[E-Technik] Gleich Studium oder erst Ausbildung

Wo spielt denn Maschinenbau in ET eine Rolle? Das ist mir noch nie begegnet ;)
 
Im Maschinenbaustudium gibt es sehr rudimentäre Grundlagen zur E-Technik. Im Prinzip ist man gut bedient wenn man sich als Maschinenbauer merkt: Da kommt nen Kabel raus, damit hab ich nix zu tun. ;)
 
Naja, je nach Ausrichtung hast Du mit etwas grobere Technik zu tun, also Antriebe, Antennen, Generatoren...

Dazu gehört eben Statik, Drehmomente und Co.

Wenn Du Automatisierung machst (habe ich auch jahrelang gemacht), sieht man wenigstens, was man schafft.
 
Erst einmal herzlichen Glückwunsch und herzliches Beileid zu Deinem Entschluss E-Technik zu studieren.

Herzlichen Glückwunsch und willkommen in unserer (zukünftigen) Mitte der E-Technik Ingenieure.
Herzliches Beileid, denn naturwissenschaftliche Fächer sind unsexy und werden anfangs weitaus schlechter bezahlt als "Flipchartvollschmierer" wie z.B BWL. Trotzdem würde ich ersteres immer wieder bevorzugen - allerdings sind die Abbrecherquoten im Studium auch ungleich höher.

Sicher kann man meine Erfahrung nicht mehr 1 zu 1 übertragen, denn mittlerweile bin ich 46 und arbeite in Tunesien. Was zeigt: Wenn Du gut bist, nie mit dem Lernen aufhörst und gefragt bist, dann bieten sich viel mehr Perspektiven als bei z.B BWL, über deren Bezahlung ich heute größtenteils nur noch lächeln kann. Allerdings erfordert das sehr viel persönlichen Einsatz und ist nicht die Regel. 08/15 BWL'er werden wesentlich besser bezahlt als 08/15 Elektrotechniker. Allerdings findet das deutsche Management mehr und mehr heraus, das man bemalte Flipcharts nicht verkaufen kann.

Ob Du nun mit einer Ausbildung anfängst hängt von vielen Faktoren ab. Zum einen haben viele recht: Reine Zeitverschwendung, wenn man es von der Kariereseite aus sieht. Allerdings sind Leute mit einer Ausbildung breiter aufgestellt und wesentlich praxisorientierter. Sie tragen das Kinn nicht so hoch, weil sie einfach mehr Erfahrung im richtigen Leben gesammelt haben, die die reine Uni Absolvent nicht vorweisen kann. Allerdings sind 3 Jahre auch ein hoher Preis.
Bieten Dir aber im Falle eines möglichen Studienabbruchs eine "fall back Option".
Ob es mit dem Studium klappt, merkst Du während des Grundstudiums sehr schnell. Wird es nichts, wäre immer noch Plan B mit abgeschlosssener Berufsausbildung und Weiterbildung zum Techniker da.

Allerdings darf man die Ausbildung nicht überschätzen: Ohne Berufspraxis nach der Ausbildung ist diese auch nicht mehr so viel wert. Da kommt dann die aktuelle Arbeitsmarktsituation ins Spiel. Im Falle eines Studiumabbruchs.

Abschließend kann Dir die Entscheidung keiner abnehmen. Ich habe zuerst eine Ausbildung gemacht, dann studiert. Da heute die Studiengänge etwas praxislastiger geworden sind, würde ich mehr in die Richtung tendieren und wie von anderen angesprochen in den Semesterferien/Praktika versuchen Praxis zu sammeln. Knüpfe da dann gleich Kontakte in die Wirtschaft. Nicht um da anschließend einen Job zu bekommen, sondern eine vernünftige Diplomarbeit. Eine bei der etwas anderes herauskommt als nur Papier. Denn damit signalisierst Du Praxistauglichkeit obwohl Du keine Ausbildung hast. Versuche frühzeitig Kontakte zu klassischen Mittelständlern zu knüpfen. Die sind flexibler als Grosskonzerne, haben of sehr interessante Projekte aus Zeitmangel nicht angegangen und bieten damit sehr oft Möglichkeiten für Praktika/Diplomarbeit die Dir sehr helfen können. Versuch im Anschluss immer eine Bewertung Deiner Praktika zu bekommen, in der Deine besondere praktische Leistungsfähigkeit positiv hervorgehoben wird.

Noch ein Tip: Englisch ist sehr sehr wichtig. Deutschland ist ein Exportland. Ohne Englisch kein Ausland. Apropos Ausland, auch wenn es noch eine Weile hin ist: Gehe nach dem Studium möglichst früh für 1 oder 2 Jahre ins Ausland. Das ist ein Karierebooster vom Feinsten.

Ergebnis dier ganzen entbehrenswerten Zeit Studium/praktisch arbeiten in Semesterferien/Auslandserfahrung ist dann ein wirklich spannender, abwechslungsreicher Job, der Spass macht und auch noch gut bezahlt wird. Aber im Leben gibt es nichts umsonst.
 
chk1987 schrieb:
geh erst mal freiwillig zum bund... in der lehre wird einem keiner "Unorganisiertheit" verzeihen

Um Gottes Willen, reine Zeitverschwendung. Da lernt man nicht sich zu organisieren, da wird man organisiert. Gehrin kannst Du an der Wache lassen. Ich war auch da, damlas noch 15 Monate. Das einzige, was ich da für's Leben mitgenommen habe: Manchmal muss man Ungerechtigkeit und Willkür ertragen. Findet man im Arbeitsleben später ab und an auch mal wieder. Aber man trifft sich im Leben immer zweimal.
 
chk1987 schrieb:
geh erst mal freiwillig zum bund... in der lehre wird einem keiner "Unorganisiertheit" verzeihen

:p Ich arbeite jetzt in einer Unternehmensberatung beim Kunden. Da sieht man gleich, wer Lehre hatte oder nur Studium.

Letztere lassen gerne Ihre Äpfel, Birnen und Joghurt am Tisch verrotten. Und die Kaffeetasse: So nach dem Motto "Aah, da ist ja noch frischer Kaffee von gestern"
 
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