Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

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Ach das ist reine Spekulation. Ich spekuliere auch mal: Sie geht vllt. sogar für weniger ihrem "Hobby" nach und verdient sich für ihre Luxusansprüche was hinzu. Mit 1000 EUR kannste keine großen Sprünge machen.
Hat sie ja ihr bGE sicher im Rücken, was den Arbeitslohn unterfüttert, wie hier im thread ja auch schon behandelt wurde. ;)
 
Das ist genau das Problem mit dem bGe. Wir können zwar nicht die Zukunft vorhersagen, aber mir fehlen zur Begründung des bGe handfeste Modellrechnungen. Da wird dermaßen viel spekuliert, z. B. mit einem Rückgang der Kriminalitätsrate, dass ich mich ernsthaft fragen muss, auf welchen Annahmen diese Prognose beruht.

Darüber lassen sich die Befürworter des bGe viel zu wenig aus. Ich schrieb es schon einmal ziemlich zu Anfang des Threads. In meinen Augen sitzen da "Intellektuelle" oder Etablierte wie Herr Götz Werner, die entweder gut ausgebildet oder sogar vermögend sind. Die können ihren aktuellen Job vielleicht an den Nagel hängen und sich ihr Zubrot durch das Schreiben von Blogs oder Büchern verdienen oder Vorträge halten, weil sie als Allrounder flexibel einsetzbar sind und vielleicht auch unternehmerisch denken und handeln.

Aber der einfache Kfz-Mechaniker, Verwaltungsfachangestellte oder Kaufmann im Großhandel besitzt diese Flexibilität nicht. Er hat seine Ausbildung im Rücken und macht seinen Job dann gut, wenn er genau das machen kann, was er zuvor gelernt hat.

Hier wird gerne so getan, als ob die Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit im nächsten Monat irgendeinen anderen Job übernehmen würden, könnten oder wollten. Reine Spekulation, so wie man auch bei der Arbeitswilligkeit spekuliert.

Mir genügt das für einen Systemwechsel nicht. Das ist viel zu wenig unterfüttert, um es ernsthaft in Erwägung ziehen zu können. Zumal grundlegende Probleme hinzukommen (Außengrenzen, Bezugsberechtigte), für die keine stichhaltige Regelung präsentiert wird, die einer ökonomischen oder juristischen Prüfung standhalten würde.
 
Hier wird gerne so getan, als ob die Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit im nächsten Monat irgendeinen anderen Job übernehmen würden, könnten oder wollten.

Kann Dir hier nicht ganz folgen. Wie kommst Du jetzt da drauf?
Wenn es so sein sollte, wie ich diesen Satz verstehe, dann käme der Staat wahrscheinlich mit den 1000 EUR bGE günstiger weg, als mit deren BAT-Gehältern und Zuschlägen im ÖD, die hauptsächlich auch noch nur der Selbstverwaltung dienen, welche wiederum zusätzliche Kosten verursacht. ;)
Zumal viele sowieso dort nur befriste Verträge haben und oft auch aus anderen Branchen kommen.

Aber der einfache Kfz-Mechaniker, Verwaltungsfachangestellte oder Kaufmann im Großhandel besitzt diese Flexibilität nicht. Er hat seine Ausbildung im Rücken und macht seinen Job dann gut, wenn er genau das machen kann, was er zuvor gelernt hat.
Ach auf einmal wird keine Flexibilität mehr erwartet? Wenn diese Leute heutzutage in Hartz-IV gehen, dann wird sehr wohl sehr viel Flexibilität und Eigenengagement zwingend voraus gesetzt.
Warum sollte man sich seine Arbeit bei einem bGE nicht mehr aussuchen können/dürfen? Meinst Du, die bleiben alle für 1000,- EUR zu hause sitzen. Auch wenn es aus Sicht mancher Niedriglöhner sicher eine reizbare Alternative ist, sicher nicht auf Dauer.
Würdest Du denn alles hinschmeißen und zu hause bleiben, wieviele aus Deiner Verwandschaft und Bekanntschaft?
Wieviele Langszeitarbeitslose haben wir denn, die seit sagen wir mal der Wende, also 20 Jahren noch nie Arbeiten waren? Es gibt sie, aber nicht so reichlich wie gern prophezeit.
Und die, welche ich erlebe, bei denen ist Hopfen und Malz inzwischen wohl verloren, so dass sie nur noch ihre Probleme im Suff betäuben. Vllt. auch durchs System bedingt, das es soweit kam? Denn auch diese haben nicht selten nen ordentlichen Berufabschluss und Arbeitsjahre hinter sich.
 
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Es ist doch völlig klar, dass uns die Verwaltung der Krankenkassen, der Renten und der Arbeitslosen Geld kostet - und zwar nicht zu knapp. Da sind einmal die gezahlten Leistungen, aber auch das benötigte Personal. Das ist die Basis, auf der argumentiert wird. Man spart die Leute ein und hat mehr Geld übrig. Nun stimmt das natürlich, aber es ist nur eine Seite der Medaille, weshalb ich auch auf die andere hinweise.

Wenn Du Steuerberater bist oder Steuerfachgehilfe oder Angestellter bei der Rentenversicherung usw., dann bist Du auf den Job spezialisiert, den Du dort gelernt hast. Die erlernten Verwaltungsabläufe, die Software, die Gesetze usw. kannst Du später aber nirgendwo mehr einsetzen.

Das ist der zentrale Unterschied zu einem Kaufmann oder einem Handwerker, der von Betrieb A zu Betrieb B wechselt. Was hilt einem die (örtliche) Flexibilität, wenn es keinen Ort mehr gibt, wo die angebotene Qualifikation nachgefragt wird? Man müsste diese Leute also entweder alle umschulen oder sie müssten sich mit den Jobs zufrieden geben, die von Ungelernten oder Angelernten erledigt werden. Das wäre ein großer Rückscihritt, sowohl in Bezug auf die Arbeitsmotivation als auch bei der Bezahlung. Ich möchte nur, dass dies nicht unter den Tisch fällt.

Wer gut verdient, wird auch weiterhin (gerne) arbeiten, weil es sich für ihn lohnt. Aber wer wenig verdient (schlecht bezahlter Job oder Teilzeitjob) wird ein gehöriges Motivationsproblem bekommen, wenn sich die Arbeit nicht mehr auszahlt.

Das Gegenargument ist dann stets, dann man diese Leute besser bezahlen müsste, Und genau dann wäre es mit der Preisstabilität vorbei. Das ist doch nun wirklich VWL für Kinder. Ich verstehe nicht, wie man das so locker ignorieren kann.
 
Was hilt einem die (örtliche) Flexibilität, wenn es keinen Ort mehr gibt, wo die angebotene Qualifikation nachgefragt wird?
Tja da gehts den Leuten wie den Menschen. Heute ist es nicht anders. Wird Dein Job nicht mehr nachgefragt, musst Du Dich weiterbilden, umschulen oder eben anderweitig umschauen. Das interessiert heute auch niemanden.
Was alles gesetzlich zumutbar ist, sehen wir ja heute. Es gibt keinen Berufsschutz. Wer sich hochspezialisiert hat, weiß erstens auf was er sich eingelassen hat und zweitens dürfte er das nötige Köpfchen, Elan und somit die Grundlagen für genannte Optionen bereits mitbringen.

Die Motivation ist offen, ja. Jedenfalls kann die Höhe des bGE ein Anreiz von vielen sein, weiterhin nicht stagnieren zu wollen. Vielleicht führt es sogar zu einen positivem Effekt. Bessere Arbeitsbedingungen, mehr Engagement durch freie Selbstbestimmung ohne Not und Druck.


Die 1000 EUR Einkommen würden sich zudem positiv auf die Binnenkonjunktur auswirken, da sie zu 90% in den Kreislauf zurück wandern würden. Stichwort Millionär isst auch nur 1 Ei.
 
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Es geht mir keineswegs um Bestandsschutz. Aber die Befürworter des Grundeinkommens nehmen vorschnell das Wort "Konjunkturbelebung" in den Mund, obwohl sich das bGe erstens in bestehende Arbeitskommen hneinwächst und zweitens zu keiner riesigen Anhebung der Einkommen führen würde, die derzeit durch ALG II erzielt werden.

Im Gegensatz dazu hätte eine Stadt wie Nürnberg aber zunächst einmal sehr darunter zu leiden, dass es die Arbeitsagentur nicht mehr gibt. Da geht es um die Rückzahlung voen Autokrediten, Konsumkrediten und Immobilienkrediten.

Denn das Problem ist wie gesagt, dass viele Betroffene kurz- oder auch mittelfristig nicht damit rechnen können, eine adäquate Jobalternative zu finden. Und dann sehe ich das genaue Gegenteil einer Konjunkturbelegung. Seltsam, dass solche Szenarien den bGe-Befürwortern keine Erwähnung wert sind.
 
zu keiner riesigen Anhebung der Einkommen führen würde, die derzeit durch ALG II erzielt werden.
Das ist auch gar nicht Ziel eines bGE, sondern einheitliche und bedingungslose Absicherung nach unten.
Woran kranken denn jetzt unsere Brennpunkte?
Kaum Einkommen -> Kaum Ausgaben -> kaum Einnahmen/ kaum Beschäftigung (und wenn vermehrt Niedriglöhne)
Würde sich die Verteilung der Einkommen entgegenkommen, wird wieder mehr Nachfrage und Investition entstehen. Auch das Preisgefüge und die Qualitätsansprüche würden wieder in ein höheres Niveau zurückfinden.
Die unteren bis mittleren Einkommenschichten reinvestieren direkt, sofort und vorort den größten Teil ihrer Einkommen in Konsum, während ein Gutbetuchter den geringsten Teil seines Einkommens/Vermögens dafür regelmäßig verwendet und der Großteil in die leistungslose Rendite abwandert. Das Kapital verklumpt zu relativ geringem und auch unregelmäßigen Gegenwert für die Gemeinschaft.
Das hat man auch wieder mal gut an der Finanzkrise gesehen, wo "virtuelles Spekulationsgeld" durch reale Kapitalwerte gegenfinanziert wird. Doppelt abgezockt könnte man es auch nennen. Wo und wem fehlt es jetzt? Was ist daran vorteilhafter?

Im Gegensatz dazu hätte eine Stadt wie Nürnberg aber zunächst einmal sehr darunter zu leiden, dass es die Arbeitsagentur nicht mehr gibt. Da geht es um die Rückzahlung voen Autokrediten, Konsumkrediten und Immobilienkrediten.
Ohne Übergangsphasse für die Altlasten würde man eine derart weitreichende Reform sowieso nicht bewerkstelligen können.
Wir bekommens ja noch nicht mal aktuell mit radikalem Schnitt hin. Das ist nun kein Problem des bGE ansich und kann man ihm daher auch nicht vorwerfen.

dass viele Betroffene kurz- oder auch mittelfristig nicht damit rechnen können, eine adäquate Jobalternative zu finden.
Sie fallen ja dann zum Glück recht weich und viele andere kommen dann zur Abwechslung sicher auch mal zum Zuge. ;)
Kurz und gut eine Fluktuation ist zu erwarten. Was allerdings kein Nachteil ggü aktuell sein muss.
 
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Woran kranken denn jetzt unsere Brennpunkte?
Kaum Einkommen -> Kaum Ausgaben -> kaum Einnahmen/ kaum Beschäftigung (und wenn vermehrt Niedriglöhne)
Nun haben die Beroffenen durch das bGe leider nicht unbedingt (viel) mehr Geld in der Tasche, weil sie bislang schon über Hartz IV oder ALG 2 abgesichert wird. Das bGe ändert nicht grundlegend die sozialen Verhältnisse: nicht die Scheidungsrate, den Alkoholismus, die Perspektivlosigkeit, fehlende Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, fehlende Schulabschlüsse, abgebrochene Berufsausbildungen, fehlende Jobs oder mangelnde Berufserfahrung.

Die Probleme liegen doch ganz woanders und nicht darin, sich um Jobs bemühen oder seine Bankauszüge kopieren zu müssen, um die Bedürftigkeit nachweisen zu können.
 
Das bGe ändert nicht grundlegend die sozialen Verhältnisse: nicht die Scheidungsrate, den Alkoholismus, die Perspektivlosigkeit, fehlende Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, fehlende Schulabschlüsse, abgebrochene Berufsausbildungen, fehlende Jobs oder mangelnde Berufserfahrung.

Ja gut. Daher sprach ich ja schonmal von Geld- UND kostenlosen Sachleistungen in Form eines Gesamtpaketes. Von 1000 EUR Cash spracht ihr. ;)
Die Scheidungsrate bzw. Trennungen fördert eher das aktuelle an Bedingungen und Vorgaben geknüpfte Sozialsystem. ^^
Alholismus hat viele Ursachen. Die Perspektivlosigkeit wird das bGE alleine auch nicht richten, wenn nicht gleichzeitig auch an anderen Schrauben gestellt wird. Es würde aber schonmal die Perspektive nach unten für imemr mehr Menschen verbessern.

Ich bin der Überzeugung, wenn mehr Menschen, einen hohen Anteil ihres Einkommens (aktuell sinds magere 351,-, vom Rest haben nur Vermieter/Energielieferanten was) in die Wirtschaft vorort investieren, statt es dem Kreislauf für eine Dauer zu entziehen wird es ingesamt die Binnenkonjunktur stabilisieren und beleben.
 
Ich habe in meinem Studium ein wenig VWL gehabt und ich will mal versuchen ein Problem mit dem bGE grafisch zu verdeutlichen.
Wenn wir Einkommen nehmen, die jetzt gleich oder leicht über dem bGE sind, dann ergeben sich ja augenscheinlich Probleme mit der Motivation. Denn das sind meist die Jobs, die "monetäre Anreize"(Geld im Allgemeinen) als primären Faktor in der Arbeitsmoral haben.
Natürlich mag es den ein oder anderen geben, der seinen Job so gerne macht, dass er ihn auch ohne monetäre Anreize ausführt -> aber das ist die Ausnahme!
Die Mikroökonomie geht bei einem privaten Haushalt von Nutzenmaximierung aus.
http://de.wikipedia.org/wiki/Nutzenmaximierung
Wenn ich nun die Wahl habe lieber 1000€ so zu bekommen und die ganze freie Zeit zu haben, oder für <=~1000€ das gleiche Geld zu haben, aber dazu noch ~38h in der Woche arbeiten zu gehen, dann werden ~90% ihren Job aufgeben.

Das sehe ich erstmal als wahrscheinlichstes Szenario. Die wirkliche Entwicklung ein nichtlineare Funktion und wir können nur mit Wahrscheinlichkeiten rechnen.
Wenn an diesem Punkt schon wer anderer Meinung ist, dann sollte er dies stichhaltig begründen.


Dadurch wird der Produktionsfaktor Arbeit teurer. Das ist ein Fakt, der daraus hervorgeht, das der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer mehr bezahlen muss, damit er die Arbeit macht.



Wenn man nun eine einfache Produktionsfunktion nimmt, dann sieht man das dadurch auch weniger Güter oder Dienstleistungen hergestellt werden, die der Volkswirtschaft zum konsumieren zur Verfügung stehen.

Dies heißt: Dieses System, welches sich vom Konsum der Individuen finanzieren will, verringert den Konsum durch seine Konstruktion.
-> Wo weniger Güter, da wird weniger konsumiert.

Nun bedeutet dies aber auch, dass der Unternehmer mehr bezahlen muss, damit er Arbeit bekommt. Wenn man das ganze mal in einem anderen Verhältnis betrachtet(Angebot und Nachfrage auf einem PolyPol Markt), sieht man, dass gleichzeitig auch die Produzentenrente sinkt.



Bei "a2" war der bisherige Marktpreis, der sich aus dem Gleichgewicht aus Angebot und Nachfrage ergibt. Aber nun bestimmt nicht mehr der Markt den Preis, sondern das bGE und die "Schwierigkeit/Art" der Arbeit, die zur Produktion der Güter oder Dienstleistungen gebraucht wird.
Das heißt die schraffierte Fläche geht der Volkswirtschaft als Wohlfahrtsverlust an einnahmen verloren. Und gleichzeitig wird die Produzentenrente (q) geringer.

Das Unternehmen bekommt also weniger Kapital & Arbeit, und damit auch weniger "Input"!
Und wo weniger Input, da muss auch weniger Output.

Hier sehe ich einen bösen Teufelskreislauf! Denn der Staat bezieht ja seine gesamten einnahmen aus dem Konsum! Aber damit gleichviel Konsumiert werden kann, wie bisher, müssen die Preise ja drastisch steigen, aber dadurch muss das bGE ja auch immer mehr werden und das wird wiederum die Preise steigen lassen ..........



Man kann das System jetzt für schlecht halten, aber man muss das ganze auch mal aus einem anderen Blickwinkel sehen können. Wo wollen wir auf lange Sicht hin ?? ich bin gern bereit, wenn ich arbeitslos werden sollte, mit den dadurch kommenden Nachteilen zu leben und sie als Motivation zu nutzen, wieder in die Arbeitswelt zu kommen. Aber helfe dadurch auch mit, dass Generationen nach uns auch noch ein annehmbares Leben haben können.
Das jetzige System wird sich schon mit der Zeit immer schwieriger finanzieren lassen, durch demografische Aspekte. Das Konzept des bGE wirkt da monetär betrachtet noch weitaus teurer !! (siehe oben)

Und wir in Deutschland haben im ALG ll doch sogar 3 Zigaretten, Fernsehr und Telefon inbegriffen. Also vergleichen mit anderen Ländern werden hier die Grundgüter doch alle abgedeckt. Es muss doch auch ein Anreiz auf Arbeit da sein.

EDIT: Noch was wegen der derzeitigen Konsumrate. Im Moment ist die marginale Konsumquote in Deutschland bei ca. ~0.89 , das heißt 89% geben ihr Einkommen für Konsum und nicht fürs sparen aus. In USA war der vor dem Krasch bei über 1, dass heißt sie haben mehr konsumiert, als sie produziert haben.
Habe hier noch eine Grafik gefunden, die die Konsumquote aufs Gehalt aufschlüsselt
Konsumquote250_250.jpg

Wobei man hier sieht, dass ein bGE nicht das Konsumverhalten nachhaltig ändern wird, da die Sparer die Vielverdiener sind, bei denen sich durch das bGE nicht viel ändert.

EDIT2: Aber um nicht alles schlecht zu reden, denn perfekt ist das, was wir haben bei weitem nicht, hier nochmal ein anderer Ansatz. Hier ein paar Fakten zum derzeitigen Bildungssystem http://nachhilfe.schuelerhilfe.de/presse/bildung.cfm.
Hier muss man ansetzen, wenn man wirklich eine nachhaltige Entwicklung will.
Dann bekommen wir nämlich mit der Zeit immer mehr Wissen um unsere Probleme zu lösen ;) und kommende Generationen, können vielleicht unsere Fehler wieder gut machen -> siehe Endlagerung

EDIT3: Was ich auch noch eine gute Idee fände ist die Abschaffung der Lohnsteuer und die Mehrwertsteuer zu erhöhen. Weil die Lohn- und die Mehrwertsteuer zusammen eigentlich eine "Doppelbesteuerung" von den Arbeitseinnahmen darstellen. Im Vergleich mit anderen EU-Ländern haben wir eigentlich noch eine geringe Mehrwertsteuer.
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Und mit der Abschaffung der Lohnsteuer würde eine menge Bürokratie und damit Verwaltungskosten wegfallen und es würde das Steuersystem an sich vereinfachen und damit zu Ersparnissen führen.
Und es gebe keinen Lohnsteuerjahresausgleich mehr ^^
 
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Eigentlich wäre die Sache doch garnicht verkehrt, denn wenn jemand 40h arbeiten muss für ein Sozialhilfe-Gehalt, ist das für mich nurnoch Ausbeutung und kein richtiges Arbeitsverhältnis mehr.

Damals war es noch möglich das der Mann arbeitet und die Frau sich um die Kinder kümmert, heutzutage müssen beide ganztags arbeiten und jemanden bezahlen der sich ums Kind kümmert - komische Welt ist das...
 
Die Kernfrage ist einfach die: Wird man in eine Gesellschaft hineingeboren, in der man nichts mehr machen muss (wenn man nicht mag) und in der sich die Gesellschaft dann um einen kümmert? Das wäre nämlich eine der Möglichkeiten beim bGe. Oder kommt man auf diese Welt, genießt seine Erziehung und sein Rentenalter, wobei man in der Zeit zwischen diesen beiden Phasen in erster Linie selbst für seinen Lebensunterhalt zu sorgen hat? Das ist die Situation, in der wir heute leben. Der Sozialstaat bzw. die Solidargemeinschaft ist nur für den Notfall da, so wie es z. B. bei der Einführung des Rentensystems und der Arbeitslosenversicherung gedacht war. Man hat für sich selbst zu sorgen. Aber wenn man das nicht geht, springt der Staat im Falle der Bedürftigkeit ein, sonst nicht.

Wenn jemand auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Arbeit findet, kann er dennoch dazu beitragen, etwas für das Geld zu tun, das die Gemeinschaft ihm zur Verfügung stellt. Wenn er nicht genug zum Leben verdient, bekommt er den Rest dazu. Die Hilfe zum Lebensunterhalt ist nicht für die Ewigkeit gedacht.

Man braucht diesen Ansatz nicht unbedingt als Ausbeutung zu bezeichnen. Ich bezeichne die Bezieher von Sozialhilfe schließlich auch nicht als arbeitsscheue Sozialschmarotzer.
 
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Relict schrieb:
Warum sollte man sich seine Arbeit bei einem bGE nicht mehr aussuchen können/dürfen? Meinst Du, die bleiben alle für 1000,- EUR zu hause sitzen. Auch wenn es aus Sicht mancher Niedriglöhner sicher eine reizbare Alternative ist, sicher nicht auf Dauer.

Haha, da würden alleine bei uns auf der Arbeit fast alle Fachinformatiker und damit die halbe EDV aufhören. 30.000 € Brutto-Jahresgehalt sind ca. 1.500 € Netto im Monat. Zieh davon mal zwei Tankfüllungen ab => 1.350 €, jetzt noch anteilig alleine Wertverlust/Wartungskosten PKW und nur schon damit dürfte je nach PKW der ein oder andere meiner Kollegen unter 1.000 € im Monat liegen. :(

Wenn er dagegen nicht mehr auf die Arbeit fahren muss - Industriegebiet ohne ÖPNV-Anbindung; Verpflichtung für Rufbereitschaft rund um die Uhr - spart er den PKW und hat daher unterm Strich nicht weniger zum Leben.

D. h. mal (überheblich) gesprochen dürften unter 30.000 € Jahresgehalt, was 2.500 € im Monat entspricht, viele Arbeitnehmer lieber Zuhause bleiben, denn dann sparen sie viele Verpflichtungen ein.

Was bleibt dann? Arbeitende Hochschulabgänger mit hohem Einkommen und die Arbeiter im Niedriglohnsektor bleiben Zuhause?
 
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@NewUser
Sie würden den Arbeitslohn ja extra oben drauf bekommen. Dann haben sie im Endeffekt in dieser Lohngruppe mehr Einkommen. Selbst wenn er vllt. geringer ausfallen würde, was allerdings reine Spekulation ist.
Weiterhin haben sie sicher nicht studiert/oder ausgebildet um für 1000 EUR zuhause sitzen zu können/wollen. Das ist ja mal zwischendruch ne nette Auszeit, aber nicht auf Dauer.
Der Arbeitsmarkt würde fluktuieren, wie jetzt auch, die aktuell Angestellten sind ja nicht die einzigen verfügbaren auf dem Arbeitsmarkt.
Komm jetzt nicht damit, dass dann keiner mehr Interesse für Bildung hätte. ^^
Denn nach wie vor kann man auch unter einem bGE seinen Lebensstandard und seine Persönlichkeit voranbringen.

@Bucky
Was ich auch noch eine gute Idee fände ist die Abschaffung der Lohnsteuer und die Mehrwertsteuer zu erhöhen.

DAS würde nur wieder die armen Schichten am stärksten belasten. Wer nicht arbeitet zahlt nunmal keine Lohnsteuer.
Wer wenig verdient hat zudem dadurch auch keinen Vorteil. Also ohne voraussetzendes bGE bzw höhere Grundabsicherung wäre das ja noch sozialfeindlicher bzw. würde nichts hinsichtlich Armutsbekämpfung verbessern.

Wir haben aktuell schon ähnliche Probleme. Stichwort Kindergeldzuschlag wird auf ALG-II voll angerechnet. Die unteren Schichten, welche gerade die meisten Kinder haben, profitieren davon nicht, stattdessen, die, welche eh schon mehr Einkommen haben. Die bekommen alles noch obendrauf und brauchen nix abgeben. Ähnlich verhält es sich bei der Unterhaltsregelung. Was können die Kinder dafür, wenn die "Alten" arbeitslos sind?
Und das ist nur unsere aktuelle verfuschte Familienpolitik, nur ein Teil unsers maroden Sozialsystems und des Negativtrends.
das heißt 89% geben ihr Einkommen für Konsum und nicht fürs sparen aus.
Schön, Dumm nur dass die Konsumausgaben nicht regional gleichmäßig gut verteilt sind. Dort wo wenig Geld im Umlauf ist, veröden entweder die Landstriche oder der Binnenmarkt leidet aufgrund niedriger Einnahmen, mit der Folge niedriger Löhne und höherer Arbeitslosigkeit/ Armut. Dort sind die Kassen der Kommunen leer.
Da bringt es auch nichts, wenn alle in die noch gut laufenden Ballungszentren abwandern und der Rest Deutschlands geschlossen würde. ^^ Auch diese sind in vielerlei Hinsicht begrenzt.
 
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ich bin für ein Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden :volllol:

Vorteile:
-keine Obdachlosen mehr
-die Unterschicht ist praktisch nicht mehr vorhanden
-deutliche Zunahme des Lebensstandards in Deutschland (vermutlich dann die höchste der Welt)
-keine (aufdringlichen, nervenden) Bettler mehr
-Zunahme der dringend benötigten Kaufkraft (die momentan sehr am schwächeln ist)
Herr Lafontaine würde sich freuen :D
-die Sparquote steigt erheblich, dadurch profitieren die Banken, Stichwort: Bankenkrise (momentan haben viele Bürger zu wenig Geld um was zur Seite zu legen)

es gibt sicher noch mehr Vorteile die mir gerade aber nicht spontan einfallen.....

Nachteile:
-fehlende Arbeitsanreize, einige überlegen ob es denn doch reicht mit 1000 Euro im Monat auszukommen und schmeißen vielleicht ihren Job hin
-ansteigende Inflationsrate (moderater Anstieg, da zur Zeit wir in Deutschland ein Angebotsüberschuß haben/die Verkaufsregale sind voll)
-finanzierbarkeit problematisch (Lösungsansätze liefert die Linkspartei)

Ich finde die Vorteile überwiegen klar. Das ganze Thema sollte nicht verkompliziert werden, ein paar graphische Darstellungen und Analysen sind
sicher sinnvoll es sollte aber nicht zu einem 500-Seiten Roman ausarten, letztendlich wäre der wachsenden Unterschicht und somit dem Großteil der Bevölkerung damit sehr geholfen.

Wenn die Finanzierung steht, wäre ich der Erste der noch am besten heute diese Maßnahme unterschreibt (Ich werde auch meinen Job behalten)
Der Stillstand in Deutschland ist ja kaum ertragbar. Es wird viel diskutiert, was auch notwendig ist...nur aber um dann am Ende sich zu entschließen alle Vorschläge nicht in die Tat umzusetzen.
Um die Probleme zu lösen reicht es nicht aus sie Monate/Jahrelang! zu diskutieren, sondern auch zumindest einige Vorschläge in die Tat umzusetzen, und zwar diese die keine Kompromisse eingehen!
 
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Die Unterschicht gibts dann immer noch. Nur eben keine Statistiken mehr, in der Schichten auftauchen.
 
die eleganteste Lösung wäre natürlich, wenn die ganzen Rettungspläne und Staatsbürgschaften in immer astronomischere Summen abdriften zzgl. Zinsen, und irgendwann dann offensichtlich ein GE billiger wäre, hehe.

Nur zu vermuten ist im Moment die Summe der Einspareffekte, die sich ergeben: D hat das komplizierteste Steuersystem der Welt, und das gibts nicht umsonst. Es wäre nicht nur der direkte Bürokratieabbau, sondern auch ein Politikabbau (insb die vielen Länderparlamente), und vermutlich auch ein Rückgang der Kriminalität --> da kommt ganz schön was zusammen

Wenn das Motiv "Existenzangst" um sich eine Arbeit zu suchen weg fällt, dann müssen eben andere Werte an diese Stelle rücken: der Wunsch nach einem höheren Lebensstandard für sich/ die Familie, gesellschaftlicher Status, Selbstwertgefühl, also positive Anreize. Das geht aber nur, wenn die Arbeitsplätze "gut" sind, und das ist viel mehr eine Frage der Einstellung als der Kosten.

Dachte immer, das ein GE nötig wird, wenn die Arbeitsplätze durch technischen Fortschritt abgebaut werden, aber vielleicht ist es schon vorher soweit. Mein Eindruck ist, das jetzt das Zeitalter des Energiesparens anbricht, die Amis europäisieren grade ihr Konsumverhalten, mal abwarten ob unser auf permanentes Wachstum gestütztes System das lange aushält
 
walter08 schrieb:
Nur zu vermuten ist im Moment die Summe der Einspareffekte, die sich ergeben: D hat das komplizierteste Steuersystem der Welt, und das gibts nicht umsonst.

Ich habe eher den Eindruck, dass wir ein kompliziertes Steuersystem brauchen. Denk nur mal an die Abgeltungssteuer. Jeden Tag mehrfach die Werbung im TV, jede Zeitung berichtet darüber..... nur warum?

25% Abgeltungssteuer ist bereits bei einem zu versteuernden Einkommen von ca. 19.000 € für den Arbeitnehmer günstiger als den Grenzsteuersatz zu latzen weil Kapitalerträge bisher auf das Einkommen angerechnet wurden. (Tabelle der Grenzsteuersätze)

Wir bekommen also unterm Strich ab 2009 eine Vereinfachung unseres Steuersystem bei dem viele Leute sogar besser stehen als vorher - nur warum läuft es einem Großteil der Bevölkerung kalt den Rücken runter wenn er nach der Abgeltungssteuer gefragt wird??

walter08 schrieb:
Wenn das Motiv "Existenzangst" um sich eine Arbeit zu suchen weg fällt, dann müssen eben andere Werte an diese Stelle rücken: der Wunsch nach einem höheren Lebensstandard für sich/ die Familie, gesellschaftlicher Status, Selbstwertgefühl, also positive Anreize. Das geht aber nur, wenn die Arbeitsplätze "gut" sind, und das ist viel mehr eine Frage der Einstellung als der Kosten.

Das wird nur was wenn unterm Strich durch Arbeit eine wesentlich höhere Summe am Ende des Monat auf dem Konto landet - siehe meine Postings in diesem Thread: bei 200 bis 300 € mehr im Monat liegen bei vielen alleine die Unkosten um überhaupt per PKW auf die Arbeit zu kommen höher als das Mehr auf dem Konto.
 
Mal die Opelkrise aus Sicht des GE betrachtet:

Ursache ist ja wohl, das zu wenige Opels gekauft werden, Gründe dafür sind nicht die Qualität, eher das miese Design, sowie Kaufzurückhatung. --> evtl würden die Menschen weniger (Angst)sparen, wenns eine GE gäbe. (Generell bestimmen die Menschen mit ihrem Konsum die Richtung, die die Wirtschaft geht, die Politik versucht das zu lenken, z.b. in Richtung regenerative Energien, soweit so gut, aber wie das bei Opel funktionieren soll, wüsste ich nicht)

Der Rettungsplan wird heute begründet mit dem Erhalt von Arbeitsplätzen. Dieses Argument gibts im GE nimmer. Die Wirtschaft hat die Menschen mit Waren zu versorgen und möglichst viele Arbeitsplätze abzubauen, das ist Konsens. Der Arbeitsplatzfetischismus der Politik heute ist von gestern. ein Rettungsplan für Opel würde nur noch unter dem Gesichtspunkt des Schutzes von know-how und Patenten überlegt.
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@newuser
was du beschrieben hast, mit Rufbereitschaft bei 1500.- netto wäre im GE wohl kaum noch möglich. Das beginnt erstmal mit einer Umverteilung von oben nach unten innerhalb des Unternehmens, wenn die spitze auf 30% Gehalt verzichtet, sind sie immer noch reich, aber die unten haben schonmal mehr. Sowie ist das wiederum ein psychologischer Moment: jeder vergleicht sich mit seinem Umfeld, die Akzeptanz hängt davon ab, ob man die Verteilung des gemeinsam erwirtschafteten Geldes OK findet oder nicht. Daher bin ich auch dringend dafür, das man die Einkommenssteuer offenlegt (Schweden). Das GE zerschlägt die Hierarchien, ganz ohne Hierarchie gehts natürlich nicht, aber da wo es schädlich wird, wäre Feierabend. Das ergibt eine neue Unternehmenskultur, wo ich davon ausgeh, das es dazu führt, das die Arbeit allgemein als Bereicherung angesehn wird, nicht nur finanzieller Natur. Und das beinhaltet auch, das Drecksarbeit halt einfach gut bezahlt wird, wie kann es auch anders sein?
 
mal ein paar korrigierte /Hervorgehobene Feinheiten.

walter08 schrieb:
Mal die Opelkrise aus Sicht des GE betrachtet:

Ursache ist ja wohl, das zu wenige Opels gekauft werden, Gründe dafür sind nicht die Qualität, eher das miese Design, sowie Kaufzurückhatung. --> evtl würden die Menschen weniger (Angst)sparen, wenns eine GE gäbe. (Generell bestimmen die Menschen mit ihrem Konsum die Richtung, die die Wirtschaft geht, die Politik versucht das zu lenken, z.b. in Richtung regenerative Energien, soweit so gut, aber wie das bei Opel funktionieren soll, wüsste ich nicht)

Der Rettungsplan wird heute begründet mit dem Erhalt von Arbeitsplätzen. Dieses Argument gibts im GE nimmer. Die Wirtschaft hat die Menschen mit Waren zu versorgen und möglichst viele Arbeitsplätze abzubauen, das ist Konsens. Der Arbeitsplatzfetischismus der Politik heute ist von gestern. ein Rettungsplan für Opel würde nur noch unter dem Gesichtspunkt des Schutzes von know-how und Patenten überlegt.

eventuell wird es wenn es ein GE gäb anders?
eventuell auch nicht?

im GE braucht man keine Arbeitsplätze?
woher bekommen den die Menschen das Geld um das GE zu finanzieren?

ein Grundeinkommen ist ja schön und gut, es kann aber nicht finanziert werden.
und durch ein Grundeinkommen werden reichen weniger Belastet als sie es heute werden.

wieso sollte bei einem GE die Gehälter der Reichen plötzlich sinken?
GE--> reiche werden Reicher,
Ganz Arme werden Reicher,
Der Mittelstand wird Armer und das sind ja wohl die Meisten, und diese Entwicklung will man doch stoppen?
Tolle Aussichten.

aber das hatten wir ja alles schon mal...
 
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