RicmanX schrieb:
Bei Airbus sieht man ja wie unwirtschaftlich es ist das ein Flugzeug an 4 Standorten gefertigt wird und die Teile über hunderte Kilometer transportiert werden müssen
Nur 4?
Bei nahezu allen Airbusprogrammen findet die Wertschöpfung über alle Werke verteilt statt.
Im generellen ist gegen dieses Vorgehen auch nichts einzuwenden. Die Transportkosten machen nur einen Bruchteil der gesamten Produktionskosten aus.
Ferner muss man, um dieses Vorgehen zu verstehen, etwas über die Entstehungsgeschichte von Airbus wissen.
Die meisten der Werke die sich jetzt im Airbus/EADS Verbund befinden sind schon lange vor dem Beginn des ersten Airbus Projektes (A300) in irgendeiner Form im Flugzeugbau tätig gewesen. Nach und nach wurde dann aus den vielen kleinen Flugzeugbauern der Airbus Verbund welcher über lange Jahre hinweg eher ein lockerer Verbund und kein integriertes Unternehmen war.
So kristalisierten sich in den einzelnen Standorten spezielle Kernfähigkeiten heraus welche kein anderes Werk in dieser Form besaß oder besitzt.
Würde man heute hingehen und ein Flugzeug komplett an einem Standort fertigen, dann würde das bedeuten, dass man diese "Ballung von Kompetenzen" zerschlagen muss. Zudem muss man imense Summen für investieren um das "neue" Werk aufzubauen.
Beides aus betriebswirtschaftlicher Sicht keinesfalls Sinnvoll.
Sicher gibt es Punkte bei denen es mit dem "Workshare" übertrieben wird. Es ist nicht unbedingt sinnvoll an zwei Standorten identische Arbeiten ablaufen zu lassen (Endmontage der A320 Modelle in Toulouse und Hamburg). Doch das sind Randerscheinungen.
@ObServer88
ObServer88 schrieb:
Der Franzose Louis Gallois ist neuer alleiniger EADS Konzernleiter.
Rüdiger Grube (DaimlerChrysler) wird EADS-Verwaltungsratschef für 5 Jahre (danach ein Franzose)
Bisheriger EADS Co-Chef Thomas Enders wird Chef der Tochterfirma Airbus.
ObServer88 schrieb:
Der Großteil des EADS Managements ist mit Franzosen besetzt.
Ich sehe das nicht so ... Grube und Enders sind beide Deutsche.
Schaut man sich die Struktur genauer an so erkennt man, dass Grube als Verwaltungsratschef für die strategische Ausrichtung des Konzerns verantwortlich ist. Gallois als CEO ist nominell sogar Grube unterstellt, allerdings als "Chief Executing Officer" für das operative Geschäft von EADS verantwortlich hat somit also eine nicht zu unterschätzende Macht im Konzern. Er ist hier für alle EADS Sparten
außer Airbus alleinig Entscheidungsbefugt.
Enders als CEO von Airbus ist für das operative Geschäft von Airbus (der wichtigsten Tochter von EADS) verantwortlich.
Jetzt wird es aber entscheidend: Alle wesentlichen Entscheidungen trifft Enders nicht allein sondern muss sie mit dem Mutterkonzern EADS abstimmen. Hier ist aber nicht Gallois der einzige Entscheider sondern hier wird wieder Grube sowie der gesamte Verwaltungsrat wichtig.
Da in den EADS Sparten die neben Airbus existieren das Workshare eigentlich recht gut verteilt ist und auch nicht dieses "Gezerre" wie bei Airbus vorherrscht ist die Nationalität des EADS Chefs hier weit weniger bedeutend.
Übrigens werten viele Medien diese Verteilung der Aufgaben bei Airbus und EADS als "Erfolg" für die deutsche Seite.