Duales Studium: Großer Konzern vs. kleine Firma

Domi16

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Hallo,


wie der Titel schon besagt, erhoffe ich mir von euch eine Auflistung von Vor- und Nachteilen eines dualen Studiums bei einem großen Konzern bzw. einer kleinen Firma. Ich persönlich bin der Ansicht, dass ein großer Konzern eher ein ,,Karrieresprungbrett'' ist, als eine kleine Firma (klein, d.h. unter 1k Mitarbeiter). Beachtet bitte bei euren Ausführungen Aspekte wie Aufstiegschance, Auslandseinsätze und natürlich die Gehaltschancen.

Hierbei soll bitte nicht über den (Un-)Sinn eines dualen Studiums und mein wahrscheinliches Studienfach (Wirtschaftsingenieur - MB) debattiert werden.

Danke schon mal im Vorraus :)
 
Das kann man doch so allgemein gar nicht sagen.
Klar gibt es Tendenzen, dass man in großen Unternehmen eher bessere Aufstiegschancen hat und besser bezahlt wird.
Aber eigentlich kann man nicht wirklich vom Allgemeinen auf das Konkrete schließen. Da muss man schon die Unternehmen kennen...
 
Sicher bei großen Firmen hat man unter Umständen bessere Chancen. Aber es ist dort auch schieriger eine Stelle zu bekommen, denn die Konkurenz ist dort viel größer. Bei einer kleineren Firma kommst du eventuell schneller an eine führende Position als bei einer großen Firma. Aber es kommt auch stark auf die Firma an. Man kann das gar nicht pauschal sagen, wo es besser und wo es schlechter ist. Es gibt auch kleinere Firmen, die durchaus ein Karrieresprungbrett sein können.
 
Das, dass Geld in einem großen Unternehmen besser ist, muss nicht immer stimmen. ;)

Es kommt auch vor, dass die kleineren Unternehmen doch um einiges besser zahlen.
 
Ok, vielen Dank schonmal für diese ersten Einschätzungen :)

Wie lernt man denn Unternehmen richtig kennen, wenn diese hunderte Kilometer entfernt sind und man eigentlich nur Informationen aus der Wiki-Seite und der Firmenhomepage bekommt?

Riou schrieb:
Das, dass Geld in einem großen Unternehmen besser ist, muss nicht immer stimmen. ;)

Es kommt auch vor, dass die kleineren Unternehmen doch um einiges besser zahlen.

Begründung?
 
Kann man allgemein gehalten so nicht wirklich beantworten. Es gibt KMU die sind (wesentlich) flexibler und bieten auch bessere Aufstiegschancen als so manch Großbetrieb/ -konzern. Bis so manch strategische Entscheidung in Großbetrieben / - konzernen gefällt werden, muss doch so manch Instanz durchlaufen werden. In den kleineren Unternehmen geht dies oft "auf dem kleinen Dienstweg" und wird mal eben bei nem Arbeitsessen entschieden bzw. die mittelfristige strategische Ausrichtung neu geordnet.

Auch kenne ich ein paar kleinere Unternehmen, die bezahlen mindestens so gut - teils sogar noch besser - als so manch Großkonzern. Dazu kommen noch so andere Dinge wie Zuwendungen, Vergünstigungen, etc. pp. die da in den kleineren Unternehmen besser ausfallen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Compute schrieb:
...Bei einer kleineren Firma kommst du eventuell schneller an eine führende Position als bei einer großen Firma. ....

Eher umgekehrt, große Unternehmen habe viel mehr Hierarchiestufen, kleine Firmen wenige Stufen, daher weniger Chancen auf Aufstieg. In großen Firmen sind die Aufstiegchancen höher.
 
Ich mache seit 2 Jahren ein Informationstudium bei Siemens (ehemalig), daher kann ich dir da denke ich ganz gut weiterhelfen..

Vorteile einer großen Firma vor einer kleinen
- Wesentlich mehr Kontakte
- Aufstiegschancen danach sehr hoch (Schnellere Aufstiegschancen)
- Auslandseinsätze wahrscheinlich, wenn du dich drum kümmerst (bin gerade selber in der USA.. war nicht einfach, aber in einer großen Firma gibts immer jemanden der dich will ;) )
- Vermutlich Verantwortliche bei dem Konzern, die innerhalb der Dualen Hochschule mitreden können ==> Mehr Einfluss
- Vermutlich eigener Betreuer nur für duale Studenten ==> mehr Fachwissen der Betreuer
- Wechsel zwischen komplett verschiedenen Abteilungen zwischen den Praxisphasen möglich (nicht nötig) ==> Mehr Chancen die "ideale Berufswahl" zu treffen.

Nachteile
- Meistens weniger (!!) Gehalt und Boni (ist aber von Fall zu Fall unterschiedlich.. von den Paar kröten die hier den Unterschied machen, würde ich mich aber nicht beeinflussen lassen!!)
- Weniger familiäre Atmosphäre. "Ohnmachtsgefühl" in Sachen Änderungen..


Ich persönlich habe mit der großen Firma eher negative Erfahrungen gemacht, da ich leider innerhalb des ersten Jahres zur SIS GmbH outgesourct und innerhalb des zweiten Jahres von ATOS origin aufgekauft wurde. Das gleiche (aufgekauft werden) kann dir aber natürlich auch mit kleinen Firmen passieren ( genereller Nachteil von dualem Studium).

Daher ==> Ich würde auch heute noch stark zu einer großen Firma tendieren.
 
Domi16 schrieb:
Wie lernt man denn Unternehmen richtig kennen, wenn diese hunderte Kilometer entfernt sind und man eigentlich nur Informationen aus der Wiki-Seite und der Firmenhomepage bekommt?
Jahresabschluss im Bundesanzeiger!

Fu Manchu schrieb:
Eher umgekehrt, große Unternehmen habe viel mehr Hierarchiestufen, kleine Firmen wenige Stufen, daher weniger Chancen auf Aufstieg.

Wenn du jede Beförderung gleichermaßen als Aufstieg wertest, mag das zutreffen. Gerade wenn man eine Fachkarriere anstrebt, können sich diese Möglichkeiten auch durchaus als wertvoll erweisen. Mit Blick auf mögliche Fürungsambitionen würde ich aber stark zwischen den Zielen differenzieren:

Meiner Erfahrung nach, und die stützt sich u.A. auf das Lesen einiger hundert Lebensläufe von mittlerem Management bis internationale Geschäftsführung, ist die Durchlässigkeit in Führungspositionen bei großen Unternehmen deutlich geringer. Das liegt schon in der Natur der Sache, da hier viele Spezialisten gebraucht werden und generalistische Kompetenzen, die nun mal in höheren Hierarchieebenen unerlässlich sind, kaum gefördert werden. Das deckt sich mit meiner Erfahrung, dass große Unternehmen tendentiell seltener Führungspositionen aus den eigenen Reihen besetzen als KMUs.

Dem Gegenüber steht der Vorteil einer kleineren Organisation, dass man operative Verantwortung deutlich schneller ausbauen kann, da hier allgemein weniger verwaltet wird und die Fäden entsprechend in weniger Händen zusammenlaufen. Hier sieht man dann auch Fälle wie die des dualen BWL-Studenten, der nach seinem Abschluss in wenigen Jahren zum Vertriebsleiter wurde, deutlich öfter. Mit der Führungserfahrung ist es dann auch leichter, bei großen Unternehmen höhere Positionen zu ergattern, siehe mein Hinweis auf die externen Beförderungen weiter oben.

Zusammenfassend würde ich sagen.
Fachkarriere/Spezialistenlaufbahn => Konzern
Führungsambitionen => Kleine/Mittelständische Unternehmen
 
FidelZastro schrieb:
...Führungsambitionen => Kleine/Mittelständische Unternehmen

Genau dem widerspreche ich, Führungsambitionen => große Unternehmen, weil mehr Führungsebenen und Bereiche, Trainee-Stellen, Fachkräftetraining, mehr Wechselmöglichkeiten innerhalb einer Firma/Konzern. KMU leisten das viel seltener, Stellen für Trainees werden meist bei den Großen angeboten. Und Außnahmen gibt es immer, klar.
 
Ok, diese Diskussion scheint ja schon sehr interessant zu sein :)
Glaubt ihr aber nicht, dass wenn man ein duales Studium bei einem Konzern hinter sich hat, das man dann wiederum sehr attraktiv für KMUs ist?

@Fidel Zastro: Könntest du mir vielleicht kurz erklären wie ich bei diesem Bundesanzeiger vorgehen soll? Wenn ich dort nach einem Unternehmen suche, bekomme ich Dokumente wie z.B. Konzernabschlüsse ausgespuckt, weiß aber nun nicht was ich daraus folgern soll :) Wie viel Umsatz eine Firma macht steht ja meistens auf der Homepage selbst oder im Wiki-Artikel!

mfg
 
Zuletzt bearbeitet:
Zu erst gilt es überhaupt das Studium zu schaffen und gute Einträge im Lebenslauf zu sammeln. Dann kann man immer noch darüber diskutieren, ob das Profil für KMU oder Konzern geeignet ist. Wirtschaftsingenieurwesen hat nicht unbedingt den Charakter eines Studiums in der Gesundheitsbranche, wo die Abschlussnote egal ist. Dort wird schon darauf geschaut und das sollte man immer bedenken.

Hast du schon ein Angebot sowohl von einem Konzern, als auch KMU vorliegen?

Welche Art von dualem Studium meinst du?
 
Ich bin noch Schüler und möchte im Herbst 2012 (nachdem ich im März des gleichen Jahres mein Abi geschrieben habe) ein duales Studium zum Wirtschaftsingenieur, in Fachrichtung Maschinenbau, beginnen! Dementsprechend habe ich selbstverständlich keine Angebote vorliegen.
 
Dann solltest du dich lieber erst mal umfassend bewerben, bevor du dazu Überlegungen anstellst. Die dualen Studienplätze sind begehrt und daher die Konkurrenz dementsprechend groß.

Jetzt zum Anfang direkt die KMUs oder Konzerne aufgrund einer subjektiven Meinung aus einem Forum ausschließen?

Welche Richtung von dualem Studium sprichst du an? Da gibt es einige Varianten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich versuche lediglich Kriterien zu finden um eine Auswahl an relevanten Firmen zu erstellen, da ich mich leider nicht bei den mind. 200 möglichen dualen Partnern bewerben kann :)
 
Darf man Absolventen einer Uni/FH glauben, dann schreiben diese mehr als 200 Stück. Es kommt eben auf den Ergeiz an und was man erreichen will. Wir kennen nicht deinen Notenstand um überhaupt eine Beurteilung machen zu können. Es kommen neben Noten sowieso noch einige Punkte hinzu, welche nur im Lebenslauf zu finden sind. Ehrenamt, Soft Skills, Praktika, Ferienjobs, Zertifikate, Teilnahmen an Wettbewerbe, etc. Danach ist die Zahl 200 sowieso geringer, weil einige Firmen schon im Vorfeld aussortieren ;-)

Das hier hilft wohl schon mal beim vorauswählen:
Welche Richtung von dualem Studium sprichst du an? Da gibt es einige Varianten.

Btw: Die Studienberatung der Bundesagentur für Arbeit kann dir sicherlich einige Tipps zu dem dualen Studium geben.
 
Oh entschuldigung ich hab den Begriff ,,Richtung'' falsch verstanden :) Ich bin schwabe, werde also an einer Dualen Hochschule (am liebsten in Stuttgart) studieren :)

Ich bin aber ja kein Uni-Absolvent & mein Bruder hat eine einzige Bewerbung verschickt, wurde 2 Wochen später angerufen von wegen er solle sich melden falls er eine Alternative noch hätte, da man sonst den Termin für das Bewerbungsgespräch extra vorziehen würde :D Das war aber ein anderer Studiengang (Wi-Inf.).

Was meinst du speziell mit Tipps? Da wie bereits angesprochen mein Bruder das ganze Prozedere kennt, denke ich dass ich mich da schon ausreichend gut auskenne. Die Bundesagentur für Arbeit hat an unserer Schule schon Einzelgespräche geführt, verteilte hierbei aber hauptsächlich Flyer und konnte wenig informatives von sich geben!

P.S.: Mein Notenschnitt beträgt dieses Jahr 1,96, Haupfachschnitt: 1,8. Könnte ich eine einzige Note klammern, würde ich prompt einen Gesamtschnitt von 1,83 haben :(
Meiner Meinung nach ist das ein zufriedenstellendes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass 50% meiner Mitschüler 1 Jahr mehr gelernt haben als ich.
 
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