Bundestagswahl 2009

Was werdet ihr wählen

  • CDU/CSU

    Stimmen: 114 11,0%
  • SPD

    Stimmen: 98 9,5%
  • FDP

    Stimmen: 200 19,3%
  • Bündnis '90/Die Grünen

    Stimmen: 98 9,5%
  • Die Linke

    Stimmen: 114 11,0%
  • NPD

    Stimmen: 53 5,1%
  • andere

    Stimmen: 225 21,7%
  • Ich gehe nicht zur Wahl.

    Stimmen: 85 8,2%
  • Ich wähle absichtlich ungültig.

    Stimmen: 50 4,8%

  • Umfrageteilnehmer
    1.037
  • Umfrage geschlossen .
Status
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|MELVIN| schrieb:
Warum sollte man "seinen Arsch bewegen", wenns einem auch so gut geht?
Frag das mal bitte alle Millionäre die von ihren Zinsen leben könnten, aber dennoch arbeiten. Nach deiner Logik müssten sie alle am Strand liegen und die Sonne genießen. Es gibt jede menge Menschen die gerne Arbeiten wollen. Anreize schaffen klingt auf den ersten Blick ja auch super. Aber wie wär es erst mal mit hinreichende bezahlte Arbeit schaffen?


http://www.spiegelfechter.com/wordpress/538/guido-im-taka-tuka-land

Wenn die Aussagen in diesem Artikel stimmen zahlt gerade die Mittelschicht in der Summe mehr Steuern nach dem FDP Model. Nur die Geringverdiener und Spitzenverdiener gewinnen. Dafür blühen uns hohe Mindereinnahmen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@guido im taka-tuka-land

Naja, so hört sich jede politische Rede an, wenn der Gegner, oder das Opfer so einer Wut-Rede sich nicht wehren kann. Redet Lafontaine über die CDU oder FDP, klingt das ähnlich, also geh ich mal davon aus der Auto des Artikels kommt aus dem linken Lager. Wenn ein der FDP wohl-gesinnter Autor einen Artikel über die SPD und die Linke schreibt, hört sich das ähnlich verheerend an. Deshalb geb ich auch mehr auf TV-Diskussionen, als auf solche Artikel. Aber auch bei TV-Debatten muss man vorsichtig sein, denn der, der besser argumentieren kann, ist nicht automatisch der, der Recht hat. Nicht so einfach, für sich die richtige Entscheidung zu treffen.
 
Zitat chiwi

Aber wie wär es erst mal mit hinreichende bezahlte Arbeit schaffen?

Es ist eben nicht die aufgabe der Politik Abeitsplätze zu schaffen - das kann sie gar nicht (außer öffentlicher Sektor).
Arbeitsplätze entstehen, wenn Unternehmen Arbeit nachfragen. Diese Nachfrage kann die Politik nun zum Teil indirekt beeinflussen.
Ein kompliziertes Steuersystem, übertriebener Kündigungsschutz, hohe Lohnnebenkosten und die generelle Einstellung "viele Unternehmer sind fiese Ausbeuter" werden die Arbeitsplatzsituation auf jeden Fall negativ beeinflussen.

Du rufst also auf der einen Seite nach mehr und guten Arbeitsplätzen - forderst zugleich in deinen anderen Posts genau die Dinge, welche den Arbeitsmarkt belasten.

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Edit

Weil ich mir auch grad die von chriwi verlinkte Rede durchgelesen habe:

Also is echt unter aller Sau und spricht nicht für eine sachliche Diskussion seitens des Posters
 
Zuletzt bearbeitet:
chriwi schrieb:
Frag das mal bitte alle Millionäre die von ihren Zinsen leben könnten, aber dennoch arbeiten. Nach deiner Logik müssten sie alle am Strand liegen und die Sonne genießen. Es gibt jede menge Menschen die gerne Arbeiten wollen. Anreize schaffen klingt auf den ersten Blick ja auch super.

Millionäre haben in der Regel einen Job, der ihnen Spaß macht und in dem sie sich selbst verwirklichen können. Da ist es kein Wunder dass sie gerne arbeiten. Wenns darum ginge dass sie 40 Stunden in der Woche am Fließband stehen sollen sähe das sicher anders aus. Mag sein dass ich mich irre, aber ich glaube es gibt in Deutschland nicht wenige Menschen, die nicht alles in ihrer Macht stehende tun, um Arbeit zu finden. Sei es nun aus "Bequemlichkeit" oder weil es sich einfach finanziell nicht lohnt. Für beides hat die FDP in meinen Augen eine Antwort: Lohnsteuern senken (insbesondere im Niedriglohnbereich) um die Arbeit attraktiver zu machen, und den Sozialstaat schlanker gestalten, um die "Bequemlichkeit" etwas unangenehmer zu machen. Mir ist durchaus bewusst, dass insbesondere vom letzten Punkt auch Menschen betroffen sein werden, die es nicht verdient haben. Aber in der Situation, in der sich Deutschland augenblicklich befindet (absehbare Massenarbeitslosigkeit, explodierende Schulden...) führt in meinen Augen kein Weg daran vorbei. Und Vorschläge anderer Parteien, die Hartz 4 - Erhöhungen auf 500Euro wollen, würden nur dazu führen, dass die soziale Hängematte noch bequemer wird und die von mir angesprochen Gruppe von "bequemen" Menschen eher noch wächst.

@DugDancer
Genauso ist es. Die Politik kann keine Arbeitsplätze schaffen. Sie kann nur günstige Rahmenbedingen schaffen und muss dafür sorgen, dass jeder Bürger alles in seiner Macht stehende tut, um Arbeit zu finden. Und dazu gehört in meinen Augen beispielsweise Steuern und Abgaben zu senken um Arbeit lohnenswerter zu machen. Auch eine Lockerung des Kündigungsschutzes wäre hier auf jeden Fall sinnvoll, da sich dieser nur allzuoft als Einstellungshindernis herausstellt.
 
Zuletzt bearbeitet:
@TnTDynamite

Das diese Seite und der Autor links einzuordnen sind, ist stark anzunehmen. Chriwi leidet leider darunter, gezielte Suche nach Informationen, die die eigene Meinung bestärken, mit anderen Worten exrem einseitige Suche nach Infos, mit seröser Berichterstattung zu verwechseln. Seine Links sind vornehmlich stark eingefärbt. Ich persönlich halte das in einer Diskussion wie dieser für äußerst hinderlich, denn genauso kann die gegenseite ebenso solche Links posten. Dann steht Aussage gegen Aussage, ein vorwärtskommen ist eigentlich nicht möglich, die Fronten verhärten sich eher. Links sollten weiterführende Informationen enthalten, keine wertenden oder verurteilenden Meinungen darstellen, denn diese haben wir hier denke ich genug. (Chriwi siehs nicht als angriff, sondern denk vll nochmal drüber nach). Das Problem ist dann auch oft, dass auf Basis dieser stark eingefärbten Meinungen Vermutunen angestellt werden, wie hier auch wieder. Es macht wenig Sinn, sich den Inhalt dieser Rede über Dritte wiedergeben zu lassen, wenn dieser Dritte bereits stark wertend seine poltische Meinung einfließen lässt. Es wäre an dieser Stelle weitaus sinnvoller gewesen, die Rede direkt zu verlinken und dann diese Vermutung zu äußern. Dann kann man sich die Rede anschauen und für sich selber beurteilen, ob denn diese VErmutung stimmt oder nicht ohne das ich bereits eine vorgefasste Meinung zu hören bekomme.

"Der gelbe Kim Jong-Il hat seine Partei im Griff.." wenn in einem Artikel solche VErgleiche (der nebenbei bemerkt völlig daneben und bar jeder Grundlage ist) auftauchen, braucht man nun wirklich nicht weiterlesen um zu wissen, dass Westerwelle und die FDP nicht gut wegkommen werden.
 
Man muss da halt aufpassen. Sich in Internetforen politisch zu bilden, ist genauso sinnvoll wie sich medizinische Tipps zu suchen. Dann hat man bei ner Erkältung am Ende Angst sterben zu müssen.
 
DugDanger schrieb:
Ein kompliziertes Steuersystem, übertriebener Kündigungsschutz, hohe Lohnnebenkosten und die generelle Einstellung "viele Unternehmer sind fiese Ausbeuter" werden die Arbeitsplatzsituation auf jeden Fall negativ beeinflussen.
Natürlich sollte die Politik Arbeitsplätze schaffen. Dies kann sie tun indem sie die richtige Politik betreibt. Der Kündigungsschutz wurde in den letzten Jahren massiv reduziert, auch die Lohnnebenkosten wurden gesenkt und die Steuern für die Unternehmen gesenkt. Nach deiner Logik hätte Deutschland einen Aufschwung erleben müssen bevor die Finanzkrise kam. Passiert ist aber folgendes. Es wurde die Gewinne gesteigert. Der Binnenabsatzmarkt wurde vernachlässigt. Wieso sollte ein Unternehmen arbeit schaffen, wenn es das Produkt nicht verkaufen kann?

|MELVIN| schrieb:
Mag sein dass ich mich irre, aber ich glaube es gibt in Deutschland nicht wenige Menschen, die nicht alles in ihrer Macht stehende tun, um Arbeit zu finden. Sei es nun aus "Bequemlichkeit" oder weil es sich einfach finanziell nicht lohnt.
Das ist der Punkt. Wenn es sich nicht lohnt stellt sich die Frage, ob die Bezüge zu hoch oder die angebotenen Löhne zu niedrig sind. Ich tendiere zum Zweiten. Sicher es wird immer Menschen geben die einfach nichts tun und eine Gemeinschaft ausbeuten.

|MELVIN| schrieb:
Für beides hat die FDP in meinen Augen eine Antwort: Lohnsteuern senken (insbesondere im Niedriglohnbereich) um die Arbeit attraktiver zu machen, und den Sozialstaat schlanker gestalten, um die "Bequemlichkeit" etwas unangenehmer zu machen.
Aber genau das wird nichts bringen, denn gerade im Niedriglohnbereich zahlst du keine Steuern. Wenn du innerhalb einer Weltwirtschaftskrise fleißig die Sozialleistungen reduzierst kannst du dir ja überlegen wie viel Kaufkraft verloren geht. Firmen entlassen, die Arbeitsplatzzahlen sinken, aber wir erhöhen den Druck auf die Arbeitslosen? Den Druck kann man erhöhen wenn die Arbeit da ist und nicht alle Arbeiten wollen. Zu den explodierenden Schulden nur noch kurz. Rechne mal aus was eine Erhöhung von Hartz4 auf 500 Euro kostet und wieviel die HRE in den letzten Monaten bekommen hat (ohne jegliche Gegenleistung, Suche nach Verantwortung, Offenlegung der Zahlen). Dann überlege, was der Binnekonjunktur mehr bringen wird.

@Mustis
Es ging mir nur darum den Haken an der ganzen Steuerreform aufzuzeigen (nur der Teil innerhalb des Textes). Wenn du der Meinung bist sie kann funktionieren bitte. Wenn du meinst es wurde falsch gerechnet, dann zeig den Fehler auf und ich akzeptiere die Kritik.
 
Ja ich halte das Rechenbeispiel für ziemlich windig. Weil es zu grundelegt, dass mittlere Einkommen die meisten Abschreibungsmöglichkeiten haben und daher Verlierer sind (wenn das wegfällt). Aber ist es denn fair, dass sie jetzt theoretisch mehr zahlen müssten, durch Abschreibungen aber eigentlich deutlich weniger zahlen? Ist es zudem richtig, dass nur mittlere Einkommen stark abschreiben können? Meiner Meinung ist beides mit "nein" zu beantworten. Zudem lässt die Rechnung völlig außen vor, welche weiteren Vorteile ein solch einfaches Modell hat. Für jeden ist endlich sofort erkennbar mit welchen Steuern er zu rechnen hat. Betrug wird erschwert. VErwaltungsaufwand wird wird sowohl im privaten als auch beim Finanzamt abgebaut. Der Grundfreibetrag wird erhöht, was Geringverdiener entlastet. Es sindja nicht nur die direkten Auswirkungen, auch die Sinergieeffekte müssen berücktisichtig werden.

Dass in der Rechnung zudem pauschalisiert wird ist da nur nebensache. Man kann defintiv im Einzelfall nicht sagen, ob das neue Steuermodell einen schlechter oder besser stellt, dass hängt ungemein davon ab, wieviele Sonderausgaben ich habe (bzw. erfinde) und was ich dadurch vom Bruttogehalt abziehen kann. Ich halte es für schwer ungerecht, wenn ein Steuersatz durch sowas stark reduziert werden kann. Beispielsweise die Fahrtkostenpauschale. Sie belohnt umweltfeindliches Verhalten und bestraft uweltfreundliches Verhalten (wer nahe am Arbeitsplatz wohnt oder öffentliche VErkehrsmittel nutzt stellt sich bei den Abschreibungsmöglichkeiten schlechter als jemand, der als Pendler jeden Tag weit zur Arbeit fährt.) Ist das sinnvoll oder gerecht? Wer im Grünen Leben will, aber einen gutbezahlten Job in der Stadt haben möchte, sollte das nicht auf die Allgemeinheit abwälzen können sondern selber tragen müssen. Ist schließlich Luxus.
 
@chriwi

Ich kann mich nicht erinnern, dass in den letzten Jahrzehnten das Steuerrecht irgendie vereinfacht wurde (was ich forderte), ich wüsste auch nicht, dass die Lohnnebenkosten unterm Strich deutlich gesenkt wurden (was ich forderte), der Kündigungsschutz wurde (ausgehend von einem sehr hohen Niveau) leicht entschärft, Hartz 4 verbesserte die Anreizstruktur auf dem Arbeitsmarkt.
Hatten wir nicht vor der Finanzkrise nur rund 3 Mio Arbeitslose?
War nicht der ausgeglichenen Haushalt 2011 in Aussicht?
Wenn Unternehmergewinne steigen, dann ist das für mich kein schlechtes Zeichen; einzig die schwache Lohnentwicklung stand auf der Soll Seite und das natürlich nicht alle neu geschaffenen Jobs gleich hochbezahlte Vollzeitjobs waren; aber es kam eben Bewegung in den Arbeitsmarkt.
Und nochmal, ohne mich an Definitionen aufhalten zu wollen, Regierungen schaffen keine Arbeitsplätze, das tuen die Unternehmen.

Ansonsten eine recht gute Bilanz für die paar "Reförmchen"
 
DugDanger schrieb:
....ich wüsste auch nicht, dass die Lohnnebenkosten unterm Strich deutlich gesenkt wurden (was ich forderte).....

Vorallem waren die Chancen dafür da, aber außerplanmäßige Rentenerhöhungen und eine längere Bezugsdauer von ALG1 für ältere erschienen der Regierung sinnvoller. Für mich nicht verständlich in einer Situation, in der die hohen Lohnnebenkosten und damit der hohe Preis für Arbeit einer der wesentlichen Gründe für die im Vergleich zu anderen Ländern hohe Arbeitslosenquote in Deutschland ist. Und mit dem neuesten Wahlgeschenk von Herrn Scholz (Rentenkürzungen für alle Zeiten ausgeschlossen) ist wohl auch die ursprüngliche geplante Beitragssenkung bei der RV auf 19,3% bis 2015 vom Tisch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dazu muss sie allerdings erst einmal zur Wahl zugelassen werden ...
Wäre vielleicht eine Überlegung wert sich schon einmal eine Wahlalternative bereit zu legen
 
wenn die Partei so funktioniert wie der Link ist sie ohnehin keine Alternative.:rolleyes:

Mal abgesehen davon glaube ich nicht dass solche Randgruppierungen eine wirkliche Chance haben was zu reißen.
 
OMaOle schrieb:
wenn die Partei so funktioniert wie der Link ist sie ohnehin keine Alternative.:rolleyes:
Die Piratatenpartei kann ja nix dafür, wenn sie falsch verlinkt wird. ;)
 
@Mustis
Du hast recht das Problem mit solchen Rechnungen ist sicherlich, dass man ein Ergebnis erzwingen kann je nach politischer Richtung. Das sich mit einem einfacheren Steuerkonzept die Zahl der Steuerbetrüger senken lässt erschließt sich mir nicht. Auch heute zahlt man auf Kapitalerträge nur 25% Steuern. Dennoch wurde Geld in Größenordnungen ins Ausland verschifft. Ohne die notwendigen Kontrollen wird sich gar nichts ändern.

DugDanger schrieb:
Ansonsten eine recht gute Bilanz für die paar "Reförmchen"

Eine gute Bilanz? Die Wirtschaft war gewachsen, weil sie sich von der Weltwirtschaft tragen ließ.
Bei den 3 Millionen Arbeitslosen hast du auch fein diejenigen vergessen, welche in Schulungsmaßnahmen oder Ein Euro Jobs steckten. Bei den niedrig bezahlten Jobs hast du vergessen wie viele noch bezuschusst werden mussten, damit man nach voller Arbeitszeit einen Lohn zum leben hat. Mit solchen Zuschüssen wurden die Gewinne subventioniert. Wenn eine Firma steigende Gewinne hat und Mitarbeiter untertariflich beschäftigt kann etwas nicht stimmen. Denn offentsichtlich ist die Arbeit nicht zu teuer. Man kann sich ja am Arbeitsmarkt behaupten. Das Hartz4 druckt macht ist richtig. Da man nicht mehr die Wahl hat muss man schlecht bezahlte Arbeit annehmen, um keine Kürzungen hinzunehmen. Druck mag ja richtig sein, wenn es genug Arbeit gibt, aber wenn du 5 Arbeitsplätze hast aber 7 die Arbeiten gehen könnten, kannst du den Druck beliebig erhöhen. Es wird einfach nichts passieren, außer das 2 Menschen auf der Strecke bleiben.
Das der ausgeglichene Haushalt nicht zu erreichen war, war vorher klar. Eichel wollte ihn und viele vor ihm auch. Da freuen sie sich, das bei einem kleinen Aufschwung ein wenig mehr Steuern in die Kasse kommen und blenden völlig aus das sich das wieder ändern kann. Wenn der Staat massiv die Ausgaben kürzt senkt er automatisch auch die Einnahmen von Unternehmen. Das geht Hand in Hand. Das optimale Maß muss gefunden werden, aber sparen beim kürzen ist nicht garantiert. So lange unsere Finanzminister das nicht verstehen wird sich nichts ändern. Sie haben es eben nicht mit einem Betrieb sondern einer Volkswirtschaft zu tun.
 
^^
Ja eine gute Bilanz. Warum? Man kann im einzelnen natürlich sagen "Job X wird schlecht bezahlt" "Job y is nur n Zeitarbeitsjob" aber, in der Summe hatte der Staat im Zuge der Reformen mehr Einnahmen und weniger Ausgaen weil mehr Arbeitsplätze (offensichtlich auch Sozialversicherungspflichtige) und weniger Sozialhilfe (ALO Geld) Empfänger.

Ich habe schon x mal geschrieben, dass die Weltkonjunktur auch ihren Anteil hatte - auch.
Findest du es realistischer zu sagen "Hartz 4 hatte Null Anteil bei der Erhohlung auf dem Arbeitsmarkt?"
Manche Studien sagen Hartz 4 brachte uns 1,1 Millionen Arbeitsplätze, manche sagen 500 000. Die Wahrheit liegt vielleicht irgendwo dazwischen aber gewiss nicht bei Null.

Der Haushalt hat sich in diesen Jahren extrem erhohlt (eben weil nicht nur 1 € Jobs geschaffen wurden, wie hier immer gern behauptet wird) - deshalb konnten wir jetzt überhaupt Konjunkturpakete in dieser Größenordnung schnüren.

Am Rande. Selbst jeder 1 € Job und jede Fortbildungsmaasnahma ist besser als Arbeitslosigkeit.

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Edit: Weil hier die Weltkunjunktur so gerne bemüht wird. Aufschwung in den östlichen Ländern und USA; was dort füe Arbeitsbedingungen herschen ist wohl bekannt. Aber die positiven Auswirkungen auf unsere Wirtschaft nimmt man gerne mit und verteilt um.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke die Wahrheit lässt sich vielleicht wie folgt treffend formulieren:

Bedingt durch die Arbeitsmarktreformen (vor allem der Agenda 2010) war es Deutschland möglich sehr stark von dem Aufschwung der Weltwirtschaft zu profitieren.

Wie bereits erwähnt wurde ist dies ja nicht in jeder Industrienation der Welt der Fall gewesen ...

Die Einflüsse auf den Arbeitsmarkt sind vielfach. Derart vielfach, dass man genaue Zahlen wohl nie belegen kann. Und auch so vielfach, dass man positive Entwicklungen nicht einfach nur an einem einzigen Einflussfaktor fest machen kann.
 
Ein kompliziertes Steuersystem, übertriebener Kündigungsschutz, hohe Lohnnebenkosten und die generelle Einstellung "viele Unternehmer sind fiese Ausbeuter" werden die Arbeitsplatzsituation auf jeden Fall negativ beeinflussen.

Nun, der Kündigungsschutz wurde über die Jahre massiv degeneriert. Neue Arbeitsplätze hat das nicht geschaffen.
Zu den hohen Lohnnebenkosten: Was schlägst du denn vor? Die Abschaffung des Sozialsystems und stattdessen die Sicherheitsstrukturen massiv aufstocken? Solche Aussagen regen mich langsam aber sicher auf, denn sie zeugen von Blindheit. Schau doch in die Länder,in denen es eben kein Sozialsystem gibt, In den meisten ist Kriminalität auf einem Niveau wie man es sich kaum vorstellen kann.
Und das witzige an der Sache: Eben Leute die offensichtlich Zeit und Geld haben sich in Foren blödsinnige Diskussionen zu erlauben leiden in Erster Linie unter solchen Umständen.

Und viele Unternehmer sind nun einmal nicht mehr an ihren Angestellten interessiert. Das ist auch das Hauptproblem der liberalen Idee. Erhardt hat seiner Zeit eine moralische Komponente vorgesehen. Damit hat das gesamte Konzept auch sehr funktioniert. Das lag aber auch,wie traurig das ist, an einer nationalen Erziehung.
Eben diese ist in den letzten 20 Jahren fast gänzlich verschwunden.
Es geht nicht mehr darum Gewinn zu machen und dabei möglichst Arbeitsplätze zu erhalten. Es geht um Gewinnmaximiereung egal um welchen Preis.
So etwas wird oftmals als "Nach mir die Sintflut"-Mentalität bezeichnet.

Was das Setuersystem anbetrifft hast du völlig Recht. Doch was ist die Alternative? Eine Flat Steuer nach März oder Merz? Mit genügend feingranularen Abstufungen bestimmt eine gute Idee, aber nicht mit den 3 vorgeschlagenen. Und selbst dann stellt sich die Frage, wie bestimmte Härtefälle und Sonderfälle behandelt werden sollen. Und spätestens wenn man anfängt sich solchen Fragen zu widmen, wird das System wieder komplex.
D.h. wenn man assozial genug ist, kann man ein wirklich simples Steuersystem schaffen. Nur muss man dann mit den Konsequenzen leben.
Die Frage sollte eigentlich lauten, warum man Angaben an das Finanzamt leisten muss,die bereits dem Amt vorliegen?
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Bedingt durch die Arbeitsmarktreformen (vor allem der Agenda 2010) war es Deutschland möglich sehr stark von dem Aufschwung der Weltwirtschaft zu profitieren.
Naja, das und noch einpaar andere Aspekte, aber das hast du ja schon gesagt. Und doch stellt sich die Frage, welche Änderungen was bewirkt haben. Hatz4 war dies wohl kaum, zumal es anfangs mit mehr Kosten verbunden war. Auch sollte man klären ob wirklich die Weltwirtschaft die Erfolge gebracht hat? Um wieviel ist denn die Produktion von Exportgütern angestiegen? (oder einfacher: Würde wirklich mehr produziert und somit Arbeitsplätze geschaffen?) Dazu hätte ich gerne mal einpaar Zahlen. Es verwundert mich denn doch, dass so viele behaupten die Weltwirtschaft und damit der Export haben den Aufschwung gebracht. Belege dafür habe ich aber noch nirgends gesehen oder gehört. Erklärungsversuche, die einen Anstieg mit gestiegenen Exporteinnahmen begründen sind lächerlich, da sie in der Zeit mit erhöhten Weltmarktpreisen zu rechtfertigen sind.
 
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Zur hohen Steuer
http://econbusinessgermany.wordpres...and-im-internationalen-vergleich-eher-gering/

Im internationalen Vergleich sieht es wohl doch nicht so schlecht aus. Das die Lohnnebenkosten dermaßen verteufelt werden kann ich persönlich auch nicht verstehen. Klar will man mehr Netto haben, aber es ist doch eine Milchmädchenrechnung. Wenn ich weniger in die gestzlichen Kassen einzahle muss ich mich privat nachversichern. Genau das gleiche trifft auf die Krankenkassen zu. Nur so kann ich die gleichen Leistungen erhalten. Somit habe ich zwar mehr auf meinem Lohnzettel stehe, gebe es aber als Fixkosten gleich wieder aus. Der Unterschied ist eigentlich nur, dass der Arbeitnehmer in dem einen Fall etwas dazu gibt im anderen nicht. Somit wird auf Arbeitnehmerseite niemand entlastet, sondern nur auf Arbeitgeberseite. Gerade für niedrigere Einkommen mit der Chance auf Entlassungen oder wechelnden Arbeitsplätzen ist das alles andere als ideal. Weil so günstig wie in der gesetzlichen Kasse kriegen sie es nirgendwo. Die Mitte zahlt drauf, da sie es Leisten kann privat die gleichen Leistungen in Anspruch zu nehmen, aber der Arbeitgeberanteil fehlt. Den oberen Einkommen ist es egal, da sich für sie faktisch nichts ändert.
 
Helios co. schrieb:
Zu den hohen Lohnnebenkosten: Was schlägst du denn vor? Die Abschaffung des Sozialsystems und stattdessen die Sicherheitsstrukturen massiv aufstocken? Solche Aussagen regen mich langsam aber sicher auf, denn sie zeugen von Blindheit. Schau doch in die Länder,in denen es eben kein Sozialsystem gibt, ...

Na nun sieh doch nicht alles so einseitig. Die Alternative zu unserem Sozialsystem heisst natürlich nicht, dass man vollkommen auf soziale Sicherung verzichtet.
Alternativen existieren genug, wenn man nicht blind durch die Gegend läuft. ;)

Unser soziales Netz hat einen sehr hohen Standard. Die pro Kopf Ausgaben für Soziales sind die höchsten weltweit. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt hier aber vorn und hinten nicht. Zu hohe Leistungen und strukturelle Defizite des Systems (nicht jeder zahlt ein; KK-Struktur; Demographie, etc.) führen zu ständigen Kostensteigerungen bei Leistungskürzungen.
Wie es besser geht? Schau mal nach Schweden, Luxembourg und die Schweiz. Günstige Basisabsicherung für alle und der Rest liegt in der eigenen Verantwortung.

MFG
 
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