Die Arbeit ist das wert, was sie erzielt. Soll die Friseurin 3000 Eur verdienen? Wenn ja, dann wirst Du wohl auch bereit sein, 60 Eur für Deinen Herrenhaarschnitt zu zahlen? Komischerweise wirst Du einer von wenigen sein, die das wollen und das Friseurgeschäft ziemlich schnell Pleite gehen.savoy2k schrieb:Es kann einfach nicht sein, dass man in Deutschland lebt, 40stunden arbeitet und am Ende des Monats zum Amt rennen muss, damit die Miete noch bezahlt werden kann. Und zwar vollkommen egal ob Putzfrau, Bäcker, Friseur oder sonst was... Von der Rente, die diese Leute noch privat vorsorgen sollen, mal ganz zu schweigen.
Ich kanns nicht mehr hören. Wie sehr ist Deine Miete gestiegen?savoy2k schrieb:Wobei die mieten ein immer größeres Problem werden. Selbst bei uns auf dem land, 40 km von der nächsten Autobahn entfernt, nimmt das ganze schon perverse Auswüchse an.
Ja die Mieten werden teurer, aber in erster Linie die Neuvermietungen, da der Rest klaren rechtlichen Regeln unterliegt. Da hilft Neubau auch nur bedingt. Warum werden Neuvermietungen teurer. Weil der Bedarf steigt. Weil die Zinsen gerade gering sind und jeder meint, Haus/Wohnungseigentümer werden zu wollen (auch wenn er es sich eigentlich nicht leisten kann). Dadurch haben sich die Kaufpreise extrem verteuert. Weil die Kosten fürs Bauen durch immer neue Vorgaben bei Dämmung und Energiesparen immer teurer werden. Während man früher eine "billig"Wohnung vielleicht für 1800Eur / qm bauen konnte, geht das heute kaum noch unter 3000 Eur, allein weil die Baukosten in den letzten Jahren durch energetische Vorgaben explodiert sind. Soll der Eigentümer das alles selbst bezahlen, am besten noch drauf zahlen?
Leute flüchten gerade in Betongeld, weil man durch die Niedrigzinsen keine Rendite mehr hat. Deswegen steigen die Preise zusätzlich.
Alles in allem sollte man sich mal mit dem Thema beschäftigen, bevor immer gemeckert wird. Gerade Eigentum ist alles andere als ein einfaches und risikofreies Geschäft. Wenn Du davon ausgehst, dass eine 60 m2 Wohnung im Zentrum 250.000 Eur kostet, dann musst Du, nur um 2 % Rendite (wo früher jedes Sparbuch locker das Doppelte abgeworfen hat) herauszuholen, 5000 Eur Kaltjahresmiete erzielen. Das sind dann schon 420 Eur Kaltmiete, die man monatlich erzielen muss. Nur haben die wenigsten mal eben 250.000 Eur auf der hohen Kante und müssen dafür ein Darlehen aufnehmen. Da kannst Du mal trotz Niedrigzins mit locker 1,5% Darlehenszinsen rechnen. Dann kannst Du noch das Hausgeld bzw. die nicht umlagefähigen Kosten dazu rechnen (Instandhaltungsrücklage, Grundsteuern, Instandhaltungskosten, Gebäudeversicherungen,, etc. pp.) Realistisch gesehen, muss man locker niedriggerechnete 600 Eur Kaltmiete nehmen, um nicht draufzuzahlen. Und wofür? Um einen Spacken in der Wohnung zu haben, der erst die Miete prellt und dann eine Messiwohnung mit 30.000 Eur Schaden hinterlässt? Oder für den ständigen Streit mit den Mietern oder anderen Wohnungseigentümern? Klar gibt es kriminelle Miethaie, aber das sind nicht alle. Die jetzige Entwicklung ist absolut logisch und nachvollziehbar.
(schön und gut, fragt sich nur, wer das alles bezahlen soll?)savoy2k schrieb:MMn muss sich tatsächlich einiges ändern. BGE alleine würde natürlich nicht reichen.
- Sozialen Wohnungsbau deutlich erhöhen (siehe Wien)
(genau scheiß auf Art 14 GG. Wir bestrafen einfach, wenn einer von seinem Recht Gebrauch macht, das damit zu machen, was er will. Er MUSS es günstig am besten kostenlos zur Verfügung stellen, auch wenn er damit vielleicht andere Pläne hat, oder gerade nicht bauen will oder kann. Ansonsten brauchen wir halt einfach mal wieder eine Bodenreform. Hey warum stellst Du mir nicht Deinen Golf zur Verfügung. Ich habe kein Auto und will auch eins. Ich finde es unfair, dass Du eins hast und ich nicht.)savoy2k schrieb:- Immobilien Spekulation grundsätzlich unattraktiv machen: nicht genutzte Grundstücke straf besteuern.
Dazu wurde genug gesagt.savoy2k schrieb:- Auf EU-Ebene eine Art Finanztransaktionsteuer einführen. (Okay, das ist vollkommene Utopie bei den derzeitigen europäischen Verhältnissen)
Der Lacher schlecht hin. Das würde gehen, wenn wir nicht so viel Sozialhilfe zahlen würden. Kannst ja mal schauen, was Du dort für Stress hast, wenn Du zum Amt gehst und sagst, Vadder Staat zahl mir mal.savoy2k schrieb:- Rentensystem umbauen ähnlich wie in der Schweiz. Beamte, Ärzte, Steuerberater, Architekten, etc. nicht mehr gesondert stellen.
Außerdem kannst du das nicht so einfach umbauen. Wir haben einen Generationsvertrag, dort basiert das System auf 3 Säulen mit einem großen Teil Selbstversorgung (private Eigenvorsorge). Und bevor du gegen die bösen Versorgungswerke schimpfst, mach Dich erstmal schlau.
https://de.wikipedia.org/wiki/Berufsständische_Versorgung
(Am besten unter historische Entwicklung schauen). Die Freien Berufe wurden damals aus der Rentenversicherung ausgeschlossen, weil man das Risiko der Versorgung von Selbständigen nicht tragen wollte. Die Versorgungswerke sind aus der Not heraus geboren worden, weil die betreffenden von der RV gefi... wurden


Auch hier tun sich Lücken und Mythen auf, denn blöderweise wird immer wieder verschwiegen, dass die Kapitalerträge ohnehin meist schon versteuert sind, nämlich durch die 15% Körperschaftssteuer / Gewerbesteuer, die vorher schon vom Kapitalertrag abgeflossen (weil durch das Unternehmen bezahlt) sind. Hinzu kommen 5,5% Soli + 8 oder 9 % Kirchensteuer (falls pflichtig), so dass in aller Regel Kapitalerträge nicht anders besteuert werden, als der höchste Einkommenssteuersatz.savoy2k schrieb:- Zudem erschließt sich mir bis heute nicht, warum ich 25% Steuern auf Kapitalerträge zahle, während mein Arbeitseinkommen ziemlich schnell die 25% überschritten hat. Es sei denn man ist "Berater", und kann mal eben 70-80% von den Autokosten (bevorzugt fetter SUV oder Sport Kombi) absetzten.
Zu den bösen bösen Versorgungswerksflüchtlingen habe ich schon was gesagt. Diese miesen Verräter.savoy2k schrieb:Bsp.: Ein naher Verwandter ist nun gerade Steuerberater geworden mit 27 (Respekt dafür ^^). Nun geht der Kollege los, lässt sich seine Beiträge der letzten 4 Jahre aus der gesetzlichen AUSZAHLEN und geht in sein Versorgungswerk. Warum muss das sein? Er wird sein ganzes Arbeitsleben mit gutem bis sehr gutem Gehalt belohnt und oben drauf, darf er sich aus der Solidarität komplett zurück ziehen? Das er auch noch bei den Big Four hilft Steuern für die bedürftigen internationalen Konzerne zu minimieren, steht nochmal auf einem anderen Blatt. Achja, der macht das übrigens genauso: Schön Audi S5 zugelegt: zack gibt nochmal 3000-6000€ Steuer wieder am Ende...nur fürs Auto. Ich hab mir da lieber nur ein Golf geholt... 30Cent der halbe Kilometer... ach nicht der rede Wert bei 20km weg
Gut, nach deiner Logik kann sich JEDER frei entscheiden Steuerberater zu werden. Aber meinst du wirklich wir brauchen 5 Mio Steuerberater?![]()
Und der Schuft ist doch tatsächlich einer der 20%, die nicht durch einen der schwersten Abschlüsse mit einer der höchsten Durchfallraten durchgefallen sind und einer der sehr wenigen, die es zu einem Steuerberater geschafft hat. So ein Sack. Dabei kann das doch jeder


Dein Beitrag unterstreicht wieder mal, wie Neid getrieben die Gesellschaft ist. Aber hey dagegen hilft auch kein BGE, denn das bekommen dann auch alle.
