fram schrieb:
Speziell an der Pandemie ist aber für mich gewesen, dass einige Leute aus meinem näheren Umfeld eine Weltanschauung und ein Menschenbild gezeigt haben, die ich gelinde gesagt als widerwärtig empfinde.
Mit einem harmlosen "Esospinner" in meinem Umfeld könnte ich leben, mit Faschisten, Reichsbürgern und ähnlich gelagerten Ansichten aber nicht.
Vielleicht hatte ich da einfach Glück ... harmlose Esospinner hatte ich schon mein ganzes Leben in meinem Umfeld ... der Grundmodus ist hier eigentlich, dass man sich nicht gegenseitig versucht zu missionieren.
Faschisten, Reichsbürger und ähnlich gelagerte Ansichten fand ich schon vor der Pandemie nicht schön. Also gibts das in meinem Bekanntenkreis nicht (Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen).
Was es allerdings gibt, sind Spinner, die ein "Viertes Reich" schon kommen sehen (also die exakt andere Ecke), weil sich viele angeblich unreflektiert an die Anweisungen der Obrigkeit halten und mich dann mit den Leuten in einen Topf werfen, die eine solche Entwicklung auch ab 1933 zumindest nicht aktiv bekämpft haben.
Dass ich die Maßnahmen größtenteils für wichtig und gut halte, macht mich doch nicht automatisch zum unreflektierten Schlafschaaf oder zum Mitläufer.
Das ist mMn allerdings einzig der Ausnahmesituation geschuldet ... die haben halt Angst ... die habe ich auch ... eventuell ist mein Vertrauen in unsere demokratischen Strukturen einfach etwas größer, als bei z.B. meinem Bruder (den muss ich momentan leider zu den Spinnern zählen). Aber wirklich sicher bin auch ich mir nicht
Ich mache mir etwas Sorgen, was für eine Gesellschaft Corona in Deutschland hinterlassen wird.
Ich bin mir bei einem aber sehr sicher ... wir selbst haben es in der Hand, die Wunden zu schließen, die das gerissen hat.
Die "Fronten" beidseitig weiter zu verhärten wird dabei aber ganz sicher eher hinderlich sein, als zu helfen.
Ich würde mich nicht im geringsten Wundern, wenn die Unionsparteien nun (mit der Ausnahme Bayern) einen schweren stand haben werden, gerade bei den jüngeren Generationen. 19 Monate Homeschooling (bei dem auch die Kinder gemerkt haben werden, dass das suboptimal funktioniert - vorsichtig ausgedrückt), geschlossene Schulen, Unis, Bars, Kinos, Restaurants und Geschäfte (ein quasi zu 99% lahmgelegtes Sozialleben) ... jemanden im Alter zwischen 14 und 25 wird das weit mehr angekotzt haben, als mich mit meinen ü40. Bei der nächsten BTW werden die alle ihre Stimme abgeben können ... und sie werden sie wahrscheinlich nicht gerade den Regierungsparteien geben, die sie nahezu 19 Monate lang einfach ignoriert haben.
Naja ... eine gute Portion Hoffnung ist da bei mir sicherlich auch dabei

Ich träume seit fast 30 Jahren davon, dass die Union in der Bedeutungslosigkeit versinkt.