Deutsche "Sklaven" ?

Hardware_Genius

Lt. Junior Grade
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Moin Community,

Ich wollte schon immer mal Wissen ob die Deutschen in der Kolonialzeit "Sklaven" hatten. Ich finde darüber nix halbes und nix ganzes. Also die Engländer hatten ja welche die sie auch mit nach England etc. geholt haben aber wie sah das mit den Deutschen aus. Die Belgier etc. haben sich ja auch welche geholt. Es gab zwar diese beschißenen Prügeltage und sowas aber warum haben die Deutschen sich keine "Sklaven" nach "Hause" geholt ?

Ich weiß es klingt hart aber ich wollte das mal Wissen.

Hardware_Genius :)

PS: Sollte sich irgendjemand hiervon auf den Schlips getreten fühlen oder es gegen die Foren Regeln verstoßen, Sorry im voraus ;)
 
Zunächst einmal: Bis auf die Sache mit den Welsern im nördlichen Amazonasland und die paar Ländchen in Afrika (Kenia, Namibia, Togo und noch irgendein kleines Fleckchen) hatten die deutschen nie irgendwelche Kolonien. In Afrika allerdings griffen sie stark in das Leben der Einheimischen ein und zwangen sie auf Pflanzungen und in Fabriken zu arbeiten. Das war allerdings schon nach der Zeit der Sklaverei (Ende 19. Jh), also nach dem amerikanischen Bürgerkrieg.

Ich vermute, dass das hl. röm. Reich dt. Nation vor und nach den Kreuzzügen, als es sich richtung Ostpreußen und Pommern ausdehnte und dort Lebensraum für sein Volk auf Kosten der "Slaven" (die Ähnlichkeit zum Wort "Sklaven" ist nicht zufällig) schuf, Polen, Tschechen usw. als Knechte auf Höfen und Burgen in der Heimat dienen ließ.

Ach, und bei den Germanen wurde Sklaverei noch ganz groß geschrieben.
 
Leibeigene waren ja fast sowas wie Sklaven.

In der deutschen kolonialzeit gab es keine oder wenn wenige Sklaven vom afrikanischen Kontinent im klassischen Sinn in Deutschland, weil die deutschen Kolonien ja erst gegen 1880 - 1890 bedeutung gewonnen haben.
War politisch einfach nicht mehr drin.

Hat aber keinen davon abgehalten die Menschen wie SKalven im eigenen Land zu behandeln
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg waren IMO Sklaven, hießen nur nicht so.
Ergänzung ()

Kottenpipel schrieb:
...Das war allerdings schon nach der Zeit der Sklaverei (Ende 19. Jh), also nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. ....

Nur die Sklaverei in den USA endete mit dem amerik. Bürgerkrieg, ansonsten gibt es sie (Die Zeit der Sklaverei) in vielen Ländern Asiens und Afrika noch heute.

Die Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg waren IMO Sklaven, hießen nur nicht so. Befreit wurden durch das Ende des Krieges.
Und ich kann mir gut vorstellen, das in Kenia, Namibia und den anderen Gebieten Sklaverei von Deutschen betrieben wurden.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ersteinmal, THX an alle ;)

Jetzt habe ich so einiges verstanden. Ausserdem glaube ich hab ich in Geschichte zu viel gepennt :rolleyes: Da muss ich noch einiges nachholen :) Wenn wir schon dabei sind weiß jemand zufällig auch noch wann denn in England und anderswo die "Richtigen Sklaven" so wie in den USA etc. ihre Freiheit anderswo bekommen haben. Wurde Sklaverei einfach so auf der ganzen Welt nach den unabhängigkeits kriegen abgeschafft ?

THX nochmal das sich wenigstens ein paar Leute für Geschichte interessieren.

Hardware_Genius :)
 
....die Abschaffung war nicht einheitlich.

Ich erinnere mich das es die Sklaverei in Brasilien am längsten gab.

Google und wiki werden dir helfen.
 
@TE: Auf den Schlips getreten... Nein. Aber eine recht komische Frage.


@Pac-Man31:
Wenn du ihn schon wiki schickst, dann ist die BAC einen Blick wert.
Dtl. hatte eher im Handel mitgemischt.
Kolonien hatte Deutschland relativ spät und auch nicht lange (bis 1918).
In der kurzen Zeit haben "wir" genug Mist gebaut. Stichwort „Hottentotten“ (nicht abwertend gemeint) oder Herero.
Aber das wäre in anderes Thema....
Weiterer Link zum dt. Sklavenhandel klick

zu Belgien...
Sie haben sich keine Sklaven geholt.
Die haben so lange im Kongo gewütet, bis Anfang der 20.Jhd. die Welt aufschrie.
klick
Schon Zeitgenossen schätzten, dass im Kongo-Freistaat die Hälfte der Einwohner durch Zwangsarbeit, Hunger,
die Grausamkeit der Verwaltung sowie durch Krankheiten ums Leben kam.
1924 ermittelte Belgien, dass in Belgisch-Kongo etwa zehn Millionen Einwohner lebten.
Somit dürften in den 23 Jahren der Herrschaft Leopolds etwa zehn Millionen Menschen ums Leben gekommen sein.
 
.....jo.
Was die Deutschen unter Trotha an den Herero verbrochen haben war ziemlich übel.

Andererseits sind die Deutschen in Ostafrika immernoch sehr gut angesehen.
Das geht soweit das es dort heute noch Kinder mit deutschen Namen gibt.
 
Zu den dt.-afrikanischen Kolonien habe ich einmal irgendwo eine Karikatur gesehen, die zunächst eine Dschungellandschaft mit Zebras, Giraffen, Elefanten, Affen und dem ganzen Getier zeigte, und auf dem zweiten Bild, wie sich all die Tiere in Militärischer Ordnung aufgestellt hatten, damit die Deutschen sich ihrer erfreuen konnten. Menschen waren aber keine dabei.
 
Hardware_Genius schrieb:
...Wurde Sklaverei einfach so auf der ganzen Welt nach den unabhängigkeits kriegen abgeschafft ?...
Pac-Man31 schrieb:
....die Abschaffung war nicht einheitlich....Ich erinnere mich das es die Sklaverei in Brasilien am längsten gab.

Die Abschaffung ist nicht mal beendet, es gibt heute noch in großen Teilen der Welt Sklaven. In Asien und Afrika ist das in manchen Regionen heute noch tatsächlich tägliche Angelegenheit.

-oSi- schrieb:
...Aber eine recht komische Frage....

Eine gute und berechtigte Frage und alles andere als komisch. Fragen zu stellen ist gut.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Fu Manchu schrieb:
Die Abschaffung ist nicht mal beendet, es gibt heute noch in großen Teilen der Welt Sklaven. In Asien und Afrika ist das in manchen Regionen heute noch tatsächlich tägliche Angelegenheit.

Jo, ......das ist klar.

Meine Antwort bezog sich auf die staatlich/offiziell tolerierte Sklaverei.
Wobei ich nicht ausschließen will das es in manchen Teilen Afrikas immernoch keine gesetzlichen Maßnahmen gegen Sklaverei gibt.
 
Fu Manchu schrieb:
Eine gute und berechtigte Frage und alles andere als komisch. Fragen zu stellen ist gut.
Soll man Fragen stellen? Ja.
Ohne jemanden zu nahe treten zu wollen...
Mir schwebt das Wort "Hausaufgaben" im Hinterkopf.
 
Kottenpipel schrieb:
als es sich richtung Ostpreußen und Pommern ausdehnte und dort Lebensraum für sein Volk auf Kosten der "Slaven" (die Ähnlichkeit zum Wort "Sklaven" ist nicht zufällig) schuf, Polen, Tschechen usw. als Knechte auf Höfen und Burgen in der Heimat dienen ließ.

Dass das Wort 'Sklave' sich tatsächlich von den Slawen ableitet, wird zwar allgemein angenommen, um eine exklusiv deutsche Wortschöpfung handelt es sich aber mitnichten. Es ist die Ableitung des lateinischen 'sclavus' und wird quasi im gesamten nicht-slawischen Sprachraum (engl. slave, it. schiavo, franz. esclave, rumänisch şchiau) verwendet.
 
Lateinisch sclavus? :lol:

Könnte doch auch sein, dass es umgekehrt ist: Die Bezeichnung für Slaven leitet sich vom Sklaven ab...
 
wenn ihr schon aus wikipedia kopiert, dann lest doch bitte auch richtig ;)
Das Wort „Sklave“ hat verschiedene mögliche Wurzeln: Es wird vom griechischen Verb skyleúo („Kriegsbeute machen“, 1. Person Singular skyláo) oder vom lateinischen sclavus für die ethnische Gruppe der seit dem Mittelalter so genannten Slawen – rumänisch şchiau – abgeleitet. Einige Autoren neigen dazu, es in den Kämpfen der Ottonen gegen die Slawen im 10. Jahrhundert entstanden zu sehen, zumal bereits bei Widukind von Corvey und in den Quedlinburger Annalen für Slawe anstatt „Slavus“ „Sclavus“ geschrieben wird.
Der in mittelalterlichen arabischen Quellen verwendete Begriff Saqaliba ‏صقالبة‎ / ṣaqāliba /„Slaven“ bezieht sich ebenfalls auf Slawen und andere hellhäutige bzw. rötliche Völker Nord- und Mitteleuropas. Die Bezeichnung al-Ṣaḳāliba (sing. Ṣaḳlabī, Ṣiḳlabī) ist dem mittelgriechischen Σλάβος entlehnt, das mit der slawischen Selbstbezeichnung Slovĕnin in Verbindung steht. Wegen der großen Zahl slawischer Sklaven hat das Wort in mehreren europäischen Sprachen die Bedeutung "Sklave" angenommen (engl. slave, it. schiavo, franz. esclave), so auch im Spanien der Umayyaden, wo Ṣaḳāliba alle fremden Sklaven bezeichnete.
Dass sich in bestimmten europäischen Gegenden zunächst auch andere Wörter für „Sklave“ einbürgern konnten, zeigte sich ab dem 10. Jahrhundert während des Verlaufs der Reconquista bis 1492 vor allem im christlichen westlichen Mittelmeerraum, wo die im Kampf erbeuteten und „Sarazene“ / „Sarazenin“ oder „Maure“ / „Maurin“ genannten Gefangenen zur Handelsware wurden und Sklavenarbeit zu verrichten hatten.
 
Die Germanen nannten die Slaven früher Wenden, die Römer nannten sie Venedi, daher auch viele Ortsnamen wie z.B. Wendlingen. Niemand weiss eigentlich genau woher der Name Slawen kommt, von Sklaven, Slovo(Buchstabe) oder Slava (Ruhm). Denk aber nicht dass sie sich selbst Sklaven nennen würden.

Soweit ich weiss war Deutschland zur Kolonialzeit nicht besonders aktiv was das angeht.
Daher hatte man auch keine Sklaven in der Art wie z.B. in Fr oder GB.

Gab es da Deutschland überhaupt schon? Waren doch alles Fürstentümer oder war das noch früher?
 
die hatten Leibeigene! in dem sinne nix anderes.
Gab es da Deutschland überhaupt schon?
nach napoleon nicht mehr, davor war es das Heilige Roemische Recih Deutscher Nation. Deutschland in dem sinne von Staat gabe es erst ab 1871 mit der gruendung des Deutschen kaiserreiches.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zwar wurde die Leibeigenschaft in Deutschland abgeschafft, aber dafür unter Napoleon die Sklaverei in Frankreich wieder hergestellt...
 
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