EU-Reformvertrag

Aber Deine Behauptungen werden trotzdem durch die Praxis widerlegt. Warum sollten sich die Chefs von Microsoft die Mühe machen, zum Treffen der Bilderberger zu gehen, wenn das Unternehmen anschließend doch von der EU zu saftigen Strafen verurteilt wird? Und was soll erst Philip Morris sagen? Wo bleiben denn da die Deals, mit denen man sich gegenseitig das Leben lebenswerter macht?

VWL-Technisch gesagt: Geld verschwindet nicht oder wird vernichtet
Solche "Argumente" liebe ich ja! Zunächst einmal wird das Geld mehr, wenn die Wirtschaft wächst. Das siehst Du, wenn Du die ersten Tage der Währungsreform mit heute vergleichst. Aber wie kommen diese Verschiebungen zustande?

Ich kaufe mir eine Leinwand, dazu Farbe und Pinsel und male ein Bild. Dieses Bild kommt aus dem Nichts, es ist en neu geschaffener Wert. Oder jemand kauft sich die entsprechenden "Zutaten" und baut ein Auto zusammen. Auch das ist Wertschöpfung. - Nun verkaufe ich Dir mein Bild, ich gebe es ab. Als Ersatz bekomme ich Geld von Dir. Aber Du bist deswegen noch lange nicht geschröpft worden. Du hast jetzt schließlich das Bild, das vorher mir gehörte. Da ich den Wert geschaffen habe, landet das Geld bei mir. Alles andere wäre auch nicht fair.

In der Automobilfabrik läuft es ähnlich. Da arbeiten viele Leute, um Dir Dein Auto zu bauen. Dafür werden sie vom Kunden bezahlt.

Es ist ja auch nicht so, dass dieses angehäufte Geld wie bei Dagobert Duck eingelagert wird. Das Geld wird zu großen Teilen wieder investiert, wie man überall sehen kann. Oder wo kommen die vielen Aldi-Filialen her?

Wenn man also beim EU-Reformvertrag gleich von einer Wirtschaftsdiktatur spricht, dann sollte das nicht aus dem hohlen Bauch heraus geschehen, sondern auf einer fundierten Basis, die ich bisher vermisse. Und damit ist der Ausflug in die Wirtschaft für mich an dieser Stelle auch beendet.
 
Zuletzt bearbeitet:
keshkau schrieb:
Aber Deine Behauptungen werden trotzdem durch die Praxis widerlegt. Warum sollten sich die Chefs von Microsoft die Mühe machen, zum Treffen der Bilderberger zu gehen, wenn das Unternehmen anschließend doch von der EU zu saftigen Strafen verurteilt wird? Und was soll erst Philip Morris sagen? Wo bleiben denn da die Deals, mit denen man sich gegenseitig das Leben lebenswerter macht?

Imho gehoeren die MS-Bosse nicht zu den oberen 200.


keshkau schrieb:
Solche "Argumente" liebe ich ja! Zunächst einmal wird das Geld mehr, wenn die Wirtschaft wächst. Das siehst Du, wenn Du die ersten Tage der Währungsreform mit heute vergleichst. Aber wie kommen diese Verschiebungen zustande?

Hmm, imho wird der Wert der Volkswirtschaft mehr, je mehr die Wirtschaft wachst.
Geld wird mehr, je schneller die Druckerpressen laufen (Wie aktuell am Dollar zu sehen ist).
Und wenn mehr Geld da ist als Wirtschaftswachstum, kommt Inflation zustande.
Also praktisch wie aktuell, wo die Inflation (Luegenbereinigt) ca. 10% pro Jahr betraegt.
Moep: Wer jetzt aufschreit, soll bitte die Preise fuer _essentielle_ Dinge heute mit 1999 vergleichen und danach reden, bzw. Denken.



keshkau schrieb:
Ich kaufe mir eine Leinwand, dazu Farbe und Pinsel und male ein Bild. Dieses Bild kommt aus dem Nichts, es ist en neu geschaffener Wert. Oder jemand kauft sich die entsprechenden "Zutaten" und baut ein Auto zusammen. Auch das ist Wertschöpfung. - Nun verkaufe ich Dir mein Bild, ich gebe es ab. Als Ersatz bekomme ich Geld von Dir. Aber Du bist deswegen noch lange nicht geschröpft worden. Du hast jetzt schließlich das Bild, das vorher mir gehörte. Da ich den Wert geschaffen habe, landet das Geld bei mir. Alles andere wäre auch nicht fair.

In der Automobilfabrik läuft es ähnlich. Da arbeiten viele Leute, um Dir Dein Auto zu bauen. Dafür werden sie vom Kunden bezahlt.


Mhm ok, das ist mir schon klar.
In welchem Zusammenhang steht das jetzt? Mit dem von mir angefuehrten Argument der Melkerei bezueglich der CO2 Steuer?
Kapitalistisch gesehen ist das Wertschoepfung, richtig.
Aus meiner Sicht ist das Schroepfung, da das alte Auto auch noch 10 Jahre rentabel faehrt. Natuerlich nur ohne CO2 Steuer.
Natuerlich will dir das Kapital Sachen verkaufen die du nicht brauchst, bzw. dir gar nicht leisten kannst oder willst.

Sollte ich den Zusammenhang nicht richtig erkannt haben, korrigiere mich doch bitte.


[EDIT]
keshkau schrieb:
Es ist ja auch nicht so, dass dieses angehäufte Geld wie bei Dagobert Duck eingelagert wird. Das Geld wird zu großen Teilen wieder investiert, wie man überall sehen kann. Oder wo kommen die vielen Aldi-Filialen her?

Ja - Investitionen fuer noch mehr Rendite.

keshkau schrieb:
Wenn man also beim EU-Reformvertrag gleich von einer Wirtschaftsdiktatur spricht, dann sollte das nicht aus dem hohlen Bauch heraus geschehen, sondern auf einer fundierten Basis, die ich bisher vermisse. Und damit ist der Ausflug in die Wirtschaft für mich an dieser Stelle auch beendet.

Kann es sein dass wir schon gar keine Wirtschafts-, bzw. Kapitaldiktatur mehr als solche erkennen, da wir schon seit Jahren in einer Leben und deren Leitsaetze schon zu unserer Religion gemacht haben?


greetz
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wie soll man vernünftig mit Dir diskutieren, wenn Du dazu neigst, Dir vermeintliche Tatsachen zurechtzubiegen, wie Du sie gerade brauchst? Beispiel Inflation. Es gibt in Deutschland eine Definition dieses Begriffes und auch das Bundesamt für Statistik hält sich an feste Regeln, um den Preisanstieg über einen längeren Zeitraum objektiv ermitteln zu können.

Du kommst mit „essenziellen“ Dingen. Dazu kann ich Dir etwas sagen. Ich wohne seit fast 11 Jahren in Düsseldorf und habe bisher noch keine einzige Mieterhöhung erlebt. Dabei ist eine Wohnung sehr essenziell. Deshalb halten wir uns lieber an die Warenkörbe und die Indizes für die Lebenshaltung. Denn selbst wenn die Butter 50 Cent teurer wird, musst Du noch berücksichtigen, wie viel Promille Deines Einkommens Du monatlich für Butter ausgibst.

Daher sind die von Dir ins Feld geführten Punkte keine Grundlage für eine vernünftige Diskussion. Wenn Du über Inflation reden willst, dann komme mir nicht mit 10 Prozent, sondern mit nachvollziehbaren Fakten, die zugleich eine gewisse Relevanz haben. Diese Relevanz spreche ich z. B. dem Butterpreis weitgehend ab.

Denn Du unterschlägst die Preiseinbrüche bei den Kosten für die Telekommunikation, die Verbilligung von EDV-Hardware oder Digitalkameras usw., zumal es dabei um Beträge geht, die wirklich ins Gewicht fallen.
 
Essentielle Dinge sind fuer mich: Lebensmittel, Energiekosten und Lebenshaltungskosten.

Frage: Wie oft im Jahr kaufst du Flachbildfernseher, EDV, Handys und den ganzen anderen Elektronikschrott, der in den Warenkoerben so eine derbe Einflussnahme hat? Und wie oft dagegen Lebensmittel?
Vergleiche mal diese, in meinen Augen, essentiellen Dinge von den Preisen her mit damals.
Auch musst du bedenken, dass die Statistikbedingungen die letzten 25 Jahre zweimal geaendert wurden, was die Inflation nachweislich drueckte.
Nach den alten Standards (vor den 80ern) haben wir 10% Inflation.

Und zu guter letzt der allseits bekannte Spruch: "Traue keiner Statistik die du nicht selbst gefaelscht hast".
Du glaubst doch nicht dieser Spruch komme von ungefaehr?


[EDIT]
Du bekommst noch einen Link:
http://hartgeld.com/filesadmin/pdf/Art_2008-99_Inflations-Springflut.pdf


greetz
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (Fullquote des Vorposters entfernt)
Keine Ahnung, ob Du es nicht verstehen kannst oder nicht verstehen willst. Die Änderungen an der Struktur der Warenkörbe werden vorgenommen, weil sich die Konsumgewohnheiten der Menschen verändert haben. Wenn ich die Inflation des Jahres 2007/2008 ermitteln will, muss ich berücksichtigen, wofür die Menschen ihr Geld ausgeben.

Es ist schlichtweg eine Verfälschung der Tatsachen, sich auf einen Warenkorb in den 80er-Jahren zu beziehen, wo extravagante TV-Schirme, Computer, Handys, Navigationssysteme, Digitalkameras usw. noch keine Rolle spielten. Du brauchst nur mal in einen Saturn- oder Media-Markt zu gehen, um zu erkennen, dass die Leute dort ihr Geld lassen, und zwar nicht zu knapp.

Daher lautet die korrekte Frage auch nicht, wie oft im Jahr ich ein Handy usw. kaufe, sondern wie viel Geld ich pro Jahr z. B. für Elektronikartikel, Musik (CD, DVD, Konzerte) oder für Urlaub ausgebe. Und da kommt eine ganze Menge zusammen.

Edit: Ich sehe gerade Deinen Link. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Mein Eindruck ist, dass Du Dich bevorzugt aus "dubiosen" Quellen informierst, um es mal ganz vorsichtig auszudrücken. Das kann schnell zu einer reichlich "verstrahlten" Sicht auf die Dinge führen. Ich sehe es bei einigen Bekannten von mir.
 
Zuletzt bearbeitet:
Jetzt bitte wieder mit konkreten Bezügen zur Themenüberschrift.

@MrWeedster,

und bitte ohne Fullqoutes des unmittelbaren Vorposters.


Gruß

olly
 
Sei froh dass du nicht zu den geringverdienern gehoerst, die nicht wissen woher mit der Kohle und von Flachbildfernsehern nur traeumen koennen.

Du kannst diesbezueglich nicht von dir (Pi*Daumen: 3000 Euro netto) auf andere (1000 Euro netto, 2 Kinder) schliessen. Zweitere haben kein Geld mehr fuer derartigen Luxus, die wissen nicht mal wie sie die aktuellen Rechnungen zahlen sollen.
Dabei hat man vor 10 Jahren mit 2000 Mark noch einiges mehr anfangen koennen, und war nicht 'arm'.


Wegen deiner Kritik im Edit: Es hat alles zwei Seiten, und man kann es so oder so sehen.
Aber hast du das gelesen was da steht, oder sagst du dir von vorneherein: Alles Spinnerei, die trauemen doch und sind eh bloss Verschwoerungstheoretiker.
Meiner Meinung nach fuehrt das unreflektierte hinnehmen der Luegen zu verstrahlten Sichtweisen und gleichgueltigen Meinungen.



greetz
 
Ich weiß, wer Herr Walter K. Eichelburg ist und welche Interessen er vertritt, nämlich seine eigenen, was nicht schwierig zu erkennen ist. Die Leute sollen in "seine" Sachwerte flüchten, in die er bereits investiert hat. Wenn es die Leser seiner Infos tatsächlich machen, steigen die Preise und er kann abkassieren.

Aber da auch er nicht zu fen Top 200 oder sonst wem gehört, wenden wir uns lieber ab von der "Unterstellung" der Wirtschaftsdiktatur", die ja doch nichts gebracht hat.

Wie zum Thema EU-Reformvertrag bereits gesagt: Wir haben ein Parlament gewählt, das für uns über den Vertrag abstimmen soll und das auch macht. Falls das Bundesverfassungsgericht der Meinung sein sollte, das ginge so nicht, werden wir es früh genug erfahren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wann wird feststehen, was die Iren gestimmt haben?

Ich kann es kaum erwarten, bis das Ergebnis feststeht. Und ich hoffe die Iren machen das, was die meisten Länder gemacht hätten, wenn man dort das Volk gefragt hätte. *g*
 
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BessenOlli schrieb:
Wann wird feststehen, was die Iren gestimmt haben?
Da die Iren heute abstimmen, könnte das Ergebnis im Laufe des morgigen Tages, aber spätestens am Wochenende vorliegen. ;)
 
Ja, ich weiss. Ich habe nur gehofft, dass mir jemand bestätigt, dass es vielleicht wirklich sofort morgen schon Klarheit gibt. ;)
 
Nicht so ungeduldig. ;)
Was es für einen Hick-Hack beim Auszählen von Wahlen/Abstimmungen geben kann, hat die jüngere Vergangenheit gut gezeigt.
Lass sie lieber richtig auszählen, dann erwarten uns keine Überraschungen bei der Bekanntgabe des Ergebnisses.
Sonst muss das am Ende noch revidiert werden. ;)

Wir werden sehen, wo uns die Iren hinführen werden.
 
Was wäre eigentlich, wenn die Schweiz in Zürich einfach ein Konkurrenzmodell zur bestehenden Organisation der EU mit eigenem Verfassungsvorschlag machen würde?

Zürich statt Brüssel, Volksabstimmungen in der Verfassung... - das wäre doch geil. Naja, mal wird ja noch träumen dürfen. :D
 
Stellt sich die Frage, ob sich die Iren mit dem Reformvertrag auseinandergesetzt haben oder auch nur auf die Medien hören. Die halten sich hierzulande auffällig zurück warum eigentlich?

@BessenOlli, gute Idee und Rikola für alle frei lol.
 
Können die in Bern, nicht Zürich, ruhig machen.

Der EU-Reformvertrag gilt für die Schweiz eh nicht.
Die sind nicht in der EU. ;)
 
@ Osi

Ja klar sind sie nicht in de EU - daher komme ich ja zu dem irrwitzigen Gedankenspiel, dass die Schweiz ein Konzept für eine besser "EU" ("USE *gg*) vorschlägen könnte. ;)

@ Oma

Wie die Medien in Irland das Thema behandelt haben, wüsste ich auch mal gerne. Vermutlich positiv, wie auch ihre Politiker in der breiten Mehrheit?

Naja, bisher sieht es so aus, als würden die Iren doch lieber auf das Liedchen hören, statt auf Politiker. :D :D :D
 
Jawoll, bisher sieht es so aus also ob der Dreck gestoppt ist.

DANKE IRLAND.


Heute gibts was zu feiern.




greetz
 
Das Referendum demonstriert noch einmal die grundsätzliche Reformbedürftigkeit der Union, insbesondere die Notwendigkeit der Abkehr vom Prinzip einstimmiger Entscheidungen. Denn dieses Prinzip führt in der Praxis zur Handlungsunfähigkeit - ein Problem, das auch mit dem Reformvertrag beseitigt werden sollte.

Doch bis es dazu kommt, müssen nach bestehendem Recht sämtliche Mitgliedsstaaten zustimmen. Wenn einzelne Länder dies nicht tun, dann bleiben sie entweder außen vor oder der Vertrag tritt nicht in Kraft. Ein zusätzliches Referendum würde ich nicht für angemessen halten.
 
Falls Irland mit Nein stimmen sollte und danach sieht es z.Zt. aus, sagt mir das,
dass Europa zu einer solchen Einheit noch nicht bereit ist.
In 10 - 15 Jahren vielleicht, aber jetzt noch nicht.

Die einzelnen Länder beweisen mir immer wieder aufs Neue, das keines wirklich bereit ist.
Das sind anscheinend nur die Volksvertreter, aber nicht deren Völker bzw. Wähler.
So lange dies der Fall ist, braucht man über einen neuen Anlauf nicht nachdenken.
Denn er wäre wieder sinnlos, weil ein Land alles stoppen würde.
 
@ Osi

Ich finde es falsch, so zu tun, als seien die Leute unreif und/oder nationalistisch.

Meiner Meinung nach ist es klug, etwas abzulehnen, was eine kleine Elite unter sich ausgemacht hat, und was man als Normalbürger nicht versteht.

Und auch in den Kommentaren bei YT findet man sowas:
"People of Europe, we all need to open our eyes to how control of our lives is being centralized by the few."

Und Recht hat er. Im Vergleich zu Washington mischt sich Brüssel ja nunmal auch extrem in den Alltag eines jeden Bürgers ein. Auch ohne den Vertrag schon. Und ich verstehe jeden, der da nun erstmal die Bremse zieht, um noch Schlimmeres zu verhindern. Mehr noch, ich trinke gleich ein schönes Kilkenny auf die Leute. :D

edit

Und wenn ich sowas lese, wie hier bei NTV:
Die Regierungen von Spanien, den Niederlanden und Schweden erklärten, sie wollten den Ratifizierungsprozess fortsetzen. Auch Großbritannien will ratifizieren.

Seltsam. Die Monarchien sind die Ersten, die es wollen. ;)
 
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