FH/Uni-Status an der Qualität der Forschung festmachen

[sauba]

Commander
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(Hier ist die Quelle)

Servus!

Da ja einige Akademiker und Studenten hier tummeln, würde ich gerne mal wissen, was ihr von dieser angedachten Reform haltet. Zusammengefasst geht es darum, dass man die Forschungsleistung sämtlicher Hochschulen misst - Unis wie FHs - und vergleicht. FHs, welche sehr gut forschen, sollen in Universitäten umgewandelt werden, demgegenüber werden wenig forschende Unis zu FHs.

Was haltet ihr davon? Neben dem miserablen Schreibstil des Autors (der sich diesbezüglich wohl schon eine Meinung gebildet hat, da er keinen Moment auslässt, die FHs zu diskreditieren), den ich zu entschuldigen bitte, sehe ich da ein Bürokratiemonster.

Außerdem bin ich (FH-Student) nicht daran interessiert, dass die FH, die ich mir ausgesucht habe, zu einer Uni würde - da hätte man ja gleich an die Uni gehen können. Gleiches gilt sicher auch für Universitätsstudenten, die am Ende kein Diplom von einer FH wollen. Immerhin startet man ja nicht umsonst an der jeweiligen Hochschulart.

Ich bin der Meinung, dass dieses System wohl nur noch mehr Unsicherheit in die Studienanfänger einbringt. Es könnte dann ja passieren, dass man in einem anderen Hochschulsystem sein Studium abschließt, als in dem man es begonnen hat.

Außerdem wird die laufende Akkreditierung wohl sehr teuer.

Mich würden eure Meinungen interessieren, es wäre evtl. sinnvoll, wenn ihr anmerken würdet, auf welchen Abschluss ihr hinstudiert und an welcher Hochschulart, damit man die Aussagen einordnen kann!

Ich bin gespannt auf eure Meinungen!

Gruß,
[sauba]
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde die Qualität der Hochschule an ihrer Forschungsleistung festzumachen generell Blödsinn.

Was hat der normale Student während des Studiums von der Forschungsqualität der Hochschule? gar nichts!
Weder während des Bachelor- noch während des Masterstudiums wirst du an der jeweiligen Hochschule forschen. Das kommt wenn überhaupt nur bei der Promotion. Und wie viele betrift das dann? Eher wenige
 
Was hat der normale Student während des Studiums von der Forschungsqualität der Hochschule? gar nichts!

Naja, ganz so ist das nicht. Zumindest bei den Diplomlern in der Informatik war es so, dass man zumindest ein Projekt und mehrere Seminare hatte. Bei dem Projekt sind auf jeden Fall auch Forschungsaspekte enthalten und bei vielen Seminaren auch. Dann war da noch die Studien und die Diplomarbeit. Zumindest die Diplomarbeit hat auf jeden Fall starken Forschungscharakter und setzt auf vorhandener Arbeit auf oder auf einer neuen Idee.

Das Problem was den Vergleich zwischen FH und UNI anbetrifft ist der, dass Unis generell mehr forschen während die FHs ihen Schwerpunkt auf der Ausbildung haben. Wenn ich mich nicht irre schlägt sich das auch in den Lehrstunden der Professoren nieder. An einer FH darf man im übrigen nicht promovieren, bzw. indirekt schon, falls ein Professor einer UNI involviert ist (das war zumindest mein letzter Wissensstand, aber es hat sich ja einiges geändert).

Aber alles in allem klingt diese Idee für mich nach Müll und Aktivismus. Wenn man sonst nichts machen kann dann macht man halt Rotz, so etwas bezeichnet sich dann als Reform. Die sollten lieber die Forschung vor allemdie Grundlagenforschung stärken und die Unis und deren Einrichtung stärken statt sich vermutlich unter Drogeneinfluss (ich sage nur: Kokainspuren auf jedem Klodeckel in Dundestag) Blödsinn einfallen zu lassen.
 
ich für meinen teil sehe das umwandeln des status uni zu fh und umgekehrt als unsinnig an, eine qualitätsüberwachung und bewertung halte ich aber aufgrund meiner persönlichen negativen erfahrungen mit der fh für sehr sinnvoll. nur die maßnahme ist imho dazu ungeeignet.
 
[sauba] schrieb:
Was haltet ihr davon? Neben dem miserablen Schreibstil des Autors (der sich diesbezüglich wohl schon eine Meinung gebildet hat, da er keinen Moment auslässt, die FHs zu diskreditieren), den ich zu entschuldigen bitte, sehe ich da ein Bürokratiemonster.

Es ist schwer die Forschungsleistung zu messen. Viele Rankings gehen einfach nach der Zahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Das ist zu simpel ;)

Oft ist im dunkeln wie viel ein Dozent, Doktorand, wissenschaftlicher Mitarbeiter oder Professor wirklich dazu beigetragen hat.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass es einfach reicht eine Lesekorrektur zu machen und schon steht man auf der Autorenliste :D
 
Für mich ist das alles Unfug und Leichenschändung. Man sollte mal eher sich Gedanken machen über Dinge wie das verdammte Wissenschaftszeitgesetz.
So lange das nicht passiert... adieu Deutschland, du bist nicht der Nabel der Welt!

(P.S. Ich bin im Februar als Wissenschaftler in die USA gegangen aus akutem Perspektivmangel in Deutschland...)
 
Es geht nicht nur darum wieviel geforscht wird, sondern was das Forschungsziel ist. FHs sind, auch wenn sie Forschung betreiben, eher angewandt, das kann man nicht mit Grundlagenforschung, die an Unis betrieben wird, vergleichen.
 
@Queediab

erzähl mal mehr. Das einzige Problem mit der Forschung in DE sehe ich persönlich darin, dass die Wissenschaftler meist nur Zeitverträge bekommen. Damit ist tasächlich nichts zu planen. Wissenschaftler an den Hochschulen zu sein ist wirklich nichr gerade toll in DE. Oftmals gibt es höchstens 1/2 TVL 13, auch wenn sich hier langsam eine Trendwende abzeichnet.

Die Forschungsinstitute wie das Frauenhofer und co. sind aber (so weit ich weiss) vergleichbar mit US Forschungsinstituten. Aber wie gesagt, erzähl mal.
 
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