Eure Meinung zum Referendum in der Türkei?

wiztm schrieb:
Eine Firma ist nicht demokratisch aufgebaut.

Mit undemokratisch meinte ich auch eher den Fall, dass Du mit einer pauschalen Verurteilung Daimler alles zutraust. Solche Logiklöcher kennt man sonst nur von Despoten.

wiztm schrieb:
Außerdem verhindert Daimler, soweit mir bekannt auch heute noch, aktiv die Aufklärung der Geschehnisse in Argentinien.
Für mich verbessert das nicht gerade Daimlers Standing und somit bin ich durchaus in der Lage, sogar begründet, Daimler Unterstützung von Terror zutrauen zu können.

Deine Ausführungen sind keine Begründungen, sondern pauschale Verurteilungen. Gründe hättest Du, wenn diese sich auf die konkrete Unterstützung von Terrororganisationen durch die Daimler AG beziehen würden.

Lübke schrieb:
aber ich muss sagen, ich finde auch die reaktionen unserer politiker auf erdogan und seine provokationen sehr armseelig. immer gibt man ihm anlass weiterzumachen. andere länder ignorieren ihn einfach, darum hat er sich ja auch so schön auf deutschland eingeschossen. selbst die niederlande haben wieder ruhe vor ihm, obwohl sie gegen die wahlpropaganda viel konsequenter vorgegangen sind als deutschland.

Soweit ich weiß sind aber damals keine Niederländer in der Türkei inhaftiert gewesen. Wenn man kaum Abhängigkeiten hat, fällt das Ignorieren eben leichter.

Lipovitan schrieb:
n-TV und N24 streichen jetzt die Werbung für den Wirtschaftsstandort Türkei. Nachdem Gabriel vor Investitionen in der Türkei warnt ist es für die Sender zu heikel geworden wenn Lukas Podolski in einem Werbespot das Gegenteil behauptet.

Ich denke das wird der Anfang vom Ende. Erdogan sitzt nur so fest im Sattel, da er die Türkei wirtschaftlich sehr gut stellen konnte. Wenn aber ein großer Markt wie die EU weg bricht dann ist auch das letzte Argument für Erdogan weg...

Ich beobachte die derzeitige Entwicklung auch mit Neugierde. Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass der gesamte EU-Markt, geschweige denn der gesamte deutsche Markt wegbricht. Momentan wird ja erst darüber diskutiert, Exportbürgschaften zu beenden. So weit sind wir noch von konkreten Handlungen weg!

MasterXTC schrieb:
@Lübke
ich befürchte das du mit der Einschätzung recht hast. Die Bevölkerung eines Despoten wird sich bei Druck von außen nur noch fester hinter ihrem "Führer" scharen.

Und noch ein zweiter Punkt darf nicht vergessen werden. Es gibt auch noch Menschen in der Türkei, die nicht blind der Politik Erdogans folgen wollen. Auch diese isoliert man international, wenn man versucht, die Türkei zu isolieren.
 
Soweit ich weiß sind aber damals keine Niederländer in der Türkei inhaftiert gewesen. Wenn man kaum Abhängigkeiten hat, fällt das Ignorieren eben leichter.
naja ich hätte es schon damals viel diplomatischer gefunden, sich miteinander zu verständigen anstatt in der presse den dicken max zu markieren. dadurch hat man damals wie heute nur neues wasser auf die mühlen erdogans feindbildstrategie gegeben und insbesondere hier in deutschland viele türken in die arme erdogans getrieben.
 
Ich sage ja nicht, dass die Niederländer supi gehandelt haben. Der Kommentar bezog sich lediglich auf den Hinweis, die deutsche Politik reagiere falsch und solle sich mal ein Beispiel an den Niederlanden nehmen. Ich halte diese beiden Situationen einfach nicht für vergleichbar. Oder anders gesagt: mit Pressebrimborium und Verboten bekommt die deutsche Regierung keine inhaftierten Deutschen in der Türkei frei.
 
@Lübke
wie kommst du darauf das die Linke, wenn sie an der Macht wäre, das selbe machen würde wie in Polen oder gar der Türkei ? Das ist aber schon eine arge Unterstellung und offenbar siehst du die Linke immer noch im Kontext zu den totalitären Regimen im kalten Krieg oder den so genannten derzeit noch vorhandenen "Kommunistischen" Regimen. Eine völlige Verkennung der Realitäten und reine Propaganda unserer Gegner. Lese dir besser mal unser Programm durch und zeige mir dort Punkte die auf die z.B. auf die Abschaffung der Gewaltenteilung hindeuten.

Die Linke würde aber ganz gewiss einen Paradigmen Wechsel hin zu einer großen Umverteilung von oben nach unten unternehmen, aber auf demokratischen Wege. Die Rechte hat von ihrer Grundüberzeugung ein feinseliges Verhältnis zur Demokratie. Die Demokratie wird von ihnen genutzt um an die Macht zu kommen, danach wird sie mit Hilfe ihrer Mehrheit einfach abgeschafft. So wie das übrigens in Polen, Ungarn oder der Türkei abläuft, wäre es hier übrigens zum Glück nicht möglich, davon bin ich überzeugt. Hier ist es nicht möglich mit einfachen Mehrheiten so tiefe Einschnitte in die demokratischen Institutionen zu unternehmen. Manches in der Verfassung ist sogar unveränderbar.
 
wie kommst du darauf das die Linke, wenn sie an der Macht wäre, das selbe machen würde wie in Polen oder gar der Türkei ?
sag ich doch gar nicht. es ging mir nur darum, eine gruppierung auszuwählen, die dir persönlich zusagt, damit du das aus dem blickwinkel derer siehst, die eben die bestrebungen ihrer partei/anführer unterstützen, die macht im staat zu festigen und weiter das durchzusetzen, was sie für richtig erachten, um die gegner daran zu hindern die eigenen bestrebungen zu behindern auch wenn das abbau der demokratie bedeutet.

Die Rechte hat von ihrer Grundüberzeugung ein feinseliges Verhältnis zur Demokratie. Die Demokratie wird von ihnen genutzt um an die Macht zu kommen, danach wird sie mit Hilfe ihrer Mehrheit einfach abgeschafft.
darauf haben die rechten kein monopol. das wird von extremisten aller lager angestrebt.

So wie das übrigens in Polen, Ungarn oder der Türkei abläuft, wäre es hier übrigens zum Glück nicht möglich, davon bin ich überzeugt. Hier ist es nicht möglich mit einfachen Mehrheiten so tiefe Einschnitte in die demokratischen Institutionen zu unternehmen. Manches in der Verfassung ist sogar unveränderbar.
das ist schon richtig, aber weist du auch warum das hier nicht so möglich ist? weil wir genau das schon hatten und bei festlegung unseres grundgesetzes dirket mechanismen eingebaut haben, die verhindern sollen, dass uns das jemals wieder passiert.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Lübke
Ganz genau, aber ich frage mich bloß immer dabei warum diese Mechanismen nicht als Vorbild in anderen Ländern gedient haben ihre Demokratien zu sichern. Vor allem sieht man das heute ja bei Ungarn und Polen. Es hätte Voraussetzung sein müssen um überhaupt in der EU aufgenommen zu werden. Jetzt sind sie drin und Sanktionen sind auch nicht möglich weil die einstimmig erfolgen müssen. Verrückter geht es doch nicht. Wie kann man die EU nur so konstruieren ? Die Autokraten lachen sich doch schlapp über die EU und können weiterhin alle Vorteile und Zahlungen genießen und sich während dessen immer weiter von den Demokratischen Grundwerten verabschieden. Unerträglich !
 
Aufgeräumt und bedenkt bitte das Thema (eine zu ausführliche Diskussion über Polen, Ungarn oder gar die EU an sich wäre in dem Thread unpassend)
 
Meiner Meinung nach haben sich die Türken ihr Schicksal selber ausgesucht, indem sie diesen Despoten gewählt haben. Selbst in Deutschland sieht man wie hoch die Zustimmung der Deutschtürken zu Erdogan ist. Echt erschreckend wie sie ihn anhimmeln.

Gott sei Dank hat Deutschland jetzt richtig reagiert und verschärfte Warnhinweise lanciert und Nachteile für türkische Unternehmer angedroht. Es ist gut dass die Zügel jetzt etwas straffer sind gegen Erdogan, dafür, dass sie ihn gewählt haben, sollen sie jetzt auch geradestehen und bisschen bluten. (Keine europäischen Touristen mehr, immer weniger europäische Aufträge, etc.)
 
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