Euro-Rettungsschirm

Schrammler schrieb:
Deutschland hat auch lange nicht mitgespielt, schon vergessen?

Das ist mir bekannt und ich hatte es in meinem ersten Beitrag hier auch erwähnt. Fast alle EU-Staaten haben sich nicht an die Spielregeln gehalten.

Schrammler schrieb:
Heute sind wir die Profiteure, oder eher diejenigen, die an unserem "XXL Mega Wachstum" (O-Ton Brüderle) verdient haben, was nicht wirklich der durschnittliche deutsche Arbeitnehmer ist. Der hat seinen Job behalten, beim Lohn allerdings seit Jahren eingebüßt.

Ich würde das "Problem" auch nicht derart auf Europa konzentrieren, es besteht im gesamten Westen ein Mißverhältnis von Unternehmensgewinnen und den Steuereinnahmen daraus. Wenn Hinz und Kunz in Deutschland Produkte und Dienstleistungen anbieten darf und die Steuerlast dabei legal Richtung <10% lenkt, das Geld über Tochtergesellschaften auf die Caymaninseln bringt, läuft etwas schief. Schließlich sind die Gewinne ohne nationale Infrastrukturen, die man bequemerweise nutzt, nicht realisierbar. Das kürzlich gerettete Irland ist noch immer Handlanger dieses Konzepts. Wenn "global Player" wie Apple, Google oder MS deutlich unter 10% Steuern zahlen, Apple laut berechnungen international lächerliche 1%, hat das Folgen.

Das ist richtig. Die Reallohnentwicklung stagniert, die Unternehmensgewinne explodieren.

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Man muss sich die Wurzel der Probleme ansehen. Wenn es heißt die USA oder Deutschland sind hochverschuldet, dann ist das nur die halbe Wahrheit. Die öffentliche Hand in den USA mag mit 14 Billionen Dollar verschuldet sein, die USA selbst ist allerdings die reichste Region der Welt. Allein die Privatvermögen bei den Banken belaufen sich auf 50 Billionen Dollar.

Ähnliches gilt auch für Deutschland. Es ist immer die Frage, wo landet das Geld. Wenn der Staat verschuldet ist, dann gibt es irgendwo auch Gläubiger, die das Geld auf der Haben Seite verbucht haben.

Schrammler schrieb:
Der andere Punkt ist das Zombiekonstrukt der Finanzmärkte, Luftbuchungen und automatisierte Zockerei, Geld was auf keinen realen Werten beruht.

Ich sehe bei den Finanzmärkten das Hauptproblem in den geringen Eigenkapitalquoten und der daraus resultierenden Systemrelevanz.

Heute wurde erst bekannt, dass ein 31-Jähriger UBS-Investmentbanker gestern verhaftet wurde. Er soll 2 Milliarden Dollar verzockt haben.

Zwei Milliarden verzockt: UBS-Aktie stürzt ab

Ein 31 Jahre alter Wertpapierhändler soll der Schweizer Großbank UBS einen gewaltigen Verlust beigebracht haben - durch hochriskante Geschäfte mit fremdem Kapital. Der UBS-Kurs stürzte ab. Und dass der Verlust bei zwei Milliarden Dollar liegt, ist nur eine vorläufige Schätzung.

http://www.morgenpost.de/wirtschaft...erliert-Milliarden-Haendler-festgenommen.html

Diese unkontrollierten Risiken tragen enorm zur Destabilisierung des gesamten Wirtschaftssystems bei!

Schrammler schrieb:
Die Griechen sind mit Sicherheit nicht Schuld an ihrer Situation, allenfalls deren gekaufte Regierungen der vergangenen Jahre.

Volk und Regierung haben sich über Jahrzehnte arrangiert. Es gab Wahlgeschenke und man wurde wiedergewählt.
 
Stefan_Sch schrieb:
1. Man muss sich die Wurzel der Probleme ansehen. Wenn es heißt die USA oder Deutschland sind hochverschuldet, dann ist das nur die halbe Wahrheit. Die öffentliche Hand in den USA mag mit 14 Billionen Dollar verschuldet sein, die USA selbst ist allerdings die reichste Region der Welt. Allein die Privatvermögen bei den Banken belaufen sich auf 50 Billionen Dollar.

2. Ähnliches gilt auch für Deutschland. Es ist immer die Frage, wo landet das Geld. Wenn der Staat verschuldet ist, dann gibt es irgendwo auch Gläubiger, die das Geld auf der Haben Seite verbucht haben.

3.Ich sehe bei den Finanzmärkten das Hauptproblem in den geringen Eigenkapitalquoten und der daraus resultierenden Systemrelevanz.

4. Heute wurde erst bekannt, dass ein 31-Jähriger UBS-Investmentbanker gestern verhaftet wurde. Er soll 2 Milliarden Dollar verzockt haben.
Diese unkontrollierten Risiken tragen enorm zur Destabilisierung des gesamten Wirtschaftssystems bei!

5.Volk und Regierung haben sich über Jahrzehnte arrangiert. Es gab Wahlgeschenke und man wurde wiedergewählt.

Du bist ein schlauer Mensch, doch muß ich da ein paar Sachen bei deinen Argumenten ergänzen:

Zu 1.)
Wenn die öffentliche Hand, wie usa, germany, ihr Schuldenproblem nicht in den Griff bekommt, wird die Währung immer weniger Wert. D. h. das Vermögen reduziert sich über die Inflation immer weiter. Und die reichen privaten usa Haushalte sind sehr flexibel, die zocken sogar gegen die eigene Währung, die sind im Falle des GAU sofort mit ihrer Kohle auf und davon. Denn Geld ist schnell, aber Geldgier ist zwar unmoralisch aber verschafft ein berauschendes Gefühl.

Zu 2.)
In Germany sieht die Sache ein wenig anders aus. Der Euroverbund ist eine lose Ansammlung von Staaten die im Zweifelsfalle monetär für einander einstehen müssen. Allerdings ist keine Möglichkeit gegeben direkt Einfluss auf die einzelnen Haushalte zu nehmen, anders als in usa.

Zu 3.)
Das Hauptproblem bei den Finanzmärkten ist nicht in erster Linie die Eigenkapitalhinterlegung, sondern die Vermischung von Bankgeschäften mit Investmentmodellen. Meines Erachtens wäre eine strikte Trennung nötig. Banken sollten originäre Bankgeschäfte machen und Investmentgesellschaften sollten Steuersparmodelle und Zockerbuden sein. Die Investmentgesellschaften sollten ihren Anlegern aber auch deutlich machen, das sie bei hoch riskanten Geschäften nicht nur ihre Kohle verlieren können, sondern auch noch Nachschußpflichtig sind. Nach dem Motto: Wer viel Risiko geht, kann viel gewinnen aber auch alles verlieren. Dazu kommt noch das Problem der fehlenden bzw. mangelhaften Bankenaufsicht.

Zu 4.)
Wenn ein Mitarbeiter anscheinend 2 Mrd Dollar verzocken kann ohne das jemand etwas wußte, dann liegt hohe kriminelle Energie vor. Das hört sich nach organisierter Kriminalität an. Die Kontrollen im Unternehmen unterliegen der Geschäftsleitung, das sollten mit allen Wassern gewaschene Profis sein. Scheint in dem Fall wohl nicht zu sein. Da müssen Ärsche fliegen, Köpfe rollen und Ermittlungen aufgenommen werden, um wenigsten einen Teil des Geldes sicher zu stellen.

Zu 5.)
Es sollte doch allen klar sein, das die Masse von einigen wenigen am Nasenring durch die Manege geführt wird. Das sind die Herrschaften die Teile der politischen Macht als Mittel benutzen um ihre egoistischen und gegen die Gemeinschaft gerichteten Interessen vehement durchzusetzen. Bsp. Lohnzurückhaltung, keinen Mindestlohn, Öffnung der Kapitalmärkte, Erhöhung der Spitzensteuersätze und eine Mindeststeuersatz etc.. Wir haben schließlich in germany kein Ausgabeproblem sondern ein Einnahmeproblem, deshalb reden gewisse Politiker auch immer von Steuersenkungen um rhetorisch den Blick vom Thema dringender Steuererhöhungen, Schließung von Steuerschlupflöchern und Abschreibungsmodellen zu nehmen.
 
inversematrix schrieb:
Hast du auch einen Lösungsvorschlag ?

Eine völlig andere und ehrlichere Politik. Seit vielen Jahren wird von Globalisierung geschwafelt, die Wirtschaft nutzt sie hingegen schon immer, soweit außenpolitisch möglich. Europa handelte schon mit China und Indien, da war das Schwarzpulver noch nicht erfunden, auch mit dem bösen Kommunisten wurde Handel betrieben. Unsere (demokratischen) Regierungen hingegen, durchsetzt von Lobbyisteneinfluß, schauen nicht über den Tellerrand, ignorieren die Zusammenhänge, wollen sie auch nicht begreifen: die Finanzbranche, aber auch die Industrie freut genau das.

Europa müsste, aufgrund des Euro, längst eine einheitliche Wirtschaft- und Steuerpolitik haben, stattdessen kocht jeder noch immer sein eigenes Süppchen, rein aus innenpolitischem Kalkül, und trotzdem steht man im Krisenfall solidarisch zu einem Pleitestaat. Europa ist schön und perfekt, wenn's dem Wahlkampf nützt, wenn nicht, hetzt man auch gerne gegen die EU.
Das andere ist die Finanzwirtschaft, alle Vorschläge die diesbezüglich bislang kamen, und prompt von welchem Land auch immer verweigert wurden, sind keine Diskussion wert, es ist einfach zu lächerlich eine derart niedrige Eigenkapitalquote zu fordern oder Gewinne derart niedrig besteuern zu wollen.
 
Ich kann die bisherigen Maßnahmen einfach nicht nachvollziehen. Es ist genau das eingetreten, was Kritiker schon vor der Einführung vorausgesagt haben. Die BWLer und VWLer sind sich uneinig. Im Volk rumort es. Ich für meinen Teil werde aufhören Zeitung zu lesen.
 
inversematrix schrieb:
Ich für meinen Teil werde aufhören Zeitung zu lesen.

Solltest du auch nur eingeschränkt und mit dem Hintergedanken: Es gibt viele, die sehr viel Geld dafür ausgeben, dass auch du Dinge glaubst, die andere, Wohlhabendere und von Eigeninteresse Geleitete, für richtig oder für eine richtig gute Manipulation halten. Sich gar nicht zu informieren, halte ich allerdings auch für fatal.

Wie war das mit der Finanztransaktionssteuer (auf Aktien, Devisen, Wertpapiere und allerlei Finanzprodukte)? 0,1%? Und wer blockiert? Großbritannien und die Amis natürlich :freak:
Die wollen ihre Zockerbuden weder eindämmen, noch, in diesem lächerlichen Ausmaß, für angerichtete Schäden an der Allgemeinheit zur Kasse bitten.
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass uns düsterste Zeiten bevorstehen. Wir leben in Demokratien die in Geiselhaft genommen und dabei auch noch ausgeplündert werden, und schauen dabei nur gespannt zu.
 
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass uns düsterste Zeiten bevorstehen. Wir leben in Demokratien die in Geiselhaft genommen und dabei auch noch ausgeplündert werden, und schauen dabei nur gespannt zu.

Das Problem ist: Viele sehen das nicht, was z.B. du siehst. Andere sehen das vielleicht doch, denken aber, ihnen geht es noch ganz gut. Also brauchen sie auch nichts dagegen unternehmen.
Irgendwer hat hier im Forum zuletzt mal die Methapher von dem Frosch und dem kochenden Wasser gebracht. Die passt hier sehr gut.
Wirfst du einen Frosch ins kochende Wasser, so springt er sofort wieder heraus. Setzt du einen Frosch jedoch in kaltes Wasser und bringst das Wasser langsam zum Kochen, so kommt er darin um.
Und genauso machen es Teile von Politik und Wirtschaft seit einigen Jahren mit uns. Der kleine Mann wird langsam immer ärmer. Und es kommen langsam immr mehr Arme dazu. Sozialausgaben werden gekürzt, u.a. weil man den Reichen Steuererleichterungen schenkt, Banken die Verantwortung für ihr Versagen erlässt, etc.pp.
Der Sozialstaat wird also zugunsten von ein paar Profiteuren ganz langsam aber sicher ausgeplündert.
Und da das Ganze langsam geschieht, arrangieren sich viele damit. Solange bis man selber mit leeren Händen dasteht und es zu spät ist, um was zu unternehmen.

Ich für meinen Teil werde aufhören Zeitung zu lesen.

Garnicht lesen, halte ich auch für fatal. Man muss halt wissen, wie man liest.
Vor ein paar Tagen noch war in vielen deutschen Blättern zu lesen "Deutsche reich wie nie zuvor".
Wenn man sich dann aber mal genau überlegt, was die Aussage in Wahrhheit bedeutet, weiß man auch, was man von solch einer Schlagzeile zu halten hat.
Sie bedeutet nämlich nichts weiter, als dass es ein paar Deutsche gibt, die wahnsinnige Unsummen an Privatvermögen auf ihren Konten liegen haben. Daraus wird dann ein Durchschnittsprivatvermögen von 60.000€ pro Person berechnet.
Aber allein die Tatsache, dass man dann eine solche irreführende Schlagzeile zu lesen bekommt, macht einen doch ziemlich nachdenklich. Ich frage mich "warum versucht man uns von allen Seiten in die Irre zu führen?" Was versucht man zu verschleiern?
Naja. Und die Antwort darauf ist meiner Ansicht nach denkbar einfach. Man versucht zu verschleiern, wie die Entwicklung tatsächlich aussieht. Und man versucht dadurch, den Bürger weich zu kochen, so dass er sich über solche Maßnahmen wie den Euro-Rettungsschirm nicht mehr großartig aufregt. Dem Deutschen geht es ja so gut wie nie zuvor. ^^ Steht zumindest in fast allen Zeitungen.


P.S.: Allerdings liegt man weltweit damit nur auf Rang 17, noch hinter hoch verschuldeten Nationen wie Italien oder gar Irland.
 
Zuletzt bearbeitet:
Garnicht lesen, halte ich auch für fatal. Man muss halt wissen, wie man liest.
Vor ein paar Tagen noch war in vielen deutschen Blättern zu lesen "Deutsche reich wie nie zuvor".
Wenn man sich dann aber mal genau überlegt, was die Aussage in Wahrhheit bedeutet, weiß man auch, was man von solch einer Schlagzeile zu halten hat.
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Ich bezog mich Hauptsächlich aufs Printmedium.
Ich kann solch eine Nachricht schon analysieren, nur sind mir Printmedien doch zu eindimensional, da find ich Onlinenachrichten mit Kommentaren der Nutzer teilweise informativer und tiefgründiger. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Blogs und sonstigen alternativen Medien, die die jetzige Entwicklung schon vor Jahren mit schlüssigen Argumenten vorausgesagt haben und in der Zeitung finde ich halt nur die Belege für ihre Thesen.

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass uns düsterste Zeiten bevorstehen. Wir leben in Demokratien die in Geiselhaft genommen und dabei auch noch ausgeplündert werden, und schauen dabei nur gespannt zu.
So fühle ich mich leider auch.
 
achnu schrieb:
Und die reichen privaten usa Haushalte sind sehr flexibel, die zocken sogar gegen die eigene Währung, die sind im Falle des GAU sofort mit ihrer Kohle auf und davon. Denn Geld ist schnell, aber Geldgier ist zwar unmoralisch aber verschafft ein berauschendes Gefühl.

Stimme zu.

achnu schrieb:
In Germany sieht die Sache ein wenig anders aus. Der Euroverbund ist eine lose Ansammlung von Staaten die im Zweifelsfalle monetär für einander einstehen müssen. Allerdings ist keine Möglichkeit gegeben direkt Einfluss auf die einzelnen Haushalte zu nehmen, anders als in usa.

Das ist korrekt.

achnu schrieb:
Das Hauptproblem bei den Finanzmärkten ist nicht in erster Linie die Eigenkapitalhinterlegung, sondern die Vermischung von Bankgeschäften mit Investmentmodellen. Meines Erachtens wäre eine strikte Trennung nötig. Banken sollten originäre Bankgeschäfte machen und Investmentgesellschaften sollten Steuersparmodelle und Zockerbuden sein. Die Investmentgesellschaften sollten ihren Anlegern aber auch deutlich machen, das sie bei hoch riskanten Geschäften nicht nur ihre Kohle verlieren können, sondern auch noch Nachschußpflichtig sind. Nach dem Motto: Wer viel Risiko geht, kann viel gewinnen aber auch alles verlieren. Dazu kommt noch das Problem der fehlenden bzw. mangelhaften Bankenaufsicht.

Jein. Ich stimme vollständig zu das die Vermischung von Geschäftsbanken und Investmentbanken ein schwerwiegendes Problem darstellt. Insbesondere, weil diese ursprünglich in den USA überhaupt nicht vermischt waren. Investmentbanken entwickelten sich in den USA nach der Einführung des Glass-Steagall Act im Jahr 1933, das aber noch eine strikte Trennung von Geschäftsbanken und Investmentbanken vorschrieb. Obwohl diese strikte Trennung der Geschäfte durch dieses Gesetz 1999 aufgehoben wurde, unterlagen Investmentbanken aber weiterhin einer weniger scharfen Regulierung.

Das Problem sehe ich sowohl in der Eigenkapitalhinterlegung, als auch im Investmentbanking. Die derzeit problematischen Staatsanleihen sind keine Spekulationsobjekte des Investmentbankings, tatsächlich müssen Banken für einigermaßen kreditwürdige Staaten kaum Eigenkapital hinterlegen. Das entpuppt sich gerade in der aktuellen Krise als großes Problem.

Mit Basel III hat man hier einige Entscheidungen getroffen, die in die richtige Richtung gehen.

achnu schrieb:
Wenn ein Mitarbeiter anscheinend 2 Mrd Dollar verzocken kann ohne das jemand etwas wußte, dann liegt hohe kriminelle Energie vor. Das hört sich nach organisierter Kriminalität an. Die Kontrollen im Unternehmen unterliegen der Geschäftsleitung, das sollten mit allen Wassern gewaschene Profis sein. Scheint in dem Fall wohl nicht zu sein. Da müssen Ärsche fliegen, Köpfe rollen und Ermittlungen aufgenommen werden, um wenigsten einen Teil des Geldes sicher zu stellen.

Wie auch schon beim Fall Jérôme Kerviel, der der französischen Société Générale mit seinen Betrügereien im Jahr 2008 Verluste von 4,9 Milliarden Euro bescherte, hat auch der Investmentbanker Adoboli eine kleine, aber folgenschwere Lücke im Sicherheitssystem entdeckt und ausgenutzt.

Er arbeitete zuvor bei der internen Abteilung und war bestens über die Schwächen des Risikocontrollings informiert.

Dazu hat es keiner besonders hohen kriminellen Energie bedurft, er hat einfach bestehende Kenntnisse eingesetzt und damit lange Zeit Erfolg gehabt.

achnu schrieb:
Es sollte doch allen klar sein, das die Masse von einigen wenigen am Nasenring durch die Manege geführt wird. Das sind die Herrschaften die Teile der politischen Macht als Mittel benutzen um ihre egoistischen und gegen die Gemeinschaft gerichteten Interessen vehement durchzusetzen. Bsp. Lohnzurückhaltung, keinen Mindestlohn, Öffnung der Kapitalmärkte, Erhöhung der Spitzensteuersätze und eine Mindeststeuersatz etc.. Wir haben schließlich in germany kein Ausgabeproblem sondern ein Einnahmeproblem, deshalb reden gewisse Politiker auch immer von Steuersenkungen um rhetorisch den Blick vom Thema dringender Steuererhöhungen, Schließung von Steuerschlupflöchern und Abschreibungsmodellen zu nehmen.

Da stimme ich wieder vollständig zu. Der ausufernde Niedriglohnsektor ist besorgniserregend. Gleichzeitig nutzen die Neoliberalen die Globalisierung gnadenlos aus. Sowohl auf den Finanzmärkten, als auch auf dem Arbeitsmarkt. Wer nicht über niedrige Lohnstückkosten produzieren kann, läuft Gefahr ganze Produktionslinien an andere Länder, bevorzugt Asien zu verlieren. Dort werden weiterhin mit Sozial- und Umweltdumping die Preise gesenkt. So geschehen auch bei der in Deutschland hochgelobten Photovoltaik. Weltweit geht fast die Hälfte des Umsatzes für Panele auf das Konto von Chinesen, die deutschen Unternehmen kommen auf etwa 20 Prozent. Vor wenigen Jahren war es noch genau umgekehrt. Die chinesischen Firmen können spottbillig produzieren, auch weil sie sich wenig Gedanken über Umweltauflagen machen müssen. Eine Solarfirma im Osten Chinas ist aktuell in die Kritik geraten. Sie soll giftige Chemikalien in einen Fluss entsorgt und damit einen ganzen Landstrich verpestet haben.

Irland ist ein weiteres Beispiel für einen Staat, der mit Steuerdumping große Unternehmen anlockte, und dann infolge der Bankenkrise strauchelte.

In diesem System vieler Nationalstaaten, die gegenseitig um Arbeitsplätze und Vermögende konkurrieren, siehe Schweiz, gibt es Gewinner (Unternehmen, Kapitaleigner) und Verlierer (gewöhnliche Arbeitnehmer, Mittelschicht im Westen). Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn seit Jahren die Oberschicht prozentual immer mehr Kapital gemessen am gesamten Volksvermögen anhäuft.

Übrigens sind die ausufernden Staatsschulden im Westen eine direkte Folge dieser aus den Fugen geratenen Verteilung. Die Staaten haben in den letzten 25 Jahren versucht über Kredite das Geld wieder umzuverteilen. Das ging ordentlich in die Hose. Warren Buffet hat erst kürzlich die Steuerpolitik für Vermögende kritisiert und höhere Steuern gefordert. Die Politik scheint das aber nicht zu begreifen. Letztenendes zahlen weder Banken, noch Unternehmen Steuern. Die Steuern müssen von Privatpersonen getragen werden, denn dort landet das Geld.
 
Warren Buffet hat erst kürzlich die Steuerpolitik für Vermögende kritisiert und höhere Steuern gefordert.
Was er in der Öffentlichkeit sagt und was er hinter verschlossenen Türen macht muss nicht immer übereinstimmen. Für mich ist das mehr ein PR-Gag. Die Buh-Männer sind wie immer die gekauften Politiker, die sich den Zorn des Volkes zuziehen, während die arme Elite ihr Einkommen nicht versteuern kann. Nicht umsonst ist die Finanzlobby einer der größten Partei Spender.

Die Steuern müssen von Privatpersonen getragen werden, denn dort landet das Geld.
Wer sowas sagt, wird sofort in die linke Ecke gesteckt, aber anscheinend haben die da oben noch nicht genug Geld akummuliert.
 
Zuletzt bearbeitet:
inversematrix schrieb:
Wer sowas sagt, wird sofort in die linke Ecke gesteckt, aber anscheinend haben die da oben noch nicht genug Geld akummuliert.

Was mich durchaus auf den Gedanken bringt.. wenn mit dem Hundertfachen der realen Güter und Dienstleistungen im Finanzsektor gezockt wird, wissen wir doch eigentlich wo all das Geld gelandet ist, was Schuldenstaaten aber auch deren Bürgern, wozu ich auch Deutschland zählen würde, bei einer pro Kopf Verschuldung von 25 000€, hinten und vorne fehlt.
Die Sache wird gerne genannt, wenn es um die heutige Methodik der Finanzwirtschaft geht, was es allerdings wirklich bedeutet, spricht keiner offen aus.
Wurde Kapital (virtuell) gedruckt, um zocken zu Können, oder wurde es nach Zeckenart einfach aus der Realwirtschaft gesogen? Letzteres halte ich für denkbarer.
 
inversematrix schrieb:
Wer sowas sagt, wird sofort in die linke Ecke gesteckt, aber anscheinend haben die da oben noch nicht genug Geld akummuliert.

Das sagt nur jemand, der keinen ökonomischen Sachverstand besitzt. Gerade der IWF, nicht bekannt als Organ linker Weltanschauungen, hat in dem Papier "Inequality, Leverage and Crises" festgestellt das die ungleiche Vermögensverteilung zu dauerhaften Krisen führt.

Dabei geht es nicht einfach nur um unsymmetrische Verteilungen, es hängt wie alles im Leben, vom Grad der Unsymmetrie ab. Und leider hat sich dieser in den vergangenen 30 Jahren massiv verschärft.

Irgendwann ist nunmal ein Punkt erreicht, wo das gesamte Gebilde instabil wird. Schon Henry Ford, Gründer der großen Ford Motor Company, sagte treffend, Autos kaufen keine Autos.

Eine Volkswirtschaft kann dauerhaft und reibungslos nur dann funktionieren, wenn die breite Masse die produzierten Güter auch nachfragen kann. Das geht nicht, wenn immer mehr Leute im Niedriglohnsektor arbeiten und der Staat über Schulden die unteren und mittleren Schichten finanziert.

Das hat mit linken Ansichten nichts zu tun, das Leistungsprinzip muss immer Gültigkeit haben. Und natürlich wird es immer ungleiche Gehälter geben. Aber es kann nicht sein, dass gewisse Schichten sich abkoppeln und immer mehr Kapital ansammeln, während der Rest für einen Apfel und ein Ei arbeitet.

Das kann nicht funktionieren, zumindest nicht, wenn man vermeiden will das ein kleiner Teil in Saus und Braus lebt, während der Rest an der Armutsgrenze knabbert. Und das ist in einer Demokratie nunmal nicht dauerhaft tragbar.
 
Und wie hab ich mir das schlimmste mögliche Szenario vorzustellen? Das Finanz und - Wirtschaftssystem bricht zusammen. Ich kann kein Geld von der Bank abheben und nichts mehr kaufen, bzw.Chaos, Randale und Plünderung sowie eine Hungersnot wären die Folgen oder man installiert ein neues Wirtschaftssystem. Aber diejenigen die das Geld haben wissen doch auch von der Schieflage bescheid und werden wohl ein Plan B parat haben, denn ansonsten geht es auch an ihre Pfunde. Verschwörungstheoretiker sprächen von der neuen Weltordung.
 
Genauso sieht das schlimmste zu befürchtende Szenario aus!

Und was hast Du jetzt davon? Es ist ein Szenario, eines von vielen. Es kann eintreten, muss aber nicht. In Deutschland wird es meines Erachtens keine Hungersnot mehr geben, dazu sind die Lager viel zu voll. Etwas zu Essen, Blöd-TV und Strom aus der Steckdose und locker werden 1-3 Monate überbrückt. Die Welt dreht sich weiter und das Spiel (Kapitalakkumulation) beginnt aufs Neue. Es gibt Schlimmeres.
 
ThomasK_7 schrieb:
Genauso sieht das schlimmste zu befürchtende Szenario aus!

In Deutschland wird es meines Erachtens keine Hungersnot mehr geben, dazu sind die Lager viel zu voll. Etwas zu Essen, Blöd-TV und Strom aus der Steckdose und locker werden 1-3 Monate überbrückt. Die Welt dreht sich weiter und das Spiel (Kapitalakkumulation) beginnt aufs Neue. Es gibt Schlimmeres.

Na klar, und du glaubst noch an den Weihnachtsmann. :lol:

Wenn das Geld weg ist, sind wir ruck zuck im Notstand. Dann können alle Gesetze beschloßen werden auch ohne Parlarment.
Dann wird erst mal unsere Wehrmacht im Inneren eingesetzt, um den hungernden und protestierenden Bürgern (kein Essen, kein Strom, kein Inet, keine Kohle) Einhalt zu gebieten.
Wer dann einmal das Blut des Allmächtigen geleckt hat, wird so schnell nicht wieder davon ablassen. Könnte ja sein, das das Volk auf Rache sinnt.
Nix mehr Demokratie, Militärregierung steht dann an. Dann absehbar der Bürgerkrieg, jeder schießt auf jeden, vielleicht hat der was zu essen dabei oder der hat was was dem anderem gefällt. Oder ist vielleicht Gewerkschaftler oder Linker oder oder oder....

Und ThomasK_7 sitzt dann in seinem Bunker und sagt: Ich habe eine komplette DVD-Spielfilmsammlung, der alten Zeiten wegen.:evillol:

Aber es gibt noch schlimmeres.
 
Wer sind eigentlich die Schuldigen der momentanen Situation? Haben die Privatbanken den "Krisenländern" nicht aufgrund der Meinung der Ratingagenturen (Verbandelung inkl.) überhaupt Kredite gewährt? Quer durch den Medienjungel rauscht es nur, dass z.B. die Griechen daran Schuld seien, deren Lebensart, dortige korrupte Behörden und wahrscheinlich noch die Akropolis. Wenn es die nicht waren, waren es eben die Erfinder des Euro oder gar wir blöden Deutschen mit unserem Exportüberschuss.

Aber die Banken und Ratingagenturen sind natürlich völlig unschuldig, die müssen schon wieder gerettet werden, nur schiebt man diesmal die Schuld komplett auf andere. Wie war das denn während der Krise 2008? Da hat man mit krimineller Energie Privatpersonen Kredite angedreht, die sie nie hätten begleichen können, zockte damit herum bis die Kohle fließen sollte, die nicht vorhanden war, jetzt sind es Staaten mit denen genau dasselbe abläuft.

So tanzt man fleissig weiter um das Goldene Kalb und wundert sich warum unsere Demokratien ausgehöhlt, zerstückelt und auch noch beklaut werden. Agierten Hedgefonds hierzulande nicht genauso? Gesundschrumpfen, Mitarbeiter rausschmeissen, bis die Firma bankrott und abwickelbar war? Das Gleiche geschieht gerade mit den griechischem Staat, dort dürfte es künftig wirklich ungemütlich werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
inversematrix schrieb:
Und wie hab ich mir das schlimmste mögliche Szenario vorzustellen? Das Finanz und - Wirtschaftssystem bricht zusammen. Ich kann kein Geld von der Bank abheben und nichts mehr kaufen, bzw.Chaos, Randale und Plünderung sowie eine Hungersnot wären die Folgen oder man installiert ein neues Wirtschaftssystem. Aber diejenigen die das Geld haben wissen doch auch von der Schieflage bescheid und werden wohl ein Plan B parat haben, denn ansonsten geht es auch an ihre Pfunde. Verschwörungstheoretiker sprächen von der neuen Weltordung.

Das sind Szenarien, die sich nicht ereignen werden. Wir leben in einer Demokratie und die ist sehr flexibel. Das Wirtschaftssystem wird nicht zusammenbrechen.

Vielmehr erleben wir seit Jahren Dauerkrisen, die in Rezessionen münden. Die USA kommen nicht in die Gänge, vielen europäischen Staaten stehen lange Phasen von Haushaltskonsolidierungen bevor, was das Wachstum negativ beeinflussen wird. In den Schwellenländern erleben wir aber weiter hohe Wachstumsraten mit einem Anstieg des Wohlstandes.

Wir leben heute in einer hochtechnisierten Gesellschaft, Nahrungsmittel werden dank hoher Produktivität in Massen produziert. Wir haben keine Kriege, die reale Werte vernichten könnten. Armut ist heute durch andere Kennzeichen geprägt, als noch vor über 100 Jahren. In der Europäischen Union gelten Personen mit weniger als 60 Prozent des Durchschnitteinkommens als relativ arm. Für die BRD ergibt sich daraus ein statistischer Durchschnittswert. Dieser besagt, wer in Deutschland in den alten Bundesländern über weniger als 730 Euro und in den neuen Bundesländern über weniger als 605 Euro Einkommen verfügt, der lebt unterhalb einer relativen Armutsgrenze.

Wir stehen derzeit im Westen an einem Scheideweg. Die Staaten können sich nicht mehr unbegrenzt weiter verschulden, die hohe Produktivität und die Globalisierung haben die Rahmenbedingungen verändert. Die Staaten müssen sich entscheiden wie sie in Zukunft ihre Haushalte ausgleichen wollen. Dabei werden sie Druck vom Wähler verspüren.

Die aktuelle Schuldenkrise, auch Eurokrise genannt, wird die Medien und alle Politiker noch längere Zeit beschäftigen. So ist das mit derartigen Ereignissen. Auch Fukushima hat die Medien und die Bevölkerung lange beschäftigt. Vielleicht kommt es zu einzelnen Staatsinsolvenzen, aber auch danach geht das Leben weiter. Argentinien war 2001 pleite, ist heute wieder in der Spur. Die eigentlich größte Gefahr geht von einem Auseinanderbrechen der Währungsunion aus, wenngleich der Fall äußerst unwahrscheinlich ist. Gedient wäre damit aber keinem Euroland, wenn wir wieder zu den alten Währungen zurück kehren würden.

Die Staaten werden früher oder später ihre Einnahmen erhöhen müssen. Und dazu benötigen sie zahlungskräftige Personen. Auch wenn sich in den USA oder Deutschland jetzt noch einige Politiker gegen eine stärke Besteuerung von Vermögenden wehren, früher oder später wird jemand zur Kasse gebeten. Geld ist genug da, in Deutschland liegen allein auf den Bankkonten über 6 Billionen Euro. Manche Länder gehen vielleicht den Umweg über eine leichte Inflation von 4 bis 6 Prozent.
Ergänzung ()

Schrammler schrieb:
Wer sind eigentlich die Schuldigen der momentanen Situation? Haben die Privatbanken den "Krisenländern" nicht aufgrund der Meinung der Ratingagenturen (Verbandelung inkl.) überhaupt Kredite gewährt? Quer durch den Medienjungel rauscht es nur, dass z.B. die Griechen daran Schuld seien, deren Lebensart, dortige korrupte Behörden und wahrscheinlich noch die Akropolis. Wenn es die nicht waren, waren es eben die Erfinder des Euro oder gar wir blöden Deutschen mit unserem Exportüberschuss.

Aber die Banken und Ratingagenturen sind natürlich völlig unschuldig, die müssen schon wieder gerettet werden, nur schiebt man diesmal die Schuld komplett auf andere. Wie war das denn während der Krise 2008? Da hat man mit krimineller Energie Privatpersonen Kredite angedreht, die sie nie hätten begleichen können, zockte damit herum bis die Kohle fließen sollte, die nicht vorhanden war, jetzt sind es Staaten mit denen genau dasselbe abläuft.

Wer die Schuldigen sind? Die aufzuzählen, wäre lang. Da gibt es sehr viele Faktoren. Die Regierung, die in den USA mit dem CRA Kredite an Kunden mit schwacher Bonität auszahlen ließ und das Finanzsystem deregulierte, Banken die viel Geld damit verdient haben und teilweise mit krimineller Energie verbriefte Ramschpapiere in die Welt verkauften. Landesbanken, die blind und aus reiner Renditegier ohne Risikocontrolling Müll kauften, Staaten die ihre Bilanzen frisierten und Politiker die sich nicht an ihre eigenen Vorgaben hielten. International schwach agierende Länder, die mit schiefen Leistungsbilanzen für starke Verwerfungen sorgten, Lobbyisten die aus reinem Eigeninteresse und wenig Nachhaltigkeit systemstabilisierende Gesetze torpedierten, Parlamente, die sich von Unternehmen und Kapitalisten vorführen ließen, Wähler, die nur auf Wahlgeschenke wert legten und politische Idioten, wie einen Berlusconi in Amt und Würden wählten.

Die Liste kann beliebig fortgesetzt werden.
 
Was wäre denn so schlimm an einem Austritt Griechenlands aus der Währungsunion?

Imo ist doch gerade der Euro das Problem! Griechenland hat relativ wenig Industrie und setzt mehr auf Tourismus. Dieser ist durch den Euro zu teuer, weswegen die meisten Urlauber in die Türkei fahren.


Mit der Drachme müsste sich doch das Ganze wieder einpendeln, oder?
 
Stefan_Sch schrieb:
Die Liste kann beliebig fortgesetzt werden.

..und genau das gefällt mir nicht. Wenn alle schuldig sind, sollen alle zahlen, gleichermaßen (!) In Wahrheit liegt der Knackpunkt allerdings bei den Ratingagenturen. Nicht weil sie jene Länder jetzt in ihrer Kreditwürdigkeit herunterstufen, sondern weil sie sie überhaupt so lange derart gut bewertet haben, was nie den Tatsachen entsprach. Erst dadurch gaben die Banken bereitwillig Kredite und sämtliche "Mittäter" konnten sich erst anhängen.

@Damien White, was glaubst du wer die Pleite zahlt? Richtig, die verbliebenen Staaten mit dem Euro, die kreditgebenden Privatbanken sind dabei fein heraus. Das wird wohl auch der wahre Grund sein, warum Teile der FDP derart scharf darauf sind, Griechenland in die "geordnete Insolvenz" zu schicken.
 
Damien White schrieb:
Was wäre denn so schlimm an einem Austritt Griechenlands aus der Währungsunion?

Imo ist doch gerade der Euro das Problem! Griechenland hat relativ wenig Industrie und setzt mehr auf Tourismus. Dieser ist durch den Euro zu teuer, weswegen die meisten Urlauber in die Türkei fahren.

Mit der Drachme müsste sich doch das Ganze wieder einpendeln, oder?

Der Euro ist nur eine Währung. Wie "teuer" die griechische Tourismusindustrie ist, bestimmt nicht der Euro, sondern hängt von den gezahlten Löhnen und den Preisen ab, die verlangt werden.

Wenn Griechenland derzeit nicht wettbewerbsfähig ist, dann müssen eben die Lohnstückkosten gesenkt werden.

Selbst die Ratingagentur Fitch sieht keinen Sinn für Griechenland darin aus der Währungsunion auszutreten. Es wäre mit hohen Kosten verbunden, für alle Beteiligten und die bestehenden Schulden würde es nicht reduzieren.

Schrammler schrieb:
..und genau das gefällt mir nicht. Wenn alle schuldig sind, sollen alle zahlen, gleichermaßen (!) In Wahrheit liegt der Knackpunkt allerdings bei den Ratingagenturen. Nicht weil sie jene Länder jetzt in ihrer Kreditwürdigkeit herunterstufen, sondern weil sie sie überhaupt so lange derart gut bewertet haben, was nie den Tatsachen entsprach. Erst dadurch gaben die Banken bereitwillig Kredite und sämtliche "Mittäter" konnten sich erst anhängen.

Ja natürlich haben die Ratingagenturen ihre Mitschuld. Und natürlich haben sie genau wie bei den Hypothekenpapieren zu lange Bestnoten verteilt.
 
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