ohmotzky schrieb:
Abzocke im großen Stil, wer ist so blöd und baut Windparks ohne Netzanbindung?
Windparks ohne Netzanbindung? Das ist wohl das Henne-Ei Problem. Wozu ein Kabel irgendwo hinlegen, wenn keine Windräder da sind? Irgendwas muss nun mal zuerst da sein. Eigentlich ist es immer so geplant, dass Netzanschluss und Windpark relativ zeitgleich vorhanden sind. Wenn du jetzt den Betreibern den Windpark vorwirfst, dass sie ja selbst Schuld sind, wenn sie Windparks bauen, ohne das ein Netzanschluss vorhanden ist, dann werden wohl nirgendwo mehr Windparks entstehen.
ohmotzky schrieb:
Auch die angegebenen neuen Netze halte ich für übertrieben, wie kommt denn jetzt der Strom zum Kunden?
Der Strom kommt im Moment über das Verteilnetz zu den Kunden. So wie er es in der Zukunft auch soll. Nur bisher wird der Strom relativ Nahe beim Verbraucher (im Schnitt ca. 80km von ihm entfernt) erzeugt. Unsere Verbrauchsschwerpunkte in Deutschland sind vor allem im Westen und Süden der Republik, dort wo viele Menschen leben und viel Industrie ist. Dort stehen auch die meisten AKWs.
In Zukunft wird im Norden der Republik viel mehr Energie erzeugt, als dort verbraucht wird. Der Strom muss also in die Verbrauchsschwerpunkte (im Westen und Süden) transportiert werden. Gleichzeitig steigt durch die Abschaltung der AKWs der Strombedarf dieser Regionen und noch mehr Energie muss in diese Regionen transportiert werden.
Das deutsche Höchstspannungsnetz ist aber schon heute Nahe an seiner Belastungsgrenze, um weiterhin eine hohe Versorgungssicherheit zu gewährleisten sind also neue Leitungen nötig, um die benötigte Energie von den Erzeugern zu den Verbrauchern zu transportieren.
Um es mal Vereinfacht auszudrücken, Strom ist wie Wasser. Wird in einer Region mehr Wasser benötigt und die vorhandenen Leitungen sind schon bis an die Grenze belastet, dann müssen eben neue Wasserleitungen gebaut werden. Das Gleiche gilt für Strom, eine Stromleitung ist nicht unendlich belastbar.