DerOlf
Admiral
- Registriert
- März 2010
- Beiträge
- 9.280
Du meist sicher, dass wir mit den Gegebenheiten leben und in ihnen sozialisiert sind?HerrAbisZ schrieb:Ihr denkt so ziemlich alle in den heutigen Gegebenheiten
Dass wir mit ihnen Argumentieren, bringt der gebitene Realismus nunmal mit sich.
Eventuell hast du schonmal jemanden sagen hören "es ist wichtig, einen Menschen dort abzuholen, wo er sich selbst positioniert".
Wie soll man einem Menschen etwas begreiflich machen, wenn nicht anhand der gegebenheiten, die sein Leben bestimmen?
Du meinst also den gesamten bisherigen Prozess der "Zivilisation" (dessen beginn wir natürlich falsch bei der Seßhaftigkeit ansetzen ... muss ja was mit uns gemeinsam haben, damirt wir unsere jetzige Kultur darauf beziehen können), "vergessen machen" und nochmal mit Sammeln und Jagen anfangen?HerrAbisZ schrieb:Geht 16.000 Jahre zurück und denkt das ganze NEU - und dann darauf aufbauend
Wie möchtest du diesen Prozess gerne anders gestalten? .. und vor allem, wer soll die Entwicklung in eine Richtung leiten, die dir auch in 500 Jahren noch "gut" erscheint ...
Soll man die Bildung größerer Städte zulassen?
Auf dieser Basis entwckelte sich der internationale und auch globale Handel ... ohne diese Entwicklung wäre die gesamte Antike (inklusive geistiger und Technologischer Blüten) nicht in der Form möglich gewesen.
Der Nebeneffekt der Konzentration großer menschenmengen ist nunmal vielfach ... ein großer Markt (mit vielen Teilnehmern) ermöglicht auch höhere Gewinne als einer mit nur wenig Teilnehmern.
ausserhalb der Städte wuchst der Wohlstand der Händler nicht ansatzweise so rasant, wie in den Ballungsräumen.
Gleichzeitig entsteht ein Bedürfnis nach öffentlicher Ordnung, nach Verwaltung ... nach der Ausübung von Macht, nach einem Staat, der die Dinge des Alltags regelt.
Der Geburtsort unseres heutigen Wohlstands (inklusive der Ungerechtigkeiten, die er mit sich bringt) und der sozialen Hierarchien (inkl. deren künstlicher Überhöhung) sind identisch.
Schon die großen Metropolen der Bronzezeit waren nicht anders aufgebaut, wie unsere heutigen Städte in der 3. Welt ... ein relativ wohlhabendes Zentrum, in dem es den Menschen gut geht ... und ausgedehnte Slums aussen rum.
Wenn unsere Städte von Archäologen ausgegraben würden, sie könnten denken unsere Götter hätten so tolle Namen gehabt wie "Profit", "Rendite", "ROI" ... und in den Banken (prunkvolle Tempel mit strengstens abgetrennten Bereichen für die "Priesterschaft" und das gemeine Volk) wurde diesen Gottheiten gehuldigt ... eventuell werden einige Luxusaktivitäten sogar als religiöse Zeremonien fehinterpretiert.
Was bleibt von unseren Wirtschaftsideologien eigentlich übrig, wenn sich keine Sau mehr an die theoretischen Grundlagen erinnert, mit denen wir das alles legitimieren?