Euro-Rettungsschirm

ich hab einen sehr lesenswerten Artikel auf Telepolis gelesen, der über die Eurokrise und deren Folgen handelt.
Auszug daraus:
Die extremistische Gesellschaft
In der gegenwärtigen Systemkrise gelangt der barbarische Kern kapitalistischer Vergesellschaftung zur vollen Entfaltung. Krise des Kapitalismus

"Ich habe keine Angst vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten."
Adorno

...Die Propagandisten des totalitären Ökonomismus kommen tatsächlich in der Maske des Demokraten daher, die sich besorgt über politisch korrekte "Denkverbote" geben und "unbequeme Wahrheiten" auszusprechen vorgeben, die unter Bezugnahme auf Halbwahrheiten und einseitig ausgewertetem statistischen Material auch noch mit wissenschaftlichem Anspruch "bewiesen" werden sollen. Die postulierte ökonomische Minderwertigkeit von Arbeitslosen, Südeuropäern oder Türken soll so - etwa vermittels des Sarrazinischen "Nebelfaktors" - zu einer Art Naturgesetz ideologisiert werden.

Das betriebswirtschaftliche Rentabilitätsdenken wird von der "Mitte" der gesamte Gesellschaft übergestülpt

Inzwischen ist dieses Denken im öffentlichen Diskurs längst hegemonial geworden. Wenn ein Markus Söder fordert, an Griechenland "ein Exempel" zu statuieren, dann kann er die Mehrheit der Bevölkerung Deutschlands auf seiner Seite wissen. Ähnlich argumentierte auch FDP-Chef Rösler, der den Ausschluss Griechenlands aus der EU herbeireden will. Ein ganzes Land wird hier von der deutschen Politkaste "abgeschrieben", zur Desintegration freigegeben, die den sozioökonomischen Zusammenbruch Griechenlands vollenden wird, der durch den von Berlin und Brüssel oktroyierten Sparterror eingeleitet wurde – und wir können uns sicher sein, dass dieser Reflex des Ausschlusses ganzer Volkswirtschaften auch in Bezug auf die anderen südeuropäischen EU-Staaten in der deutschen Öffentlichkeit überhandnehmen wird, sobald der Krisenprozess auch bei diesen Ländern weiter voranschreitet.

Die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger ist sich einig, dass die Griechen aufgrund wirtschaftlicher Defizite für ihre hoffnungslose Lage genauso selber verantwortlich seien - wie die Hartz-IV-Empfänger hierzulande. Zum Erfolg dieses totalitären Ökonomismus trug ein kaum beachtete Umstand bei: Diese Ideologie bildet eine – durch die Krisendynamik ausgelöste – irrationale Zuspitzung der Wertvorstellungen, Anschauungen und Ideale, die eigentlich in den nun beständig erodierenden "Mittelschichten" der kapitalistischen Gesellschaft zu finden sind. Teils unfähig, teils unwillig, eine Alternative zur kapitalistischen Dauerkrise zu denken, können diese Mittelschichten einen Krisenausweg nur in der gnadenlos gesteigerten Unterordnung der gesamten Gesellschaft unter das Regime der stockenden Kapitalakkumulation suchen.

Quelle:http://www.heise.de/tp/artikel/37/37354/1.html
 
Noxiel schrieb:
Wenn der Autor eine so seriöse Quelle darstellt, dann müsste er auch ohne halbseidene Vergleiche mit einem Lord Voldemort auskommen. Stattdessen erschafft er in seinen Argumenten eine undefinierbaren und diffusen Widersacher, den es zu entmachten gilt. Da du - wie du durch deinen Hinweis verdeutlichst - den Beitrag ganz offensichtlich gelesen hast.
Bitte beantworte mir doch folgende Frage möglichst in einem kurzen Satz:

Wer steht sinnbildlich für Lord Voldemort in den Erklärungen des Herrn Kreutzers?

Die Profiteure der aktuellen Situation, die Geldbesitzer (Gläubiger) und die Eigentümer der Geschäftsbanken.


Die aktuellen Maßnahmen sichern ausschließlich die Zurückzahlung der offenen Kredite und Zinsforderungen. Ohne die "Schirme" werden Zahlung (insbesondere Zinsen) nicht mehr oder im geringerem Maße getätigt. Das mindert die Rendite und führt womöglich zu Verlusten bei den Gläubigern.Ohne die "Schirme" werden die Staatsanleihen und alle darauf basierenden Finanzprodukte deutlich abgewertet werden.
Diese Abwertung erfolgt ebenso in den Büchern der Banken und führt zu Buchungsverlusten bis hin zur möglichen Insolvenz eines solchen Geldinstituts.

Übrigens: In den Jahren davor führten die hohen Werte für Staatsanleihen (Finanzprodukten) zu Buchungsgewinne, welche als Dividende an die Eigentümer ausgezahlt wurden. Eine Abwertung der Papiere trifft die Bankbilanzen hart. Deshalb sind "Bad Banks" so toll. Abwertungsreife Papiere können (immer noch überzeichnet) an die Bad Banks verkauft/abgeschoben werden.

Gelder die als "Stützung" an beispielsweise den griechischem Staat gehen, werden zum größten Teil zur Tilgung vorhandener Kredite/Zinsen verwendet. Das Geld ist nicht geschenkt. Die neuen Gläubiger sind dann die BRD, IWF, EZB,...

Die geflossenen Gelder haben bei keinen "normalen" Griechen zu Einnahmen geführt. Es haben einzelne Griechendavon profitiert. Profitiert haben die griechischen Lord Voldemort´s (große Geldvermögen, Anteilseigner von Finanzinstituten, Gläubiger des Staates), welche nun anstatt schwer eintreibbarer und abgewerteter Schuldverschreibungen wieder ordentlich Bares haben.

Alle diese Lord Valdemort´s (griechisch, deutsch, französisch, amerikanisch, ...) haben jetzt jede Menge Zahlungsmittel zur Verfügung, welche man natürlich gut anlegen möchte (gerade unter dem Hintergrund, das eine

Geldmengenvergrößerung
die Gefahr einer Inflation, also eine Reduzierung der Kaufkraft dieser Zahlungsmittel verursachen kann). Anlegen kann man super in die nun günstig zu erhalten Eigentumstitel der klammen Staaten. Das sind neben dem Tafelsilber, wie Monopol-Unternehmen, natürlich auch alle Unternehmen für die Daseinsvorsorge (Versorgung (Wasser, Strom), Logistik (Straßen, Bahn), Sicherheit (Polizei, Militär)).

Anstatt Lord Voldemort könnte man sie auch Kapitalisten (und sie haben viel Kapital),
Geldadel, graue Eminenzen usw. nennen. Ich finde solche Begriffe aber auch nicht
klarer oder wenige diffus ;o)


Noxiel schrieb:
Dann spricht er von Spiel, impliziert also dass alles einem festen Regelwerk folgt --> versucht vielleicht sogar anzudeuten, dass die bisherige Krise nach einem genau festgelegten Muster verläuft, dass man zwar durchbrechen könnte aber nicht will. Konkrete Lösungsvorschläge sucht man im gesamten Beitrag vergebens.

Na so implizit ist das mit den Regeln nicht. Selbst das Faustrecht ist ein Regelwerk, der Stärkere gewinnt ;o)

Einen konkrete Lösungsvorschlag gibt in diesem Artikel (gleich sein nächstes Zitat) nämlich
die Zahlungsunfähigkeit zu erklären.
Davon abgesehen hat Kreutzer in den letzten Jahren dutzende Artikel mit Lösungsvorschlägen verfasst. Diese sind auf seiner Seite beispielsweise als Paukenschläge zu finden oder man kann sie auch in seinen Büchern nachlesen.


Noxiel schrieb:
Ein paar Originalaussagen aus dem Text:
Soll wer erklären? Dumbledore? Die EZB? Deutschland für den Rest der EU?


Was ist an dem Satz missdeutig? Der Euroraum erklärt seine
Zahlungsunfähigkeit (-unwilligkeit) indem alle Mitgliedsstaaten dies tun.
Selbstverständlich könnten auch einzelne Staaten, wie Deutschland,
eine Zahlungsunfähigkeit erklären. Dann aber natürlich nur für sich.


Kreutzer schrieb:
Es wäre heute der Tag, alle ausländischen Kredite an Staaten und Unternehmen der EU auf Null zu setzen.

Noxiel schrieb:
China, die USA und alle anderen internationalen Kreditgeber haben bestimmt Verständnis, wenn wir ihnen nur sagen
Warum.


Ja, es gibt Gläubiger-Staaten, genauso wie die BRD und meisten anderen Staaten ebenfalls Gläubiger für China, USA usw. sind.
Da kann womöglich schon ein ordentlicher Teil gegenseitig verrechnet werden. Schlimmer für Länder wie China wäre eine Inflation des Euros (gegenüber den Yen). China hält nicht unwesentliche Summen an Euro-Devisen. Aber auch das scheint aktuell kein so große Angst auszulösen, ansonsten würden nicht Billionen von Euro und Dollar im Besitz von China, Japan, usw. sein. (Der Dollar steht auch nicht viel besser nach außen da.) Den Großteil der Euro-Anleigen werden von Banken (Geschäfts-, Investbanken), Versicherungen, Fonts, aber auch durch Privatpersonen direkt gehalten. Der überwiegende Teil der Euro-Anleihen, wird von Europäern bzw. europäisch verorteten Institutionen gehalten. Natürlich werden alle Gläubiger, welche durch eine "Insolvenz" von Euro-Staaten zu "leiden" hätten nach dem Warum fragen.

WARUM: Das aktuelle Geldsystem (nicht nur der Euro) ist ein Art Schneeball-System (Monopoly). Am Ende des Spiels hat sich das Geldvermögen an wenigen Stellen gesammelt und wird kaum noch für seinen wichtigsten Zweck verwendet - das Konsumieren, das Bezahlen von echten! Leistungen. Für ein tieferes Verständnis dieser Aussage sind sicherlich deutlich mehr Erklärungen von nöten. Zum Glück kann diese ebenfalls bei Kreutzer (und bei mehreren anderen Autoren auch) nachgelesen werden.


Noxiel schrieb:
Warum eine neue Gemeinschaftwährung? Schließlich sollen in den Punkten davor, die Schulden auf Null gesetzt und der Bankrott erklärt werden. Dann kann man doch auch den Euro behalten und einfach auf den Reset-Button drücken.


Bin verwirrt von der Frage. Ja, es geht um eine Währungsreform. Dabei können Schulden als auch Vermögen in die neue Währung mehr oder weniger überführt (wie DDR-Mark zu D-Mark und später D-Mark zu Euro). Eingeleitet werden kann eine Währungsreform durch eine Bankrott-Erklärung (so ähnlich begann es mit der D-Mark). Eine solche neue Währung sollte für Kreutzer anders aufgebaut werden.

Und was macht der Reset-Button? Nur die Staats-Schulden streichen? Dann erzeugt man fast das Gleiche wie jetzt. Die öffentlichen Kassen stehen eine Zeit lang etwas besser da. Die privaten Schulden sind immer noch da, jede Tilgung verringert die Geldmenge. Und die Geldvermögen suchen weiterhin rentable Anlagemöglichkeiten, welche sich weiterhin auf den Finanzmärkten und auch schnell wieder bei neuen Staatsanleihen finden werden. Schlussendlich landet das Geld immer noch nicht da wo es dringend benötigt wird, nämliche bei den Menschen (junge, alte, arbeitende, arbeitssuchend). Das von Kreutzer geforderte "Reset" bezieht sich auf das Geldsystem als Ganzes und nicht nur auf Schuldscheine und ihre Anerkennung.

Ja, die neue Währung könnte auch wieder Euro genannt werden. Es geht ja auch nicht um den Namen. Es geht um das Regelwerk hinter einer Währung. Insbesondere um die Fragen: Wie kommt das Geld in den Umlauf? Wie wird die Versorgung der (Real-)Wirtschaft mit dem Zahlungsmittel Geld sichergestellt? Welche Institution(en) kontrollieren die Geldversorgung, mit welchem Ziel (Preisstabilität, Wohlstand, usw.) und mit welchen Werkzeugen?



Noxiel schrieb:
Legen wir also die Geldschöpfung in staatliche Hand. In die Hand, die in den vergangenen Jahren immer mehr Schulden
angehäuft hat als Gewinne produziert. Klingt nach einer guten Idee. Ich bin sicher die Politik wird lieber Sparmaßnahmen ergreifen, als sich einfach die Schulden durch das Anschmeißen der Notenpresse der Inflation zum Frass vorzuwerfen.
Klingt in meinen Ohren logisch.


Hmm.. etwas unsachlich... Staat==Schulden
Um hier weiter zu kommen sollte man sich auf einige Begriffsdefinitionen bemühen...

Geld kommt durch Kredite (vergeben von Geschäftsbanken) in den Umlauf. Es entsteht eine Einheit Schuld und eine gleich große Menge Geld. Irgendjemand muss der Schuldner sein (der Gläubiger ist klar, das ist eine Geschäftsbank). Ob der Schuldner Staat, Unternehmen oder Privathaushalt ist, spielt keine Rolle. Wenn wir 1Millarde Euro im Umlauf benötigen, dann muss jemand 1Millarde Schulden machen.

Gewinn ist ein positives Sald von Einnahmen - Ausgaben. Sind die Ausgaben höher, dann macht man Verlust. Um das Defizit an Zahlungsmitteln auszugleichen kann man sich verschulden. Das tun Staaten, Unternehmen und Privathaushalte. Die Frage nach staatlich oder privat ist irrelevant.

Interessanter ist die Frage kann man Gewinne machen ohne das jemand Verluste macht? Wenn also der Staat Gewinne macht, wer bezahlt die Zeche? Wenn der Staat Gewinne macht, wer profitiert? Wenn alle Unternehmen Gewinne abwerfen, wer bezahlt das und wer profitiert?


Kreutzer schrieb:
Es wäre heute der Tag, die Geldversorgung der Realwirtschaft zu verstaatlichen und das private Privileg aufzuheben.

Noxiel schrieb:
Welchen Vorteil würde das bringen?


Die Geldversorgung ist in unserer hoch spezialisierten Welt zu wichtig, als das sie den Gewinnbestrebung einer Minderheit untergeordnet werden kann.
Private Banken wird es weiterhin geben. Es geht darum, wer steuert wie das Geld in den Umlauf kommen. Wenn heutige Geschäftsbanken Unternehmen dringend benötigtes Geld nicht zur Verfügung stellen, weil die Rendite zu niedrig und das Risiko zu hoch ist und statt dessen das Geld lieber einem "Investor" leihen, welcher dann das Unternehmen aufkauft, Personal entlässt, das Unternehmen Stück für Stück verhökert und dabei eine höhere Rendite (innerhalb einer kurzen Zeit) hat, als das Unternehmen hätte würde es weiter nützliche Dinge herstellen, dann sehe ich hier Verbesserungsbedarf.

Wie gesagt, es geht um ein neues Regelwerk für Geld, mit eventuellen anderen Zielsetzungen, Rechten, Pflichten und Steuermöglichkeiten, als das bisherige.

Das aktuelle Geldsystem stellt die Versorgung der Wirtschaft und der Menschen mit Zahlungsmittel nicht sicher. Auch dazu kann man einiges Material bei Kreutzer und anderen Autoren finden.


Noxiel schrieb:
Abschließend kann ich dir nur zustimmen Phelan. Jeder entscheidet frei welchen Quellen er traut oder misstraut. Leider kann heutzutage jeder Hinz und Kunz einen Blog eröffnen und staatstragend von offensichtlichen Missständen berichten. Solange er nicht konkret werden muß, aber den Nerv von seinen Followern trifft, wird er genügend Mitglieder finden, die
sich seinen Plänen zur Aufdeckung des "Voldemort-Komplotts" anschließen.

Der dritte Satz macht mir etwas Angst.

Gerade Kreutzer wird sehr konkret mit seinen Vorschlägen. Wenn kein Interesse besteht sich mit diesen Artikel und/oder Kreutzer auseinander zu setzen ist das Ok. Wilde Behauptungen und Verunglimpfungen helfen nicht.....
 
Zuletzt bearbeitet:
Heutzutage kann man sich mit allem Möglichen die Brötchen verdienen. Zum Bleistift als Lobbyist Politiker direkt ansprechen oder im Sinne des Geldgebers die Meinung in öffentlichen Foren zu Beeinflussen.

Noxil beschreibst du hier: Jeder entscheidet frei welchen Quellen er traut oder misstraut. Leider kann heutzutage jeder Hinz und Kunz einen Blog eröffnen und staatstragend von offensichtlichen Missständen berichten. … die Probleme in deinem Job? … ansonsten ist es unverständlich und befremdlich warum du die Meinungsfreiheit Kritisch betrachtest.
Aber die CDU rückte vor geraumer Zeit schon mal in den Fokus mit der Forderung von Realnamen.

“Wir brauchen ein ‘Vermummungsverbot im Internet’. Es kann nicht sein, dass sich viele Bürger in Foren oder anderen Einrichtungen des Netzes hinter selbstgewählten Pseudonymen verstecken und sich so vermeintlich jeglicher Verantwortung für Äußerungen und Verhalten entziehen. Nicht nur die Qualität von Diskussionen in Foren und Blogs leidet hierunter – die vermeintliche Anonymität verleitet viele Nutzer zu Äußerungen und Verhaltensweisen, die sie hinterher bereuen könnten.”

Nur mal so nebenbei… Interessant bei der Forderung ist das CDU-Politiker sich nicht nur Kritisch über die Freiheit der Bürger äußert sondern das nach einer Einschränkung der Meinungsfreiheit gerufen wird von der CDU. Wenn über Missstände berichtet wird so ist das doch nur ein Problem für die Verursacher von Skandalen, die die Beteiligt sind oder darin verwickelt. Solange man nicht wirklich Dreck am Stecken hat braucht man sich über Berichte auch nicht zu fürchten. … was also hat die CDU zu verbergen :rolleyes:



Noxiel ich möchte nochmal auf deinen Spruch zurückkommen: "Ein Geisterfahrer auf der A8! - Einer? Hunderte, Tausende!"

Schon mal was davon gehört dass das Magnetfeld der Erde sich umkehrt. Dann wird aus Nord Süd und Süden wird zum Norden… klingt Komisch ist aber so. Manchmal verändern sich Dinge eben. Werden Verkehrsschilder beispielsweise im laufenden Betrieb neu Ausgerichtet dann bekommt dein Spruch "Ein Geisterfahrer auf der A8! - Einer? Hunderte, Tausende!" eine Wende. ;)

Vielleicht solltest du dein Navi abschalten und dich umschauen - Sandy Weill hat dies scheinbar getan Marry in haste, repent at leisure

Als User welcher der Wegbeschreibung des Navi folgt hast du nun ein Problem. Die Richtung ändert sich, (das ist Fakt) es wird Zeit umzudenken. :rolleyes:

In den USA wird bereits viel offener über die neue Richtung berichtet. Und so steht Beispielsweise Geithner in der Kritik (Nebenbei: Am 24. Februar wurde der US-Finanzminister Timothy Geithner von der New Yorker Polizei für ein Verhör festgenommen; nachdem er über viele Kriminelle aus der Finanzszene ausgesagt hatte, wurde er auf freien Fuss gesetzt, wie Quellen aus der Polizei von New York bestätigen. “In den meisten Fällen müssen wir die Leute abwatschen, um sie zum Reden zu bringen; in diesem Fall mussten wir ihn abwatschen, damit er zum Reden aufhörte,” scherzte einer der Informanten.)

Geithner ist in der Kritik weil er absolut nichts getan hat um die Macht der großen Banken einzudämmen. (An diesem Punkt einen Gruß an Schäuble) Geithner führte 2010 die Offensive gegen einen überparteilichen Vorstoß im Senat an, der die Banken getrennt und ihre Macht begrenzt hätte. An jedem entscheidenden Punkt stand er auf der Seite der Banken, statt die Hausbesitzer oder Mittelklasse zu vertreten. Die Stimmen werden lauter das Geithner seinen Posten als US-Finanzminister verlässt.

Für Schäuble wird die Luft auch immer enger… in einem Interview musste er zugeben dass die Wählerinteressen nicht Beachtet wurden. “Wir alle miteinander sind bei der Deregulierung, die Ende der 90er-Jahre begann, zu weit gegangen. Nun stehen wir in der Situation, dass wir die Finanzmärkte auf Kosten der Steuerzahler retten mussten”
Auf den Hinweis das es nicht im Interesse der Steuerzahler ist für Banken zu bürgen, also das etwas Grundlegendes passieren muss und der zugegebene Fehler der Deregulierung behoben werden sollte, äußerte er sich nur lapidar mit den Worten: … Wenn es in Europa nachgewiesenen Bedarf für einen solchen Schritt gibt, wird Deutschland sich nicht sperren.
Er setzt das Merkel Motto um. „Weiter so“
Er kommt zu dem Schluss eventuell könnte man zum Beispiel bei der Vergütung von Managern ansetzen. Doch selbst dieses Beispiel das er selbst vorträgt ist nichts als Leere Luft.
Zitat: „Der Gesetzgeber könnte die Vorschriften verschärfen, die dafür sorgen sollen, dass variable Bezüge nicht mehr kurzfristig ausgezahlt, sondern längerfristig angelegt werden“.
Mit anderen Worten, Manager bekommen die Kohle nicht direkt als hohe Summe sondern in kleineren Schüben übers Jahr verteilt. Schäuble Redet also nur um den heißen Brei herum.

Schäuble macht seine Arbeit nicht im Sinne der Steuerzahler und nicht im Sinne der Banken… das Beispiel von Sandy Weill zeigt das die Banken Heinis selbst nach Regulierung Schrein weil absehbar ist das ohne Regelung das Globale Finanzsystem zusammenbricht und die Banken sonst gänzlich vor dem aus stehen.

„Der Euro wird so nicht überleben“
„Der Euro werde in seiner gegenwärtigen Form nicht überleben - mit dieser Aussage schockierte der frühere Chefökonom des Weltwährungsfonds (IWF), Simon Johnson, am 1. August in Washington die anwesenden US-Senatoren bei einer Anhörung über die Zukunft der Eurozone im Außenpolitischen Unterausschuß für Europafragen des Senats.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) könne gar nicht genug Geld auftreiben, um alle und jeden zu retten, erklärte Johnson den Ausschußmitgliedern. Je mehr Liquidität, desto weniger Kreditwürdigkeit. „Wir werden alles tun, was nötig ist“
sei deshalb eine leere Phrase. Man bewege sich jetzt in die gefährlichste Phase des Euro, in der „Auflösungsrisiken“ bestimmend werden. Wie solle jemand ein Geschäft abschließen, wenn er nicht weiß, ob es den Euro in einem Jahr noch gibt?


Dass das Merkel, Schäuble und Noxiel Moto „weiter so“ zum ersthaften Problem wird und über Alternativen nachgedacht werden muss zeigt nun auch die ARD. Dort gibt es seit geraumer Zeit die Euroschau zu sehen.
In seiner Kolumne Euroschau blickt Klaus-Rainer Jackisch im Vorfeld der monatlichen EZB-Ratssitzung auf die Rolle und die aktuelle Strategie der Zentralbank bei ihrer Zins- und Geldpolitik.

Zum 01. August, 2012 schreibt Klaus-Rainer Jackisch Deutschland muss über Euro-Austritt nachdenken Der Preis der Euro-Rettung ist möglicherweise zu hoch.
 
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klingt altmodisch, aber ich wünsche mir die d mark wieder....jaja, die mär einer zu starken währung würde die exporte verteuern kann ich nicht mehr hören, erstens produzieren wir keine konsumgüter, sondern hightech investitionsgüter, die nicht durch preiskampf gekennzeichnet sind und zweitens würde durch eine starke aufgewertete dm für ein rohstoffarmesland wie deutschland die rohstoffe und energie deutlich billiger, was die produktionskosten für die unternehmen senken würde und wir als bürger sowohl im in- (Importgüter) als auch ausland (uraub) uns mit einer starken dm mark mehr leisten könnten. es gibt also nicht nur nachteile!

das schlimmste, was passieren kann, ist eine schuldenunion, denn nach der währungskatastrophe, die so oder so kommen wird, können wir als eigenständig, souveräner staat wieder einen nachhaltig realen wertebasierten wohlstand aufbauen, statt die die schulden und probleme der eu pleitestaaten auf uns zu bürden und dahin zu darben mit der riesen last.

deshalb nein zum esm vertrag. auch schäuble hat das erkannt und spricht neuerdings von einem referendum, damit wohlwissend wie das ergebnis ausfällt er sich nicht mehr unter druck setzen lassen muss. die cdu möchte den euro zwar auch unter allen umständen retten, möchte aber einen eventuellen neustart deutschlads, wenn alles kracht, mit einer schuldenunion nicht verbauen.

ich möchte betonen, dass dies die meinung eines einfachen bürgers ist und keine empfehlung ist oder der wahrheit entsprechen muss.
 
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ein von häme und polemik durchsetzter schund-beitrag. tipp für andere: zeitverschwendung.

was soll jetzt die moral sein? merkel ist schuld? das system weiß sich nur mit kinderarbeit zu helfen?
 
Manche erkennen Sarkasmus nicht einmal wenn er ihnen die Nase blutig schlägt.
 
@Noxiel, sieht man auch in den Kommentaren direkt unter dem Artikel auf der Seite selbst :D Heute wissen wohl tatsächlich viele Leute mit dem Wort Satire nix anzufangen. Hauptsache es gibt Comedy....
 
Noxiel schrieb:
Manche erkennen Sarkasmus nicht einmal wenn er ihnen die Nase blutig schlägt.

dieser dreck ist ja wohl eher zynismus als alles andere. und dann auch noch zum reinen selbstzweck angewandt ohne aussage oder dergleichen. das soll man dann gut finden?
 
Deadsystem schrieb:
dieser dreck ist ja wohl eher zynismus als alles andere. und dann auch noch zum reinen selbstzweck angewandt ohne aussage oder dergleichen. das soll man dann gut finden?

Wer spricht davon es gut zu finden? Es ging mir nur darum aufzuzeigen, dass du die Intention des Schreiberlings wohl zu Beginn nicht verstanden hast. Das Satire, Zynismus oder Sarkasmus in allen Formen nicht jedermanns Geschmack trifft ist ebenso klar.
 
zu beginn? das ist ja das problem. ist mir bis jetzt nicht klar geworden was der text eigentlich aussagen soll, bis auf den schon angesprochenen selbstzweck der häme.
 
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