Filmen mit DSLM/DSLR, Bitrate, Handbrake, DaVinci Resolve, Canon R6

AllanPoe

Lieutenant
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Hallo Leute,

ich nutze eine Canon EOS R6 und habe dazu einige Fragen an die Fotografen unter euch.

1. Filmt ihr bei 50/60 fps in Standard 220 Mb/s (IPB), oder in Light 122 Mb/s(IPB) und kann jemand von euch da einen Unterschied sehen?
2. Mit viel Mb/s rendert ihr euer Video aus DaVinci Resolve raus, habt ihr verschiedene Bitraten getestet?
3. Bringt es einen sichtbaren Vorteil, mit 220 Mb/s gegenüber 122 Mb/s aufzunehmen, wenn ich das Video danach in 30-50 Mb/s render?
4.Mit welchen Handbrake Einstellungen seid ihr bei euren Videos zufrieden?
5. Ich kann auf einem WQHD 27" Monitor keinen Unterschied zwischen 220 Mb/s und 20 Mb/s sehen, ist das auf einem UHD Fernseher, der natürlich weiter weg steht groß anders?
6. Die Canon R6 nutzt ohne C-Log leider h.264 wodurch die Videos recht groß werden, wie würdet ihr Verfahren wenn ihr mit dem Video erstmal zufrieden seid, es aber evtl. später doch nochmal bearbeiten wollt, in h.264 lassen oder mit Handbrake z.B. mit RF16-18 in h.265 speichern um Platz zu sparen?
7. Wenn ihr ein Video mit z.B. DaVinci Resolve bearbeitet habt, behaltet ihr das Original dennoch?
8. Wie filmt ihr mit Autofokus, ohne das ihr euer Objektiv später auf den Aufnahmen hört (Aufsteckmikro)?

Für die, die es interessiert hier mal ein paar Werte von DaVinci Resolve.

4k 50fps Standard IPB 69 Sek. Video221 Mb/s1,80 GB
Davinci medium, high quality 50 Mb/s51,4 Mb/s428 MB
Davinci Nativ, hoch, Ausgewogen65,6 Mb/s546 MB
Davinci Nativ, Beste, Ausgewogen142 Mb/s1,15 GB
Davinci Nativ, Beste, Qualität146 Mb/s1,18 GB



Vielen Dank.:)
 
Zuletzt bearbeitet:
Vorab, ich besitze keine Canon R6, daher kann ich auf spezielle Fragen keine genaue Antwort geben. Ich möchte trotzdem versuchen einige Fragen generell zu beantworten.

Zu Frage 1:
Eine höhere Datenrate ermöglicht eher in der Nachbearbeitung im Schnittprogramm eine größere Anpassungsmöglichkeit des Materials. Ein direkter Unterschied ist meist nicht direkt zu erkennen.

Zu Frage 2:
Eine kleine Recherche hat ergeben, dass für deinen Anwendungsfall mit 50/60 FPS eine Rate von ca. 12-20 MB/s in FHD, oder 50-70 MB/s in 4K ausreichend sind.

Zu Frage 3:
Es verhält sich ähnlich zu Frage 1, die höhere Bitrate während der Aufnahme erlaubt etwas mehr Spielraum in der Nachbearbeitung. Allerdings nimmst du richtig an, dass eine zu starke Kompression beim finalen Rendern die Benefits wieder schwinden lässt.

Zu Frage 4:
Bisher immer nur in voller Qualität in andere Codecs oder Frameraten umgewandelt.

Zu Frage 5:
In UHD kann durchaus ein Unterschied auftreten, je nach Fernseher, Farbspektrum und Auflösung. UHD benötigt für gute Qualität eine durchaus höhere Bitrate. Bei einer zu geringen Rate können zum Beispiel Farben nicht richtig abgestuft werden und es entstehen harte Kanten bei Farbübergängen.

Zu Frage 6:
Da kann ich keine genaue Angabe machen.

Zu Frage 7:
Das ist für mich eine Frage des Speicherplatz. Oft behalte ich das original Material noch für den Fall, dass doch nochmal etwas geändert werden muss. Nach einiger Zeit, wenn mal wieder Speicherplatz frei werden muss, werden dann langsam die ältesten und unwichtigsten Daten gelöscht.

Zu Frage 8:
Da ich keine Canon besitze, kann ich da leider auch keine genaue Angabe machen. Falls es die Situation aber hergibt, kann auf manuellen Fokus und eine geschlossenere Blende gesetzt werden, eventuell mit etwas manuellem Nachfokussieren.

Darf ich fragen, was denn gefilmt wird? Dann lässt sich vielleicht eine bessere Lösung finden.
Ansonsten hoffe ich, dass ich etwas helfen konnte. Falls etwas an meinen Angaben nicht stimmt, korrigiert mich bitte :)
 
Es geht momentan um ein Kleinkind in der Familie, essen, spielen, krabbeln, usw.
Da nicht immer durchgehend laute Geräusche vorhanden sind, hört man den Autofokus auf den Aufnahmen oftmals.
Es wird meist mit dem RF 35mm 1.8 STM gefilmt welches schon leise (in Videobetrieb) ist im Vergleich zu anderen Linsen.
 
Verstehe, da ist es natürlich schwierig manuell zu fokussieren, dann kann ich in diesem Punkt tatsächlich leider nicht helfen.
 
Das RF 35mm ist allerdings nicht wirklich leise, sondern eher eines der lauteren RF Objektive. Fast alle günstigen RF STM primes sind laut, die superteuren 1.2 Gläser allerdings auch.

Für Video sind die neuen 1.4 primes top, allerdings auch eher teuer. Die usm zooms sind größtenteils auch etwas leiser, aber auch das neue 28-70 STM ist solide.
 
Zuletzt bearbeitet:
AllanPoe schrieb:
5. Ich kann auf einem WQHD 27" Monitor keinen Unterschied zwischen 220 Mb/s und 20 Mb/s sehen, ist das auf einem UHD Fernseher, der natürlich weiter weg steht groß anders?
Da geht für mich schon die Frage los, wie Du UHD auf den WQHD Monitor beim Abspielen herunter skalierst. Und dazu natürlich die übliche Frage des Betrachtungsabstandes.

Denn spiele ich meine UHD-Videos (nicht von der R6) auf meinem 27" WQHD Monitor mit VLC ab, sieht das WQHD-Vollbild anders aus wie eine der nicht sklalierten Ecken in Originalauflösung. Außer, ich bin mit meinen schlechten Augen in dem für mich normalen Videoabstand, dann liegt der fehlende Unterschied aber an mir und nicht am Video oder dem Monitor,.

Das mag aber trotzdem bei Dir und all Deinen bisherigen Motiven/Lichtbedingungen keinen sichtbaren Unterschied ergeben.

Für mich ist das ähnlich wie bei meinen Bildern: zu 95% reichen mir die JPGs OOC, in wenigen Fällen benötige ich ein 8 Bit (verlustbehaftet komprimierts) RAW, mehr habe ich in >20 Jahren für meine Motive noch nie vermisst. Weiss ich aber vorher nicht, was auf mich zukommt (das trift auch ca. 0,01% meiner Bilder zu) wird halt doch mit 12/14 Bit Raw lossless fotografiert.

Da krabbelt das Kind plötzlich nicht mehr auf dem heimischen Parkett sondern bei den Großeltern auf der Felldecke, es kommt noch (bisher nicht filmisch gekannt) das Streiflicht durch die Balkontüre und schon mag die Bewertung der Szene am Monitor anders aussehen wie alles, was Du bisher zu Hause aufgenommen hast.

Es wird aber vermutlich genauso Vergleiche im Netz zu den Videofähigkeiten der EOS R6 geben wie es diese für meine Nikon Z9 gibt.

AllanPoe schrieb:
wie würdet ihr Verfahren wenn ihr mit dem Video erstmal zufrieden seid, es aber evtl. später doch nochmal bearbeiten wollt
Genauso, wie ich das damals mit meinen DV-Tapes gemacht habe: das Original (inkl. Backup) aufheben. Spätestens, wenn ich den neuen Familienfilm aus alten Szenen schneiden möchte, will ich das nicht mit einem bereits herunter komprimierten Film machen. Oder doch, weil ich den nachträglich eingesprochenen Kommentar ebenfalls übernehmen möchte, das alte Schnittprojekt aber nicht mehr nutzbar ist.

220 MBit/s (Video) sind 27,5 MByte/s. Wie teuer ist eine 16 TB HDD? Als ext. HDD derzeit ca. 315€, also ca. 1/6 Deiner Kamera ohne Objektive.

Das sind, schon großzügig geschätzt, ca. 125 Stunden Quellvideo (oder 20 Min jeden Tag im Jahr). Das ganze für 315€ (oder 630€, wenn man das Backup dazu rechnet). Wenn 110 MBit/s reichen, ist es halt doppelt soviel.

Von daher würde ich mit AVIDemux/LosslessCut oder einem anderen Schnittprogramm, das ohne Reencoding die Videos an I-Frames schneiden kann, alles aus dem Quellvideo rausschmeißen, was mehr wie ein paar Sekunden echter Müll ist und den Rest im Original aufheben. Der Aufwand hält sich, wenn man das zeitnah nach der Aufnahme macht und nicht erst zur Rente, in engen Grenzen.

Aber klar, wenn mein Ziel nur einfach ein fertiger Film je Wochenende/Urlaub/WasAuchImmer wäre, dann reicht es auch, den fertigen Film aufzuheben und den Rest zu löschen, nachdem ich mir den fertigen Film einmal intensiv angeschaut habe.
 
-Daniel- schrieb:
Das RF 35mm ist allerdings nicht wirklich leise, sondern eher eines der lauteren RF Objektive.
Das RF 35mm ist im Fotobetrieb sehr laut, beim Filmen ist es leiser.
Meine EF Sigma Art Linsen sind noch lauter beim Filmen.
Besonders die Gesichtserkennung inkl. Augenerkennung, erzeugt durch das ständige Nachstellen im Nahbereich Geräusche.
Das 28-70 STM is mir leider noch zu teuer, gibt es Alternativen gerne auch gebrauchte EF Linsen?


 

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