Deutschland auf dem Weg zum Überwachungsstaat?

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Was soll der Link mir sagen?
 
Na- wenn man solche Aussagen von einem Abgeordneten liest:

"Vorratsdatenspeicherung hat mit Terrorismusbekämpfung relativ wenig zu tun. Ich wäre für die Vorratsdatenspeicherung auch dann, wenn es überhaupt keinen Terrorismus gäbe."

Das ist doch bereits der Beweis dafür, dass die Daten mit Sicherheit nicht für den vorgeschobenen Zweck verwandt werden. Und wie schon einmal erwähnt: Warum unterwerfen sich unsere Volksvertreter nicht auch den allgemein gültigen Gesetzen?
Gerade in den hohen Ämtern kann durch kriminelles Verhalten enorm viel Schaden angerichtet werden. Sollte man dort deshalb nicht auch überwachen?

Wie heisst es immer so schön: Wer nichts zu verbergen hat....
 
Wie hiess der Film noch mal, wo die Worte
"Ein Volk sollte keine Angst vor der Regierung haben.
Die Regierung sollte Angst vor dem Volk haben."
fielen ? ;)

Die Sammlung von Daten gab es schon immer und wird es immer geben.
Wenn jemand etwas über den Einzelnen weiss, dann sind das die Versicherungen.
Das wird sich nie ändern.

Die Nutzung sollte sehr streng reglementiert werden. Wenn die Daten schon mal vorhanden sind.
Allgemein führt das nur zu Misstrauen untereinander...
 
ZeroZerp schrieb:
Na- wenn man solche Aussagen von einem Abgeordneten liest:

"Vorratsdatenspeicherung hat mit Terrorismusbekämpfung relativ wenig zu tun. Ich wäre für die Vorratsdatenspeicherung auch dann, wenn es überhaupt keinen Terrorismus gäbe."

Das ist doch bereits der Beweis dafür, dass die Daten mit Sicherheit nicht für den vorgeschobenen Zweck verwandt werden.

Ich weis nicht wo du lebst, aber in Deutschland werden Verbindungsdaten schon seid Jahren in Ermittlungsverfahren verwendet die nichts mit Terrorismus zu tun haben. Passiert mehrmals täglich beispielsweise bei Fällen von Urheberrechtsverletzungen. Also ist an dem Satz nichts besonderes oder verwerfliches.
 
Nun ja adam, da würde ich einfach mal sagen, dass genau die Tatsache, dass du daran nichts verwerflich findest schon der Beleg dafür ist wie sehr man sich arrangiert hat mit bestimmten Beherrschungsmechanismen. Nämlich schon so sehr, dass man das alles für total selbstverständlich erachtet. Also bei mir klingeln bei solchen naiven Aussagen wie die eben die Alarmglocken. :(
 
Hauptsätzlich geht es mir darum, dass bereits jetzt die gesammelten Daten nicht für den Zweck gebraucht werden, den die Politik als Werbeinstrument für diese Maßnahme angibt.

Sowas nennt man Täuschung.
Und solchen Menschen, die uns täuschen will man unser inzwischen teuerstes und wichtigstes und beherrschendstes Gut "Information" einfach so vor die Füße werfen?


Wenn diese Gesetze für das Allgemeinwohl so nötig sind, wieso nehmen sich dann diejenigen, die sie beschließen davon aus? Sind da etwa manche schon wieder "Gleicher als gleich"? Es ist doch Fakt, dass auch Personen aus der Abgeordnetenriege schon straffällig geworden sind.

Spätestens da sollten doch die Alarmglocken bei wirklich JEDEM klingeln.
 
@th3o:

Es ist immer wieder erstaunlich mit welcher Leichtigkeit du Worte wie "naiv" in den Mund nimmst.

Beherrschungsmechanismen?

Die Verwendung von Verbindungsdaten ist ein Mittel des Rechtsstaates um geltendes Recht durchzusetzen und jene zu ermitteln die geltendes Recht brechen. Bei vielen Straftaten die in den letzten Jahren, gerade wegen den Vortschritten im IT Bereich, begonnen wurden ist und bleibt die Verwendung von Verbindungsdaten die einzige Chance um geltendes Recht durchzusetzen.

Das fängt hier im Forum an wo die Boardbetreiber IP Adressen speichern um gegebenenfalls bei der Ermittlungsarbeit helfen zu können. Wenn hier jemand öffentlich verkündet, dass er jemanden umbringen will, dann hätte niemand ein Problem damit die Verbindungsdaten zu verwenden um die Straftat zu verhindern.

Wenn jemand urheberrechtlich geschütztes Material illegal herunter lädt und/oder an andere Internetnutzer weiter verteilt, dann ist die Verwendung von Verbindungsdaten die einzige Chance die es gibt um geltendes Recht durchzusetzen.

So ist also die Verwendung von Verbindungsdaten und auch die Vorratsdatenspeicherung einzig ein Mechanismus des Rechtsstaates um geltendes Recht durchzusetzen. Natürlich gilt dies nur so lange wie sich dieser Mechanismus auch an die geltenden Rechtsvorschriften hält.
"Beherrscht" werden wir in einem Rechtsstaat einzig und allein vom Gesetz. Möchtest du uns also mit deinem Beitrag sagen, dass wir die Gesetze die unser Zusammenleben regeln alle über Bord werfen sollten?

Wie du meiner Signatur entnehmen kannst, bedeutet Freiheit eben auch immer Verantwortung.

- Mit der Freiheit in Foren und per Mail jedem auf der Welt seinen Standpunkt mitzuteilen geht eben auch die Verantwortung einher andere Menschen damit nicht zu beleidigen oder ihnen anderweitig Schaden zuzufügen.

- Mit der Freiheit des weltweiten Datenaustausches geht eben auch die Verantwortung einher sich zu überlegen welche Daten man denn austauschen darf und welche nicht.

...

Wer bewusst oder unbewusst dieser Verantwortung nicht gerecht wird, der muss darauf hingewiesen und ggf. bestraft werden...

Also Naiv was ich da sage?

Komisch deine anarchische Einstellung wirkt auf mich auch recht naiv.

/edit:

@Zero:

Na wo steht denn geschrieben, dass die deutsche Politik den Terrorismus als einzigen Grund für die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung zur Speicherung von Verbindungsdaten angibt? Hast du da irgendwelche Quellen?
Für die Immunität der Politiker gibt es gute Gründe, die hier aber nicht Thema sind (an anderer Stelle gerne mehr). Allerdings ist auch diese Immunität nicht grenzenlos!
 
Zuletzt bearbeitet:
@Adam
Na wo steht denn geschrieben, dass die deutsche Politik den Terrorismus als einzigen Grund für die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung zur Speicherung von Verbindungsdaten angibt?

Das steht nirgendwo geschrieben. Es geht mir eher darum, dass der Grund der Terrorismusbekämpfung von Politik und Medien vorgeschoben wird, um eine hohe durchschlagskraft beim Bürger zu erzielen. Nichts wird von der Deutschen Versicherungsgesellschaft mehr gefürchtet, als eine, wenn auch noch so kleine "diffuse Gefahr".

Ich kann hierzu das Buch "Die Panikmacher" empfehlen, welches auch Themen behandelt, die die deutschen Angstkultur betreffen.

Auszug des Inhalts:
"Die Risikogesellschaft der Gegenwart", schreiben der Statistikprofessor Walter Krämer und der Wissenschaftsredakteur Gerald Mackenthun, "ist eine Gesellschaft der abnehmenden Risiken bei wachsendem Risikobewusstsein und steigenden Sicherheitsansprüchen. Nicht in Technik und Wissenschaft besteht der Sündenfall des Menschen, sondern in Hybris und Dogmatismus."

In ihrem Buch "Die Panikmacher" beschreiben sie die deutschen Ängste als das Resultat eines historische einmaligen Wohlstandniveaus kombiniert mit nahezu totaler staatlicher Absicherung. "Die moderne Aufregung um alle möglichen Gefahren und der Aufwand zu ihrer Beseitigung sind fast umgekehrt proportional zu den Gefahren selbst. Wir leben immer länger, unsere Atemluft wird reiner, unsere Flüsse sauberer, unsere Autos sicherer - aber die Panikmacher erzeugen das Gefühl des Gegenteils."
 
Hey keine Ausflüchte. Wir sprechen hier von einem Konkreten Thema nämlich der Vorratsdatenspeicherung. Du sagtest, dass man dieses Gesetz unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung erlassen hat und in wirklichkeit still und heimlich andere Ziele verfolgte...
Also wo sind diese vielen Aussagen die dich zu diesem Schluss kommen lassen?
Oder gibt vielleicht die Aussage des Herrn Wiefelspütz viel eher das wieder was deutsche Politiker öffentlich vertreten?

[...] von Politik und Medien vorgeschoben [...]

Man sollte niemals den Fehler machen Medien und Politik derart stark zu verknüpfen. Ich sehe in der heutigen Medienlandschaft das große Problem, dass Aussagen von Politikern sehr stark gefiltert weiter gegeben werden. Dabei wirkt dieser Filter viel zu oft polarisierend und die vielzahl der Ansichten sowie der Komplexität der Argumentationsstrukturen gehen leider verloren.

Wenn die Medien die Verknüpfung von Terrorismusbekämpfung und Vorratsdatenspeicherung betreiben, dann bedeutet dies noch lange nicht, dass diese Medien dann die wirkliche Stimmungslage innerhalb der politischen Lager wiedergeben.

Gerade aus diesem Grund sollte man den Aussagen bei z.B. Abgeordnetenwatch oder auch jenen in Live Interviews viel mehr Beachtung schenken als der medialen Aufbereitung dieser Aussagen.
 
@Adam
Das ist ein valider Punkt. In der Tat ist diese Verknüpfung unzulässig, auch wenn sich Politik und Medien oftmals gegenseitig instrumentalisieren.

In Wirklichkeit verfolgen sie die "anderen Ziele" imzwischen ja nicht mehr still und leise.
Und wie ich bereits schrieb, hätte ich auch keine Probleme, wenn ein verantwortungsbewusster Staat alle meine Daten hätte.
Jedoch handelt unser Staat in einigen Dingen nicht verantwortungsbewusst und so muss ich fürchten, dass ich, bei einem Mißbrauch der Daten vom Staat (StaSi) vielleicht zu unrecht mit Repressalien zu rechnen habe, denen ich nicht mehr entflien kann.
 
Nun erst einmal hat der Staat nicht all diese Daten und er hat auch keinen unbegrenzten Zugriff auf eben diese Daten. Die Daten welche im Zuge des hier diskutierten Gesetzes gespeichert werden müssen verbleiben auch weiterhin beim Dienstanbieter und dürfen erst nach einem richterlichen Beschluss frei gegeben werden. Und auch dann darf "der Staat" nur die Daten erhalten die im richterlichen Beschluss genannt werden.

Ein allgemeiner Irrglaube ist, dass der Staat willkührlich über die Daten verfügen könnte.

Des weiteren zeigt sich in meinen Augen nicht diese generelle Unfähigkeit des Staates mit vertraulichen Daten umzugehen. Sicher gibt es hier und da mal ein paar Fälle in denen staatliche Organe schlampig mit Daten umgehen und es gibt leider auch immer mal wieder Justizirrtümer. Nur gibt es die immer und überall.
Oder bist du der Meinung wir sollten zukünftig keine Mörder mehr verurteilen nur weil ein paar Mal leider ein Unschuldiger Verurteilt wurde?

Mir konnte noch wirklich niemand aufzeigen wo denn der Staat im generellen bewusst nicht verantwortungsbewusst mit vertraulichen Daten umgeht und wo staatliche Behörden im generellen und bewusst die Rechte unschuldiger Bürger in irgendeiner Form beschränken.
Natürlich kann man sich irgendwelche fernen Szenarien à la "StaSi 2.0" konstruieren und ein Szenarion herbeidiskutieren in dem die Grundrechte der Bürger durch die Vorratsdatenspeicherung massiv behindert werden.
Die Frage stellt sich dann auf welchem Fundament all diese "Argumente" und "Konstrukte" basieren.

Nüchtern betrachtet sieht man dann aber doch dass die generelle Intention der staatlichen Organe eben die ist Recht durchzusetzen. Und man erkennt, dass Fälle in denen die staatliche Macht fahrlässig oder gar missbräuchlich eingesetzt wurden, Ausnahmen sind die meist auf den Fehlern einzelner Personen beruhen.
 
@adam
Und man erkennt, dass Fälle in denen die staatliche Macht fahrlässig oder gar missbräuchlich eingesetzt wurden, Ausnahmen sind die meist auf den Fehlern einzelner Personen beruhen.
Nun gut- unsere Staatsdiener sind eben auch nur Menschen.
Nur geht von diesen "einzelnen Menschen" in hohen Regierungskreisen ein weit höheres Gefahrenpotenzial aus, als vom Arbeitlosen, der mal schnell ein MP3 von der Tauschbörse heruntergeladen hat.
Die Geschichte hat uns doch inzwischen mehrfach gelehrt, was fehlgeleitete "Einzelne", wenn sie in die richtigen Machtkreise gelangen, anrichten können.
Und sowas kann ganz schnell gehen, auch in einem vermeintlich demokratischen Land (siehe George W.)

Auch ein hoher Politiker hätte laut Deiner Argumentation nichts zu befürchten, da ja nur mit rechtstaatlichen Mitteln, wie Richterbeschluss aufgrund eines Verdachts einer schweren Straftat, entsprechende Informationen über ihn eingeholt würden.

Wieso frage ich Dich, weigern sich die Politiker also, dieses "legitime" Mittel zur Überwachung auch für die eigene Klasse einzuführen? Irgendwie scheint es ja doch einen negativen Beigeschmack zu hinterlassen, sonst würden sie es ja zulassen?

Die Vorratsdatenspeicherung ist ein Stück in einem Puzzle der Sammelwut der Regierenden. Alle derzeitigen Bemühungen und Vorstöße lassen den Verdacht aufkommen, dass ein "Zentralregister" alle Bürger in diesem Lande aufgebaut wird, in dem Informationen über diese gespeichert werden.

Natürlich ist es super praktisch, wenn ich mit der Steuernummer gleich noch die Personendaten, Fingerabdrücke, Bewegungsprofile, Versicherungen, Bankkonten etc. als Datei gespeichert habe. Da würde unter Anlegen von automatisierten Kriterien die Verbrecherjagd ratzfatz vonstatten gehen. Nur was ist, wenn jemand diese Daten manipuliert, oder das Rechensystem die falschen Daten verknüpft hat?

Also ehrlich- da sind mir ein par nicht verurteilte Kleinkriminelle lieber, als mich der oben erwähnten Gefahr eines Mißbrauchs zu ergeben.
 
ich denke die größte angst und gefahr besteht darin wenn man unbewusst ins fadenkreuz von ermittlungen gerät, wie bei dem einen reporter geschehen der recherchierte. da wird dann so eine datenspeicherung schnell mal anders aufgefasst, wenn mit einem mal nicht nur von verbindungsdaten sondern regelrecht von mitschriften die rede ist.
was ich mich dabei frage ist... bewegen wir uns in kurzen schritten auf eine totale willkürliche überwachung zu?
oder gibt es die totale überwachung schon längst hinter vorgehaltener hand?
im prinzip hat doch heute schon jede größere institution mehrere daten über jeden einzelnen, das man nur noch rumtelefonieren müsste um sämtliche daten gebündelt zu haben. (ämter, krankenkassen, telefongesellschaften etc.)
da ist doch die speicherung der verbindungsdaten nur ein weiterer schritt.
ich stelle mir da die frage wie sich das ganze noch weiterentwickelt wenn es laut wird das diese maßnahme eben nicht den gewünschten erfolg hatte...
wenn ich bspw. an die ganzen kameras in dem einen wohnblock in stade und dergleichen denke, wird mir ehrlich gesagt schlecht. und deswegen bekomme ich auch kopfschmerzen wenn ich jemanden schritte zur überwachung gutheissen sehe. vielleicht wirds dadurch deutlicher weshalb ich diesen standpunkt vertrete.

adam_smith... da du eigentlich immer eine verteidigende position hier einnimmst... ich möchte gerne mal von dir wissen wo für dich die grenze is?

weisste... ich bin n stinknormaler bürger, der eben schon noch einen gewissen grad an privatssphäre behalten möchte im verlauf seines lebens. ich mag nichts zu verbergen haben, das gibt aber noch lange niemandem einen freifahrtsschein in meinem privatleben rumzuschnüffeln wie es ihm beliebt. und allein schon aus diesem hintergrund bin ich gegen diese kontroll-maßnahmen. ob das irgendjemand verstehen kann oder nicht ist mir ehrlich gesagt schnuppe, aber als bürger dieses landes bzw. dieser regierung geht es mir dann in diesem punkt gehörig gegen den strich, wenn solche dinge einfach klammheimlich mal eben an einem abend ohne großen medienrummel schnell durchgedrückt werden.
 
Nur geht von diesen "einzelnen Menschen" in hohen Regierungskreisen ein weit höheres Gefahrenpotenzial aus, als vom Arbeitlosen, der mal schnell ein MP3 von der Tauschbörse heruntergeladen hat.

Der Mensch der den Fehler macht sitzt meist nicht in hohen Regierungskreisen (auch wieder so ein verzerrtes Bild) sondern sitzt im Büro des BKA, auf einem Richterstul, ...

Und nein von diesen Menschen geht kein erhebliches Gefahrenpotentail für unsere Gesellschaft aus. Natürlich kann die missbräuchliche Anwendung einer Ermittlungsmethode für das jeweilige "Opfer" schlimme Folgen haben. Das bestreite ich nicht.
Dennoch ist selbst in den Fällen in denen es zu so einer solchen Situation kam doch meist irgendwann Recht gesprochen worden. Will heißen, dass jene die missbräuchlich handelten abgestraft wurden.

Von dem einzelnen Arbeitslosen der eine MP3 herunter lädt geht für unsere Gesellschaft natürlich keine Gefahr aus. Eine Gefahr wird es aber dann, wenn der einzelne Arbeitslose in Deutschland Millionen von Mitmenschen hat die es im gleich tun. Darunter sind dann nicht nur Arbeitslose sondern auch viele Menschen die es sich locker leisten könnten das Lied zu kaufen anstatt jene die Geld mit der Musik verdienen wollen um ihren Lohn zu prellen.
Wenn nun der Staat (stellvertretend für unsere Gesellschaft) nicht einschreitet und diese massive Rechtsverletzung verfolgt, dann ist die Bedrohung für unsere Gesellschaft perfekt.

Außerdem ist die Wirkung auf den Rechteinhaber des urheberrechtlich geschützten Materials weitaus gravierender als du es vielleicht denken magst.

Wo willst du die Grenzen ziehen? Der nächste kommt an und fragt ob es schlimm ist wenn jemand per Mail anderen Menschen mit dem Tode droht.
Wieder andere fragen sich vielleicht ob es schlimm ist Neonationales Gedankengut über das Internet zu verbreiten, ...

Recht ist Recht und muss durchgesetzt werden und Justizia ist nun mal, Gott sei dank, blind.


Auch ein hoher Politiker hätte laut Deiner Argumentation nichts zu befürchten, da ja nur mit rechtstaatlichen Mitteln, wie Richterbeschluss aufgrund eines Verdachts einer schweren Straftat, entsprechende Informationen über ihn eingeholt würden.

Wieso frage ich Dich, weigern sich die Politiker also, dieses "legitime" Mittel zur Überwachung auch für die eigene Klasse einzuführen? Irgendwie scheint es ja doch einen negativen Beigeschmack zu hinterlassen, sonst würden sie es ja zulassen?

Wie kommst du auf den Trichter, dass die (privaten) Verbindungsdaten eines Politikers nicht gespeichert werden?
Immunität bei Politikern bedeutet nicht, dass sie völlig Straffrei bleiben. Sie kann jederzeit durch das Parlament aufgehoben werden was in der Regel bei offensichtlichen Rechtsverstößen auch getan wird.

Ferner kann der Politiker nach dem Ausscheiden aus dem Amt belangt werden denn damit verliert er automatisch seine Immunität.

Die parlamentarische Immunität ist ein wichtiger Bestandteil der Gewaltenteilung, denn nur so kann gewährleistet werden, dass Exekutive und Judikative die Handlungen der Legislative beeinflussen kann. Man stelle sich vor die Bundesregierung als Exekutive erwirkt wegen Banalitäten (oder sogar mit gefälschten Beweisen) ein Ermittlungsverfahren gegen eine Vielzahl von Oppositionsmitgliedern und schaltet somit alle Gegenstimmen im Parlament aus ...

Aber wie gesagt dies ist hier nicht Kernthema, wenn es ausführlich diskutiert werden soll, dann bitte an anderer Stelle.

Natürlich ist es super praktisch, wenn ich mit der Steuernummer gleich noch die Personendaten, Fingerabdrücke, Bewegungsprofile, Versicherungen, Bankkonten etc. als Datei gespeichert habe.

Dieses Szenario ist mit unserer Verfassung de facto nicht vereinbar. Und da sich in der Vergangenheit immer wieder deutlich gezeigt hat, dass die Hüter unserer Verfassung durchaus fähig sind sie zu verteidigen sehe ich keinen Grund anzunehmen dass ein solches Szenario in der Bundesrepublick Deutschland realistisch ist.

/edit

@Kl0k

Wie oft noch? Die Verbindungsdaten liegen bei den Dienstanbietern und die staatlichen Behörden haben keinen direkten Zugriff auf diese Daten!
Sätze wie "Im prinzip hat doch heute schon jede größere institution mehrere daten über jeden einzelnen, das man nur noch rumtelefonieren müsste [...] da ist doch die speicherung der verbindungsdaten nur ein weiterer schritt." zeigen doch das diese Trennung scheinbar kaum jemand hin bekommt.

Die staatlichen Behörden haben natürlich keine Informationen darüber bei welcher Telefongesellschaft du einen Vertrag hast. Ja sie wissen bei welcher Krankenkasse du bist, sie wissen aber nicht welche Ärzte du besuchst und welche Krankheiten du hast/hattest. Nicht einmal deine Krankenkasse kennt dein Krankheitsbild im Detail.

Ihr werft der Politik und den Medien vor, dass sie Panik verbreiten. Fasst euch mal an die eigene Nase ... es ist derart überdramatisierend und verzerrend was hier teilweise zum Besten gegeben wird...

Ich mag nichts zu verbergen haben, das gibt aber noch lange niemandem einen freifahrtsschein in meinem privatleben rumzuschnüffeln wie es ihm beliebt. und allein schon aus diesem hintergrund bin ich gegen diese kontroll-maßnahmen.

Es gibt keinen Freihfahrtsschein! Wie kommst du denn immer wieder auf diese Idee?

Ja es kann sein, dass du irrtümlich ins Visier der Ermittler gerätst. Diese Gefahr ist sehr gering aber sie besteht. Die Gefahr besteht bei Hausdurchsuchungen, Observierungen, Sichtung von Verbindungsdaten, ...
Sollen wir also alle Ermittlungsmethoden einstampfen? Wie weit ist es dann mit deiner Freiheit wenn jeder der Recht brechen will damit einen Freifahrtsschein erhält?

bewegen wir uns in kurzen schritten auf eine totale willkürliche überwachung zu?
oder gibt es die totale überwachung schon längst hinter vorgehaltener hand?

Allein schon die Wahl der Fragen zeigt wie voreingenommen du bist. Warum ziehst du nicht in Betracht, dass wir einfach in einem Staat leben in dem es leider Menschen gibt die Recht brechen wollen und somit anderen Menschen schaden. Um uns davor zu schützen muss der Rechtsstaat aktiv werden um jene die Recht brechen zu verfolgen. Dazu benötigt man Ermittlungsverfahren und Methoden die von Menschen angewendet werden. Menschen machen Fehler und so kommt es leider auch zu Ermittlungsverfahren die sich gegen Personen richten die sich nichts zu schulden haben kommen lassen.

Du schreibst doch quasi schon selbst, dass der Reporter recherchierte. Wenn er dabei unglücklicherweise Spuren hinterlies die zu der Annahme verleiten könnten, dass er Recht brechen wollte (oder gebrochen hat) dann müssen die staatlichen Organe eingreifen und Ermittlungen anstellen um den Tatverdacht zu konkretisieren oder zu verwerfen. Ein Fall, der medial hochgepusht wurde. Aber eben nur ein Fall von viiielen tausenden Ermittlungsverfahren jährlich.

Wie kommst du nun durch die Tatsache, dass hier leider irrtümlich ermittelt wurde, zu dem Schluss, dass wir uns in Richtung eines Willkür- oder gar Überwachungsstaates bewegen? Warum lässt du nicht einfach den Schluss zu, dass es sich auch um bedauerliche Einzelfälle handelt?
 
Zuletzt bearbeitet:
@adam_smith

Wie kommst du nun durch die Tatsache, dass hier leider irrtümlich ermittelt wurde, zu dem Schluss, dass wir uns in Richtung eines Willkür- oder gar Überwachungsstaates bewegen? Warum lässt du nicht einfach den Schluss zu, dass es sich auch um bedauerliche Einzelfälle handelt?
weil es nur eine frage der häufung solcher einzelfälle ist bis sie zur regel werden und es somit nur eine frage der zeit ist bis die sensibilisierung flöten gegangen ist.
und richtig, ich mag voreingenommen sein bei diesem thema, eben weil das vertrauen in die regierung ebenso bei mir flöten gegangen ist im laufe der jahre. wer ständig egoistisch und im namen von konzernen handelt brauch sich auch nicht wundern wenn das misstrauen größer wird und das soetwas dann bei solchen themen dann durchsickert.

Sollen wir also alle Ermittlungsmethoden einstampfen? Wie weit ist es dann mit deiner Freiheit wenn jeder der Recht brechen will damit einen Freifahrtsschein erhält?
gegenfrage: warum reichen die bisherigen methoden dafür nicht aus, wenn doch die regel zu bestätigen scheint das sie es tun?
ich weiss mehr als gut das wir in einem staat leben in dem es kriminalität gibt. allerdings spielt sich diese kriminalität meist auf schlechtbeleuchteten straßen oder in parks und wäldern ab und nicht im datenverkehr des www.
zumindest ist das meine erfahrung. weiss ja nicht wo du lebst, aber räuberische erpressung und körperverletzungen die in den letzten jahren zunahmen finde ich bedeutend bedrohlicher als den diebstahl eines mp3s im inet was nem majorlabel schadet in form von maximal 5€.
 
weil es nur eine frage der häufung solcher einzelfälle

Eine angebliche Häufung die mir bisher niemand wirklich belegen konnte. Auch hier spielen natürlich wieder die Medien wieder eine wichtige Rolle.
Wer der medialen Informationspolitik verfällt mag natürlich auf Basis der paar Einzelfälle die medial hochgepusht werden denken er würde eine Häufung erkennen.

Klar das die Medien Fälle in den Reporter Opfer von Justizirrtümern wurden mal ganz schnell medial hochpushen. Wie bereits gesagt, man sollte nicht immer den verzerrten Bildern in den Medien blindlings verfallen.

warum reichen die bisherigen methoden dafür nicht aus, wenn doch die regel zu bestätigen scheint das sie es tun?

Ja tun sie das? Mit welcher "altmodischen" Ermittlungsmethode möchtest du denn z.B. Leuten auf die Schliche kommen die im Internet Filesharing betreiben... bin gespannt.

weiss ja nicht wo du lebst, aber räuberische erpressung und körperverletzungen die in den letzten jahren zunahmen finde ich bedeutend bedrohlicher als den diebstahl eines mp3s im inet was nem majorlabel schadet in form von maximal 5€.

Man welch verzerrtes Rechtsverständnis du doch hier an den Tag legst...
Wie ich mehrfach schrieb ist der eine Song nicht das Problem. Es sind die Millionen von Songs und die Unsummen die dann entstehen. Schon mal daran gedacht, dass Menschen in dieser Industrie ihren Lebensunterhalt verdienen? Schon mal daran gedacht wie sehr es einem Menschen schaden kann wenn er diese Grundlage verdient?

Was ist mit den anderen Fällen von Internetkriminalität? Bitte verkaufe uns doch nicht für dumm indem du versuchst uns zu verkaufen Internetkriminalität sei nicht so schlimm.

Es darf einfach keinen Raum geben der vollkommen rechtsfrei ist! Ein Internet in dem die Verbindungsdaten nicht gespeichert werden ist aber ein quasi rechtsfreier Raum. Also eine Einladung für jeden, der Recht brechen will.
 
Adam_Smith schrieb:
...Es darf einfach keinen Raum geben der vollkommen rechtsfrei ist! Ein Internet in dem die Verbindungsdaten nicht gespeichert werden ist aber ein quasi rechtsfreier Raum. Also eine Einladung für jeden, der Recht brechen will.

Lieber sehe ich die Existenz rechtfreier Räume als das ich immer und überall mit verdachtsunabhängiger Überwachung auf Schritt und Tritt konfrontiert werde.

Nach deinem Argument müssten auch alle Straßen lückenlos mit Kameras ausgestattet werden, damit dort kein rechtsfreier Raum entsteht. Wo sind die "Verbindungsdaten" in dunklen Straßen und Gassen? Wer ging oder geht dort zu welchem Zeitpunkt? Welches Auto fuhr wann auf der Autobahn? Kennzeichen können leicht mit Kameras erfasst werden
Wir kennen das auf den Straßen nicht, aber im Internet und am Telefon soll das zu 100% erfüllt sein? Warum mit unterschiedlichen Werteanschauungen an die Sache gehen?

Bezeichnend finde ich, das unsere Regierung in diesem Zusammenhang mal schnell und heimlich die Speicherfrist für Kameradaten angehoben hat. 30 Tage sind satz.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/99311
Jeder kleine Schritt wird am Ende den weg zum perfekten Überwachungsstaat voranbringen.
 
verdachtsunabhängiger Überwachung

Im Internet? Wo gibt es die da?

Nach deinem Argument müssten auch alle Straßen lückenlos mit Kameras ausgestattet werden, damit dort kein rechtsfreier Raum entsteht.

Auf der Straße gibt es Menschen die dich sehen, Polizisten die ggf. Streife fahren, ...
Selbst in dunklen Gassen hinterlässt du DNS Spuren, Fingerabdrücke, so lang es kein Mord ist ein Opfer welches Aussagen kann, ...

In der realen Welt hinterlässt du unzählige von Spuren die es den staatlichen Organen ermöglichen den Rechtsbruch zu verfolgen.

Und ein überwiegender Teil der Waren welche in der realen Welt angeboten werden, werden durch Überwachungssysteme gesichert (im Kaufhaus mit Kameraüberwachung).

Im Internet gibt es all dies nicht! Die einzige Verbindung zwischen den Spuren die du im Internet hinterlässt und deiner realen Person sind die Verbindungsdaten (z.B. IP Adressen).

Und immer immer wieder kann ich sagen, dass niemand im Internet deine Spur einfach so nachverfolgen kann. Er kann es nur dann wenn er durch einen richterlichen Beschluss legitimiert wird zu ermitteln. Und wenn sich dann herausstellt, dass du dir nichts hast zu schulden kommen lassen (was zu dem Zeitpunkt wo ein Richterbeschluss vorliegt schon relativ unwahrscheilich ist) werden all die Daten wieder gelöscht...

Wie oft muss man das klar stellen bevor ihr es kapiert?

/edit:

Warum wohl denkst du, dass die Zahl derer die im Internet Diebstahl begehen um ein vielfaches größer ist als die Zahl die derer die im wahren Leben einen Diebstahl begehen.
Man könnte fast vermuten, dass die sehr geringe Gefahr erwischt zu werden dafür verantwortlich ist ... Bloß ne Vermutung
 
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