Fiskalunion in Europa - was bedeutet das?

shaadar

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Hallo,

wegen der Probleme mit Griechenland und anderen Schuldnerstaaten und dem Europäischen Rettungsschirm wird oft eine Fiskalunion als Lösung genannt. Mit Google habe ich folgendes gefunden:

"Fiskalunion also. Die Ökonomen werden alle so tun, als wüssten sie was das heißt. So etwas ähnliches wie das, was Wolfgang Münchau in der FTD schreibt, nämlich eine:

echte Wirtschaftsunion mit gemeinsamen europäischen Anleihen, einem kleinen gemeinsamen Haushalt und einer gemeinsamen parlamentarischen Kontrolle. Dazu gehört auch eine Strategie zum Schuldenabbau in der europäischen Peripherie. Um die Probleme der Währungsunion strukturell zu lösen, bedarf es also eines für Deutsche unvorstellbaren Ausmaßes an politischer Union."

(http://blogs.taz.de/wortistik/2010/12/11/fiskalunion/)

Es bleiben mir aber Fragen offen.

Ein kleiner Haushalt? Dann gibt es doch nur wenig Geld, um gegen Krisen zu arbeiten?

Gemeinsame Europäische Anleihen? Ist das nicht unfair, wenn "Schuldenstaaten" Geld dadurch bekommen können und die starken Staaten immer dafür zahlen?
 
Genau deshalb sind Frankreich und Deutschland ja dagegen und versuchen es mit ihren EuroBond-Garantien.
 
Prestige Projekt Euro ist gescheitert nur wollen die Entscheidungsträger das nicht wahrheben, da sie einen internationalen gesichtsverlust befürchten. Die momentane Eurokrise wäre durch Wiederherstellung der Nationalsouveränität über die eigene Währung lösbar.

So sehe ich das.
 
im kleinen läuft solch ein system in deutscheland schon. in der gesetzlichen krankenversicherung. der stärkere, also hohes einkommen, zahlt mehr beitrag, als der schwächere, =weniger einkommen. ob das im großen stil, =europaweit, funktionieren kann und wird und ob es gerecht ist oder nicht, keine ahnung. jeder wird das anders empfinden.
 
Es gibt viele Fachwörter in diesem Zusammenhang, die immer eines bedeuten:

Wir bezahlen.
 
@dariopiz
Eine Rückkehr zur eigenen Währung wäre für Länder wie Griechenland oder Portugal fatal, da sie in Euro verschuldet sind, und im Falle einer Abwertung einer eigenen Währung aus der Schuldenspirale nicht mehr heraus kommen können.
Des Weiteren hat gerade Deutschland 10 Jahre vom Euro massiv profitiert - was spricht also gegen eine Verschuldung in gemeinsamen Anleihen, bei denen Deutschland etwas von dem erworbenen Geld zurück gibt?

Eurobonds helfen den Ländern am Meisten, die jetzt mit überbordenden Zinsen konfrontiert sind. So zahlt Griechenland derzeit knapp 18% des BIP nur an Zinsen an gierige Banken, die wir bei Zahlungsausfall dann retten. Eine momentan sehr sichere wie einträgliche Investition, die mit Eurobonds ein jähes Ende findet.
 
Europa muss weiter zusammenwachsen.
Das bedeutet natürlich für jeden einzelnen Staat auch einen Verzicht auf gewisse Souveränität und ja, es bedeutet auch, dass schwächere Staaten von größeren unterstützt werden. Es ist verständlich, dass dies nicht etwas ist, was innerhalb weniger Jahre zu vollziehen ist, sondern nur langsam und Schritt für Schritt, in langen Verhandlungen durchführbar ist.

Mir ist bekannt, dass es viele Europaskeptiker gibt und auch ich sehe teilweise Dinge, die falsch laufen. Da wäre nur mal die unendliche Bürokratie zu erwähnen, die sich teilweise mit absoluten, realitätsfremden Nichtigkeiten beschäftigt, für die der normale Bürger kein Verständnis hat (Ich denke da z.B. - jetzt mal am Stammtisch - als einfaches Beispiel was jeder kennt, an die Maßvorgaben der EU für Obst und Gemüße :freak:). Diese Bürokratie und Beschäftigung mit sich selbst liegt imho aber auch daran, dass die Einflussmöglichkeiten der EU noch vergleichsweise gering sind, im Vergleich z.B. zu einem nationalen Parlament.

Nur was ist denn die Alternative zu einem zusammenwachsenden Europa?
Die Alternative konnten wir die letzten 2.000 Jahre beobachten: 30 jähriger Krieg, hundertjähriger Krieg, erster und zweiter Weltkrieg, Napoleon, Englisch-Spanischer Krieg... muss ich weiter reden? Wir haben nun seit 60 Jahren Frieden in Westeuropa und dass ist nicht zuletzt damit begründet, dass Europa zusammenwächst und die einzelnen Nationalstaaten sich als Partner anerkennen und nicht als Erbfeinde.

Die Eurokriese ist vielleicht die erste echte Bewährungsprobe eines zusammenwachsenden Europas und ich fände es schade, wenn es bereits hieran zerbricht, weil einige Staaten und Regierungen den Geiste und die Bemühungen um Europa aus egoistischen (nationalen) Gründen vergessen. Es heißt "Bei Geld hört die Freundschaft auf" und grade deshalb muss sich jetzt beweisen, wie ernst wir es meinen mit Europa. Wenn wir hieran schon scheitern wird auch Europa scheitern.
 
@Wehrwolf
Made my day. Wirklich gut formuliert. :lol: :daumen:

Gestern hat die IWF-Chefin was von grundlegender Rekapitalisierung bei den Banken gesprochen. Hab da mal gefragt, was das überhaupt heißt: Crash.
Na schönen Dank!
 
@hapelo!!!!!!!!!!!!!!
warum hat deutschland profitiert? weil sich der großteil der deutschen den arsch aufreißt und ackert.

ich möchte dich erleben wenn du jahrelang geackert und geschuftet hast um einen bescheidenen gewinn zu erwirtschaften. dann kommt dein nachbar der jahrelang auf der faulen haut lag und das geld verschwendet hat.
der sagt dann zu dir, he alter gib mal was, du hast ja genug. lol
 
Das Problem ist doch, das die für die Schuldenkrise I & II verantwortlichen - die Banken - nicht haften wollen!
Sie wollen ja noch nichtmal jetzt nachdem sie schon gerettet wurden einen angemessenen Anteil leisten! Und da unsere Politiker nach ihrer "Karriere" in die Aufsichtsräte der Banken wechseln und auch ordentlich mitverdienen, werden die Banken auch nicht dazu verpflichtet.

Die Lösung wäre doch ganz einfach, nachdem die Banken Jahrzehnte lang an den Ländern verdient haben, brauchen sie nur kostenlose Kredite an die Schuldenstaaten zu geben. Die können sich in Ruhe sanieren, die Banken verlieren praktisch nichts, es gibt keine Angst mehr im Markt, die Börsen steigen wieder (Ausnahme die Bank-Aktien, die würden wohl ein wenig darunter leiden, aber nicht viel) und alle haben gewonnen!

Wird aber nicht gemacht, da die Banken auch weiter massiv Geld an den Schuldenländern verdienen wollen!
 
Fiskalunion = Transferunion

Meiner Meinung nach käme ein €-Ausstieg von Griechenland & Co. den Rest von Europa billiger.
Die Griechenlandkredite kann man sowieso zum Großteil abschreiben, ob mit oder ohne Austritt!
Dann lieber Austritt als Zeichen dafür, dass nur Länder im Euro sind, die sich ihn auch leisten können!
 
hapelo schrieb:
@dariopiz
Des Weiteren hat gerade Deutschland 10 Jahre vom Euro massiv profitiert - was spricht also gegen eine Verschuldung in gemeinsamen Anleihen, bei denen Deutschland etwas von dem erworbenen Geld zurück gibt?

Aha. Und wo haben wir profitiert? Meinst du weil die in den Medien berichten: Der Aufschwung ist da, wir haben nur noch 3 Mio Arbeitslose und es geht uns allen gut, ist das auch so?
Immer heißt es dann: Wir sind Exportweltmeister. Aha super. Den meisten ist glaube ich nicht bewusst, dass das garnicht so gut sind. Das heißt nämlich effektiv, dass wir von den anderen Ländern abhängig sind und überhaupt keine binnenwirtschaft mehr haben. Daher müssen Löhne gedrückt werden um mit den anderen Staaten mithalten zu können, damit sich der Export weiterhin lohnt.
Achja zum Thema aufschwung: Nur weil der Dax hoch geht heißt es nicht, dass es den Menschen besser geht. Die Armen sind immernoch arm, die Reichen sind noch reicher geworden und der Mittelstand hat sogar enrome Verluste erlitten. Hierzu mal den Link anschauen: http://www.youtube.com/watch?v=mLdg6zi3o6A
Wieso werden solche Statistiken nicht mal in der Tagesschau gezeigt????

Achja und Arbeitslose gibt es heute mehr als jemals zuvor, sie tauchen nur in der Statistik nicht auf. Leute die in Weiterbildungsmaßnahmen stecken, Aufstocker, 1 Euro Jobber etc tauchen in dieser Zahl nicht auf. In wirklichkeit sind es um die 13 Mio Leute die komplett oder Teilweise auf den Staat finanziell angewiesen sind. So viel zum Thema: Der Euro hat Deutschland geholfen.
Ich sage nicht, dass es mit einer eigenen Währung besser läuft, aber vielleicht besinnt sich die deutsche Politik mal wieder auf den eigenen MArkt.

Achja und wer Prozent rechnen kann und was mit dem Begriff Zinseszins anfangen kann wird sowieso merken, dass das momentane Geldsystem bald kollabieren muss. Lange machts der Euro nicht mehr und es wird dennoch weitergehen ;-)
 
ThomasK_7 schrieb:
Meiner Meinung nach käme ein €-Ausstieg von Griechenland & Co. den Rest von Europa billiger.

Und was hätten wir davon?
Nehmen wir Griechenland, Irland, Italien, Spanien und Portugal aus dem Euro. Dann können wir das ganze Projekt direkt begraben, von einer gemeinsamen europäischen Wärung bliebe dann nichts mehr übrig.

Als wir vom Euro profitiert haben war es uns nur lieb und billig. Und nun sollen wir beim ersten Anzeichen, dass wir auch mal etwas in die gemeinsame Sache investieren müssen, den Schwanz einziehen? Ich sage wir müssen die Krise gemeinsam durchstehen und somit der Welt beweisen, dass wir es ernst meinen. Da können wir alle nur gewinnen und die Währung wird stabiler als je zuvor, weil Vertrauen da ist in Europa.

Auch profitieren wir als Exportnation davon, wenn wir dafür sorgen, dass unsere europäischen Abnehmer weiterhin die nötige Kaufkraft haben für deutsche Erzeugnisse. Daher lieber jetzt kurzfristig ein paar magere Jahre haben anstatt langfristig unter einem vorschnellen Euro ausstieg zu leiden. Spatz in der Hand, statt Taube auf dem Dach.
Ergänzung ()

misterk87 schrieb:
Immer heißt es dann: Wir sind Exportweltmeister. Aha super. Den meisten ist glaube ich nicht bewusst, dass das garnicht so gut sind. Das heißt nämlich effektiv, dass wir von den anderen Ländern abhängig sind und überhaupt keine binnenwirtschaft mehr haben.

Und wo willst du all die deutsche Ingineurskunst verkaufen? Auf dem Binnenmarkt? Oder sollen die Arbeiter bei Mercedes und Thyssen demnächst wieder Felder bestellen gehen?
 
Zuletzt bearbeitet:
das problem bei den griechen ist ja net das sie net abreiten, sondern das sie keine steuern zahlen.... laut reportagen mehrere senderanstalten kann man die ja jut sehen wie schwer es war z.b. beim taxi ein quittung zu bekommen. wenn nämlich ein quittung ausgetellt wird muss der taxi fahrer steuern zaheln. und das will er net weil er dan selber zu wenig verdient. und das haben bis heute die griechen nicht kapiert!

und so entgehen den griechen milliarden euros an steuereinahmen....
 
Nossi schrieb:
Als wir vom Euro profitiert haben war es uns nur lieb und billig.

ICh widerhole mich einfach noch einmal: Glaubst du das weil es dir täglich im TV gesagt wird? Der einzige Teil der vom Euro jemals profitiert hat waren die obersten 10% der Gesellschaft.

Ich habe nicht von Feldern bewirtschaften gesprochen. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass Exportweltmeister toll klingt, dies aber nur sehr einseitig gedacht ist. Es sit nie gut sich abhängig zu machen. Global gesehen geht ohne Export nicht, seine gesamte Wirtschaft allerdings nur darauf auszurichten kann rech schnell fatal enden.

Und wohin Thyssen und Mercedes hinverkaufen ist garnicht so relevant. Es wird wirtschaftlich ja immer nur von Großkonzernen geredet, da bei deren Pleite ja immer gleich ein paar tausend Leute arbeitslos wären. Diese Firmen müssen dann gerettet werden, auch wenn diese wirtschaftlich eigentlich keine Zukunft haben. Dass wir keinen Mittelstand mehr haben, fällt langsam keinem mehr auf. Am Ende stehen dann 10 Großkonzerne und das ist dann die Zukunft?

Ich weiß nicht wie du zu dem Schluss kommst, dass wir diese Krise gemeinsam überwinden können. Schoneinmal zusammengerechnet wieviele Schulden Europa zusammen hat? Auch Deutschland ist total überschuldet, auch wenn man uns das versucht schön zu reden. Wie gesagt: Berechne mal den Zins der Schulden in ein paar Jahren mit Zinseszins. Die Funktion geht gegen unendlich. Diese Schulden wird niemand jemals wieder zurückzahlen können.

In Griechenland spart man jetzt und lässt die Bevölkerung dafür berappen. Die Reichen machen PArty, denn die interessiert das garnicht. Die moderne Diktatu wird über das Geld geführt. Man braucht garkeine Waffen mehr. Wer das Geld hat hat die Macht. Und daher wird demnächst mal wieder eine Umverteilung nötig sein.
 
hapelo schrieb:
Des Weiteren hat gerade Deutschland 10 Jahre vom Euro massiv profitiert - was spricht also gegen eine Verschuldung in gemeinsamen Anleihen, bei denen Deutschland etwas von dem erworbenen Geld zurück gibt?

Soso, Deutschland hat massiv profitiert? Oder vielleicht doch eher die deutsche Wirtschaft? Wer greift die Gewinne ab? Welche Gesellschaftsschichten konnten ihren Reichtum besonders steigern in den letzten Jahren? Was hatten denn im Gegensatz die Arbeitnehmer unterm Strich davon? Gar nichts. Stagnierende / sinkende Reallöhne waren der Dank. Aber da "wir Deutschen" ja so sehr vom Euro profitiert haben, sollten wir nun selbstverständlich etwas davon zurückgeben. Nur sollten dabei unbedingt Belastungen für Banken und Wirtschaft und damit für die Superreichen vermieden werden. :freak:

Allerdings wird es, so pervertiert wie die politische Kultur in diesem Land ist, tatsächlich so kommen. Eine Entschuldung der Griechen zu Lasten der Bürger, damit die eigentlichen Profiteure des Euro weiter ungehemmt und frei von Risiken von diesem entarteten System profiteren können.
 
Zuletzt bearbeitet:
hapelo schrieb:
@dariopiz
Eine Rückkehr zur eigenen Währung wäre für Länder wie Griechenland oder Portugal fatal, da sie in Euro verschuldet sind, und im Falle einer Abwertung einer eigenen Währung aus der Schuldenspirale nicht mehr heraus kommen können.

Das ist richtig, aber das haben sie sich selbst zuzuschreiben. Überall Korruption und Steuern zahlt man nur, wenn man Lust hat. Die sollten ihren eigenen Laden erst mal auf Vordermann bringen.

hapelo schrieb:
Des Weiteren hat gerade Deutschland 10 Jahre vom Euro massiv profitiert - was spricht also gegen eine Verschuldung in gemeinsamen Anleihen, bei denen Deutschland etwas von dem erworbenen Geld zurück gibt?

Das wird zwar oft behauptet, ist aber falsch. Ein Artikel dazu findet sich ebenfalls in der Wiwo. Demnach sind die Ausfuhren (Export) in den Nichteuroraum bedeutend stärker gestiegen, als innerhalb der EU. Die Arbeitnehmer haben in den letzten Jahren einen Realeinkommensverlust von ca. 20 Prozent hinnehmen müssen. Die Löhne in vielen Bereichen sind oftmals eine Frechheit von denen man nicht mal Leben kann. Die Inflation zuguterletzt frisst dann noch die angesparten Vermögen auf. - Toll wie wir doch profitieren :lol: .
hapelo schrieb:
Eurobonds helfen den Ländern am Meisten, die jetzt mit überbordenden Zinsen konfrontiert sind. So zahlt Griechenland derzeit knapp 18% des BIP nur an Zinsen an gierige Banken, die wir bei Zahlungsausfall dann retten. Eine momentan sehr sichere wie einträgliche Investition, die mit Eurobonds ein jähes Ende findet.
Der Euro ist eine politische Entscheidung gewesen (PS: Den Euro haben wir, weil es Frankreich so wollte und sonst nicht sein "Ja" zur teilweisen Wiedervereinigung gegeben hätte.), der Fern jeder Vernunft an der Realität vorbei (zu unterschiedlich stark entwickelte Wirtschaften und zu verschiedene Sichtwesen, Steuern, Kulturen etc. pp) eingeführt wurde. Deshalb und nur deshalb ist Griechenland im Euroraum trotz geschönter bzw. gefälschter Statistiken. Und nun sollen also diejenigen, die über ihre Verhältnisse gelebt haben wieder mit niedrigeren Zinsen belohnt werden? Dass wir und unsere Kinder mehr dafür zahlen müssen, obwohl wir jetzt schon weltweit mit die höchsten Steuern+Abgaben zahlen, scheint dich wohl nicht zu stören?
Und was die Banken angeht: Das sind normale Marktteilnehmer, die normalerweise wenn sie höhere Zinsen einnehmen wissen dass sie dadurch auch höhere Risiken eingehen. Wenn Griechenland pleite ist und nicht zahlen kann, dann haben die Banken eben Pech und müssen ihre Verluste realisieren. Aber das ist politisch nicht gewollt, denn dann würde ja die Umverteilungsmaschine Euro zusammenbrechen. Und nur deswegen können Banken/Sparer (auf Kosten der Steuerzahler) zur Zeit so gut daran verdienen.
 
Eurobonds sind ein Witz. Banken holen sich das Gled für 3% Zinsen und geben es für 18% an andere Länder weiter. Für Banken würde sich somit nichts ändern, dann im Ganzen kriegen sie das Gleiche. Die Tatsache, dass man Banken die Möglichkeit gegeben hat aus nichts Geld zu erschaffen, zerstört momentan dieses Geldsystem.
Ich bin für einen Spitzensteuersatz von 90%. Hat damals in Amerika auch geklappt. Zudem wird ja auch eines immer missverstanden: Ein spitzensteuersatz greift ja erst bei sowieso schon hohen einkommen. Wenn ich also einen Spitzesteuersatz von 90% habe und dieser ab 250 000 € beginnt, muss ich bei einem jährlichen Einkommen von 500 000 € nur die 250 000 € zu 90% versteuern. Ausgaben usw habe ich als Selbstständiger ja sowieso, also werde ich sowieso nicht die vollen 500 000 € versteuern müssen. Am ende bleiben dann im Jahr vielleicht 200 000€ netto übrig. Ohje die armen reichen Steuerzahler. Davon kann man natürlich nicht gut leben.

Aber es ist immer das Gleiche: Wenn man Arm ist sollen die Reichen zahlen und wenn man reich ist will man immer mehr, auch wenn man es niemals ausgeben können wird...
 
Ich möchte mich erst einmal an die Überschrift halten:

"Fiskalunion in Europa - was bedeutet das?"

...in erster Linie weitere Ablenkung von den eigentlichen Problemen !
Wir werden beschäftigt mit Begriffen wie Leerverkäufen, Immobilienblase und nicht zu akzeptierenden Bankern, die keine Moral kennen und verantwortungslos handeln.
Unsere schöne heile Welt ist in Gefahr ! Die Griechen gefährden das System Europa; weitere Staaten stehen auf der Kippe und es herrscht Unruhe in Europa.
Der Euro wackelt - Wo kann ich noch anlegen?
... es macht mich stutzig, wenn Bundesbank-Präsident Jens Weidmann und andere "bedeutende" Ökonomen auch unseres Landes z.B. in einer Fiskalunion einen Beitrag zur Bekämpfung der Staatsschuldenkrise sehen.
Erst Ende vergangener Woche schlug das "von der Leyen" in die gleiche Kerbe ! "Vereinigte europäische Staaten" war das Stichwort und es verdeutlicht prinzipiell lediglich nur den Gedanken, daß sich uns Regierende durchaus bewußt sind wo das Problem liegt.

Seit Jahren beobachten wir auf ökonomischen Gebiet globale Interessen. Gesellschaftliche Verhältnisse, die in einer Gesellschaft im Wechselspiel mit ökonomischen Fragen stehen, blieben national und tragen logischerweise wesentlich zu der uns bekannten aktuellen Situation bei. Ungereimtheiten in den europäischen Gesellschaften gehen also auf Fehlentwicklungen zwischen einem Gesellschaftssystem und seiner Ökonomie zurück.
Begriffe wie "Fiskalunion" oder "Vereinigte europäische Staaten" stellen also nichts anderes als den Versuch einer Angleichung beider, der gesellschaftlichen und der ökonomischen Ebene dar. Diese Ebenenannäherung soll gesellschaftliche Spannungen entscherfen und das Umfeld ökonomischer Interessen sichern - nicht mehr und nicht weniger !

Die Lösung habe ich auch nicht ! Fakt ist aber, daß selbst die Betrachtung "unserer" deutschen Gesellschaft durch Aspekte gekennzeichnet ist, die keineswegs bruhigen können: Staatsverschuldung, 10-13 Mio. Arbeitssuchende (ungenutztes Potential), Werteverfall, wegbrechen staatlicher Leistungen, Pleitewelle bei den Kommunen, ein sogg. Sozialsystem, welches lange schon den gesellschaftlichen Anforderungen nicht mehr entspricht.
Daß wir eigentlich die Schuldigen sind, ahnt mancher - wahrhaben möchte man es nicht !
Wir sind es, die an Demokratie glauben und akzeptieren, obwohl wir doch eigentlich wissen können, daß aktuelle Politik nichts anderes als Wegbereiter ökonomischer Interessen ist.
So mancher fühlt sich bereits heute angesichts der Nachrichten in den Medien verar... , andere entwickeln Stolz auf unser Land, der kaum nachvollziehbar ist, Schuldige werden gesucht, angeboten und gefunden - zu wirklicher Einsicht wird uns jedoch erst ökonomischer Druck führen, also gesellschaftliche Verhältnisse, die uns die Augen öffnen.

Wir werden von Griechenland lernen können !

MfG.
 
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