Bundestagswahl 2009

Was werdet ihr wählen

  • CDU/CSU

    Stimmen: 114 11,0%
  • SPD

    Stimmen: 98 9,5%
  • FDP

    Stimmen: 200 19,3%
  • Bündnis '90/Die Grünen

    Stimmen: 98 9,5%
  • Die Linke

    Stimmen: 114 11,0%
  • NPD

    Stimmen: 53 5,1%
  • andere

    Stimmen: 225 21,7%
  • Ich gehe nicht zur Wahl.

    Stimmen: 85 8,2%
  • Ich wähle absichtlich ungültig.

    Stimmen: 50 4,8%

  • Umfrageteilnehmer
    1.037
  • Umfrage geschlossen .
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Ich will dir ja nicht widersprechen, aber wie genau folgt aus Steuererhöhungen hohe Arbeitslosigkeit? Zumal das ja so nicht stimmt, Steuererhöhungen haben meist nur die erlitten, die Arbeit nehmen und nicht geben. Weiterhin, bei aller Liebe, ist eine Regierung nicht für Nullrunden und Gehaltskürzungen zuständig, außer bei den vom Staat beschäftigten Angestellten und Beamten. Und bei den Rentnern, deren Rentenentwicklung aber halt dann doch an die durchschnittliche Gehaltsentwicklung angepasst ist.

Also bei aller Liebe, irgendwie schlecht verknüpft. Scheint mir leider nur darum zu gehen, Frust abzulassen und nicht Ursachen zu benennen. Was war nötig, was hätte man besser lösen könne, wie hätte man es besser lösen können? Klar ist es leichter immer wieder das Versagen zu wiederholen, da wird dir auch kaum einer widersprechen, nur Gesundheitsreform, da ist die nächste Regierung ebenso dran gescheitert, wie an Hartz IV und Steurerhöhung.

Mir ist schon klar worauf bzw. wen das hinausläuft, nur leider ändert sich vom Versprechen alleine halt wenig, konkrete Vorstellungen zur Umsetzung wären gefragt. Gerade auch nicht nur bei der Umverteilung, sondern bei den grundsätzlichen Konzepten. Hartz IV erhöhen und Vermögenssteuer einführen alleine ist es ja nicht. Wie sieht es mit dem Gesundheitssystem aus? Kann sich der "Realo"-Flügel mit den ultralinken auf eine Linie verständigen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Also bei aller Liebe, irgendwie schlecht verknüpft. Scheint mir leider nur darum zu gehen, Frust abzulassen und nicht Ursachen zu benennen.
Stimmt, der Zusammenhang zwischen einigen Punkten ist etwas unglücklich gewählt.

Warum sollte ich Frust ablassen wollen? Mir persönlich und meiner Familie geht es ja, im Gegensatz zu vielen anderen Menschen in diesem Land, relativ gut und ich selbst habe ja obendrein einen krisenfesten Arbeitsplatz.

Ich wollte nur mal, zugegeben etwas drastisch, vor Augen führen, dass man Fakten aus der Vergangenheit nicht so schnell vergessen sollte.
 
Schon richtig. Da ist aber leider Fakt, dass die Auswahl dann furchtbar gering wird. ;)

Von daher ist es vielleicht auch zu verstehen, dass lieber die Versprechen gewählt werden. Speziell in der Opposition wird man schnell die großen und kleinen realpolitischen Entscheidungen wieder los.
 
Also mal ganz allgemein:

Es ist eine Farce zu glauben, dass es Arbeitnehmer gut gehen könnte, wenn es den Unternehmen, die sie beschäftigen, schlecht geht.

Fakt ist: Keinem Arbeitnehmer ist damit geholfen, wenn sein Arbeitgeber pleite geht. Denn dann ist er auf Hartz 4 angewiesen.

Fakt ist aber auch: Es kann nicht sein, dass jemand Teilzeit- oder Vollzeit arbeitet und im Endeffekt unter der Hartz 4 Grenze verdient, durch Aufstockung ebenso gestellt wird wie ein Hartz 4 Empfänger, der gar nicht arbeitet. Dies würde eine Ungerechtigkeit bedeuten.

Arbeit muss sich immer mehr lohnen als Nichtarbeit.

Ich sehe es aber nicht als fragwürdig an, wenn ein Arbeitnehmer, der unterhalb der Hartz 4 Grenze verdient, vom Staat eine Aufstockung seines Gehaltes erhält. Diese Aufstockung muss allerdings im Endresultat erheblich mehr einbringen, sogar erheblich mehr einbringen als das Hartz 4 Einkommen, das derjenige erhält, der gar nicht arbeitet. Arbeit muss sich lohnen, da besteht kein Zweifel.

Doch nehmen wir einmal das Beispiel der Friseurin, die im Osten vom Arbeitgeber 3,50€ pro Stunde erhält. Ja glaubt Ihr allen Ernstes, der Friseurunternehmer würde Porsche fahren und in seiner über 1.000.000 teuren Villa leben? Pustekuchen. Dieser Unternehmer kann sich trotz der Nideriglöhne selbst kaum über Wasser halten, ganz einfach deshalb, weil das Unternehmen nicht mehr abwirft.
Und hier ist zu fragen: Wem bringt es etwas, wenn man den Unternehmer dazu verpflichtet, 7,50€, 10 € oder noch mehr pro Stunde zu zahlen? Den angestellten Friseurinnen? Absolut nicht, sie wären genauso schnell arbeitslos, wie das Unternehmen Konkurs anmelden müsste. Wem würde der Konkurs des Unternehmens etwas etwas nutzen? Ganz genau: Niemandem.

Genau hier sehe ich eine sogar ausserodentlich große Gefahr der Politik der Linkspartei. Es wird einer gewissen Schicht etwas versprochen, was noch weniger eingehalten werden kann als die Wahlversprechen aller übriger Parteien.

So haben bereits in Interviews etliche Politiker der Linkspartei, darunter Lafontaine und Gysi, zugegeben, dass ihre Forderung eines Mindestlohnes von 10 € pro Stunde unrealistisch seien. Begründet wurde das damit, dass Forderungen ja längst nicht Realität sein müssen, man versuche nur, das Beste für die Arbeitnehmer heraus zu holen. Dabei sind solche Statements nichts weiter als unrealistische Volksverarsche (sry für diesen Ausdruck), einzig und allein mit dem Ziel, Wählerstimmen zu erlangen.

Die weitaus realistischeren Vorstellung aller anderer Parteien, also CDU/CSU, FDP, SPD, Grüne, werden durch diesen, es tut mir Leid, politischen Schmutz, diffamiert. Natürlich hört es sich besser an, das Unmögliche zu fordern, doch tut es uns gut? Ist es besser, eine Partei zu wählen, die ausser Populismus nichts und gar nichts zu bieten hat, vor allem nicht Realismus?

Nehmen wir das Beispiel der Reichensteuer, wie es populistisch so schön heißt. Nehmen wir die sog. "Millionärsabgabe":

Hört sich auf den ersten Blick sehr gerecht an, das gebe ich zu. Doch wer von der Linken erwähnt die Tatsache, die unbestreitliche Tatsache, dass ein Großteil eben dieses Kapitals ins Ausland fließen wird?
Wer erwähnt, dass viele Firmen ihren Sitz ins Ausland verlagern werden, nur um effizient arbeiten zu können, wodurch hunderttausende Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen? Verlorene Arbeitsplätze, für die alle Arbeitenden einen Ausgleich erwirtschaften müssen?
Wer erwähnt das Schicksal der hunderttausenden, die durch diese Verlagerungen ihren Arbeitsplatz verlieren und zukünftig nicht mehr in die Sozialkassen einbezahlen?
Wer erwähnt die Verluste von Steuergeldern, die durch Abwanderung der Reichen den Steuerkassen entgehen?
Wer erwähnt, dass sich die höhrere Bildungsschicht von Deutschland abwenden wird, weil sie im Ausland bessere Chancen sehen?
Wer erwähnt, dass diese Leute mit deutschen Steuergeldern ausgebildet wurden?

NIEMAND aus der Linkspartei.

Ich sage es hier ganz offen, ich halte einen Vormarsch der Linkspartei für Deutschland für sehr, sehr gefährlich. Und das nicht nur aufgrund der vorab kurz dargestellten, allenfalls oberflächlich beandelten Argumente, die ich darstellte. Es gibt allemal Unmengen von Argumenten, die diese These bestätigen würden.

Und um dies klarzustellen: Ich möchte hier keine Wahlwerbung machen. Mir ist es völlig egal, ob Ihr die CDU/CSU, die FDP, die SPD oder die Grünen wählt, solange es keine Partei ist, die sich auf reinen Populismus stützt. Und dieser Mentalität verfällt die Linke amS - leider - derzeit ebenso wie rechtsradikale Parteien.

Ich selbst bin vor allem von Oscar Lafontaine enttäuscht - ein Politiker mit durchaus guten Ansätzen. Dass gerade er diesem Linkspopulismus derart verfallen konnte, der - wie er selbst am besten wissen müsste - Deutschland in den Abgrund treiben wird - ist besonders bedauerlich. Wählerstimmen zählten für ihn anscheinend mehr als realistische Politik.

Ich selbst bin ein Gefangener zwischen den Zellen: Zwar habe ich meine politischen Hauptthemen, denen ich besonderen Wert beimesse (in meinem Fall das Strafrecht, Jugendsstrafrecht und die Wirtschaftspolitik), doch halte ich viele Ansätze, die zB SPD und Grüne vertreten für nicht verkehrt und durchaus akzeptabel, wenn nicht sogar einführungswürdig.

Was die Linkspartei hingegen angeht, so halte ich deren Politik nicht nur für abträglich, sondern sogar für gefährlich für Deutschland.

MfG,
Dominion.
 
@dominion1
Du hast es sehr treffend und ausführlich dargestellt, wie ich finde.

Gefährlich halte ich derartigen Populismus vor allem deshalb, weil viele der von Politikern gegebenen Versprechen, die auf "das Herz der Volkseele in schlechten Zeiten" abgezielt sind, vor allem von Frustrierten und sozial Gebeutelten aus bestimmten Gesellschaftsschichten für bare Münze genommen wird.

Werden diese dann irgendwann mit der Realität konfrontiert -und das werden sie ganz sicher- und stellen dabei fest, dass alles nur "Schall und Rauch" ist, dann kann sich unter Umständen ein Pulverfass entzünden, über dessen Ausmaß der Explosion man sich aktuell noch gar kein richtiges Bild machen kann.

Das macht mir Sorgen und ich denke, nicht nur mir....
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
dominion1 schrieb:
So haben bereits in Interviews etliche Politiker der Linkspartei, darunter Lafontaine und Gysi, zugegeben, dass ihre Forderung eines Mindestlohnes von 10 € pro Stunde unrealistisch seien.

Hast du eine Quelle zu dieser Behauptung? Würde ich gerne sehen....

Die restlichen neoliberalen Thesen gegen Mindestlohn und höhere Steuersätze sind wahrscheinlich genauso wenig haltbar wie die o.g. Aussage.
Wie kommt es denn das im beinahme gesamten EU-Ausland Mindestlöhne und höhere Spitzensteuersätze gelten ohne die von dir ausgemalten fatalen Folgen für die Volkswirtschaft?
Dem Kapital gefällt es in diesem Land in dem der Steuerzahler für ihre Verluste aufkommt, Löhne seit Jahren rückläufig sind und die Kapital... ähh Volksvertreter die Gesetze in ihrem Interesse schreiben viel zu gut als das sie sich wo anders hin begeben würden.
 
Hast du eine Quelle zu dieser Behauptung? Würde ich gerne sehen....
Das hat Gysi vor kurzem in irgendeiner TV-Sendung, ich glaube, es war im "ZDF-Morgenmagazin", gesagt. Da durften Bürger Fragen an den Politiker richten, die er dann, offensichtlich wahrheitsgemäß, beantwortet hatte.

Von Lafontaine ist mir eine derartige Äußerung nicht bekannt. Vielleicht aber hat er das aber bei diesem "Dreikampf der Oppositionsvertreter" gesagt, als sich alle drei "Duellierenden" in vielen Punkten überraschend einig waren. Keine Ahnung.
 
@ Micha45:

Da kann ich Dir zustimmen.

Natürlich machen alle Parteien derartige Wahlversprechen, ganz egal, ob es sich um die CDU/CSU, die FDP, die SPD oder die Grünen handelt.

Doch der Unterschied ist: All diese Parteien machen Wahlversprechen, obwohl sie wissen, dass sie sie allein niemals durchsetzen können. Aber diese Wahlversprechen beinhalten jedoch jedoch ein gewisses Maß an Realismus. Und sie sind nicht geeignet, eine Bevölkerungssschicht zu diffamieren.

Die Wahlversprechen der Linken hingegen enthalten immer und immer wieder eine Hetze gegen sogenannte "Reiche". (wer nun glaubt, ich würde dieser Schicht der Reichen angehören, der irrt gewaltig; ich wünschte, es wäre so ;)).

Ziel der Linken ist es, eine Front gegen sogenannte "Reiche" zu bilden, also eine Neiddiskussion innerhalb der GHesellschaft zu schüren. Es ist immer einfach, an die niedersten Instinkte der Menschen zu appellieren. Die Linken erhalten auf diese Weise sehr viel Zulauf, weil viele Menschen meinen, ihr politisches Verhalten sei "sozial".

Die Tatsache, dass wir ein progressives Steuersytem haben, also ein System, in dem Leute mit hohem Einkommen prozentual viel mehr Steuern zahlen müssen als Menschen mit niedrigem Einkomen, kümmert niemanden mehr.

Wen interessiert schon Gerechtigkeit, wenn man jemanden hat, den man als Buhmann darstellen und schröpfen kann? Dass dies insgesamt gesehen volkswirtschaftlich kontraproduktiv ist - wen interessierts? Dass dadurch das Kapital ins Ausland verlagert wird und hunderttausende Arbeitsplätze durch Unternehmensverlagerungen verloren gehen - wen interessierts? Dass die in Deutschland ausgebildeten, hochqualifizierten Arbeitnehmer ins Ausland gehen und dort ihre Arbeitskraft feilbieten - wen interessierts?


Das Problem sind die internationalen Aktienmärkte; jeder Aktionär möchte in kurzer Zeit möglichst hohe Gewinne erwirtschaften, ganz egal, ob Arbeitsplätze verloren gehen. Dies ist kein Problem deutscher Politik, ganz egal ob CDU / CSU, FDP, SPD oder Grüne. Es ist ein internationales Problem.

MfG,
Dominion.
 
dominion1 schrieb:
Die Tatsache, dass wir ein progressives Steuersytem haben, also ein System, in dem Leute mit hohem Einkommen prozentual viel mehr Steuern zahlen müssen als Menschen mit niedrigem Einkomen, kümmert niemanden mehr.

Die Steuerprogression greift in Deutschland nur bis zu einem zu versteuerden Einkommen von ca. 50.000 €. Der Grenzsteuersatz lag in den Neuzigern noch deutlich höher.

Fakt ist, in Deutschland wurde die Vermögenssteuer 1997 abgeschafft. Reiche werden daher kaum belsatet.

Wer in Deutschland abgezockt wird, ist die Mittelschicht. Vom Facharbeiter bis zum Ingenieur. Diese Schicht zahlt sich dumm und dämlich, während das Kapital der Millionäre und Milliardäre kontinuierlich wächst.
 
dominion1 schrieb:
Fakt ist aber auch: Es kann nicht sein, dass jemand Teilzeit- oder Vollzeit arbeitet und im Endeffekt unter der Hartz 4 Grenze verdient, durch Aufstockung ebenso gestellt wird wie ein Hartz 4 Empfänger, der gar nicht arbeitet. Dies würde eine Ungerechtigkeit bedeuten.

Bei Soviel Unsinn der da von Dir kommt wundert mich nicht das Du gegen die Linke bist.

Jemand der zuwenig verdient und aufstockendes ALGII (Hartz4 im Volksmund) bekommt der hat mehr als jemand der nur ALGII erhält weil es einen Selbstbehalt gibt, also erzähl doch nicht solche Lügenmärchen.

Und das man Aufstockendes ALGII bekommt weil die Arbeitgeber zuwenig zahlen ist ja kaum die Schuld der Erwerbslosen sondern der Arbeitnehmer die sich erniedrigen für so einen Lohn zu Arbeiten sowie der Arbeitgeber die Menschen für so einen Lohn einstellen.


Ungerecht ist hier einzig und allein (wie Die Linke auch immer sagt) die Tatsache das man dadurch den Wettbewerb schädigt denn während Arbeitgeber A seine Unternehmer gut bezahlt und sie achtet zahlt Arbeitgeber B im selben Bereich nur Hungerlöhne und die Arbeiter bekommen aufstockendes ALGII (am besten zusätzlich noch ne Förderung weil sie denjenigen eingestellt haben...) und somit sind Ihre Lohnkosten und damit die Produktionskosten viel geringer als von Arbeitgeber A.. das ist Ungerecht ja an dieser Stelle auf jeden Fall!

Im übrigen ist die Vorstellung was Arbeit ist und der Gesellschaft zuträglich anscheinend auch bei jedem eine andere....

Da gehts mir wie Katja Kipping, ein Grundeinkommen (in ausreichender Höhe also nicht in der höhe wie es die FDP im Programm hat) macht da mehr sinn... es würde viel mehr in Teilzeit gearbeitet werden daher wären viel mehr Arbeitsplätze frei, die Arbeitgeber hätten geringere Kosten und durch das Grundeinkommen hätte jeder eine Grundsicherung wäre auch auf geringere Erwerbseinkommen angewiesen. Prinzipiell würde die Mehrheit davon provitieren, nur die Umsetzung ist noch schwierig da sowas nur langsam eingeführt werden kann. Aktuell haben aber wohl nur die FDP und die VIOLETTEN diese Idee Offiziell im Wahlprogramm namentlich.


PS: was 10€ Mindestlohn angeht.... irgendwie kapieren einige einfach nicht das man in Verhandlungen nie mit niedrigen Beträgen reingeht um sich hochzuarbeiten sondern mit hohen um eine bessere Basis zum Verhandeln zu haben...
Oder geht einer von euch in den Laden und sagt "HEy, den PC hab ich woanders aber für 400EUR mehr gesehen ich will den günstiger" HÄH? ....
Ausserdem fordert inzwischen wohl schon der DGB das 7.50eur/h zuwenig sind!
Rechnet doch mal selber nach... 7.50eur/h bei 40h/Woche (wobei 30h realistischer wären da teilzeit zunehmen wird ...tut sie ja schon, leider mit unbezahlten ÜH...) das macht im Monat nur 1200.-EUR Brutto.
Der Durchschnittslohn liegt um die 3000.-EUR wäre also nichtmeinmal 50% des Durchschnittslohns. Bei 10Eur wäre man bei läppischen 1600.-EUR (alles Brutto!) und immerhin bei knapp über 50% des Durchschnittslohns.

Anders gefragt.. arbeitet ihr gerne für 1200.-EUR oder weniger 40h oder mehr die Woche? Wenn Ja ist ja gut :D
 
Zuletzt bearbeitet:
e-ding schrieb:
...
Das Problem mit den Ratingagentueren hast Du beschrieben, ist aber nicht das Kernproblem gewesen, schon eher die Wertentwicklung der Papiere. ...
Der Marktwert wurde durch niemanden sonst als die ratingagenturen in die Höhe getrieben, hätten die nicht "very safe" sondern wie es sich gehört hätte "very unsafe" draufgeschrieben, hätte auch niemand seine Gewinnerwartung falsch eingeschätzt und niemand hätte überhöht hohe Preise für die Kredite gezahlt. Praktisch vergibt in Deutschland das Unternehmen "Handy ohne Schufa" seit fünf Jahren uä. Kredite an jeden ohne Prüfung, auch an solche Ninjas, an die man angeblich niemals Kredite vergeben würde, und finanziert das eben dank kalkuliertem Risiko mit um die 25% Zinsen oä., das Unternehmen hat eine stabile Geschäftsbasis - weil eben eine hohe Ausfallrate nicht das geringste Problem ist, es muss nur der Zinssatz zur Ausfallrate passen und inklusive der staatlichen Förderung der Hauskredite in den USA passte der Zinssatz dieser Kredite eben durchaus zum Risko, ohne die Förderung passte der vereinbarte Zinssatz nicht mehr, das hätte man beim Kauf berücksichtigen müssen, um nicht pleite zu gehen, hätte das aber bei der Funktionsweise aktueller Märkte nur können, wenns korrekt "rated" gewesen wäre, weil sich heutzutage eben niemand mehr eine selbstständige umfassende Prüfung leistet, die Prüfung der Wertpapiere ist eben an die Rating-Agenturen "outsourced" und jeder kauft nach deren Einstufung. Die Kredite hätten durchaus auch gerecht gehandelt werden können, bei bekanntem Risiko wären andere Preise gezahlt worden, aber das Risiko war eben nicht bekannt, weil die Rating-Agenturen die Kredite in die gleiche Sicherheitslasse schoben wie Bundesschatzbriefe.

P.S.
Unternehmen wie "Handy ohne Schufa" sind vielleicht ethisch bedenklich, weil sie kalkuliert sehr viele Leute in die Privatinsolvenz schicken, aber sie haben ein sicheres Geschäftsmodell.
 
Zuletzt bearbeitet:
dominion1 schrieb:
Die Tatsache, dass wir ein progressives Steuersytem haben, also ein System, in dem Leute mit hohem Einkommen prozentual viel mehr Steuern zahlen müssen als Menschen mit niedrigem Einkomen, kümmert niemanden mehr.

Und da die Progressionskurve schon seit Jahren nicht mehr angepasst wurde verkommt dieses Steuersystem für immer mehr Menschen zu einem Einheitssteuersatz.

Ich bin normaler Systemadministrator ohne Personalverantwortung und liege normalerweise schon bei 48.000 €. Da noch ein paar Überstunden und Jahressonderzahlung dabei und schon bin ich oberhalb der Grenze.

Schaut euch mal die Tabellenentgelte des Öffentlichen Dienst an - jeder (z. T. sogar schon die Arbeitgeber, da diese keine fähigen Leute mehr bekommen) sagt da wird (zu)wenig bezahlt. Studierte mit FH-Abschluss liegen nach wenigen Dienstjahren schon höher!!
 
Ich habe kennengelernt, dass ausgebildete Fachkräfte mit normalem Lehreberuf und zig Jahren Diensterfahrung 15.000 bis maximal 20.000 brutto im Jahr haben, 40 Stunden pro Woche zuzüglich Vor- und Nachbearbeitungszeit und der Arbeitgeber das noch für übertrieben viel hält - das nur mal als Vergleich. Das ist übrigens genau die Branche, in der Steinmeier seine 5 mio. Jobs schaffen will.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaub, weil die Umfrage so alt ist, dass es die Piraten noch gar nicht gab. Diese Frage wurde aber hier im Thread auch schon 5-mal beantwortet.
 
in amerika ist das mieten von wohnraum vielerorts garnicht möglich, da blieb den leuten nur der hauskauf. und wenn einem der banker erzählt, das der wert des grundstücks jahr für jahr steigen wird, scheint ja alles klar. jedenfalls ist das kein freier markt in dem sinne, sondern da sind strukturen, wo der einzelne sich fügt oder eben unter ner brücke übernachten muss


edit: hätten die amis staatlichen wohnraum gemacht, so wie wir hier in dl, dann hätten wir heute keine finanzkrise, simple is that
 
Ich formuliere mal ein paar Gedanken:
("andere" habe ich als Piraten zusammengefasst und Nichtwähler/Ungültigwähler fasse ich der Einfachheit halber als eine Nichtwählerpartei zusammen. Mir geht es hier um das Gesamtbild.)

- Die stärkste Partei (Piraten) hat etwa 21% der Stimmen. Dort scheint sich der Wahlkampf (Online wie auch Offline) gelohnt zu haben. Obwohl sie nach momentanen "repräsentativen" Reallifeprognosen eher nicht in den Bundestag einziehen würden, würden die meisten Leser dieser Partei ihre Stimme geben. Es ist erstaunlich, dass diese Partei aus dem Stand und ohne große finanzielle Möglichkeiten so viele CB-Leser animieren kann. Geholfen haben dabei wohl die Anti-Terror-Politik der großen Koalition sowie allgemeine Politikunzufriedenheit und, dass sie den Wählern anscheinend glaubhaft versichern konnten, dass sie wirklich etwas verändern will, sowie der Faktor, dass sie ein ganz neue Partei ist. Dass die Partei nur scheinbar wenige Punkte hat, schreckt die Wähler anscheinend nicht ab, sondern animiert sie sogar stärker, da dies wohl ein Zeichen der Ehrlichkeit ist, das sie bei anderen Parteien vermissen. Transparenz des Staatswesens, digitale Bürgerrechte, Reformierung des Urheberrechts/Patentrechts und freien Zugang zu Bildung und Information reichen den meisten Computerbase Lesern. "Mut zur Lücke" funktioniert hier also anscheinend. Weniger (dafür aber richtig) ist hier mehr. Das aus Piratensicht überholte stumpfe Rechts/Links-Schema ist anscheinend kein Grund, die Piraten nicht zu wählen, objektive und transparente gute Lösungen werden gebraucht und dies trauen die Leser den Piraten offensichtlich zu. In den klassischen Medien werden oft Unwahrheiten verbreitet, es findet eine allgemein negative Berichterstattung statt (aber nicht nur). Tauss' Beitritt konnte die Piratenwähler nicht abschrecken, sie glauben klassisch nach der Partei noch an die Unschuldsvermutung.

- Union und SPD (imaginär) zusammen lägen ungefähr auch gleichem Niveau. Die Wähler haben sie wohl abgestraft, da sie unzufrieden mit der Politik sind. Sinnlose/Gefährliche Symbolpolitik und offensichtliche Fehlentscheidungen sowie absolute Inkompetenz in bestimmten Bereichen sind Grund genug, eine andere Partei zu wählen. Hier waren wahrscheinlich auch noch Studiengebühren und die Intransparenz der Politik und die zum Teil beleidigenden Kommentare einiger Politiker ausschlaggebend.

- Knapp hinter den Piraten liegt die FDP (19%). Die meisten Computerbase-Wähler sehen also anscheinend keinen Zusammenhang zwischen der liberalen Politik der FDP und der Wirtschaftskrise. Sie gehört nicht zu den typisch konservativen Parteien und gibt sich modern. CB-Mitglieder wollen wahrscheinlich nicht in die Öko-Ecke gerückt werden, aber auch nicht die SPD/CDU wählen, die für viele Sicherheitsgesetze verantwortlich sind und Killerspiele für Probleme der Gesellschaft verantwortlich machen, also wählen sie FDP. An Vorwürfe, bei Datenschutzfragen und ähnlichem in der Koalition mit der CDU zu schnell kleinbei zu geben, glauben FDP-Wähler also anscheinend nicht.

- Die Nicht/Umgültigwähler haben zusammen ganze 12%. Das ist eine unglaubliche Kraft, sie könnten das Gesamtbild komplett verändern, etwa FDP zur stärksten Kraft machen, den Vorsprung der Piraten sehr viel weiter ausbauen oder auch die Grünen/Linke/CDUCSU/SPD auf etwa 20% anheben könnten.

- Die CDU bekommt alleine 11%. Gründe für die Diskrepanz zu Reallife Umfragen sind oben beschrieben. Wahrscheinlich wandern viele aus diesen Gründen zur FDP.

- Auch die Linke bekommt etwa 11%. Soziale Ungerechtigeit und moderne Informationspolitik konnten die Wähler überzeugen, die Linke zu wählen. Populismusvorwürfe konnten anscheinend nicht abschrecken.

- Die SPD bekommt 9%. Gründe siehe oben. Außerdem lässt das (in Augen der Leser wohl unrealistische) Ziel der Vollbeschäftigung dem CB-Wähler der SPD nicht mehr vertrauen. Ehemalige SPD-Wähler geben diesmal ihre Stimme wohl den Piraten/den Linken.

- Die Grünen mit nur etwa 9% konnten trotz ihrer Online-Wahlkampf-Versuche nicht viele Wähler überzeugen. Sie bilden also paradoxerweise das Fast-Schlusslicht. Viele CB-Leser möchten wohl nicht in die Öko-Ecke gestellt werden. Anders lässt sich das sehr schwache Ergebnis kaum erklären. Wobei: Viele Piraten kommen wahrscheinlich auch aus der Grünen Ecke.
Nur die NPD ist noch schwächer.

- Die NPD würde mit mehr als 5% in den imaginären Computerbase-Bundestag einziehen. Eventuell könnte das für viele Leute überraschende Ergebnis im Wahlomat die Entscheidung beeinflusst haben.

- Es würden also ganze 7 Parteien (CDU/CSU zusammengefasst) in den Bundestag einziehen. Dies zeigt, wie bunt gemischt der Bundestag wäre. Computerbase-Mitglieder wählen also lieber kleinere Parteien und strafen die Großen regelrecht ab. Sie sind mutig, da sie auch Parteien ihre Stimme geben, die nach momentanen Schätzungen eher nicht in den Bundestag kommen und sehen also die ihnen gegebenen Stimme nicht als verschenkte Stimmen an. Anscheinend wird hier also recht untaktisch gewählt. Das Risiko, dass vielleicht 2%, die den Piraten zugute kommen und der Union zum Sieg (Koalition mit der FDP) verhelfen, da sie der SPD fehlen, gehen die Piraten wähler anscheinend ein. Die Frage nach dem taktischen Wählen stellt sich vor jeder Wahl und man kann anscheinend nicht immer das "geringere Übel" wählen. Sonst kommt man nämlich nie zu neuen Parteien. Und wenn es niemanden gibt, der unter 5% Parteien wählt, kommt es auch nie zu einem Wechsel in der Politik.

Ich persönlich kann den Nicht/Ungültigwählern nur empfehlen, ihr Stimmrecht wahrzunehmen, da sie wirklich etwas verändern können. Und wenn ihr mit der aktuellen Politik nicht zufrieden seid, dann macht es doch wie viele Wähler von hier: Gebt einer kleineren Partei eure Stimme.
 
Jetzt würde ich sagen ist klar was man wählt, verfolge seit 1 Stunde den FDP Parteitag und Westerwelle scheint doch noch der einzig glaubwürdige Politiker mit Verstand und Wissen zu sein. Absolut beeindruckend was er erzählt und auch sehr gut nachvollziehbar.

Wenn er den Weg geht, wie er Ihn vorstellt, dann hat er meine 100% Unterstützung.

Und ehrlich gesagt nach 11 Jahre Opposition - weil er sich eben nicht auf Koalitionen eingelassen hat, welche nur Mist produzieren, hauptsache um regieren zu können - hat die FDP mit ihm als Spitze eine Chance verdient.

Meine Stimme steht nun fest. Die meines Umfeldes und Freunde auch :)

Zum Spaß noch 2 absolut geniale Sprüche von ihm:

"Wenn ein Wahlsieg nur bringen würde, dass Ulla Schmidt ihre Gesundheitspolitik nicht mehr fortsetzen dürfte, es hätte sich für das ganze deutsche Volk gelohnt!!!"

"Wenn man die Wahl hat zwischen morgens Aufstehen und Liegen bleiben, dann bleibt man Liegen. Manch einer kennt das noch aus dem 1. Semester im Studium" :D


Der Wahlomat hat mir auch die FDP mit gutem Vorsprung bestätigt. Ich dachte die Wahl wird schwierig, aber eigentlich war es noch nie so einfach!
 
Zuletzt bearbeitet:
:D ja das ist wahr, der einzige der mich voll mitreißen kann. Aber natürlich wähle ich Ihn nicht aus diesem Grund. Die Inhalte decken sich halt mit meiner Anschauung.
 
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