Ich muss Frau Merkel aber irrgendwie ein wenig Recht geben. Anonymität ist im Internet für viele ein starkes und vorallem sicheres Schutzpolster. Lasst euch doch einmal durch den Kopf gehen, wieviel Müll am Tag im Internet geschrieben wird, weil die Leute genau wissen, dass sie den Schutz der Anoymität genießen. Was schätzt ihr, wieviele Menschen durch ihre Anonymität erst ihr wahres Gesicht zeigen? Könnt ihr mit überzeugender Sicherheit sagen, welche Meinung euer letzter/nächster Gesprächspartner verfolgt, sobald er wieder den Schutz der Anonymität genießt. Die Anonymität verändert viele Menschen. Dies kann man in allen Bereichen des Internets beobachten. Ob man bei etwas unwichtigeren Punkten wie in einem Onlinespiel anfängt oder sich direkt erstmal nur auf Foren beschränkt. Die Qualität eines Blogeintrages kann man zwar schnell beurteilen, doch darf man nicht blind auf Qualität hoffen. Ein Zitat von Frau Merkel:
“Was nützt es, der Schnellste zu sein, wenn dadurch Verlässlichkeit und Qualität leiden?”
Natürlich gibt es genau so viele Internetnutzer, die seriöse und ernst gemeinte Kommentare schreiben. Doch was bedeutet schon die Meinungsfreiheit, wenn eine anonyme Mail, ein anonymer Forenbeitrag, ein anoymer Blogeintrag oder gar ein anonymer Anruf ernst genommen werden soll?
Ein Herr Hardy Prothmann schrieb einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin
(HIER KLICKEN). Nach kurzer Zeit wurde selbst der Verfasser kritisiert, da er in seinem Brief auf Zitate teils falsch oder nur zur Hälfte drauf eingeganngen ist. Soll man so einen Brief wahr nehmen, in dem die Meinung eines einzelden das Geschriebene beeinflusst? Klar findet dieser Text natürlich Befürworter doch sehe
ICH diesen Text eher als eine Abrechnung, nachdem der Verfasser sich durch die Äußerungen von Frau Merkel angegriffen gefühlt hat.
Eine anonyme Person hätte sich vieleicht nie diese Mühe gemacht. Der von ihm verfasste Text hätte vieleicht sogar ein recht plumpes, niveauloseres und vorallem kürzeres und unüberlegteres Niveau gehabt als der Brief von dem Herrn Prothmann. Ich habe die Meinung, dass Anonymität ein mächtiges Werkzeug für den Meinungsaustausch ist doch bezieht sich die Meinungsfreiheit im Grundgesetz nicht auf den eigentlichen Bürger in der Bundesrepublik Deutschland? Zwar ist der anonyme Server im Internet genau so ein Bürger doch in dem Falle ohne Gesicht und Identität.
Anonymität ist eine Sache, wenn aber Ausrufe aus dem Internet ernst genommen werden sollen, bin ich der Meinung, dass sich die Meinungsfreiheit dann auf den Menschen selbst beziehen sollte und nicht auf MR. X. Falls die Person aber die Anonymität schätzt, muss die damit leben, dass die Meinung dadurch eher weniger überzeugender rüberkommt.