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Stefan_Sch
Gast
Schrammler schrieb:Deutschland hat auch lange nicht mitgespielt, schon vergessen?
Das ist mir bekannt und ich hatte es in meinem ersten Beitrag hier auch erwähnt. Fast alle EU-Staaten haben sich nicht an die Spielregeln gehalten.
Schrammler schrieb:Heute sind wir die Profiteure, oder eher diejenigen, die an unserem "XXL Mega Wachstum" (O-Ton Brüderle) verdient haben, was nicht wirklich der durschnittliche deutsche Arbeitnehmer ist. Der hat seinen Job behalten, beim Lohn allerdings seit Jahren eingebüßt.
Ich würde das "Problem" auch nicht derart auf Europa konzentrieren, es besteht im gesamten Westen ein Mißverhältnis von Unternehmensgewinnen und den Steuereinnahmen daraus. Wenn Hinz und Kunz in Deutschland Produkte und Dienstleistungen anbieten darf und die Steuerlast dabei legal Richtung <10% lenkt, das Geld über Tochtergesellschaften auf die Caymaninseln bringt, läuft etwas schief. Schließlich sind die Gewinne ohne nationale Infrastrukturen, die man bequemerweise nutzt, nicht realisierbar. Das kürzlich gerettete Irland ist noch immer Handlanger dieses Konzepts. Wenn "global Player" wie Apple, Google oder MS deutlich unter 10% Steuern zahlen, Apple laut berechnungen international lächerliche 1%, hat das Folgen.
Das ist richtig. Die Reallohnentwicklung stagniert, die Unternehmensgewinne explodieren.
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Man muss sich die Wurzel der Probleme ansehen. Wenn es heißt die USA oder Deutschland sind hochverschuldet, dann ist das nur die halbe Wahrheit. Die öffentliche Hand in den USA mag mit 14 Billionen Dollar verschuldet sein, die USA selbst ist allerdings die reichste Region der Welt. Allein die Privatvermögen bei den Banken belaufen sich auf 50 Billionen Dollar.
Ähnliches gilt auch für Deutschland. Es ist immer die Frage, wo landet das Geld. Wenn der Staat verschuldet ist, dann gibt es irgendwo auch Gläubiger, die das Geld auf der Haben Seite verbucht haben.
Schrammler schrieb:Der andere Punkt ist das Zombiekonstrukt der Finanzmärkte, Luftbuchungen und automatisierte Zockerei, Geld was auf keinen realen Werten beruht.
Ich sehe bei den Finanzmärkten das Hauptproblem in den geringen Eigenkapitalquoten und der daraus resultierenden Systemrelevanz.
Heute wurde erst bekannt, dass ein 31-Jähriger UBS-Investmentbanker gestern verhaftet wurde. Er soll 2 Milliarden Dollar verzockt haben.
Zwei Milliarden verzockt: UBS-Aktie stürzt ab
Ein 31 Jahre alter Wertpapierhändler soll der Schweizer Großbank UBS einen gewaltigen Verlust beigebracht haben - durch hochriskante Geschäfte mit fremdem Kapital. Der UBS-Kurs stürzte ab. Und dass der Verlust bei zwei Milliarden Dollar liegt, ist nur eine vorläufige Schätzung.
http://www.morgenpost.de/wirtschaft...erliert-Milliarden-Haendler-festgenommen.html
Diese unkontrollierten Risiken tragen enorm zur Destabilisierung des gesamten Wirtschaftssystems bei!
Schrammler schrieb:Die Griechen sind mit Sicherheit nicht Schuld an ihrer Situation, allenfalls deren gekaufte Regierungen der vergangenen Jahre.
Volk und Regierung haben sich über Jahrzehnte arrangiert. Es gab Wahlgeschenke und man wurde wiedergewählt.