Beitragsbemessungsgrenze

|MELVIN| schrieb:
Die Versicherungspflichtgrenze beträgt nicht 45.000 € im Jahr, sondern 49.500 € im Jahr. Du verwechselst Beitragsbemessungsgrenze und Versicherungspflichtgrenze. Und die mit dem geringeren Beitrag zur PKV erkauften Nachteile wurden bereits hinreichend dargelegt (Kinder nicht kostenlos mitversichert, wird im Alter sehr teuer....).

http://de.wikipedia.org/wiki/Private_Krankenversicherung
schau mal dort beim Basis bzw. Standard Tarif nach
Im Alter kostet es also genauso viel wie in der GKV, da es keine höchstbeiträge dort mehr gibt.

Und nochmal: Der PKV-Versicherte verdient sehr gut, also zahlt er sowohl absolut als auch relativ gesehen viel Steuern. Da er geringere Beiträge als in der GKV zahlt (steuerlich absetzbar), erhöht sich seine Steuerlast nochmals. Also trägt er indirekt über die Bundeszuschüsse ebenfalls mal mehr (RV) und mal weniger (GKV) zur Finanzierung der Sozialversicherungen bei. Eine deutliche Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen würde daher die Besserverdienenden einfach in einem Maße zur Finanzierung der Sozialversicherungen heranziehen, welches meiner Meinung nach nicht mehr gerecht wäre.Eine sehr einseitige Betrachtung. Der PKV-versicherte kostet die GKV bzw. den Staat nicht einen Euro. Der GKV-versicherte schon. Trotzdem finanziert der PKV-versicherte die GKV über seine Steuern mit (er zahlt somit mitnichten "nur für sich"!). Wenn da jemand ungerecht behandelt wird ist es meiner Meinung nach eher noch der PKV-versicherte.

In der GKV kannst du nicht einen durchschnitt betrachten, denn dort sind so gut wie alle Arbeitslosen incl. Anhang, alle Geringverdiener incl. Anhang, mind. 99,9 % aller Chronisch Kranken (unter 50), alleine diese Gruppen kosten schon mehr als der Staatliche Zuschuss und ein durchschnittsverdiener zahlt für diese Gruppen mit.

Und zur Steuerlichen Absetzbarkeit, wer die Wahl hat zwischen max. 450 € mehr Steuern zahlen oder 1000 € in die Krankenversicherung zu zahlen, wer wählt da den höheren Betrag?
 
@|MELVIN|
Recht hast du allemal (bin auch in fast allem deiner Meinung), aber ich finde das System mit PKV und GKV nicht gerade sinnvoll. Gerade die besserverdienen wechseln dann und deren recht hoher Beitrag (15,5% v. 44.950€).
Ich habe jetzt zwar gerade keine Quellen parat, aber "Besserverdienende" sind nachweislich weniger krank und besuchen den Arzt weniger, als Geringverdiener oder Arbeitslose (Ist Fakt). Sie würden "unterm" Strich also ein Plus für die GKV bedeuten.

Da wir in einem Sozialstaat leben sollten dann auch die Besserverdienenden in GKV einzahlen. Der Beitragsbemessungsgrenze sollte aber beibehalten werden. Außerdem haben chronisch Kranke und behinderte Menschen erschwerten Zugang zur PKV und diese muss die GKV mitfinanzieren. Aber gesunde, gut verdienende Menschen entziehen sich dann der Verantwortung (meine Sicht). Aber die Vorzüge der PKV sind eben nicht zu verachten und deshalb kann ich den Wechsel verstehen und mache ihnen kein Vorwurf sondern der Politik.

Des weiteren steigt wohl der Beitrag, da die Gesundheitskosten steigen, die Zahl der Sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer, trotz Senkung der Arbeitslosenzahlen, nahezu stagniert.
Die Daten wurden heute veröffentlicht. Das einfrieren der AG-Beträge möchte ich nicht kommentieren und sprengt sicher auch den Rahmen.

Grüße

EDIT: Ups den letzten Beitrag übersehen, hier wird ja schon fast alles gesagt und besser.
Zum letzten Beitrag: Du musst aber die PKV über lange Zeit betrachten. Im Alter lohnt sie sich sicher nicht mehr. 700€ - 800€ Monat sind keine Seltenheit. Und das frisst die Einsparungen in den jungen Jahren fast auf. (Ist z. B. bei meinen Opa so). In der GKV hätte er jetzt große Vorteile.
 
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Mr_ Blonde schrieb:
Des weiteren steigt wohl der Beitrag, da die Gesundheitskosten steigen, die Zahl der Sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer, trotz Senkung der Arbeitslosenzahlen, nahezu stagniert.

Eine saisonbereinigte Zunahme von über 400.000 alleine seit Anfang des Jahres bzw. knapp 2 Mio. seit 2005 würde ich nicht gerade als Stagnation bezeichnen. Die GKV hat meiner Meinung nach definitiv ein Ausgaben- und kein Einnahmenproblem. Schon alleine deshalb wäre eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen falsch, Anreize zu Kostensenkungen gingen dadurch völlig verloren.

Off Topic:
Die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Deutschland seit 2005 ist für mich übrigens der beste Beweis dafür, dass die Erfolge am Arbeitsmarkt mitnichten nur durch 1€-Jobs, Minijobs und sinnlose Fortbildungsmaßnahmen erreicht wurden, wie es bestimmte politische Gruppen immer suggerieren wollen.
 
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|MELVIN| schrieb:
Eine saisonbereinigte Zunahme von über 400.000 alleine seit Anfang des Jahres bzw. knapp 2 Mio. seit 2005 würde ich nicht gerade als Stagnation bezeichnen. Die GKV hat meiner Meinung nach definitiv ein Ausgaben- und kein Einnahmenproblem. Schon alleine deshalb wäre eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen falsch, Anreize zu Kostensenkungen gingen dadurch völlig verloren.

Das wird niemanden wundern der, dies gelesen hat :
"
Eine Portabilität der Alterungsrückstellungen zwischen PKV und GKV soll nicht stattfinden."
Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Private_Krankenversicherung
D.h. ein Aufbau der Altersrückstellungen findet wohl zu gunsten der PKV statt, allerdings nicht zu gunsten der GKV.

Off Topic:
Die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Deutschland seit 2005 ist für mich übrigens der beste Beweis dafür, dass die Erfolge am Arbeitsmarkt mitnichten nur durch 1€-Jobs, Minijobs und sinnlose Fortbildungsmaßnahmen erreicht wurden, wie es bestimmte politische Gruppen immer suggerieren wollen.

D.h. du hast dich nicht informiert ab wann die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung anfängt, nämlich ab 800 € Brutto. Jetzt erkläre mal wie du mit 800 € Brutto leben wilst, wird wohl nicht nur mich interessiert der als Single mit mehr als 800 € auskommt.

Desweiteren wurde der Standardtarif in der GKV von dir irgnoiert, was hälst du denn davon?
 
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Metzlor schrieb:
D.h. du hast dich nicht informiert ab wann die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung anfängt, nämlich ab 800 € Brutto. Jetzt erkläre mal wie du mit 800 € Brutto leben wilst, wird wohl nicht nur mich interessiert der als Single mit mehr als 800 € auskommt.

Wenn sich einer nicht informiert hat, dann du. Sozialversicherungspflichtig sind bereits Jobs ab 400 € (Gleitzone). Weiterhin ist mir nicht ganz klar was du mir überhaupt sagen willst. Wo bitte habe ich behauptet, dass man von 800 € gut leben kann?! Was hat das damit zu tun, dass die Erfolge am Arbeitsmarkt der letzten Jahre offensichtlich nicht durch 1€-Jobs, Minijobs und sinnlose Fortbildungsmaßnahmen erreicht wurden?

Metzlor schrieb:
Desweiteren wurde der Standardtarif in der GKV von dir irgnoiert, was hälst du denn davon?

Der Standardtarif entspricht dem Höchstsatz der GKV, sprich derzeit 8,2 % der Beitragsbemessungsgrenze. Damit hast du recht, dass die PKV für jemanden oberhalb der Versicherungspflichtgrenze niemals teuerer ist als die GKV, allerdings kommen die meisten damit wohl nicht allzu lange in den Genuss geringerer Beiträge. Mein Vater (selbstständig) ist 51, schlank, gesund, Nichtraucher und sportlich. Trotzdem will ihn keine PKV haben, weil er ein paar Bänderrisse und eine Knie-OP hatte. Diesen Standardtarif werden also viele Privatversicherte schneller nutzen müssen als ihnen lieb ist. Den Vorteil geringer Beiträge hat man wohl wirklich nur in jungen Jahren, in denen aber nur die wenigsten in den Genuss kommen, oberhalb der Versicherungspflichtgrenze zu verdienen.
 
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Auch wenn sich das vermessen anhört,

GKV als Pflicht für jeden und die PKV als Zusatz-Boni denn man sich kaufen kann um somit die besseren Leistungen zu bekommen.
Beitragsbemessungsgrenze wieder auf 100000 € hoch weil man die Inflation und den Wert des Euros gegenüber der DM gleichstellen kann.

Bei irgendjemandem habe ich grade gelesen wir sollten uns daran erinnern das wir ein Sozialstaat sind, auch wenn es schön klingt sind wir doch eher ein Knallhart-Konservatives-Kapitalisten Land mit Sozialen Anstrich damit es ein bisschen Hübsch aussieht.
Hat man einmal einen gewissen Reichtum in Deutschland erreicht, so wirft man wie 95 % aller deutschen Reichen die Sozialen Fesseln ab mit welchen man sich vorher vom Bodenlossen Abgrund abschirmen konnte und schwingt sich mit der FDP-Liane zum Ufer derer, die arme Leute missachten und sie für Schmarozer und Faul halten.
Wir beklagen irgendwelche Islamisten Chienesen und Mexikaner und trotzdem finde ich das es in keinem Land das wir anklagen so eine Frostige Gesellschaft herrscht wie in Deutschland...
 
Fleshed schrieb:
Beitragsbemessungsgrenze wieder auf 100000 € hoch weil man die Inflation und den Wert des Euros gegenüber der DM gleichstellen kann.

Dann würde jemand, der 100.000 € im Jahr verdient, für die gleichen Leistungen mehr als drei mal soviel in die GKV einzahlen, wie ein Durchschnittsverdiener mit sagen wir mal 30.000 € im Jahr. Zusätzlich würde der Gutverdiener, der ja sowohl absolut als auch relativ gesehen deutlich mehr Steuern zahlt als der Durchschnittsverdiener, indirekt über die Steuerzuschüsse (2010: GKV 11,5 Mrd., RV 80,8 Mrd.!) überproportional zur Finanzierung der Sozialversicherungen herangezogen werden. Eine solch absolut unverhältnismäßig hohe Belastung der Besserverdienenden zur Finanzierung des Sozialstaates wäre meiner Meinung nach auch mit dem Verweis auf soziale Gerechtigkeit nicht mehr zu rechtfertigen. Aber diese Robin-Hood-Mentalität kommt anscheinend (leider) einfach gut an im Volk. Geholfen hat sie aber noch nie jemandem.

Nochmal: Die Sozialversicherungen sind, wie der Name schon sagt, immer noch Versicherungen. Sprich: Man zahlt Beiträge und erhält dafür Gegenleistungen. Und da muss der (ansonsten richtige) Grundsatz, dass starke Schultern größere Lasten zu tragen haben, einfach Grenzen haben.
 
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Hi
|MELVIN| schrieb:
Sprich: Man zahlt Beiträge und erhält dafür Gegenleistungen.

Absolut Falsch.

Sozialversicherung ist die Soziale Absicherung der Bevölkerung.

Leistungen erhälst du nicht, weil du Beiträge bezahlst, sondern weil du zu einer Leistung
bezugsberechtigt bist.
In manchen Fällen muß eine Bezugsberechtigung erst erworben werden.

Cu
 
Nach Melvin müsste man die Sozialversicherungen einfach nur in Absicherungen umschreiben, die Frage generell ist einfach wieso sollen die die viel haben auch nicht viel abgeben ?

jemand der 200000 im Jahr verdiehnt und 3 x soviel abgeben muss wie einer der 30000 verdieht denkst du das tut dem der 30000 verdieht in seiner Tasche nicht um einiges mehr weh ?

Rechnen wir mal mit den Sozialabgaben so Renteversicherung 10 % andere Versicherungen 10 %

Beitragsbemessungsgrenze 1 jetzt:

Kranken / Pflege: 66000
Renten: 44550

Beitragsbemessungsgrenze 2 100000 für beide

Typ 1 200000

BBG 1

66000 davon 10 % => 6600
44550 davon 10 % => 4455

=> 11055 Euro
BBG2

100000 davon 10 % => 10000
100000 davon 10 % => 10000

=> 20000 Euro

Typ 2 30000

BBG 1

30000 davon 10 % => 3000
30000 davon 10 % => 3000

6000 Euro

BBG 2

30000 davon 10 % => 3000
30000 davon 10 % => 3000

6000 Euro

Der Typ 1 verliert mit BBG1 nur 5,5 % seines Gehaltes an die Versicherungen, während der bei BBG2 es wenigstens 10 % währen

Der Typ 2 verliert 20 % seines Gehaltes

Und das nennst du Soziale Gerechtigkeit ?
Hier geht es nicht darum wer wieviel am ende rausbekommt sondern einfach mal um ein bisschen Gerechtigkeit, wer denkst du kommt am Ende besser klar ???
Aber die armen Reichen werden ja so gebeutelt...
Man kann nicht immernur Geld als Wert sehen für einen selbst, sondern muss auch mal die Personen dahinter betrachten wie weh ihnen das tut mit den Geldsummen

Kann man sich halt mal nicht den neuen Lexus, Audi, Porsche oder das neue Haus, Boot leisten
 
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In der Rentenversicherung bekommt man je nach Einzahlung mehr oder weniger raus, ab der Beitragsbemessungsgrenze steigt die Rente folglich nicht mehr und der der darüber liegt, muss privat vorsorgen, um sein Lebensniveau zu halten. Das ist bei dir aber nicht eingerechnet. Außerdem vergisst du, dass die Rentenversicherung, wie schon dargestellt wurde, mit ca. 80 Milliarden € an Steuergeldern gestützt wird, die vor allem von den Reichen gezahlt werden.
Wann ist die soziale Gerechtigkeit denn erreicht? Vor 100 Jahren wurde teilweise 12 Stunden am Tag gearbeitet, für viel weniger als die heutige Arbeitslosenhilfe. Aber es ist natürlich immer noch nicht genug, es gibt ja noch Leute, die tatsächlich mehr verdienen!

"Nach Melvin müsste man die Sozialversicherungen einfach nur in Absicherungen umschreiben, die Frage generell ist einfach wieso sollen die die viel haben auch nicht viel abgeben ?"

Tun sie das denn nicht? Sind ~50% Einkommenssteuer, wenn man das Geld dann sparen will nochmal ~26% Kapitalertragssteuer auf die Gewinne und wenn man es dann ausgeben möchte nochmal ~16% Mehrwertsteuer (vom Bruttobetrag) nicht genug?

Ich hätte gerne mal von dir eine Erklärung, warum über die Sozialversicherungen umverteilt werden soll und nicht nur über die Einkommenssteuer!

Edit:
"Beitragsbemessungsgrenze wieder auf 100000 € hoch weil man die Inflation und den Wert des Euros gegenüber der DM gleichstellen kann."

Das ist doch Unsinn, zeig mir mal eine Quelle, die das belegt. Und nicht "Früher musst ich 5 Mark fürs Schwimmbad zahlen, heut sinds schon 5 €!!".
Die Inflationsrate war bei der Euroeinführung nicht außergewöhnlich hoch und ist seit der Einführung des Euro sogar niedriger als zu DM-zeiten.
 
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@Fleshed
Ja der Besserverdienende zahlt prozentual von seinem Einkommen weniger in die Rentenversicherung ein, dafür bekommt er aber auch prozentual auf sein Einkommen bezogen mal deutlich weniger Rente als der Normalverdiener! Womit wir wieder bei dem Charakter einer Versicherung wären: Man zahlt Beträge und erwirbt damit Ansprüche auf Leistungen. Bei der GKV sind die Leistungen bei jedem gleich, unabhängig von der Höhe der gezahlten Beiträge. Also müssen die Beiträge gedeckelt werden, weil es einfach nicht gerecht ist, dass jemand für die gleiche Leistung deutlich mehr zahlen muss nur weil er gut verdient.

Und nochmal: Der mit 100.000 € Jahresgehalt zahlt zig mal soviel Steuern wie der mit 20.000 € im Jahr. Nicht nur absolut, sondern auch prozentual auf sein Einkommen bezogen zahlt er deutlich mehr Steuern. Und aus genau eben jenen Steuergeldern gehen jedes Jahr 80 Mrd. € in die gesetzliche Rentenversicherung. Das entspricht wenn mich nicht alles täuscht einem Viertel (!) der Ausgaben der gesetzlichen Rente. Der mit 100.000 € im Jahr wird also indirekt über Steuern bereits deutlich stärker zur Finanzierung der Rentenversicherung herangezogen als der mit 20.000 € im Jahr. Meiner Meinung nach ist der sozialen Gerechtigkeit damit mehr als genüge getan.

Nochmal zur Verdeutlichung meiner Argumentation: Ich hätte nichts gegen eine Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenzen in der Rentenversicherung, aber nur wenn im Gegenzug die Deckelung der Renten aufgehoben wird und die Rentenversicherung keine Steuerzuschüsse mehr erhält. Eine Aufhebung der Beitragsbemessungegrenzen in der GKV ist für mich aber ausgeschlossen.
 
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Allerdings ist es ja auch so, dass derjenige, der 100.000 EUR verdient trotz seiner Mehrbelastungen immer noch deutlich mehr Geld zum Leben hat als diejenigen, die nur 20.000 EUR verdienen. Insofern kann er die höheren Belastungen doch noch eher verschmerzen. Die Frage die sich stellt ist doch, was denn die Alternative wäre? Die Rentenversicherung ist doch wie man an der Bundeszulage von rund 80 Mrd. EUR sieht, längst an der Grenze der Finanzierbarkeit.

Deine Argumentation ist gut nachvollziehbar. Auch, dass du bzw. Besserverdienende sich ungerecht behandelt fühlen aufgrund der ungünstigen Relationen. Dennoch, was wäre die Lösung dafür? Ohne diese Form der erzwungenen Solidarität zu Lasten der starken Schultern würde sich die ohnehin schon zunehmende Armutsproblematik in diesem Land massiv verschärfen und der relative soziale Frieden und die innere Stabilität dieses Landes bedrohen. Wäre das denn im Sinne der Gutverdiener?
 
Aufgrund der demografischen Entwicklung gibt es meiner Meinung nach drei Ansatzpunkte, um die Finanzierung der Sozialversicherungen, insbesondere der Rente, dauerhaft zu sichern:

1) Erhöhung der Einnahmen durch höhere Beiträge und/oder höhere Steuerzuschüsse
2) Senkung der Ausgaben durch langsameres Wachstum der Renten
3) Verbesserung des Verhältnisses Erwerbstätige/Rentner durch Erhöhung des Renteneintrittsalters und arbeitmarktfreundliche Politik

Sozial gerecht und im Sinne der Generationengerechtigkeit wäre meiner Meinung nach, wenn man alle drei Punkte gleichermaßen nutzt. Dazu kann also unter Umständen im Rahmen von Punkt 1) eine (verhältnismäßige) Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen gehören. Aber eine deutliche Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen oder sogar deren Aufhebung und im Gegenzug möglicherweise sogar eine Rücknahme der Rente mit 67 zu fordern, ist meiner Meinung nach im Sinne der Generationengerechtigkeit nicht vertretbar. Man kann vieles vertreten oder fordern, alles muss aber im Rahmen eines sinnvollen Gesamtkonzeptes zusammenpassen, dieses vermisse ich aber derzeit leider bei fast allen politschen Parteien/Gruppen. Aber mit so einer Argumentation kann man leider leicht Wählerstimmen bekommen: "Es ist ja ungerecht dass die Gutverdienenden weniger in die Sozialversicherungen einzahlen!" Leider kommt sowas gut an, kaum einer denkt wirklich weiter bzw. macht sich mal einen Gesamtüberblick.

Um nochmal zusammenfassend auf deine Frage zu antworten: Ich bin mir sicher, dass die meisten Gutverdiener gerne etwas stärker zur Finanzierung der Sozialversicherung herangezogen werden, allerdings wollen sie ihr Geld dann auch im Rahmen eines schlüssigen, nachhaltigen Gesamtkonzeptes sinnvoll eingesetzt sehen. Sonst besteht die Gefahr, dass sie sich als Melkkuh der Nation fühlen.
 
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