Die Rückkehr der Religion?

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Acrylium

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Mir scheint es, als würden sich seit einigen Jahren immer mehr Menschen doch wieder stark einer Religion zuwenden. In Ermangelung anderer moralischer Leitbilder in der heutigen Gesellschaft mag das teilweise sogar durchaus verständlich sein, doch frage ich mich wie sich diese neue Religiosität mit modernem Denken und modernen Ideen und Idealen vereinbaren lässt. Wo führt diese wiedererstarkende Religiosität uns hin?

Ich persönlich bin überzeugter Atheist und schmunzle immer wenn in meinem Umfeld jemand seinen Glauben an einen Gott neu entdeckt hat. Doch ich merke leider auch, dass mit diesem Glauben immer öfter eine etwas herablassende Haltung gegenüber Ungläubigen wie mir eingenommen wird. Ich weiß damit ehrlich gesagt gar nicht so genau um zu gehen und beginne langsam zu zweifeln, ob Religion heut zu tage im 21. Jahrhundert wirklich geeignet ist, den Menschen einen moralischen Kompass für ihr Leben zu bieten. Natürlich zeichnet sich gerade dieses Jahrhundert durch die totale Abwesenheit moralischer Leitbilder auf, aber kann Religion diese Lücke wirklich kompetent ersetzen oder führt sie letztendlich doch nur zu noch mehr Schlechtem in der Welt? Wie denkt ihr darüber?
 
Zum zweiten Absatz kann ich nur sagen, dass ich da andere Erfahrungen gemacht habe. Ich muss immer aufpassen, nicht von oben herab auf die "Glaeubigen" zu schauen, denn auch ich bin ueberzeugter Atheist. Wobei das sicher auch viel mit der Religion an sich zu tun hat. Ein Christ ist da sicherlich viel loyaler als ein streng glauebiger Moslem eingestellt.
 
Ich gebe dir in allem Recht und befürchte Menschen benutzen zunehmend Religion nur noch zu ihren Zwecken. Der eigentliche moralische Gedanke und die Erfurcht besitzt unsere Gesellschaft nicht mehr. Dies führt zu immer mehr Fanatikern oder untersützt unsere teilweise kranke Gesellschaft.

Ich bin deshalb auch Atheist und lebe größtenteils meine eigenen Grundsätze.
 
Religion ist meiner Ansicht nach, eine Stütze die einem durchs Leben hilft. Sie bietet die Grundvoraussetzungen für ein freundliches und gerechtes Miteinander. Jedoch bekomme ich diese Werte eigentlich in jedem Ethikunterricht vermittelt. Also für mich ist Religion etwas, dass Menschen das Leben erleichtert, aber leider auch Leute mit oder vorallem ohne Glauben ausgrenzt.
Der verstärkten Zunahme von Religiösen, vorallem Extremisten! sehe ich mit Besorgnis. Religion kann manipulieren und hält die Menschheit an manch sinnlosen Grundsätzen fest, sodass eine Entwicklung der Menschheit erschwert wird(siehe Mittelalter(Geozentrisches Weltbild) ->Heute: Embryonenforschung o.Ä.)
 
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Religion machts nicht schlechter oder besser. Aber Manchen hilft es manchmal um ihre Handlungen zu rechtfertigen oder ihre Schicksale zu verkraften. Man kann letztendlich glauben was man will oder auch an nichts glauben. Es kommt letztendlich nur drauf an ob man selbst als Person an sich und/oder an anderen irgendwas verändert/verbessert/verschlechtert.
 
Acrylium schrieb:
Ich persönlich bin überzeugter Atheist und schmunzle immer wenn in meinem Umfeld jemand seinen Glauben an einen Gott neu entdeckt hat. Doch ich merke leider auch, dass mit diesem Glauben immer öfter eine etwas herablassende Haltung gegenüber Ungläubigen wie mir eingenommen wird.


Du fühlst dich herablassend behandelt, schmunzelst aber über Gläubige... ich weiß jetzt nicht inwiefern da ein Unterschied besteht.
Ich selbst bin auch eher ungläubig, allerdings sollte man die Einstellung anderer schon respektieren und ernst nehmen.
 
religion isn placebo, wer dran glaubt bei dem wirkts nicht mehr nicht weniger !
 
Religion ist das einzige moralische Leitbild, weil die Religion die Gesellschaft überhaupt erst so geformt hat, wie sie heute ist.

Egal welcher Religion, man kann statt Religion auch das Wort Ideologie einsetzten.
Sobald die Kaufrauschzeit/Wirtschaftsblüte vorbei ist, desdo stärker treten wieder andere Werte in den Vordergrund.
 
Zum Glauben bzw. Religion fällt mir nur folgendes ein: Das Gefährliche an Halbwahrheiten ist, dass immer die falsche Hälfte geglaubt wird.
 
Ein Christ ist da sicherlich viel loyaler als ein streng glauebiger Moslem eingestellt.
Was wohl vor allem an der imperativen Schreibweise des Koran zu tun hat.

Nur mal ein paar Auszüge:

“Sure 2, Vers 191: “Und erschlagt sie (die Ungläubigen), wo immer ihr
auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wannen sie euch vertrieben;
denn Verführung [zum Unglauben] ist schlimmer als Totschlag. …”;

Sure 4, Vers 89: “Sie wünschen, dass ihr ungläubig werdet, wie sie
ungläubig sind, und dass ihr ihnen gleich seid. Nehmet aber keinen
von ihnen zum Freund, ehe sie nicht auswanderten in Allahs Weg. Und
so sie den Rücken kehren, so ergreifet sie und schlagt sie tot, wo
immer ihr sie findet; und nehmet keinen von ihnen zum Freund oder
Helfer.”


Und so weiter... im Koran wird an über 150 Stellen zum Töten der Ungläubigen aufgerufen. Von daher leben alle Dschihadisten den Koran so, wie Mohammed in aufgeschrieben hat; als unumstößliches Wort Gottes.


Insofern bin ich der selben Meinung wie Winston Churchill, der sagte:

“…the new Koran of faith and war: turgid, verbose, shapeless, but pregnant with its message.” als er "mein Kamp"f damit verglich.
 
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Die einzige Rückkehr der Religion die ich beobachte ist importiert und nicht gerade christlich und leider auch nicht sonderlich aufgeklärt. Ich als Atheist bin in meinem "gottlosen" Leben deswegen noch niemals mit Christen anneinander geraten, wohl aber mit absolut intoleranten Moslems. Und das schon vor 10-15 Jahren. Und das waren keine Langbärte oder Hassprediger, sondern das was uns als "netter" Gemüsehändler oder Junge von nebenan verkauft wird.
 
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Man kann eine wie auch immer geartete Einstellung zu Religion (en) haben.
In jedem Fall finde ich es sehr wichtig, sich mit den verschiedenen Religionen im jeweiligen geschichtlichen Kontext und den zeitgeschichtlichen Geschehnissen auseinanderzusetzen.
Einfach deshalb weil Religion die gesamte Menschheitsgeschichte geprägt hat, z.T. in Form von Kriegen.
Also ich meine nicht die persönliche Einstellung zur Religion, sondern die Auseinandersetzung mit Religion im geschichtlichen Kontext; das kommt mir manchmal etwas zu kurz.
Man kann dabei zu viel über Menschen und Geschichte lernen, als dass man Religion per se ablehnen sollten.
 
Ich beobachte auch eine Rückkehr der Religion, mit positiven Gefühlen. Es gibt hier auch neue Entwicklungen,
z.B. überdenkt die Evangelische Kirche ihre Haltung zur Sexualität, und gibt dabei zu, zu ausschließend damit umgegangen zu sein, aber will den Anderen weiterhin nicht zum Objekt der Begierde herabsetzen.

Andere Auswüchse wie die Evolutionstheorie sind eher schlechte Beispiele, da z.B. in der Bibel zwei Versionen der Schaffung der Welt stehen - die Evolutionisten haben sich einfach eine gekrallt und dann viel Propaganda gemacht... die Bibel hat also gar nicht den Anspruch, naturwissenschaftlich beweisend zu sein.

Man kann an Gott glauben und so viel erleben...
 
Ich bin selbst überzeugter Christ, weil ich der Ansicht bin, dass diese Welt viel mehr bietet, als nur das, was wir in erster Linie sehen oder fühlen.
Das Christentum hat die gesamte Geschichte der westlichen Länder geprägt und bestimmt. Den Frieden und die Freiheit die wir hier geniessen können, stammen aus den Lehren des Christentums. Die Philosophen der Aufklärungszeit haben ebenfalls ihren Teil geleistet, doch sie haben im Grunde genommen nur dafür gesorgt, dass dies, was im Christentum steht, auch wirklich umgesetzt wird. Sprich, sie haben die Kirche zurechtgewiesen, weil sie nicht das getan hat, was sie hätte tun müssen.
Für allejene, die dem widersprechen, empfehle ich mal einen Blick in Länder, in denen andere Religionen oder gar keine Religionen vorherrschen.
 
@shaadar: meinst du nicht die katholische Kirche?

@directNix: wie passen dann die Kreuzzüge und die Inquisition in Deine These?
 
Zuletzt bearbeitet:
Man kann dabei zu viel über Menschen und Geschichte lernen, als dass man Religion per se ablehnen sollten.
Die einzige "Religion" die ich ablehne, ist die unter dem Deckmantel einer solchen daherkommende, faschistiode, mittelalterliche, instituionalisierte Ideoligie des Islam.

Im privaten mag es sich hierbei um eine Religion handeln, die großen Zusammenhänge aber genauer betrachtet ist, es eine Gefahr für die ganze Welt.


Sollte ich irgendwann mal religiös werden, würde ich wohl am ehesten Bhuddist. :)
 
Die Religion bietet eben eine stütze für Menschen, zumindest der Christentum.
Ich als Christ bin sehr froh im Kopf zu haben das es einen gibt der dir den Weg weißt und sagt wo es lang geht.
Denn oft gibt es ja Situation wo ich als Mensch einfach überfordert bin.
Und dann zu wissen das es ein Gott gibt der dich immer richtig leitet egal was du machst ist sehr beruhigend.
Und das ich bis jetzt den richtigen Weg eingeschlagen habe merke ich an meiner schulische Laufbahn die ich bis jetzt eingeschlagen habe.
Die von der Hauptschule bis zum Studium geht.
Das hört sich für Atheisten natürlich sehr komisch an aber ich bin froh ein Christ zu sein.
 
Der mensch braucht eine Art Leitbild, an Das er sich halten kann um seinem Leben einen Sinn oder Halt zu bieten. Eine Religion gibt einem das Gefühl der Zugehörigkeit und der Geborgenheit. Andere Leute nutzen widerum ander Dinge als Halt und Sinn. Jeder Mensch entscheidet selbst ob er eine Religion wählt oder andere Möglichkeiten nutzt um sich das Leben "Sinnvoll" zu gestalten.

In dem Sinne find ich Religion garnicht so verkehrt. Ich persönlich bin nicht religeös und eigentlich mag ich Religionen nicht, aber wem das hilft, der solls doch machen.
 
Servus.

Die Religion ist letztlich nichts anderes, wie dein Atheismus, eine Weltanschauung eben, die auch in beiden Fällen sich auf bestimmte Ansichten u.ä. "spezialisiert bzw. aufteilt.

Kann mich teils Darktrooper1991 Beitrag anschließen.
In jedem Fall macht die Religion nicht die Menschen, sondern die Menschen machen die Religion. Entsprechend gibt es an jeder Stelle auch die "üblichen" Probleme, ob mit oder ohne Religion.
So wurden Religionen auch früher schon und nicht erst heute oder in Zukunft für andere, wie z.B. politische Zwecke Missbraucht.
Der Hickack zw. dem "richtigen" Gott der ev./kath. Kirche, Islam und Judentum ist auch wieder so etwas. Im Grunde glauben alle an den gleichen, alle haben die gleiche Basis, nur unterscheidet sich dort die Kultur und damit die Menschen und damit MUSS sich auch die Religion unterscheiden. Alles andere ergibt sich...

Meiner Meinung nach macht eine Religion die Welt nicht schlechter, es ist und bleibt immer der Mensch. Religionen dafür verantwortlich zu machen, ist ein einfacher Weg, der aber nicht zum Ziel führt, ein Versuch, die Verantwortung abzuschieben.

Auch sollte man nicht vergessen, daß die Religion ebenso maßgeblich für das Überlegen der Menschen gesorgt hat, ein Zusammenleben in der Gemeinschaft ebenso mit ermöglicht hat, den unsere heutigen Gesetzte basieren schlicht und ergreifend auf die Gebote. Ohne sie, wären wir heute nicht an dem Punkt, wo sich die Menschheit befindet.

Grüßle ~Shar~
 
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