Ich glaube der Kommunismus ist Deine Werteordnung. Deine Gedanken scheitern schon daran, dass man ein Einheitslohnsystem allenfalls in Nordkorea oder ähnlichen kommunistischen Systemen hat. Hier bestimmt der Markt die Gehälter oder soll demnächst noch ein (wohl verfassungswidriges) Gesetz kommen, was vorschreibt, wie hoch Steigerungen von Gehältern ausfallen dürfen? Oder soll der Staat gleich durch Anpassung der Einkommenssteuern gegensteuern? Außerdem gehen Deine Vorhalte ins Leere beziehungsweise betreffen allenfalls die Reichen und Superreichen, die ohnehin ihr Geld in den seltensten Fällen als Angestellte verdienen, sondern durch selbständige Tätigkeit. Die Praxis sah in der Vergangenheit eher so aus, dass Gehaltserhöhung gerade im oberen Mittelstand durch die kalte Progression vernichtet wurde. Mithin hat sich der Staat gerade über die höheren Erhöhungen gefreut, weil er gleich wieder richtig bei der Steuer zulangen konnte. Eigentlich wären die mal mit richtigen Erhöhungen dran, denn real hat gerade der Mittelstand in den letzten Jahren immer mehr Geld verloren. Außerdem ist es assozial zu sagen, die "oben" haben genug, die brauchen keine Erhöhung! Warum sollen die keine Erhöhung bekommen? Sollten in "Deiner" Welt am besten alle den gleichen Lohn haben oder wie? Am besten man passt so lange an, bis dies der Fall ist?DerOlf schrieb:@Tomislav2007:
Dir ist aber hoffentlich schon irgendwie klar, dass man das auch geschickt regeln kann ...
Wenn man alle löhne gleichzeitig anhebt, ist das unfinanzierbar, also muss man es so staffeln, dass der Prozentsatz um den erhöht wird z.B. vom Abstand des Gehaltes zum aktuellen Durchschnitt abhängig ist (Standardabweichung).
Liegtst du genau drauf, dann erhöht es sich eben um 5% (nur als Beispiel), liegst du weit drüber, dann eben nur um 1% ... ganz oben eben garnicht ... liegst du weit darunter, dann vielleicht um 10%.
Eben eine Steigerung entlang der Einkommensdezile, die das statistische Bundesamt sowieso erhebt.
2% von 1000 sind letztlich genau so viel, wie 1% von 2000 (simple as that) und die Differenz bleibt in dem Fall sogar konstant (1000), oder ist es problematisch, wenn der eine am Ende nicht mehr nur die Hälfte vom anderen verdient?
Und behaupte nicht, man könne sich keine Lohnerhöhungen leisten, schließlich sind in den oberen 5 dezilen die Gehälter in den letzten 10 Jahren konrtinuierlich gestiegen ... nur unten hat sich im Vergleichszeitraum kaum was bewegt.
Mit welcher Logik kann das begründet werden ... um hohe Gehälter zu erhöhen reicht der Aufschwung, aber für die niedrigen ist nichtmal genug Geld da, um sie um 3% zu erhöhen?
Genau darum geht es doch den Kritikern, die konstant behaupten, vom Aufschwung der deutschen Wirtschaft würde beim gemeinen Volk nichts ankommen ausser Hartz4. Dabei geht es genau um die Lohn- und Vermögensentwicklung der letzten 10 Jahre ... die Einkommen sind gestegen (im Durchschnitt), im einzelnen fällt jedoch auf, dass das lange nicht alle Einkommen betroffen hat, sondern nur ohnehin ziemlich hohe.
Das einzige, was ich hin und wieder sinnvoll und fair fände, wären pauschale Gehaltserhöhungen. Dass es in einem Jahr pauschale Summenerhöhungen gibt (zB. jeder bekommt eine Gehaltserhöhung von monatlich 100 Eur), im nächsten Jahr dann wieder die prozentuale Erhöhung. Die prozentuale Erhöhung aber abzuschaffen oder gar Leute auszuschließen ist genauso falsch, weil deren finanzielle Belastung auch nicht weniger wird und zudem das Lohngefüge massiv beeinträchtigt wird. Aber anscheinend ist dir das egal.