Die hat ihm auch niemand abgesprochen. Ich sprach davon, dass er (i) persönlich angreifend wird und (ii) keine eigenen Argumente liefert, sondern aus anderen Beiträgen Teilaspekte herauspickt, zu denen er dann rhetorische Fragen stellt.
(i) ist wohl schwerlich als konstruktiv für eine Diskussion darstellbar und zu (ii) mal ein Beispiel:
- "100.000 von Aktie A nach B bewege" -> wie viele können das denn? Nur REICHE.
- "Trump ist ein Vollidiot mit Twittertourrette" -> das unterstellst DU einfach nur
- "wo viele einzelne mal 5.000 Eur., 10.000 Eur etc angelegt haben" -> ist das über 100.000?
- "450 Millionen Europäer mit 26 Staaten und Handelsbeziehungen" -> glaubst du etwa ernsthaft, die könnten mit ihrem Handelsgewicht keine Steuern ohne massive Steuerflucht durchsetzen?
- "Zu der Lohnsteuer, eurer Fehler ist" -> das ist dein Fehler, davon zu sprechen
- "morgen alles nur noch mit Robotern läuft und alle arbeitslos auf der Straße sitzen." -> wiederhol das gerne immer wieder, wenn es dir dadurch besser geht. Hat hier niemand behauptet.
Ich vertrete nicht die Meinung, dass diese Beispiele zu (ii) eine adäquate Diskussionkultur darstellen. Vollkommen gleich, ob man nun dafür oder dagegen ist. Das hier wäre nur mal Pro-BGE-Spiegel für eine derartige Diskussionskultur.
Das ist vollkommen richtig - hier können wir ja auch über Zahlen, Fakten, reden. Der Punkt dabei ist ja aber, dass man unterm Strich >100.000 monatlich (weil die Steuer ja weitaus niedriger als 1% ausfallen wird) bewegen muss, damit man überhaupt negativ betroffen ist. Und zwar einmalig negativ, in diesem Monat.
Das trifft also nicht die Gesellschaftsmitte oder Geringverdiener negativ, sondern nur Topverdiener (die eine Steuer <1% nicht besonders schmerzt). Reflexive Transfers übrigens, also Person 1 Kto 1 zu Person 1 Kto 2 sind afaik in allen Modellen außen vor. Es wird also nur Finanzhandel (oder in manchen Modellen eben auch Überweisungen) zwischen unterschiedlichen, juristischen Personen ausgegangen.
Wenn wir bei dem EU-Modell bleiben, dann würde es bedeuten, du müsstest für mehr als 100.000 monatlich an der Börse spekulieren o.Ä.
Auch etwa ein Pensionsfond wäre für dich kein Negativeinkommen, da du Renditen >100.000 erzielen müsstest, um unterm Strich mehr abzudrücken, als du von einem BGE bekommst.
Mehr Ausgaben als Einnahmen durch ein BGE treffen also nur für einen verschwindend geringen, sehr reichen, Teil der Bevölkerung zu. Und es heißt ja auch nicht, dass sich viele Geschäftsgebaren dann gar nicht mehr lohnen, sondern nur, dass sie um einen Satz deutlich geringer als 1% weniger rentabel werden, als vorher.
Das ist m.M.n. unter keiner Prämisse haltbar. Wegfall von Lohnsteuer und Sozialabgaben haben wir bei Robotern so oder so. Einen ausufernden Finanzmarkt (>100:1 im Vergleich zum BIP) ebenfalls.
Ein BGE brauchen wir zwingend für keines dieser Szenarien, es sei denn die vierte, industrielle Revolution fällt so stark aus, wie vorherige. Wenn sie das aber tut, dann haben wir eine höhere Effizienz als vorher und erzeugen mehr Werte als vorher.
D.h. der Wohlstand ist da und erhöht sich signifikant. Wir müssen dann nur über adäquate Umverteilung diskutieren.