Discount Müdigkeit ?

sunset_rider schrieb:
Fleisch, das billiger als Brot ist.

Hinter richtigem Brot steht ein stundenlanger Prozess, normalerweise müsste der Natursauerteig 24 Stunden lang gaaren. Richtiges natürliches Brot kann und sollte deswegen sogar teurer sein als Fleisch, das zwar auch eine "Reife" braucht um den Geschmack zu entfalten - ist aber auf dem Gaarprozesse, ein Mix von Bakterien, den Zutaten zum Teig nicht so angewiesen wie ein Lain Brot. ;)
Der Industrie sind die Brotprozesse natürlich hinderlich, das alles wird im Turbo gefahren - ich esse gerne mal richtiges körniges Brot vom Bäcker (nicht Großbackbetrieb). Übrigens bzgl. unserer Backwaren wird Deutschland beneidet, wenn man in der USA oder wo anders ist, ist es immer das Brot und die Bröttchenvielfalt die gelobt wird und als Deutscher in Ländern wo es nur Weißbrot oder nur Partybröttchen gibt wünscht sich schnell der Biss in Vollkornbröttchen oder Brot. Geht mir zumindest so und vielen anderen auch.

sunset_rider schrieb:
Boykott und Selbstversorgung bzw. Reformhaus zu machen, ist ja witzlos. Die Discounter sind ja an sich wie gesagt eine tolle Sache. Der Albrecht hätte das Bundesverdienstkreuz verdient (oder hat er es sogar?). Das Problem ist einfach, dass die Preise immer weiter sinken müssen, weil die Kunden am liebsten gar nichts zahlen wollen. Das kann mittelfristig nicht mehr gut gehen.

und @Topic
Hier ein lesenswertes Interview von FR mit dem Foodwatch Chef Thilo Bode: „Wir werden legal betrogen“
Er legt es auch dar, wie ich es auch sehe, das selbst Premiumprodukte keinen deut besser sind als Billigprodukte und auf Geiz und Geil wird auch eingegangen - schönes Interview.
 
Shader schrieb:
Er legt es auch dar, wie ich es auch sehe, das selbst Premiumprodukte keinen deut besser sind als Billigprodukte

Das ist das wirklich schlimme, dass man ein teures Produkt kauft und trotzdem nur Mist bekommt (bzw. man sich in einem normalen Supermarkt schwer tut etwas anderes zu bekommen).
Das fällt mir z.B. bei Frischmilch (und damit meine ich nicht den ESL-Dreck) und Pesto auf. Letzteres ist im Supermarkt praktisch nicht zu bekommen; es gibt nur grüne Pampe aus Sonnenblumenöl, Basilikum, Cashewnüssen, Kartoffelmehl und Käse.
 
Ja, ist korrekt. Pesti ärgenr mich auch immer. So ein Gläschen kann ja von mri aus 5 Euro kosten, wenns gescheit ist. Bekommt man ja pro Person 3-4 Mahlzeiten mit hin. Aber nein, sowas ist nicht zu bekommen.
Solche Produkte sehe ich aber auch gar nicht als direkten Disocunt, da sie nicht wirklich ermäßigt, auch nicht bei den "Discountern" sind. Ich kritisiere Dinge, um die ein Vernichtungspreiskampf entbrennt.
Indirekte negative Folge ist auch, wie angemerkt, dass die allgemeine Qualität sinkt, weil alles billig sein muss.
 
Hochwertige Qualität hat nach wie vor ihren Preis.
Doch das ist weder Zielgruppe noch Zielstreben von Discountern.
Discounter (von engl. discount = Preisnachlass, Rabatt)
Jeder bekommt das, was er zu zahlen bereit ist. ;)
 
Man kann problemlos in bei denn's einkaufen. Über ihre Produkte sagen sie halt: "Die Bio-Produkte mit einer transparenten Herkunft und fairen Preisen werden sorgfältig ausgewählt."
Ich weiß nur, dass ich allein von den Produktbezeichnungen die Krise bekomme: Bio-Zaziki, Bio-Feinkostsalat, Bio-Olivenöl, Bio-Grießpudding...
Und wenn du dich wirklich ausgewogen und ausnahmslos über einen Bio-Laden mit Lebensmittel eindecken willst, kommst du nicht mit 250€ im Monat hin, kann ich mir nicht vorstellen, eher 400€, aber das ist nur wild spekuliert. Ich sah dort mal 300g Honig für 6€ oder ne Gurke für 2€ (das vierfache wie bei Discountern).

Indirekte negative Folge ist auch, wie angemerkt, dass die allgemeine Qualität sinkt, weil alles billig sein muss.
Du hältst wie ein sturer Bock an der Gleichung billig = qualitativ minderwertig fest. Die gleiche Packung Nudeln kostet bei Lidl 0,66€, ReWe nimmt und 1,29€ und bei Real sah ich es mal für 1,39€. Und alle drei Firmen haben für sich entschieden, dass das der optimale Preis ist. Aber Lidl hat halt bessere Einkaufsbedingungen, weil sie massenhaft Ware abnehmen und der Nudelhersteller bessere Skaleneffekte erzielen kann - sondern würde der das Zeug nur an ReWe und real liefern. Dazu kommt, dass sie weniger Personal, kleinere Verkaufsflächen und (wahrscheinlich) schlechtere Arbeitsbedingungen haben, aber wenn das Zeug zu Hause gegessen wird, merkst du davon nichts mehr.

Es hat schon seinen Grund, dass der Markanteil der Discounter jetzt bei ~45% liegt: Für den Kunden ist es das beste System. Wieviele Haushalte haben inzwischen Elektronik von Aldi oder kaufen sich für 10€ Schuhe statt Karstadt 20€ dafür zu geben? Wie Relict sagt, jeder bekommt das, was er zu zahlen bereit ist.
 
Das Problem mit den Discountern ist, dass sie mehr und mehr Geschäfte mit Qualitätsware verdrängen. Früher gab es noch haufenweise wirklich gute Lebensmittel/Delikatessengeschäfte (NICHT Supermärkte), mit qualitativ erstklassiger Ware. Heute gibt es das fast überhaupt nicht mehr.
 
Es verdient auch nicht jeder 50k Brutto im Jahr. Die wenigstens können sich solche Feinkost Läden erlauben, selbst die mit normalem Job. Wenn ich mir die Preise bei unserer örtlichen Bäckerei anschaue z.B. - Da kostet 1 Brötchen 30cent, welches wirklich sehr sehr klein ist. Da krieg ich im Discounter fast 2 DOPPELT so Große (Kein Witz!) Brötchen, die wirklich gut schmecken. Absolut keine Schrottware oder so. Leckere Brötchen.

Genauso mit dem Fleisch. Wobei mir das vom Metzger auch lieber ist. Trotzdem muss der Kilopreis nicht 50€ betragen. Immer schön auf Angebote achten etc. Dann kann man so den Discounter gut umgehen. Besonders das marinierte Grill-Fleisch aus dem Discounter mag ich überhaupt nicht. Fast immer schlechte Quali.

Ansonsten bin ich mit der Qualität von ALDI oder NETTO eig zufrieden. Bei uns ist neben dem ALDI direkt ein REWE. Der ist vielen Bereichen fast doppelt so teuer - Bei gleicher Qualität.
 
Ich würde mich nicht beklagen, wenn ich wählen könnte. Aber wer eben nicht zum Discounter/Billigsupermarkt gehen will, der hat mittlerweile Probleme, Alternativen zu finden. Meine Mutter schreibt das dann gerne dem Umstand zu, dass Deutsche generell sehr knauserig in Sachen Lebensmittel sind und keinen Wert auf gutes Essen legen. Wer weiss, vielleicht hat sie Recht. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Sie hat definitiv Recht.
Wenn man sich anschaut wieviel die Leute für Nahrung ausgeben. Im Verhältnis zum Einkommen ist das in Deutschland verschwindend gering. Und das betrifft nicht nur arme Länder, wo Menschen prinzipiell kaum genug für ihr Essen verdienen sondern auch so manch anderes Industrieland.
 
Odium schrieb:
Du hältst wie ein sturer Bock an der Gleichung billig = qualitativ minderwertig fest. Die gleiche Packung Nudeln kostet bei Lidl 0,66€, ReWe nimmt und 1,29€ und bei Real sah ich es mal für 1,39€. Und alle drei Firmen haben für sich entschieden, dass das der optimale Preis ist. Aber Lidl hat halt bessere Einkaufsbedingungen, weil sie massenhaft Ware abnehmen und der Nudelhersteller bessere Skaleneffekte erzielen kann - sondern würde der das Zeug nur an ReWe und real liefern. Dazu kommt, dass sie weniger Personal, kleinere Verkaufsflächen und (wahrscheinlich) schlechtere Arbeitsbedingungen haben, aber wenn das Zeug zu Hause gegessen wird, merkst du davon nichts mehr.

Es hat schon seinen Grund, dass der Markanteil der Discounter jetzt bei ~45% liegt: Für den Kunden ist es das beste System. Wieviele Haushalte haben inzwischen Elektronik von Aldi oder kaufen sich für 10€ Schuhe statt Karstadt 20€ dafür zu geben? Wie Relict sagt, jeder bekommt das, was er zu zahlen bereit ist.

Ich habe das doch mehrfach klargestellt und auch in den ersten Post eingebaut. Ich bin keineswegs Gegner der Discountidee, nur Gegner des Vernichtungspreiskampfes, der diesen von Kundenseite "Geiz ist Geil" aufgedrückt wird. Den Albrechts sollte man wie gesagt das Bundesverdienstkreuz verleihen, da sie es endlich möglich machten, dass keiner mehr hungern muss. Bin da seit den frühen 80ern Kunde. Ich kritisiere die Billig-Auswüchse, um die sich dann gerne der wohlhabende Pöbel "prügelt". (Ich als Kunde notgedrungen dabei.)

Als Königssatz: Discounter ja, aber bitte kein derartiger Preiskampf. Darunter leiden am Ende beide Seiten: Kunde und auch Händler. Die Preise sind tief genug für jedermann.
Ergänzung ()

NephTis schrieb:
Es verdient auch nicht jeder 50k Brutto im Jahr. Die wenigstens können sich solche Feinkost Läden erlauben, selbst die mit normalem Job. Wenn ich mir die Preise bei unserer örtlichen Bäckerei anschaue z.B. - Da kostet 1 Brötchen 30cent, welches wirklich sehr sehr klein ist. Da krieg ich im Discounter fast 2 DOPPELT so Große (Kein Witz!) Brötchen, die wirklich gut schmecken. Absolut keine Schrottware oder so. Leckere Brötchen.

Das kann ich für hier gar nicht bestätigen. 10 Brötchen kosten beim Bäcker anstatt 1,89 Euro eben 2,19 Euro. Daneben gibt es noch das Tagesangebot: 10 Brötchen + Brot für 3,50 Euro. Alles wirklich sehr sehr schöne Ware.

Aus Zeitgründen gehe ich dennoch öfters zum Selbstbedienungs Backwaren-Discounter. Die Brötchen, Wecken etc. erinnern mich jedes mal an Schlagbälle für Kinder, so klein sind die. Preisleistung ist bei beiden ungefähr gleich, was Größe angeht. Sicher schmeckt die Discountbackware annehmbar, aber wie aus der Klonfabrik. Nichts Eigentümliches, völlig eindimensional.
Hier gehts wirklich nur darum 30-50 Cent für einen Familieneinkauf beim Bäcker drauf zu legen.

Der von mir beschriebene "Feinkost"laden heißt so, hat aber alles von echter Billigware bis hin zu wirklich kostspieligen Sachen. Einige Produkte sind dort günstiger als bei Rewe!! (Die Disocunter führen sie nicht.) Dafür muss man wirklich keine 50.000 Brutto verdienen. Da kann jeder einkaufen. Es fehlen nur die Dumping-Schnäppchen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Shader schrieb:
Der Konzern Nestle z.B. würde man als Qualität ansehen, steht von Palmöl bis Gewürze aber im Verruf und Nestle Produkte kosten ordentlich Geld.
Nestle Produkte kosten oft gar nicht so viel. Wären sie wirklich so teuer käme nicht ca. 3% der weltweiten Nahrungsmittelversorgung von dem Konzern.


Wenn man sich Sorgen um den Tod der Tiere macht, dann muss man als erstes aufhören nicht selbst gefangenen Fisch zu essen. Denn egal, ob Kühe und Schweine mit oder ohne Betäubung getötet werden, so ist es auf jeden Fall tierfreundlicher als sie wie Fische einfach ersticken und zerquetschen zu lassen.

Und zu Nokia: Die sind nicht abgewandert, weil sie hier Verlust gemacht hätten, sondern weil sie da mehr Gewinn machen konnten. Wenn Konzerne ins Ausland abwandern ist es meistens zur Gewinnmaximierung und nicht um aus der Verlustzone raus zu kommen.
Intel hat mal bei mehreren Milliarden Gewinn angekündigt tausende Arbeiter zu entlassen. War das auch, weil alle Leute nur billig einkaufen?
 
Hallo? Wer glaubt denn hier noch, dass die Bäcker die Brötchen jetzt noch selbst backen? Die meisten Bäckereien verwenden jetzt fertige Backmischungen, weil das billiger und schneller geht. Da kann ich mir auch gleich bei Aldi eine Tüte für 1€ mit 5 Stück kaufen und die selbst aufbacken.
 
Dann gehst du zum falschen Bäcker.
 
Skoll schrieb:
Hallo? Wer glaubt denn hier noch, dass die Bäcker die Brötchen jetzt noch selbst backen? Die meisten Bäckereien verwenden jetzt fertige Backmischungen, weil das billiger und schneller geht. Da kann ich mir auch gleich bei Aldi eine Tüte für 1€ mit 5 Stück kaufen und die selbst aufbacken.

Es kommt drauf an, bei Laugenwaren ist es tatsächlich so - kein Bäcker macht sich die Mühe bzw. darf dies übrhaupt die Laugenbrötchen beispielsweise selbst herzustellen.
Allerdings sofern es aber ein Bäcker ist, vom Kleinbetrieb bis Großbetrieb - werden die Bröttchen, Backwaren, Kuchen und Brote selbst hergestellt.
Die Läden bekommen vom Bäcker oftmals auch halbgaare Teiglinge - die nur noch einmal "kurz" in den Ofen geschoben werden müssen. Die Teiglinge sind aber auch vom Backbetrieb hergestellt worden. Je nach dem wie der Backbetrieb ausgestattet ist und wie viele Filialen dieser hat und wie klein im Vergleich die Belegschaft ist , werden Brote, Bröttchen ect. schon einen Tag vor dem Verkaufstag angefertigt.
Das heißt nicht frische Ware ist bei den meisten Bäckern gang und gebe, das ist der Preis für sehr viel Auswahl und viele Filialen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Im Discount-Krieg hat Aldi nun mal wieder die Preise gesenkt: http://www.epochtimes.de/articles/2010/10/10/626655.html

Ich habe inzwischen mal drauf geachtet, was ich monatlich für Nahrung ausgebe. Brauche als Sportler wenigstens 3000 Kalorien täglich. Ich komme ohne Einschränkungen und inkl. Getränke auf weniger als 5 Euro, wenn ich zu den großen Ketten gehe. Mit 150 Euro im Monat ist auch 1-2 Mal preiswert Essen gehen drin.
Das sind wirklich unanständig geringe Werte. Mit normalem Job ist es eine Frage von Minuten bis man seinen Unterhalt rausgearbeitet hat.

Ich fände beinahe Mindestpreise für gewisse Produkte gut. Manche Preise sind schon unanständig billig. Ich schätze ja Nahrung, aber bei mir geht der Respekt vor dem, was da im Einkaufswagen liegt, immer mehr flöten. Wenn ich Erde im Baumarkt kaufe, ist die uU teurer als Weißbrot beim Discounter. Ergo könnte man auch Toastbrot kompostieren.
 
sunset_rider schrieb:
Manche Preise sind schon unanständig billig. Ich schätze ja Nahrung, aber bei mir geht der Respekt vor dem, was da im Einkaufswagen liegt, immer mehr flöten.

Da hast du sowas von Recht.
500g Nudeln 0.29€
1L Milch 0.59€
1Kg Mehl 0.19€
Brötchen 9ct das Stück

Ich frag mich immer wieder wie man zu diesen Preisen produzieren kann. Gerade bei Milch hab ich regelmäßig ein schlechtes Gewissen weil ich weiß, dass die Bauern um jeden Cent pro Liter kämpfen. Ich greife dann aber oft zu den günstigsten Angeboten weil ich auch oft um jeden Cent kämpfe. Und große unterschiede schmeckt man auch nicht. Gerade bei Grundnahrungsmitteln wie das oben aufgeführte. Mehl könnte ich auch für 1.19€ kaufen. Aber wo ist da bitteschön die höhere Qualität für den Aufpreis?
 
Shader schrieb:
...Übrigens bzgl. unserer Backwaren wird Deutschland beneidet...

Das dachte ich auch immer, aber das bleibt dann wohl beim Neid und findet, wenn es Angeboten wird, so wenig Abnehmer, das der Markt für dunkles Brot schnell wieder eingeht. Neid und Nachfrage sind eben doch nicht das Gleiche, sonst würden die Bäckerein in den Ländern einfach solches Brot backen und verkaufen.
 
Grundlegend kann ich auch beipflichten. Qualität hat ihren Preis und soll ihn auch haben. Dafür stellt jemand ein hochwertigeres Produkt her als jemand anderes. Entsprechend kann er es teurer verkaufen. Ich kaufe mittlerweile auch nur noch Qualität und gebe, obwohl ich als Student echt keine Kohle habe, gerne 600€ für einen Fernseher aus, obwohl ich ein vergleichbares Gerät (Größe, Anschlüsse etc.) auch für 400€ hätte haben können. Aber der teurere schien mir besser, also sollte es der sein.

Das sind aber einmalige Kosten, Lebensmittel brauche ich jeden Tag und haben daher eine andere Relevanz. Hätte ich keine 600€ aufbringen können, hätte ich billiger gekauft.

Bei Lebensmitteln zählt für mich auch Preis/Leistung. Da das Geld enorm knapp ist, muss ich dort billig kaufen. Aber auch da zählt der Geschmack, einige Billigmarken schmecken bei deutlich geringerem Preis genau so gut wie das hochwertigere Produkt und wird gekauft. Heute habe ich notgedrungen eine Dose Spaghetti aufgemacht (habe sowas gerne im Haus für Notfälle wie heute, kein Bargeld da zum essen kaufen und absolut kein Bock zu kochen, dann gibts sowas) von einer Billigmarke, die kaufe ich nie wieder ;)

Wie dem auch sei, billig ist für Viele ein Muss, für mich auch, aber man kann es auch übertreiben ;)

Da es meiner Meinung nach bei Milch keinen wirklichen Unterschied bei den handelsüblichen Marken gibt, kaufe ich dort auch das Billigste. Weil die Unterschiede, die es dann zu den ganz hochwertigen Produkten zu gering sind, und weil die wirklich besseren dann in Preisregionen liegen, die ich nicht bereit bin zu zahlen. Ich zahle keine 2€ für eine Gurke, da kann die ne Million mal Bio sein mit Zertifikaten über die Inhaltsstoffe des Schisses des benutzten Biodüngers.

Was ich aber im Gegenzug voll verstehen kann ist, dass manche Sachen so billig sind, dass die Hersteller darunter leiden. Will sagen, dass ich verstehen kann, wenn Milchbauern klagen weil sie nichts mehr verdienen. Macht ja auch Sinn, die leben immerhin davon und sind die, die am wenigsten an dem Produkt verdienen. Dass kein verarbeitender Betrieb deswegen auf Gewinn verzichtet, wird es direkt an mich, den Kunden, weitergereicht. Finde ich natürlich zuerst blöd, aber das passt ja auch zu dem, was der TE meinte. Wenn man mal darüber nachdenkt, wie wenig ein mehrfach verarbeitetes Produkt kostet, an dem mehrere Instanzen verdienen, dann bleibt nichts mehr über für den, der den Rohstoff herstellt.

Ein Päckchen Butter ist heute nicht mehr unter einem Euro zu bekommen (Wochenangebote evtl. mal ausgenommen). Jetzt freue ich mich über Butter für einen Euro, vor wenigen Monaten dachte ich noch "Wat? Das Bischen Butter kost n Euro?", aber das war die Zeit, vor den Milchbaueraufständen.

Gute Ware, auch bei Lebensmitteln, soll eben ihren Preis haben, solange es für alle erschwinglich ist, zumindest die Basisfassung (Hausmarken, Gut und Günstig, Ja, Tip, K-Klassik und wie sie alle heißen). Und die müssen qualitativ gar nicht schlecht sein.

Ich würde auch lieber die Wurst beim Fleischer kaufen oder die Eier vom Bauer, aber leider ist die Landwirtquote in Berlin vergleichsweise gering ;) Wenn mal mehr Kohle da ist, gibt es da wo es sich lohnt auch "Markenprodukte" (eben wenn es sich lohnt, nie wieder diese Hausmarke für Notfalldosenspagheti) oder eben Biofleisch, direkt vom Bauer. Ich habe mal im Angebot einen toll aussehenden Rinderbraten gekauft bei Real, abgepackt. Riesen Stück Fleisch, Kilopreis in Ordnung. Dachte was man alles daraus machen kann, dass man es so zubereitet, dass ich 2 Tage etwas davon essen kann, und Katze und Frau auch noch etwas abbekommen. (die Katze lässt nicht locker bei rohem Fleisch und die Frau isst meist nur n Häppchen Fleisch mit). Nachdem alles fertig war, war ich froh, einmal davon satt geworden zu sein, weil das Stück nach der Verarbeitung nur noch halb so groß war. Und dafür war es dann wirklich teuer. Gutes Fleisch ist zwar teurer, aber dafür hat man nach dem Braten von 300g auch noch 290g in der Pfanne, und keine 150.
 
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