Hallo zusammen,
sorry für die längere Pause, hatte beruflich viel um die Ohren.
Mir ist nur Deine Motivation nicht klar.
Willst Du weg vom Maschinenbau, weil es derzeit einen E-Auto-Boom gibt? Das kann sich auch wieder ändern, "Schwenks" gab es in der Industriegeschichte schon viele, auch unerwartete.
Oder willst Du E-Ingenieur werden und den Maschinenbau hinter Dir lassen? Dann muss Dir klar sein, dass Du gegen jüngere Vollblut-E-Ingenieure antrittst, wie Du selbst sagst "Entscheidungsträger sind gegenüber Exoten meist misstrauisch eingestellt". Der Weg zurück zum Maschinenbau, nach einem zweijährigen elektrotechnischen Irrweg kann auch sehr schwierig werden.
Mir geht es um Folgendes:
Ich stieg in der Entwicklung in der Automobilzuliefererbranche ein mit einem 1er M.Sc. im Maschinenbau, zunächst einmal im Bereich Systementwicklung und-simulation (Systemsimulation hauptsächlich). Nach einigen Jahren ergab sich die Möglichkeit, kleine Entwicklungs- und Forschungsprojekte leiten zu dürfen. Hierbei hatte ich "Freiheiten", in welche Richtung ich mich entwickeln wollte.
Es war recht klar, dass die Verbrennungstechnologien auf dem absteigenden Ast sind, also ging ich "Schritt für Schritt" in die Richtung Elektronikprojektleitungen.
Mir macht der Bereich wirklich Spaß, vllt. hätte ich im Nachgang mit einem Elektronikstudium eher mein Faible getroffen als mit dem Maschinenbau, mit dem ich haderte, aber sei's drum.
Jetzt hab ich mich privat weitergebildet (hatte schon vieles aus dem Bereich Elektronik/elektrische Antriebstechnik im Studium, zusätzlich Coursera, edX, Literatur, mehrtägige inPlace-Weiterbildungen) und fühle mich für meinen Alltag gut gewappnet, sehe aber folgendes Risiko für meinen weiteren Berufsverlauf:
- Sollte ich mal einen Wechsel des AG durchführen müssen, bin ich wieder "nur" ein Maschinenbauer, in dem jetzigen Bereich zu bleiben stelle ich mir schwer vor.
- Gleichzeitig erwarte ich, dass viele klassische Maschinenbauer (Verbrennertechnologie, Kraftwerkstechnik, Heiztechnik, etc.) im Rahmen der Energiewende nach neuen Jobs suchen. Dies würde also zu einem hohen Angebot an MB-Ings führen, was für die eigenen Berufschancen nicht optimal ist. Zudem übersteigt seit einigen Jahren das Angebot von MB-Absolventen die Nachfrage
- Gleichzeitig bin ich erst Mitte 30, hab also noch gute 30 Jahre Berufsleben vor mir.
Meine Überlegung sah also vor, irgendwas "Handfestes" nachzulegen, um stabileren Stand zu fassen im Bereich. Soweit ich die Situation überblicken kann, sind bei allen Elektronikthemen ohnehin beide (MB + eTechnik) Fachbereiche gefragt.
- Maschinenbau mit Fertigungstechnik, Mechanik, Entwärmung, Aufbautechnik, Housing
- Elektrotechnik mit der elektrischen Auslegung, Schaltplanentwurf, Simulation, elektrischer Dimensionierung, EMV
- Informatik mit der embedded Programmierung
Daher war meine Überlegung, einen zweiten Master zu machen - eTechnik oder embedded Systems - um meine "Employability" hochzuhalten, da ich eben 2 der Fachbereiche prinzipiell abdecken könnte (Elektrischer Schaltungsentwurf, Auslegung, Simulation, aber auch FEM/CFD-Sim der Wäremabführung).
Meine Rückfrage bezog sich aber darauf - ich wohne in einer sehr großen sehr südbayerischen Stadt (

) und muss daher auf jeden Fall weiterhin Vollzeit arbeiten, um meinen Lebensstandard halten zu können. Auch bin ich Familienvater. Daher meine Fragen:
- Hat das schonmal wer versucht und schafft man das? Neben Familie und 40h Woche?
- Ist die Wilhelm Büchner empfehlenswert? Hintergrund warum ich diese spezifisch erwähne: Dort wird angeboten, dass man mit 4 Semester einen eTechnik/embedded-Master auch als Maschinenbauer machen kann. Außerdem brauche ich Flexibilität (Beispiel FernUni Hagen - keine Chance. Ich hab (durch Corona weniger, wird aber wieder kommen) viele spontane Dienstreisen, ich kann nicht ein halbes Jahr auf einen neuen Prüfungstermin warten). Kosten wären mir erstmal sekundär (Ich sehe das als Investition).
- Was passiert, wenn man es nicht in der Regelstudienzeit schafft (Beispiel großes Kundenprojekt, mehrere Monate beruflich durchpowern, da bleibt dann keine Zeit zum Studieren). Hagelt da zeitnah die Zwangsexmatrikulation?
Kurzum: Ich plane nicht, direkt im Nachgang des Studiums meinen Job zu wechseln - ich bin in meiner kleinen Firma sehr zufrieden. Sollte ich jedoch mal wechseln müssen (aus welchen Gründen auch immer), so würde ich dem Elektronikbereich gerne treu bleiben, hab aber Angst, dann völlig im Nirvana zu landen als Maschinenbauer, der hauptsächlich Erfahrung im Bereich der Projektleitung von Elektronikprojekten hat. Damit wäre ich dann der erwähnte Exot.
Wurde jetzt länger als geplant, Danke für die Aufmerksamkeit!