@Seppuku
Doch kann man. Man sollte sich mal bei realer Betrachtungsweise fragen, was unsere Probleme und Sorgen sind.
Wenn ich höre "verlorene Generation"? Sind unsere Schüler verloren, weil sie mal 3 Monate Homeschooling machen müssen? Weil sie eine Maske im Unterricht tragen müssen? Geht's noch? Was ist mit syrischen Kindern, die seit 7 Jahren versuchen, tagtäglich zu überleben. Die keine Schule haben, nichts zu essen, kein Dach über den Kopf? Die seit 5 Jahren in irgendwelchen Auffanglagern die Blüte ihrer Kindheit vergeuden. Das sind vielleicht "verlorene Generationen", wobei ich mich damit so oder so schwer tue. Verloren ist, wer aufgegeben wurde. Und bei uns beschwere sich die Kids, weil sie kein Tablett haben.
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Warum beschwert sich unsere Industrie, wenn sie 75 % des Umsatzes für Nichtstun bekommen? Klar gibt es auch Opfer und Leute, die echte Nachteile haben. Ich kenne selbst Leute (aus der Lustfahrtbranche), die ihren Job verloren haben. Gestern noch gut bezahlter Pilot, heute arbeitslos. Da gibt es bestimmt einige Beispiele. Klar ist das scheiße und die Leute haben auch Grund zu jammern, die meisten haben doch aber gar keine oder kaum Auswirkungen, außer dass sie ihren Arsch mal nicht 3x im Jahr unbeschwert an den Stränden der südeuropäischen Länder bräunen können.
Einige sind kreativ, machen aus der Not eine Tugend, stellen auf Online/Außerhausverkauf um, und andere sind nur am meckern und jammern. Wenn wir alle mal mehr zusammenhalten würden und man nicht nur unser Ego sondern das große Ganze im Blick hätten, wäre das Ganze auch halb so schwer zu ertragen. Dann würden wir alle Masken tragen, würden auf einander achten und würden noch weniger Auswirkungen haben.
Ich hasse solche Elfenbeinturmdiskussionen. Echten Grund zum Jammern haben wir nicht. In Frankreich ist der Wein und die Kondome ausverkauft, bei uns das Klopapier. Das sagt doch alles.
Und zu meinen "gefühlten" Einschränkungen. Ich bin 41 und wegen Vorbelastung ein Risikopatient. War 2 Monate in Selbstquarantäne/Homeoffice und bin seitdem jeden Tag arbeiten gegangen. Habe monatlich locker 200 Eur Mehrkosten allein durch die Fahrerei, da ich mit Auto statt der Bahn unterwegs bin. Ich bin auch heute noch nach 8 Monaten, abseits von meiner Fahrt zur Arbeit, nicht draußen (außer Samstags früh zum Einkaufen). Trotzdem beschwere ich mich nicht, weil ich weiß, dass andere Todesfälle zu beklagen haben oder echte Sorgen und Nöte und es mir, verglichen mit anderen, immer noch super geht. Es ist halt die Frage, ob Dein Glas halb voll oder halb leer ist. Einfach eine Frage der Einstellung.
Seppuku schrieb:
Es ist seit mehr als einem halben Jahr klar, dass wir mit dem Thema die nächsten 24 Monate noch umgehen werden. Es gibt hier keinen schnellen Weg, bei dem es gilt kurzfristig zu verzichten.
Das hätte alles gar nicht sein müssen. Die Bevölkerung, oder sagen wir ein kleiner Teil der Bevölkerung ist daran Schuld. In Asien gibt es kaum Infektionen. Die Leute tragen Masken halten Abstand und gut ist es (damit meine ich nicht mal autokratische Staaten sondern Länder wie Thailand, Taiwan, etc.). Wenn man die Infektionen hätte nicht entstehen lassen, wenn sich alle mal etwas mehr zusammenreißen würden, wäre das Virus längst ausgerottet. Dadurch dass die Leugner aber so eine Öffentlichkeit bekommen, obwohl sie gerade einen Bruchteil der Bevölkerung ausmachen, zieht sich das alles in die Länge. In Deutschland haben wir 17 Experten mit 19 Gutachten, die sich damit beschäftigen, ob Maskentragen gut oder schlecht ist, ob man sie links- oder rechtsrum dreht, ob sie grün gelb oder rot sein müssen. Dann gibt es noch 250 weitere Experten die die Meinung der Experten hinterfragen und dann die Influencer, die das Meinungsbild diskutieren. Anstatt einfach mal die scheiß Maske aufzusetzen, nicht allen Scheiß zu hinterfragen, sondern einfach mal machen, ohne ständig zu diskutieren. Oder hast Du auch mit Deiner Mutter eine Grundsatzdiskussion geführt, warum die Platte heiß ist, die Du nicht anfassen sollst, und ob du sie nicht etwas runterdrehen kannst oder einen Topflappen anziehen und überhaupt, wie Deine Mutter so in Deine Rechte eingreifen kann?
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Es ist teilweise echt absurd, was wir bei uns diskutieren. Wenn man keine Probleme hat, macht man sich welche. Das ist das Problem, wenn in dem ganzen Land nur Selbstdarsteller unterwegs sind, anstatt gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Und damit meine ich i.e.L. die Ministerpräsidenten, die meinen, regionalen Wahlkampf führen zu müssen. Aber da sind wir uns einig, das kotzt mich genauso an, wie Dich. Nur erwarte ich von der Bevölkerung trotzdem Hirn und Verstand
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