Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

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Ich meinte, dass in Deutschland – im Gegensatz zu Namibia – keine Diamanten herumliegen. Das ist doch das gleiche Spielchen wie der Vergleich mit Alaska oder Norwegen. In Alaska sprudelt das Geld aus dem Boden, das anschließend verteilt wird. In Norwegen steckt man das Geld in die Altersvorsorge.

Das sind ideale Voraussetzungen, weil das Geld „von außen“ zugeführt wird, was gleichfalls auf dieses Dorf zutrifft. Das dort verteilte Geld wird nicht zuvor im Dorf selbst eingesammelt und dann verteilt. Aber man geht hin und schaut sich nur diese „Insel der Glückseligen“ an.

So ist es auch in Deinem Beispiel mit dem Sammeln der Pfandflaschen. Es stimmt, dass die Zahl der Sammler im Vergleich zum Jahr 1990 zugenommen hat. Aber ich schließe daraus erst einmal gar nichts, weil das vermessen bzw. Spekulation wäre.

Das können Alkoholiker sein, die damit ihren Sprit finanzieren. Es können Leute sein, die ihre Stütze an Geldspielautomaten verzocken und sich ihre Verpflegung verdienen müssen. Vielleicht sparen sie auf ein Handy oder können nicht haushalten. Ich weiß es nicht.

Die Frage ist ja nicht, ob man Hilfsbedürftigen die Hilfe zukommen lässt, die sie benötigen. Das ist zentraler Bestandteil des Sozialstaates. Beim bGe geht es darum, ob der gut verdienende Abteilungsleiter Geld von der öffentlichen Hand bekommen soll oder nicht.

All die anderen Fragen, die weiter oben gestellt worden, warten sowieso noch darauf, beantwortet zu werden.
 
Die Armutsquote liegt hier hierzulande gerade mal bei 11%.
Die Armutsquote liege inzwischen knapp über dem OECD-Durchschnitt, während sie Anfang der 90er Jahre um ein Viertel niedriger ausgefallen sei.
Alleinerziehende und Kinder sind der Studie zufolge überdurchschnittlich, Rentner dagegen unterdurchschnittlich von Armut betroffen.
http://www.stern.de/politik/deutschland/:OECD-Studie-/642922.html?q=armut

Die allgemeine Definition von Armut ist, dass man weniger als einen US-Dollar pro Tag zur Verfügung hat. In Deutschland gilt man als arm, wenn man weniger als 730€ pro Tag zur Verfügung hat.
Die Frau aus #540 gilt somit nicht als arm, zumal ihr auch noch Kindergeld als Transferleistung und vielleicht auch noch Wohnungsgeld zusteht.
Ich bin selbst weit unter dieser frei gewählten, relativen Armutsgrenze. Für mich gibt es sowas wie Armut in Deutschland nicht.
 
@keshkau

Deine Aussage ist echt ein Schlag ins Gesicht für alle Armen.

Sicher Omi, will sich mal eben ein neues Handy kaufen und schlendert deshalb mit Gehwagen von Mülleimer zu Mülleimer. Hat ja nix besseres zu tun oder was. Sagmal hackts bei dir? Und wenn Leute Probleme haben und mit dem trinken anfangen, heißts auch "Stempel drauf und weg damit", anstatt mal zu helfen und Probleme zu erkennen?

Aber gut, ich will das nicht weiter vertiefen. Ich für meinen Teil bin für die Abschaffung des reinen Kapitalismus und für den Sozialstaat. Immer diese ganzen ewigen Diskussionen. Es muss mal endlich was getan werden.

Wenn man alles Ernergie dieser Diskussionen und Kriege/Militär in die Bekämpfung von Armut stecken würde, es würde jedem gut gehen. Aber den Menschen am längeren Hebel machts ja spaß mit hab und gut anzugeben, warum was ändern?

P.S.

Ich bin so froh übernächstes Jahr auszuwandern, diese Deutsche Mentalität ist nicht mehr auszuhalten.
 
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Aber gut, ich will das nicht weiter vertiefen. Ich für meinen Teil bin für die Abschaffung des reinen Kapitalismus und für den Sozialstaat. Immer diese ganzen ewigen Diskussionen. Es muss mal endlich was getan werden.

Wenn man alles Ernergie dieser Diskussionen und Kriege/Militär in die Bekämpfung von Armut stecken würde, es würde jedem gut gehen. Aber den Menschen am längeren Hebel machts ja spaß mit hab und gut anzugeben, warum was ändern?

P.S.

Ich bin so froh übernächstes Jahr auszuwandern, diese Deutsche Mentalität ist nicht mehr auszuhalten.

epic quote^^
Und das ist also dein Beitrag dazu? Du erwartest von anderen den Sozialstaat zu unterstützen - und dein Beitrag dazu bisher ist...lass mich raten: Darüber reden und danach auswandern weils so scheisse ist?
Oder liege ich falsch?
 
Sind wir etwa gereizt?
Ich habe doch wohl unmissverständlich geschrieben, dass Hilfsbedürftige in unserem Sozialstaat ein Anrecht darauf haben, die Hilfe zu erhalten, die sie benötigen. Ob diese Hilfe nun Grundsicherung im Alter genannt wird, ALG II oder Hartz IV spielt keine Rolle. Auch die konkrete Ausgestaltung (Höhe der Leistung, Ausgestaltung der Bedürftigkeitsprüfung usw.) ist hier nicht von Interesse.

Der Staat bietet Hilfe in unterschiedlicher Form an, die man bei Bedarf in Anspruch nehmen kann, angefangen beim mobilen Gesundheitsdienst für Drogenabhängige über betreutes Wohnen, psychologische Beratung und was es sonst noch alles gibt. Das ist aber nicht das Thema dieses Threads.

Von Dir kommen dann solche Sprüche wie dieser hier:

Ich für meinen Teil bin für die Abschaffung des reinen Kapitalismus und für den Sozialstaat.
Da es schon immer eine Wirtschaftsgesetzgebung gegeben hat (Handelsgesetzbuch, Aktiengesetz, Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und viele andere) hat es in Deutschland noch nie einen „reinen Kapitalismus“ gegeben, höchstens einen „rheinischen“. Der Rest steht in Artikel 20, Absatz 1 Grundgesetz: „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“ Da ist er, der Sozialstaat. Er war immer da. Man muss nur hingucken. Abzulesen an den Sozialgesetzbüchern SGB I bis SGB XII.

Vor lauter Verzweiflung kommt von Dir dann nur noch das letzte Zucken: „Ach, hätte man doch die Energie aller Kriege in die Bekämpfung der Armut gesteckt.“ Ich weiß ja nicht, ob das als Argument für die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens taugt.

Viel Spaß bei der Ausreise. Du weißt ja, dass es bei einer späteren Rückkehr weder Arbeitslosengeld noch Sozialhilfe gibt. Für den Bezug von Arbeitslosengeld hättest Du vorher einzahlen müssen und bei der Sozialhilfe haben wir die Bedürftigkeitsprüfung: „Sie haben Ihren Job im Ausland aufgegeben. Hätten Sie ihn behalten, wären sie jetzt nicht bedürftig. Ihre Entschedung, tut uns leid.“
 
florian. schrieb:
man kann in Deutschland auch ein 300€ bGe einführen, aber geht es dann allen besser?
Denen die durch ihr Einkommen ihren Bedarf voll- und eigenständig decken können sicher nicht. Darunter fallen würde zumindest keiner mehr, egal aus welchen Gründen.

@wimsi & co.
Hast Du in Deinem Unternehmen überwiegend nur arbeitsscheue und unmotivierte, faule Mitarbeiter, die - würde sich die Möglichkeit bieten für geringes Grundeinkommen für lau den ganzen Tag zu Hause sitzen zu dürfen - diese eher heute als morgen weg wären?
Wie sieht es bei Dir persönlich aus? Etwa nein? Auf welcher Grundlage unterstellst Du dann dieses Verhalten der Mehrheit?
Manche tuen ja gerade so, als ob die Arbeitslosen die Wirtschaftslage und sinkenden Staatsfinanzen zu verantworten haben.

Ich bin übrigens keineswegs stur festgefahren und ungeduldig auf das bGE. Ich sehe es langfristig als Ziel und Herausforderung, wo es hinzuarbeiten gilt, nicht als fix- und fertiges Sofortprogramm für alle Bürger in vollem Umfang.
Das es nicht von heute auf morgen zu bewältigen ist, das ist auch mir klar. Zur Zeit betreiben wir nur Flickschusterei und das auch noch in eine immer erschreckendere, völlig entgegengesetzte Richtung.

Aus meiner Sicht wäre es schonmal ein Fortschritt, wenn dieses elende und unwürdige Hartz-IV Gesetz und somit die aktuelle Stoßrichtung wieder zurückgefahren und entgegengesetzten Kurs nehmen würde. Der nächste Schritt könnte dann die schrittweise Bedingungslosigkeit der aktuellen Leistungstransfers für Arbeitslose sein.

Denn was aktuell abgeht ist nicht mehr feierlich.
"Fördern und Fordern" heißt in der Realität "Fordern und Fordern". Es geht schon lange nicht mehr um die Menschen, sondern nur noch um einzusparende Kostenfaktoren unter zweifelhafter Methodik!

Ein Sozialsystem was auf Angst, Bestrafung, Bevormundung und Schikane aufbaut, zusehens auf die Rechtsunwissenheit der Betroffenen setzt, hat für mich nichts mehr mit Sozialgerechtigkeit und Sozialsicherheit zu tun.
Immer mehr ARGEN bewegen sich zunehmend in rechtlichen Grauzonen, die Bedürftigen werden immer weiter eingeschränkt.
Widersprüche und (übrigens 90% erfolgreiche) Sozialgerichtsklagen haben erschreckend zugenommen. So sehr, dass zb. kürzlich erst wieder Dienstanweisungen an die ARGE-Mitarbeiter eine Optimierung und Einstellung von Widerspruchsverfahren (Rücknahme des "Kunden") und Sozialklagen anstrengen und entsprechende Vorgehensweisen dazu empfehlen. Auch Vorschläge zur Erschwerung des Zuganges zu Beratungsgutscheinen für Rechtsberatung und Sozialgerichten sind aus politischen Reihen als Problemlösung zur Schonung von Ressourcen gefallen.

Wer hier noch tatsächlich weiterhin an das Gute dieses Systemes glaubt ist naiv und hoffnungslos verloren. Die verstrichenen Jahre war genug Gelegenheit dazu, zu überzeugen. Überzeugen konnte man jedoch nur die profitierende Wirtschaft & Friends.
 
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Wir kommen nicht um das Leistungsprinzip herum. Das liegt nicht nicht nur daran, dass es fair erscheint. Es liegt auch an uns, denn als Mensch denkt man rund um die Uhr an das MinMax-Prinzip: Der größtmögliche Ertrag zum kleinsten Aufwand.
Und ich behaupte, dieses Prinzip ist eines der wenigen Dinge, die jede Kultur auf der Welt verbindet. Irgendwann mag unsere Produktivität ja hoch genug sein, dass man nur noch wenig Arbeitskräfte benötigt, aber Neid und Fairness sind in unsere Gene eingebrannt.
Ochsen wurden durch Traktoren ersetzt, ein Schweißautomat schafft die Arbeit von vier Männern. Wenn wir uns mit dem zufriedengeben würden, was wir vor 50 oder 100 Jahren hatten, kämen wir bestimmt mit einem bGe zurecht.
Doch das wird nicht passieren, die Menschen kriegen den Hals nicht voll. Auch das scheint Bestandteil der Menschen zu sein, aber nicht in jeder Kultur.
Wenn wir zurückblicken, müssen wir aber zugeben, dass der Kapitalismus sich bis hierhin längst bewährt hat. Jede neue Generation ist wohlhabender als ihre Eltern und dessen Eltern. Das gilt auch für die medizinische Versorgung, die Nahrungsmittel und für die Unterhaltungsindustrie.
Relic, du erwartest hoffentlich nicht, dass jemand zu unserem bestrafenden, angsteinflössenden Sozialsystem Stellung nimmt.
 
@Odium
Nochmal: Sinn und Zweck des bGE ist es nicht, dass jeder ausgesorgt hat und sich untätig zur Ruhe legen kann/wird.
Auch ist es nicht Grundanliegen, den Kapitalismus oder die Marktwirtschaft ansich abzuschaffen!

Deine Punkte über menschliches Verhalten mögen ja richtig sein.
Gerade weil eben die Menschen so sind, wie Du sie beschreibst ist es doch schon von daher ein innergesellschaftlicher Anreiz, sich ständig persönlich zu verbessern.
Ihren Beitrag dazu kann auch die Bildung beisteuern.
Die wenigsten werden auf Dauer mit ihrem Grundeinkommen völlig glücklich und zufrieden sein.

Aber: Es fiele mit einem bGE niemand mehr durchs soziale Raster. Doch was noch viel entscheidender ist: Jeder kann sich frei entfalten, eben nach seiner Fasson, seinen pers. Ansprüchen und seinem Tempo, unbürokratischer und bevormundungsfrei. Und eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist im angemessenem Maße möglich.

Dies ist heute leider nicht zuverlässig gegeben, da man den steigenden Forderungen und Bedingungen anderer ausgeliefert ist, um überhaupt Anspruch auf die Existenzsicherung zu erhalten. Wo das inzwischen hingeführt hat, erleben wir ja aktuell. Die Auswirkungen sind schon längst beim Erhalt des eigenen Arbeitsplatzes angekommen und liegen nicht mehr mehrheitlich bei denen, die sowieso schon ganz unten sind, den Verlierern des Systems.
Im Gegenteil, wer nicht mitspielt und Schritt hält wird zum Verlierer.
Probiert haben wir vieles, positiv geändert hat sich wenig.

Übrigens auch Schwarzarbeit ist ein Zeichen dafür, dass die Menschen eben nicht grundsätzlich von Natur aus arbeitsscheu und unmotiviert sind, gierig und/oder egoistisch ja. Selbst viele Millionäre legen sich nicht auf die faule Haut, schon gar nicht auf Dauer.

Das Leistungsprinzip und die Gesellschaftaentwicklung würden durch ein bGE vielleicht auf eine Art und Weise verändert werden, nicht aber aufgehoben oder zwangläufig negativ. Auch hier kann man durch Anreize (nicht Repressalien) gegensteuern.
Es ist auch eine Frage des Wollens, welche die Grundvoraussetzung ist, diese Herausforderung anzugehen. Alles von vornherein in Grund und Boden reden ist keine Kunst.

Du erwartest hoffentlich nicht, dass jemand zu unserem bestrafenden, angsteinflössenden Sozialsystem Stellung nimmt.
Ein Diskurs mit Teilnehmern, die sich mit der Materie ernsthaft befassen, vielleicht sogar real aktiv beschäftigen oder persönliche aktuelle Erfahrungen und Lösungen beizusteuern haben, wäre durchaus willkommen.
Allerdings nicht in diesem Thread. Hatten wir hier glaube auch schon und führte zu nichts.

Ich wollte damit aufzeigen, das Existenzsicherung, wie wir sie jetzt haben eine immer wackeligere Angelegenheit wird und durch die bisherige Politik und Strategie ihr ursprüngliches Ziel offensichtlich nicht erreichen kann: Armut und sozialen Abstieg bekämpfen.
Wer bessere Modelle und zufriedenstellende Lösungen für alle Beteiligten hat, darf sie gerne weiterhin vortragen. Ich bin da offen. :)
 
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Relict schrieb:
Aber: Es fiele mit einem bGE niemand mehr durchs soziale Raster. Doch was noch viel entscheidender ist: Jeder kann sich frei entfalten, eben nach seiner Fasson, seinen pers. Ansprüchen und seinem Tempo, unbürokratischer und bevormundungsfrei. Und eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist im angemessenem Maße möglich.
[...]
Die Auswirkungen sind schon längst beim Erhalt des eigenen Arbeitsplatzes angekommen und liegen nicht mehr mehrheitlich bei denen, die sowieso schon ganz unten sind, den Verlierern des Systems.
Im Gegenteil, wer nicht mitspielt und Schritt hält wird zum Verlierer.
Probiert haben wir vieles, positiv geändert hat sich wenig.

Übrigens auch Schwarzarbeit ist ein Zeichen dafür, dass die Menschen eben nicht grundsätzlich von Natur aus arbeitsscheu und unmotiviert sind, gierig und/oder egoistisch ja. Selbst viele Millionäre legen sich nicht auf die faule Haut, schon gar nicht auf Dauer.

Also! Zuerst einmal gibt es einen kleinen aber feinen Unterschied zwischen echter Armut und sozialer Ausgrenzung. Wenn man richtig arm ist, geht es um die wirklich essentiellen Dinge im Leben. Dieses Problem existiert in Deutschland nicht mehr. Jeder hat Anspruch auf genügend staatliche Leistungen, um alt zu werden.
Die soziale Ausgrenzung ist dann die nächste Stufe: Ja, wer heute unter der Armutsgrenze lebt (die 11%), der kann nicht so am gesellschaftlichen Leben teilnehmen wie der Durchschnitt. Ich verstehe, wenn man das unangenehm findet, aber die Frage bleibt, zu welchen Kosten wir diesen Zustand bekämpfen wollen.

Dieser Fall durch das "soziale Raster", den wird es immer geben. Fast alle Staaten kennen das Problem, aber ich meine, dass wir den prozentualen Anteil an der Gesamtbevölkerung durch den Kapitalismus minimiert haben. Denn, das sagte ich schon, diese 11% sind plötzlich wohlhabend, wenn wir sie an einem anderen Kriterium messen.

In 100 Jahren werden wir garantiert auch Menschen haben, die nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können (was immer man darunter versteht), aber die werden auch einem Niveau leben, dass heute nur wenig Menschen erreichen. Und sie werden unzufrieden sein, denn das war ja immer so.

Das Leistungsprinzip und die Gesellschaftaentwicklung würden durch ein bGE vielleicht auf eine Art und Weise verändert werden, nicht aber aufgehoben oder zwangläufig negativ. Auch hier kann man durch Anreize (nicht Repressalien) gegensteuern.
Es ist auch eine Frage des Wollens, welche die Grundvoraussetzung ist, diese Herausforderung anzugehen.
In Star Trek lebt man uns das ja so vor. Dort gibt es keine Armut, keinen Hunger und alle machen nur das, worauf sie Lust haben. In keiner einzigen Serie wurde jemand gezeigt, der die Raumschiffe putzt oder die anstrengenden Montagearbeiten macht.

Ja, die Menschen reagieren nicht nur auf Existenzängste und Hunger, sondern auch auf die Aussicht, sich selbst zu verwirklichen. Aber tun das alle? Was ist mit jenen, die am liebsten unproduktiv sind?
Du kennst ja meine Umfrage zu dem Thema:
https://www.computerbase.de/forum/threads/wer-arbeitet-freiwillig-wer-nicht.267536/
55% sagen, dass sie nicht arbeiten würden, wenn sie ihr derzeitiges Einkommen behalten könnten. 45% arbeiten wirklich freiwillig. Je nachdem wie hoch die eigenen Ansprüche sind, desto eher wird jemand also seine Arbeit niederlegen und nur noch Freizeit oder Ehrenamt schieben.
 
ich lese da, das 50% mit ihren Arbeitsbedingungen so unzufrieden sind, dass das erstmal aufhören soll.
Ein GE wäre ja niedriger als der Lohn heute. Gleichzeitig würden sich die Arbeitsbedingungen schlagartig verbessern. Aus privaten Umfragen ^^ weiß ich folgendes: die allermeisten Leute wollen einfach nur arbeiten. Kein sinnloser Stress, keine dummen Abteilungsleiter/ Vorgaben usw usf
 
Odium schrieb:
In Star Trek lebt man uns das ja so vor. Dort gibt es keine Armut, keinen Hunger und alle machen nur das, worauf sie Lust haben.
Nicht nur worauf sie Lust haben, sondern vor allem wozu jeder befähigt ist. Ohne Leistung kommst Du auch in Startrek nicht weit.
Es gibt ja auch kein Geld und Streben nach Reichtum mehr, sodnern ausschließlich nach Anerkennung. Unser aktuelles System wurde ja durch die Ferengis nicht ganz unrealistisch dargestellt, so wie jede andere Rasse eben ihre Anleihen auch an unsere Zeit und Realität darstellt. ;)

In keiner einzigen Serie wurde jemand gezeigt, der die Raumschiffe putzt oder die anstrengenden Montagearbeiten macht.
Weil dort die Putzfrau seit Ewigkeiten wegrationisiert wurde. Reinigung wird vollumfänglich durch Energiefelder und Biofilter erledigt. Sie ist kein Thema mehr, da abgelöst. ^^
Montagearbeiter und Techniker wurden hingegen schon noch gesichtet, natürlich begrenzt, zb. in den Raumschiffwerften. Aber das nur am Rande.

Klar steigen die Ansprüche und Gegebenheiten mit Zeit, nur leider ungleich. Nur weil wir im Hightech-Zeitalter leben, hat sich doch im Kern für die Betroffenen nichts wirklich verändert oder anders gesagt geht die Schere zwischen arm und reich gerade wieder auseinander.
Schlimm genug, dass es immer noch trotz allem "Fortschrittes" so ist. Mancher Fortschritt bzw Errungenschaften sogar rückläufig sind oder zumindest auf der Abschussliste stehen.
Der kleine Mann und der Mittelstand sind mal wieder (oder immernoch?) die Verlierer.

Aber tun das alle? Was ist mit jenen, die am liebsten unproduktiv sind?
Hier darf man also ruhig auch pauschalisieren, hier ist es plötzlich legitim, da zweckmäßig?
Die wird es immer geben, in allen Schichten, sogar unter Arbeitenden und Arbeitslosen! Das sollte aber weder ein Argument, noch ein Maßstab sein. Auch der Begriff "unproduktiv" selber ist höchst schwammig und zeitgeistabhängig.
Selbst ein "unproduktiver" hat Interessen, Hobbies und Wünsche. Diese gilt es zu erkennen und wirksam in die Gesellschaft zu integrieren, eben zu fördern. Da muß man den Einzelfall betrachten und die Ursachen zur Lösung ergründen. Selbst ein Alkoholiker wurde nicht als solcher geboren.
Aber ja doch "Junge lern was anständiges" ^^
 
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Hier vergleicht jetzt aber nicht Filme miteinander?

Relict schrieb:
oder anders gesagt geht die Schere zwischen arm und reich gerade wieder auseinander.

Früher waren die Landbesitzer die reichen, der rest hatte nichts und musste ums überleben kämpfen.
Heute braucht man kein Land mehr um reich zu sein. und es gibt sicher weniger Arme als vor langer, langer zeit.


Die Armen sind nicht arm, Sie haben nur die Falschen Ansprüche weil man den Reichen nacheifert. (man will ja auch ein Plasma Fernseher wie die reichen).
 
Nunja, also wenn ich Leute an der Tafel anstehen oder sogar im Müllcontainer buddeln sehe, dann glaube ich kaum, dass deren vordergründigstes Ziel der Plasma-Fernseher und Co. ist.
Die kämpfen darum ihren Monat zu meistern.
Die welche schon gut auskommen, sind doch mitunter die größten Eiferer. Nur die haben auch mehr Möglichkeiten dazu. Geld kommt nun mal am einfachsten zu Geld.

Außerdem ist technischer Fortschritt kein Beweis für Wohlstand und schon gar nicht ein Fortschritt in allen gesellschaftlichen Belangen. Was nützt der ganze Technik-Fortschritt, wenn nicht alle davon profitieren und das Grundlegenste immer noch schleift?
 
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Wir müssen uns von dieser Schwarz-Weiß-Denke lösen. Kein von Menschen geschaffenes System ist perfekt und wir suchen ja ständig nach einer Lebensart, in der die wenigsten Menschen unglücklich sind. Durch das Prinzip des Privateigentums, der Demokratie, des Rechtsstaates und der Freiheit sind wir da schon verdammt dicht dran, denke ich. Zumindest im Vergleich zu anderen Systemen (Stammesherrschaft, China-Demokratie) brauchen wir uns nicht verstecken.

Also sollte man doch eher fragen: In welchem System gibt es die wenigsten Verlierer?
Die Versprechungen des bGe deuten tatsächlich an, dass es ein Modell ist, in der es gar keine Verlierer mehr gibt, denn die wurden schon durch den Aufbau des Systems wegmodelliert. Ist das nicht unrealistisch?
Daher meine ich: Solange der Technikfortschritt und Kapitalismus den meisten Menschen nützt und man dort so etwas wie eine grobe Chancengleichheit hat, gibt es dann einen Grund daran zu rütteln? Laufen wir nicht vielmehr Gefahr, die momentane soziale Ruhe zwischen den Schichten zu verlieren, wenn wir die staatlichen Transferleistungen zu stark erhöhen (bGe-Idee) und wir es nicht ertragen können, überall ein paar Gestalten zu sehen, die dieses System ganz legal ausnehmen?
 
Zumindest im Vergleich zu anderen Systemen (Stammesherrschaft, China-Demokratie) brauchen wir uns nicht verstecken.

Also wenn wir SO an die Sache herangehen und uns durch Nach-unten-Schauen zu rückständigen oder mieseren Systemen messen und unsere Entscheidungen damit rechtfertigen, kann es natürlich nur besser sein und aufwärts gehen, das ist ja keine Kunst. Andere Länder, andere Sitten.
Wenn man danach geht, könnten wir ja eigentlich auch die Hände ganz in den Schoß legen. Bis die mal aufgeholt haben, hätten wir ja noch genug Zeit. Bis dahin ist unseres locker besser. ^^

Ich würde mich da eher am oberen Ende orientieren. Zudem finde es sinnvoller, sich an der
eigenen Gesellschaft zu orientieren und diese als Maßstab heranzuziehen.
Soziale Ruhe wird wohl eher nicht einkehren, wenn wir so weitermachen, wie bisher. ;)

Zum Punkt "ertragen von Elend" beobachte ich eher folgendes: Aus den Augen aus dem Sinn, also Ignoranz/Fallenlassen/Abschieben.
Ob das Fortschritt und Aushängeschild einer zivilisierten und modernen Gesellschaft ist, wage ich ja fast zu bezweifeln.

Übrigens zur Rechtsstaatlichkeit und deren Realität:
Pressemitteilung des Hessischen Landessozialgerichts 30/08:
Das Landessozialgericht hatte am Mittwoch festgestellt, dass die «Hartz IV»-Regelsätze für Familien mit Kindern nicht das soziokulturelle Existenzminimum abdecken. Sie verstießen gegen die Menschenwürde und seien somit nicht mit dem Grundgesetz vereinbar.
Geklagt hatte eine hessische Familie, da die Regelsätze den besonderen Bedarf von Familien mit Kindern nicht berücksichtigten.
Das Gericht gab der Klage statt und wird nun dem Bundesverfassungsgericht ein «Hartz IV»-Verfahren vorlegen.

»Das Bundesverfassungsgericht fordert einen Schutz des Existenzminimums ohne wenn und aber«, sagte der Vorsitzende Richter Jürgen Borchert bei Bekanntgabe des Beschlusses. Doch der Gesetzgeber habe die Regelsätze so begrenzt, dass allenfalls das »nackte Überleben« gewährleistet sei.
(Az. L 6 AS 336/07)
;)
 
wimsi schrieb:
Soziale Gerechtigkeit? Findest du es gerecht das ich arbeiten gehe um angenommen dir dein Leben zu finanzieren. Nicht weil du zB. behindert bist, sondern weil du einfach keine Lust hast?

Immer wieder die gleiche Leier :rolleyes:.

Haben wir das bGE? Nein! Zahlst du Steuern? Ja! Wer glaubt ohne Arbeitslose müsse er keine Steuern/Sozialabgaben zahlen,der lebt hinter der Venus! Ohne Arbeitslose würdest du möglicherweise weniger Sozialabgaben zahlen,dafür dann sofort wieder mehr Steuern. :p Anstatt Geld ins Sozialsystem zu pumpen würden dann sofort solch banale Dinge wie z.B. der Wehretat mal eben ver-x-facht.

@Topic

Wenn man einer Studie glaubt,welche besagt dass jeder €uro den ich pro Jahr ausgebe am Jahresende durch Mehrwert/Umsatzsteuer sowie die Bewegung des Geldes in der Summe 2,30 € (!) an Steuereinnahmen generiert,dann könnte das bGE sogar besser funktionieren als erhofft,denn es würde ja auch mehr ausgegeben (bzw. das Geld würde öfter den Besitzer wechseln -> zusätzliche Steuern für den Fiskus).

MfG
 
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Bei dem ganzen hin und her habe ich irgendwie das Gefühl das man auf der Stelle tritt und bis etwas passiert noch sehr viel Zeit ins Land gehen wird :(
Wie sind denn eigentlich die Aussichtschancen, dass das Grundeinkommen durchgeboxt wird?
Höre nur von Präsentationen des Verbandes, aber die Politik beschäftigt sich nicht wirklich damit, oder?

Freue mich schon auf die Zeit nach meiner Ausbildung, keine Arbeit und werde zu 1€ Jobs gezwungen, lehne ich ab kriege ich nach dem 3. mal 0€ und kann verhungern - tolle Aussichten >.<
 
Unter 25 bekommst Du beim ersten Vergehen bereits 100% Sanktion. ;)
Von der derzeitigen Regierung kannst Du keine Debatte erwarten. Selbst das für die Betroffenen nur suboptimale Althaus-Modell ist meines Wissens erstmal ad-acta gelegt worden.
Aber es sind ja bald Wahlen. ^^
 
Zuletzt bearbeitet: (Link hinzugefügt)
Warum auch hier ein bGE Abhilfe schaffen kann, zeigt auch folgender Fall:
Silke M. ist verzweifelt. Für den nächsten Monat hat die vierfache Mutter kein Geld für Essen und den Lebensunterhalt. Sie und ihre Kinder sind Opfer einer Gesetzeslücke geworden. Der Grund: Zwei Sozialleistungen sind nicht richtig aufeinander abgestimmt. Der Geschäftsführer der Arbeitgemeinschaft Osnabrück (Agos) spricht von einer Lücke im System. Silke M. ist kein Einzelfall.

„Ich fühle mich dafür bestraft, dass ich mir Arbeit suche“, sagt die 37-Jährige traurig. Würde sie einfach weiter Arbeitslosengeld II (ALG II) beziehen wie zuvor, hätte sie jetzt keine Probleme. So aber lebt sie seit Tagen mit Existenzängsten.

weiter...
http://www.neue-oz.de/information/noz_print/stadt_osnabrueck/20888836.html

und das kann ich nur bestätigen.
 
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