zu können! Allein diese Möglichkeit reicht m.E. vielen in der Hinsicht aus, das es einn Ausgang aus der Tretmühle gibt, wenn man nicht mehr mag!

Ich weiß ja, bei euch würden direkt alle Leute in Hängematten fallen oder gen Dschungel ziehen! Das ist eine grundlegende Fehleinschätzung aller BGE-Gegner, die wohl immer nur das schlimmste im Menschen vermuten! Ich für meinen Teil würde ganz normal weiter arbeiten gehen, allein schon weil ich wg der hohen Mehrwertsteuer trotz hohem BGE nicht auf faktischem ALGII-Niveau bleiben wollte!
Und mann, wieviele Worcoholics ich kenne, die würden innerhalb ner Woche sterben ohne Arbeit!;)

Und wenn es Tätigkeiten gibt, die keiner freiwillig macht... Da gibts so neumodisches Gebilde, nennt sich Angebot & Nachfrage! ;) Wenn also das Angebot an MA für diesen Job zu gering ist, muss ich die Nachfrage zb durch ein besseres Gehalt erhöhen.

Komisch, das gerade da euer Marktverständnis nicht greift! :rolleyes:

Aber nochmal: Was sind denn eure Alternativen zu einem BGE? Irgendwann sind wir bei Cpt Kirk im 23 Jahrhundert angekommen, soll dort dann das heutige System immer noch gelten?
Ich lass doch lieber hauptsächlich Maschinen für mich wirtschaften und geniesse den entstandenen Freiraum! Nach eurem Weltbild müssten die Leute dann trotzdem arbeiten gehen, obwohl eine allg. Automatisierung aller Bereiche dies nicht mehr möglich & sinnvoll erscheien lässt?
Wenn ja, dann könnt ihr wohl nicht aus eurem "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!" 08/15-Denkschema ausbrechen, wäre aber schon schade...... :cool_alt:

PCB
 
Die meisten Fragen wurden hier schon beantwortet. Es geht ja nicht darum, dass niemand mehr arbeiten gehen würde. Wer gut verdient, wird darauf eher nicht verzichten wollen, es sei denn, er denkt darüber nach, einige Jahre früher als bisher in Rente zu gehen.

Immer noch unbeantwortet ist meine Frage geblieben, worin der Arbeitsanreiz der zahlreichen Teilzeitkräfte und Geringverdiener liegt, die mit einer Erwerbstätigkeit auf ein Niveau kommen, das auf der Höhe des bGe liegt. Denn das bGe wächst von unten in das Erwerbseinkommen hinein und stockt es nicht auf.

Das „faktische ALG-II-Niveau“ ist auch kein Argument. Denn Herr Werner betont immer und überall, dass man vom bGe menschenwürdig leben können muss. Für einen Single kämen wir dann vielleicht auf 1.200 Euro, aber unter den aktuellen Bedingungen und nicht bei einem Konsumsteuersatz von 100 Prozent.

Aber gut, dann hätten wir eben den Fall, dass bestimmte Arbeiten nicht erledigt werden würden. Nun soll der Marktmechanismus alles regeln. In Wahrheit verbirgt sich dahinter eine gewaltige Kostenexplosion, weil die Löhne für unbeliebte und schlecht bezahlte Arbeit (die oft nur wenig Qualifikation erfordert) drastisch steigen müssten.

Die Folge wären höhere Verbraucherpreise und das bGe müsste entsprechend erhöht werden.

Zu dem falsch interpretierten „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen“ steht auch schon etwas weiter oben im Thread.


Was sind denn eure Alternativen zu einem BGE?
Wer sagt denn, dass es einer Alternative bedarf? Ich schaue mich in der Welt um und stelle fest, dass Deutschland ziemlich weit oben steht, was den Wohlstand, die Lebensqualität, die Gesundheit usw. angeht. Das derzeitige System - als Summe aller Regelungen und was wir daraus machen - ist an vielen Stellen verbesserungswürdig, keine Frage, aber immer noch so gut, dass man uns darum beneiden kann.

Wer aber meint, ein gänzlich anderes System etablieren zu müssen, kommt wohl nicht umhin, seinen Vorschlag auf eine fundierte Basis zu stellen. Und daran mangelt es ganz gewaltig. Ich habe weiter oben (#397, aber nicht nur dort) eine Art Zusammenfassung meiner Bedenken gepostet. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass sie ausgeräumt werden konnten.
 
Zuletzt bearbeitet:
PCB schrieb:
1.Deinen Satz kannste ja mal den (Ex)-Mitarbeitern von BenQ oder AEG-Electrolux erzählen, mal sehen ob die deiner Meinung sind! :rolleyes:

2.Unter Lebensverwirklichung versteh ich erstmal prinzipiell die Möglichkeit nach meinen Wünschen / Bedürfnissen entscheiden zu können!

3.Und wenn es Tätigkeiten gibt, die keiner freiwillig macht... Da gibts so neumodisches Gebilde, nennt sich Angebot & Nachfrage! ;)

4.Aber nochmal: Was sind denn eure Alternativen zu einem BGE? Irgendwann sind wir bei Cpt Kirk im 23 Jahrhundert angekommen, soll dort dann das heutige System immer noch gelten?

1. was hältst du von der Theorie das die Benq Mitarbeiter nun bei einer Anderen Firma Arbeiten?
2.wenn du das heute nicht kannst dann tust du mir Leid.
3. und der Friseur besuch kostet plötzlich das doppelte.
4.du bringst jetzt nicht wirklich das 23Jahrhundert als Argument das bGe im 21. Jahrhundert einzusetzen:rolleyes:
 
Thnx für deine Antwort, weil du ja schon alles früher gepostet hattest!

Du hast schon recht mit dem "Wer das System so grundlegend ändert, muss eine fundierte Basis vorzeigen!", das kann ich als Laie natürlich schonmal gar nicht, da müssen ja selbst Experten grübeln...! ;)

Es geht mir eigentlich auch eher um ein Verständnis derjenigen, die dieses Modell aus welchem rationalen Grund auch immer ablehnen! Ich bin auch nicht unbedingt auf ein BGE-Modell eingeschworen, wenns was besseres gibt, immer her damit!

Gar nichts zu ändern, so wie du es vorschlägst, sollte es in einer sozialen Marktwirtschaft, die wir ja angeblich sind, aber nicht geben! Die Armen & Arbeitslosen sind doch auch "die Gesellschaft" und "der Staat" und kein Fremdkörper im System!

Dies würden sie aber unausweichlich, wenn nichts angepasst wird! Und selbst ein Neoliberaler Marktverfechter wie zb ein Herr Merz kann doch so eine Gesellschaft nicht wirklich wollen, in der er nur noch im gepanzerten PKW und mit Bodyguards außerhalb seiner Villen-festung unterwegs ist. Ist jetzt krass gemalt, aber zb Brasilien läßt grüßen! :(

Irgendwie muss man diese Menschen doch auch "mitnehmen" und deshalb lote ich einfach mal generelle Möglichkeiten aus.....

Immer nur "Geht nich! Viel zu teuer! Leistungsprinzip!" dagegen zu halten, ist doch auch langweilig mit der Zeit.....:D

PCB



Ach ja, der Schreier: Cool, dafür darfste jetzt auch spielen gehen!
 
Nun bin ich der Letzte, der behauptet, alles müsse so bleiben. Dafür habe ich hier schon viel zu viele Problembereiche angesprochen (siehe die Threads zur "Unterschicht" oder zur "Demografie").

Ich meine nur, man käme auch ganz gut klar, wenn die bestehenden Verhältnisse an den neuralgischen Punkten modifiziert werden würden. Dafür brauche ich keinen Marx.

In der Vergangenheit wurde z. B. über Arbeitszeitverkürzung diskutiert. Das ist sicher ein ganz passabler Ansatz, aber natürlich nicht bei vollem Lohnausgleich, denn das treibt nur die Personalkosten in die Höhe, was die Gewerkschaften früher aber nicht einsehen wollten.
 
@keshkau
das kommt natürlich auf den Menschen an, ich denke mal, wenn man mit 50 arbeitslos wird und nach 1 Jahr auf Harz4 kommt und man dann einem Beamten (ja genau, jemandem, dessen Lohn man die letzten Jahre bezhalt hat!) alles offenlegen muss bei der Bedürftigkeitsüberprüfung, und dann eines Tages ein Hausbesuch zur Kontrolle in der Tür steht - ich denke mal, das spätestens dann auch der hartgesottenste Vertreter des Marktes erste Einwände haben wird (kannst natürlich heute die Zeit nutzen, soviel Kohle wie möglich beiseite zu legen, nennt man auch Angstsparen)

Ich bin nach wie vor der Meinung, das das GE zu einem Wirtschaftsaufschwung führen wird. Rot-Grün hat den Neoliberalismus / das "angelsächsische Wirtschaftsmodell" bei uns eingeführt. Jetzt ist wichtig zu erkennen, was dieses Modell leistet und was nicht. es lohnt der blick zurück. Der Grund, warum "made in Germany" seit Jahrzehnten einen so guten Ruf hat weltweit, ist: die Stiftung Warentest. Ganz interessante Sache: damals gab es 3 Fernsehkanäle und kein Internet. Die St-Wt hat den Wettbewerb in Dt extrem verschärft, Produkte, die schlecht bewertet wurden, waren über Nacht unverkäuflich. (wenn ich den link finde, reiche ich das nach) Selbstverständlich hat die Industrie das nicht so gerne gesehn und x-mal geklagt, aber die St-WT hat jeden Prozess gewonnen. Deshalb waren deutsche Produkte eines Tages besser als die anderen. Die Zutat die wir damals hatten war : Qualität. Und vielleicht erkennen wir jetzt, dass das angelsächsische Wirtschaftsmodell, das nur den Markt kennt, eben nicht zu Qualität führt!! ein Beispiel gefällig? Gerne: DSDS. Eine riesen Show, jede Menge Firlefanz, aber Null 0,0 Qualität !! Das gleiche sehen wir heute in der Bankenkrise. Der reine Wettbewerb schafft keine Qualität. Uff.
 
@keshkau

Ich möchte dich nicht beleidigen, nur verbildlichen was ich von deiner Meinung der -nicht- automatisierung halte. So finde ich die Aussage ähnlich voreingenommen und fortschrittsfeindlich wie die Aussage der Hammel unserer vor Epoche "Die Erde ist eine Scheibe" oder "Das Universum dreht sich um die Erde".

Auch wenn das bei dir kein Platz findet, Maschinen werden immer mehr Menschen ersetzen. Dein Beispiel mit den Suprtmärkten:

- Es gibt die ersten Kassen die ohne Kassierer arbeiten.
- Es gibt bereits Lagerroboter die die Ware selbstständig verteilen, nur noch nicht im Lager direkt, dass kommt noch.
- Roboter die Büro oder auch Einzelhandel putzen gibts und werden stets weiterentwickelt.

Überall im Dienstleistugnssektor werden Menschen ersetzt. Und glaub mir, früher oder später ist die KI einfach so weit, dass Sie auch Vertriebler ersetzen wird. Klar nicht morgen oder übermorgen, aber in 400 Jahren spätestens.

Lehrer mit mehr Geduld und Fachwissen werden auch durch Programm-Projekttoren, die dann wohl 3D funktionieren, ersetzt.

Nur wenige Bereiche werden durch Menschen dominiert bleiben. Wie du richtig sagtest, die Softwareentwicklung z.B. oder auch die Unternehmensberater. Aber nur im ersteren werden es vermutlich mehr. Dennoch reicht das nicht, um die Ausfälle in anderen Branchen aufzufangen.

Die Frage ist eigentl. auch, ob das überhaupt notwendig ist. Wenn Maschinen günstig und effizient arbeiten, müssen Menschen vllt. nicht arbeiten und können sich anderen Aufgaben wittmen. Forschen, Künstlern etc.

Ich pers. finde diese Entwicklung gut. Denn meine über 2000 Stunden die ich für die arbeit verschwenden musste, hätte ich gerne in schönere Dinge invesiert.
 
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N-rG, wie kommt es dann, dass die Beschäftigtenzahlen sich in den letzten Jahrzehnten nicht spürbar verringert haben? Nach der Emanzipation konnten wir sogar erfolgreich die Frauenwelt in die Arbeitswelt integrieren und in diesem Jahr gibt es wieder mal einen Mangel an Facharbeitskräften, obwohl große Fabriken schon zum größten Teil automatisiert sind und dank Informatik im Dienstleistungssektor ein Abbau der Arbeitsplätze möglich wird.
Warum werden in China bei einem Deichbau Abertausende von Arbeitskräften eingesetzt, wenn ein Bagger samt Baggerführer das gleiche tun kann? Warum hat man Jahre nach Einführung des Barcode noch immer Kräfte an der Kasse, obwohl die Kunden die Waren auch selbstständig auf das Band legen und mit Karte bezahlen könnten?
All diese Technik ist komplex, teuer und auch nur in ganz seltenen Fällen so flexibel wie ein Mensch. Gerade Technokraten wie wir tun sich schwer daran, das zu akzeptieren. Was in 400 Jahren ist, kann man unmöglich abschätzen. Es gibt viele Beispiele dafür, dass die Menschen in der Geschichte die Einführung einer Veränderung ablehnten, obwohl sie effektiver und besser gewesen wäre (die Armbrust in Japan, die Todesstrafe bei Schwerverbrechern oder die Beibehaltung des QWERTZ-Systems bei Tastaturen).
Vielleicht werden durch eine Firma, die Kassiermaschinen herstellt und damit all die langen Bänder bei Aldi überflüssig macht, 50.000 Menschen in Deutschland ihren Job verlieren. Aber das war kein besonders toller Job und niemand von diesen Leuten ärgert sich darüber, dass eine Maschine das nun viel besser kann. Sie ärgern sich, weil sie kein Geld mehr bekommen. Da sind wir wohl auf einer Linie.
Aber diese Leute werden sich weiterbilden, vielleicht zum Ingenieur, und damit eine Lücke schließen, die der Wirtschaft Geld kostet.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir uns auch in 100 Jahren ein bGe leisten können, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Arbeitskräftebedarf trotz der industriellen Revolution weiterhin da ist. Er wächst, weil unser Bedarf nach Produkten ständig wächst.
 
Hör doch auf mit der ewigen Leier an Fachkräftemangel. Es rennen genügend arbeitslose über 50-jährige rum, aber auch darunter. Die und andere werden aber nicht selten in EEJ-Maßnahmen sinnlos (außer für die Kommunen) verheizt oder vermehrt in Niedriglohnjobs/ Aufstocker mehr oder weniger gezwungen.
Geschönte Statistiken heißt nicht, dass es real tatsächlich auf dem Arbeitsmarkt aufwärts geht.
Was man sucht sind willige, formbare und vorallem billige Arbeitskräfte mit gleicher Bildung.
Darüber kann ich ein Lied singen. Entgegen jeder Statistik. Mein Umfeld bestätigt es mit tagtäglich aufs neue.

Warum werden in China bei einem Deichbau Abertausende von Arbeitskräften eingesetzt, wenn ein Bagger samt Baggerführer das gleiche tun kann?
Weil menschliche Arbeitskräfte (human ressources) dort massig vorhanden und billiger sind, als die Anschaffung von Maschinen. Das ist bei uns etwas anders, weder billig, noch rechtelos.

Warum hat man Jahre nach Einführung des Barcode noch immer Kräfte an der Kasse, obwohl die Kunden die Waren auch selbstständig auf das Band legen und mit Karte bezahlen könnten?
Noch! Auch hier wird rationalisiert, automatisiert und zentralisiert, der Einzelhandel durch Internethandel verdrängt, vor allem die kleinen.
Außerdem ist auch die aktuelle Sozial- und Arbeitsmarktpolitik (Förderung Niedriglöhner) nicht ganz unbeteiligt daran. (für die Wirtschaft positiv, die Arbeitnehmer negativ)


@N-rG
Softwareentwicklung kann in Zukunft auch von Maschinen übernommen werden. Und der klassische Vertriebler ist auch nicht unersetzlich. Es braucht sich nur eine andere Art des Vertriebs etablieren. Internet, Preissuchmaschinen, Warentests, Werbung haben wir auch jetzt schon.
Außerdem ist nicht jeder Mensch grundauf zum Vertriebler geeignet und fähig, völlig unabhängig der Vorbildung.
Überhaupt kann man gebildet sein wie man will. Wenn immer weniger bereit sind, angemessen dafür zu bezahlen und die Nachfrage bekanntlich höher als die offenen Stellen ist, dann kann man sich das genauso gut auch in die Haare schmieren. Das alleine reicht eben nicht und ist schon längst keine Garantie mehr.
 
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Es hat aber einen Grund, dass die Ü50 Leute keinen Arbeitsplatz mehr finden. Es liegt an den hohen Gehaltsforderungen, der überholten Qualifikation die nicht durch Erfahrung wettgemacht werden kann oder an der fehlenden Mobilität. Wer in dem Alter schon ein Haus irgendwo gebaut hat, der wird das Ding kaum für einen Arbeitsplatz irgendwo 300km weiter südlich verkaufen. Junge Leute finden einen Job, weil sie - wie du sagst - wertvoller für das Unternehmen sind. Aber das kannst du keinem vorwerfen, am wenigsten dem Unternehmen.
Das Wachstum des Niedriglohnsektor sehe ich in der Tatsache, dass die Leute nicht die geforderten Qualifikationen für die anspruchsvolleren Aufgaben haben. Ein Überschuss an Arbeitskräften drückt den Lohn und *tadaa*, da sind wir heute.
 
geforderten Qualifikationen für die anspruchsvolleren Aufgaben haben.
Ich kenne genügend Studierte, endlos weitergebildete und Leute mit mehreren Facharbeitern und langjähriger Berufserfahrung, die sich aktuell in 400 EUR Jobs tummeln und Aufstocker sind.
Die Mär von zu wenig qualifizierten Fachkräften ist haltlos. Es werden auch keine älteren in Jobs eingestellt, wo der Arbeitsort nicht ständig wechseln muss, nicht mal befristet und nicht mal zum halben Lohn.
Stattdessen wird verstärkt auf Zeitarbeiter ausgewichen und auf der anderen Seite weiterhin gebarmt und gejammert. So einfach macht man es sich.
Es ist einfach eine negative Erscheinung in unserer speziell deutschen Wirtschaft, die aufgrund politischer Entscheidungen in den 90ern beruht. In vielen anderen Ländern geht es ja auch.
Da kann der Oberindianer dieter Hundt noch so jammern und immer wieder einen neuen Grund finden, auch gegen Mindestlohn. Schuld sind sowieso immer andere.
 
Derzeit sehe ich nicht, dass durch Technisierung und Automatisierung Stellen im relevanten Millionenbereich verloren gegangen sind, Denn da wird nur auf die Werkshalle geschaut, in der zuvor 1.000 Menschen arbeiteten und jetzt nur noch 300. Es wird nicht danach gefragt, dass die eingesetzten Maschinen auch irgendwo und von irgendwem erfunden, entwickelt, produziert, geliefert, aufgestellt, programmiert und gewartet werden müssen. Es wird auch nicht danach gefragt, dass unsere Produkte immer komplexer und aufwendiger werden. Ein teures Auto aus dem Jahr 2008 ist wohl kaum mehr zu vergleichen mit einem Wagen aus dem Jahr 1908 oder 1958. Da steckt viel mehr Arbeit drin, auch menschliche Arbeit, die man auf den ersten Blick nicht sieht.

Darüber hinaus sollte man sich den Anteil alter Menschen in Deutschland anschauen (1960, 2000, 2040. Auch in diesem Bereich kommt noch unendlich viel Arbeit auf uns zu. Und ich sehe bisher nicht die Roboter, die in den Alten- und Pflegeheimen für Betreuung und Netzwärme sorgen.

Die Wahrheit ist doch, dass Maschinen strohdoof sind. Der Roboter, der im Einzelhandel ein Regal einräumt, würde ein Kleinkind überfahren, wenn man ihm keine Sensoren und kein zusätzliches Programm einbauen würde. Er würde auch nicht merken, wenn neben ihm eine Gruppe Kids die Süßigkeiten ausräumt und unter ihren Jacken versteckt.

Selbstverständlich wird das alles irgendwann einmal programmierbar und theoretisch auch bezahlbar sein (wenn unsere Rohstoffe dafür reichen sollten). Aber das ist nur Science-Fiction und nichts, was ein Befürworter des bGe im Jahr 2008 anführen kann. Es sei denn, er hat einen spürbaren Mangel an anderen Argumenten.
 
Und ich sehe bisher nicht die Roboter, die in den Alten- und Pflegeheimen für Betreuung und Netzwärme sorgen.

Nee ich auch nicht, ja kaum ausreichend Personal und schon garnicht qualifiziertes. ^^
Aber wenn es so einfach und günstig ginge, hätten wirs auch schon. Davon bin ich überzeugt.
Zur Zeit hält sich das alles noch in Grenzen. Tendenziell ist es aber längst schon Realität und wird uns in den nächsten Jahrzehnten begegnen.
Man braucht nicht 20 Arbeiter, um eine Maschine zu warten. Was passiert mit dem "entbehrlichen" Rest?
Die Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit der Maschinen nimmt auch zukünfig weiter zu.

Ob ein Roboter weniger bemerken würde, als ein (unterbezahlter) Regaleinräumer wage ich fast zu bezweifeln. Alles eine Frage des technischen Fortschrittes und der Ausstattung. Auch in Sachen Grobmotorigkeit und Flexibilität. Beispiele gibts sogar heute schon. Man denke nur an die Militärtechnik.


Dann sollte man nicht nur die schlagzeilenträchtigen Werkshallen größerer Unternehmen betrachten. Die Mehrheit machen nun mal die mittleren bis kleinen Firmen aus, auch auf dem Stellenmarkt. Und da fluktuiert es stärker denn je.
 
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