Blitzen für Jedermann

Anub1s

Lieutenant
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Aug. 2006
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717
Hallo zusammen,

bei mir im Bekanntenkreis kam neulich eine Diskussion auf, die ich gerne hier (im größeren Kreis sozusagen) ins Rollen bringen würde.
Kernpunkt des ganzen war die aktuelle Situation von Verkehrskontrollen im Straßenverkehr. Wie so oft sind Regeln immer nur so gut, wie sie auch kontrolliert werden können. In diesem Fall bedeutet das, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen, Überholverbote, durchgezogene Linien usw. überflüssig sind, wenn sich niemand daran hält.

Der utopische "Idealfall" wäre natürlich, dass jeder Verstoß erfasst und entsprechend geahndet wird. Dass das in der Praxis natürlich so nicht möglich ist, ist erst mal klar. Tatsächlich ist es allerdings meistens so, dass die Situation sogar massiv zur anderen Richtung hin tendiert. Meiner persönlichen Erfahrung nach würde ich vermuten, dass sich über 90% der Autofahrer regelmäßig nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Selbstverständlich ist es ein Unterschied, ob jemand mit 100 durch die Ortschaft brettert, oder mit 110 auf einer gut ausgebauten Landstraße fährt, aber schlussendlich ist beides erst mal verboten.
So viel zunächst mal nur als kurze Einführung.

Diskutieren möchte ich nun an dieser Stelle darüber, was ihr von der Möglichkeit haltet, die Möglichkeit von Verkehrskontrollen "öffentlich" zu machen. Idee war, dass Leute (auf freiwilliger Basis natürlich) ein spezielles Gerät (in Form einer Kamera) in ihrem Auto montieren können. Die Kamera könnte dann (bspw. bei Bedarf, auf Knopfdruck o.ä.) das aktuelle Geschehen aufzeichnen. Die gesammelten Daten könnte der Anwender dann später (bspw. über Internet) an eine offizielle Stelle schicken, die das ganze dann auswertet und ggf. weitere Schritte einleitet.

Ich persönlich fand diese Idee sehr gut. Die Überwachung von offizieller Seite ist mehr als spärlich, ich kenne etliche Fahrer die eigentlich ständig 10-20 km/h zu schnell fahren, und vielleicht alle 2 Jahre mal erwischt werden und dann mit einem geringen Verwarnungsgeld wegkommen. Der "Lerneffekt" ist dabei nicht wirklich vorhanden. Wenn durch diese Art der "öffentlichen" Kontrolle aber bspw. die erfassten Verstöße direkt verzehnfacht werden, wird das ganze schon eher schmerzhaft für den Geldbeutel, und die betroffenen kommen vielleicht eher zur Einsicht.
Auch vom technischen Gesichtspunkt sehe ich das ganze nicht als unmöglich an. Es muss natürlich sichergestellt sein, dass eine Manipulation unmöglich ist.

Wie steht ihr zu der Sache? Haltet ihr das ganze für machbar / sinnvoll? Mir geht es dabei zunächst eher um das Prinzip an sich, weniger um die technische Umsetzung des ganzen.


MfG Anub1s
 
Das ist mist, du redest hier davon das du Privat Personen das gesetzt überlässt. Wenn es so weit kommen sollte wandere ich aus dem Land hier sofort aus.

Es muss natürlich sichergestellt sein, dass eine Manipulation unmöglich ist.
Radar und co musst du nicht mal Manipulieren die bringen bei geschulten Personal schon oft genug Fehler.. außerdem weißt du was so ne Radarfalle kostet?

Wenn man so was schon macht dann meinetwegen mit Fahrtenschreiber und GPS damit könnte ich leben, aber mit Privatleuten gehts noch?
 
Zuletzt bearbeitet:
Wäre es nicht sinnvoller die Geschwindigkeitsgrenzen einfach anzuheben? Wenn man in der Stadt 80 fahren dürfte, auf Landstraßen 150 und auf der Autobahn unbegrenzt, dann würden bestimmt kaum noch Leute zu schnell fahren.
 
Idee war, dass Leute (auf freiwilliger Basis natürlich) ein spezielles Gerät (in Form einer Kamera) in ihrem Auto montieren können. Die Kamera könnte dann (bspw. bei Bedarf, auf Knopfdruck o.ä.) das aktuelle Geschehen aufzeichnen. Die gesammelten Daten könnte der Anwender dann später (bspw. über Internet) an eine offizielle Stelle schicken, die das ganze dann auswertet und ggf. weitere Schritte einleitet.

Mit sowas greifst du in die Privatsphäre ein und das ist unzulässig.
Du kann auch als Besitzer eines Ladens nicht einfach ein Kamera installieren die den Bereich vor deinem Laden filmst. Von daher, vergiss es.
 
Prinzipiell sicher nicht schlecht, aber das könnte auch schnell dazu führen, persönliche Konflikte mit solchen Dingen auszutragen. Jeder, der so ein Teil hat, hat ein gewisses Stück "Macht" mit denen er andre kontrollieren kann.

Beispiel: ein flüchtig Bekannter, der mich nicht leiden kann, zeichnet auf wie ich mit 120 durch ne 80er Zone brause. Sicherlich habe ich dann Mist gebaut, aber er könnte mich damit auch ein bisschen erpressen.
 
deine Zeit möchte ich haben, wie wäre es wenn die Öffentlichkeit die Politiker kontrollieren darf, da passieren schlimmere Verbrechen als im ganzen Verkehr zusammen.
 
wenn du jemandem hinterherfährst, der zu schnell fährt, dann machst du was gerade? ;)
 
auf dem weg zum überwachungsstaat... also bitte wie weit sollen die kontrollen denn reichen? dann könnte jeder auch gleich eine kamera in jedes zimmer seines hauses bekommen, eine helmkameratragen wird pflicht und wer nicht alle 10 minuten seinen standort meldet wird strafrechtlich verfolgt..

man kann es auch übertreiben mit der kontrolle, zumal 10 oder 20 km/h an der einen doer anderen stelle zuviel dem verkehrsfluss auch ziemlich gut tun können..
 
Ähm, Überwachungsstaat, Selbstjustiz, Datenschutz...

Soll ich noch mehr Schlagworte aufzählen? Wenn du/ihr schon über Probleme in diesem Staat diskutieren müsst, dann fangt da an wos wichtig wäre. Und Leute zu bestrafen die mit 110 über ne Landstraße fahren gehören nciht zu den großen Problemen.

Aber wenn euch die Verkehrssünder schon so stören zieht in ne Großstadt und schreibt Kennzeichen von Falschparkern auf, wenn ihr zu viel Freizeit habt. :rolleyes:


Als wenn zu schnelles Fahren die Geißel der Menschheit wäre...
 
darf man fragen, wie alt du bist?

Nichts gegen eine gründliche Verkehrsüberwachung.

Aber deine Idee ist schon etwas hoch gegriffen.

Ich möchte dann nicht meinem Bekannten gegenüberstehen und ihn fragen müssen, ob er mich gestern geblitzt hat...
 
Also manchmal wünscht man sich schon eine Kamera im Auto zu haben, so wie in Deutschland zum Teil gefahren wird. Da laufen alte Omas seelenruhig mit dem Fahrrad auf die Straße, um dort auf ihren Drahtesel aufzusteigen, ohne auf den Verkehr rücksicht zu nehmen oder Autofahrer drängen sich auf der Abbiegespur vor einen, usw. Ich hab in den vier Jahren die Ich mittlerweile Auto fahre schon so einiges erlebt.

Dennoch ist der von dir gebrachte Vorschlag alles andere als sinnvoll.
 
Rein theoretisch ist es jeden Bundesbürger erlaubt Straftaten und Vergehen zur Anzeige zu bringen, ein gutes Beispiel dafür ist Falschparken. Jeder kann Falschparker anzeigen Vorraussetzung dafür ist die das der Halter des Fahrzeugs informiert wird( Zettel o.ä mit Kontaktdaten etc) und das ganze dann mit Beweisen an das zuständige Ordnungsamt übergibt. Ob das Ordnungsamt dann handelt is ne andere Sache.

Aber mal ehrlich will man wirklich nen Kasten im Auto haben der andere Städdig überwacht und außerdem müsste das messende Fahrzeug über längere Strecke "verfolgt" werden, womit der Fahre der Messfahrzeugs ja selbst eine Ordnungswidrigkeit begeht, weil er ja auch ein ähnliches Tempo beschleunigen müsste.

Ich gebe dir in dem Punkt recht das die Verkehrsüberwachung einfach zu inkonsequent ist, aber dafür müssten mehr Beamte eingestellt werden und das kostet wiederum Geld und das hat der Staat/ das Land bzw will es nicht bereits stellen.
 
dir ist schon klar, dass du dich dann auch strafbar machst, wenn du nem raser hinter her fährst?

ich für meinen teil fahr auch grundsätzlich 10-20 km/h zu schnell.
die geschwindigkeitsschilder wurden bei uns teilweise vor 20 Jahre aufgestellt und mittlerweile können da modernere Autos auch schneller herfahren finde ich.
 
Jedermann überwacht jedermann? Das gab's schonmal in der DDR - nannte sich Stasi. Nö danke!

Grundsätzlich bin ich aber ein Freund von Verkehrskontrollen, auch wenn ich selbst kein Unschuldslamm bin. Aber von der Möglichkeit, dass jeder jeden überwachen kann oder Vorrichtungen im Auto die eigenen Fahrweise erkennen (z.B. Erkennung von Tempolimits und folgend Protokollierung der Geschwindigkeit) halte ich nichts.

Was möglich ist: Jedermann kann Anzeige gegen jedermann erstatten. Also wenn du jemanden erwischst, wie er massive Verstöße begeht, kannst du gerne zur Polizei gehen und anhand des Kennzeichens Anzeige erstattet. Nur ob am Ende nicht Aussage gegen Aussage steht und dies deine Zeit und Steuergelder wert ist... naja.
 
Infect007 schrieb:
wenn du jemandem hinterherfährst, der zu schnell fährt, dann machst du was gerade? ;)

Das ist der springende Punkt an dem alles scheitern wird.
Man muß ja auch ein Stück hinterherfahren damit das nächste Geschwindigkeitsbegrenzungsschild mit auf dem Film ist.

Aber wenn es laut Topic um "blitzen" geht, why not?
Es müßte natürlich die Gefahr von Manipulation ausgemerzt werde, doch um die technische Umsetzung soll es hier ja nicht gehen.

Im weitestem Sinne finde ich den Diskussionsansatz nicht verkehrt. Ich sehe auch oft Rowdys viel zu schnell durch die Stadt heizen und hab ein blödes Gefühl, weil ich nichts dagegen tun kann.
Aber herrie: Das ganze bedeutet ja auch, dass ich nie wieder zu schnell fahren kann^^
 
Servus.

"Stasi 2.0 advanced" lässt grüßen. Bürger überwachen Bürger. Ein kleiner Schritt für die Justiz, ein Riesiger in Richtung Überwachungsstaat.


Grüßle ~Shar~
 
Anub1s, du hast keinen Führerschein, oder?
 
Laßt doch mal eure dämlichen Stasi-Vergleiche.
Hier gehts ums Verkehrswesen und nicht um die Bespitzelung im Privatbereich.
 
soll doch jeder fahren wie er will =) indien nur als beispiel *g*
ich als lkw fahrer hab`s immer eilig denn zeit is geld ...
 
Revolution schrieb:
Das ist mist, du redest hier davon das du Privat Personen das gesetzt überlässt.
Wer jetzt konkret welchen Verstoß begangen hat, bleibt selbstverständlich offiziellen Stellen überlassen. Ich habe sicherlich nicht behauptet, dass ich meinem Nachbarn ein Knöllchen ausstelle.
Wenn auch ein deutlich drastischeres Beispiel, könnte ich ebensogut verbieten, mich bei einer Schlägerei einzumischen ... was würde ich mich da erdreisten, denen als Nicht-Polizist vorzuschreiben, wo sie sich die Zähne einschlagen dürfen und wo nicht.

Infect007 schrieb:
wenn du jemandem hinterherfährst, der zu schnell fährt, dann machst du was gerade? ;)
Das ist wohl sicherlich dann ein Fall, den man so nicht abdecken kann. Um jemanden mit der Kamera zu erfassen, der mich bei durchgezogener Linie überholt hat, brauche ich aber nicht zu schnell zu fahren, für 2 Autos mit 3cm Sicherheitsabstand zwischeneinander ebenso nicht.

StokeD schrieb:
man kann es auch übertreiben mit der kontrolle, zumal 10 oder 20 km/h an der einen doer anderen stelle zuviel dem verkehrsfluss auch ziemlich gut tun können..
Mag in manchen Fällen natürlich stimmen. Ich habe es aber auch schon oft genug erlebt, dass ich von anderen bedrängt wurde, weil ich ordnungsgemäß gefahren bin (und eben nicht "wie das ja alle machen" nach den Regeln). Was soll ich in dem Fall tun. Gesetz missachten, oder mich weiter nötigen lassen? Schlag was vor.
 
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