Für Hartz4 etwas tun

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Zitat BelaC: "was ist deine Bewertungsgrundlage? Meine ist der Vergleich mit anderen Ländern (siehe bex1) oder der Vergleich mit unserer Vergangenheit"

Der Vergleich hat zwei Vorzüge für die Leute, die sich unbedingt in Vorteil sehen wollen:
1. Ein Vergleich erklärt nie wie es tatsächlich läuft und warum - wer hat die Vorteile und wie das eingerichtet ist.
2. Um sein Bedürfnis nach Bestätigung zu befriedigen, wählt man nur den passenden Vergleich und hat so ganz billig seinen Beweis.

Soll ich mich damit abspeisen lassen?
 
@ andiac

Es gibt genug Positionen, in die man sich eben nicht in 3-4 Wochen einarbeiten kann und in denen man Erfahrung benötigt um die richtigen Ideen zu haben, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die richtigen Techniken zu kennen. Hinzu kommt noch, dass die Person in dieser Position meist auch noch die Verantwortung für das Gelingen und Scheitern des z.B. Projektes oder den Bereich trägt.
Die Person wird sowieso alle "unkritischen" Dinge delegieren. Trotzdem wird noch mehr als genug Arbeit übrig bleiben, um 50-60h einer Woche ohne Probleme zu füllen.
 
@ Seppuku

Ausnahmen bestätigen die Regel.
Es gibt mit Sicherheit genug Jobs, die man auf mehrere Personen aufteilen könnte.
 
@barista: Ich kann und möchte dir nicht vorschreiben, mit was du dich abspeisen lässt. Mir persönlich reichen aber diese Vergleiche als Beweis für die allgemeine Leistungsfähigkeit unseres Politik- und Wirtschaftssystems, auch wenn ich nicht mit allen Detaillösungen zufrieden bin.
 
@ andiac

Und ich kann dir versichern, dass es sich um keine Ausnahmen handelt, sondern die Regel ist, wenn man in einer etwas höheren Position ist.
Natürlich gibt es genug Jobs, bei denen man auch halbtags Arbeiten kann. Das wird ja in diesen Bereichen sowieso schon oft gemacht.
 
Ich hab erst kürzlich in von einer sogenannten Glücksstudie gehört. In dieser Studie wurde der Glückszustand in den verschiedenen Zeiten miteinander verglichen. Und dabei kam heraus, dass zwar der finanzielle Reichtum seit vielen Jahren stets zugenommen hat. Das Glück hingegen hat sich nicht vermehrt.
Es stellt sich also die Frage, ob wir rein auf wirtschaftlichem Wege überhaupt dafür sorgen können, dass es uns allen besser geht. Die Studie gibt die Antwort "nein". Nur die Unterschicht hat durch mehr Geld auch mehr Glück/Zufriedenheit.

Leider habe ich die Studie nicht gelesen, sondern nur im TV von ihr gehört. Deshalb kann ich sie nicht verlinken.

Edit: In dieser Sendung (Anne Will) wurde die Studie kurz zitiert: http://www.youtube.com/watch?v=ZEJpHL2rkEE
 
Zuletzt bearbeitet:
BelaC schrieb:
... Mal abgesehen davon, dass es Dinge wie Rente, Arbeitslosengeld etc. damals überhaupt nicht gab.

... das wir wieder auf dem Weg dorthin sind ist dir aber klar. Und sicher kann ich mich mit einem afrikanischen Bauern vergleichen der 20 Euro im Monat zum Leben hat und dann sagen: he he, es geht mir prächtig. Ich kann mich aber auch mit einem Einkommensmillionär vergleichen und sagen: he he, wie gehts mir Scheisse. Und das die Produktivität eines Einzelnen um etwa 200 mal so hoch ist wie Anno 1850 ist bekannt?
Ergänzung ()

@Seppuku,

es mag seltene betriebliche Anforderungen geben, die es notwendig machen, dass jemand 100% arbeitet und nicht z.B. 50%. Diese müssen aber einer sozialgerichtlichen Prüfung standhalten.
 
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bex1 schrieb:
Wo denkst du ist der absolute Lebenstandard höher?
Umverteilung generiert keinen Wohlstand.

Lebensstandard und höher ist subjektiv.
Vergleicht man das Gefühl der Zufriedenheit so gibt es zwar generell nicht die Aussage "ärmere sind zufriedener" aber es gibt eine Tendenz das ein hoher Lebensstandard und Wohlstand nicht unbedingt mit Zufriedenheit kolleriert. In Sachen Zufriedenheit sind Südamerikanische und selbst afrikanische Staaten mit Vorn vertreten allerdings sind die Umstände ganz anders.
Wichtig für uns "Moderne" ist eine wirtschaftliche und sozial-kulturelle Teilhabe.
Phrasen die sich übrigens im jeden Wahlprogramm finden ...


bex1 schrieb:
Außerdem steigen die Löhne weil die Produktivität steigt.

Ich liebe Märchen. :D
Dir ist schon bewusst das in Deutschland in Sachen Produktivität spitzenreiter ist?
Die Löhne sind natürlich auch entsprechend nach oben gegangen, unser Statistisches Bundesamt hat dies auch festgestellt nicht wahr? ;) (Ironie)
Dazu zwei Artikel: "Deutsche XXL-Arbeitskosten".
Reallöhne auf dem Niveau wie vor 19 Jahren

Höhere Löhne und entsprechend mehr Geld in der Tasche wird bei einigen Bereichen zu mehr Einnahmen führen. Man kann außerdem definitiv nicht im Vorfeld sagen das bei höheren Löhnen die Menge an Kunden zum Beispiel bei Friseuren auch unverändert bleibt und somit die Einnahmen wegbrechen.
Der Gang zum Friseur hat für mich zumindest einen sozialen Teilhabeeffekt.
Ein Spaß den sich Geringverdienende nur selten oder gar nicht (Selbstschneiden) leisten.
Als ich und Ausbildung und Studium durchführte hatte ich meine Haare dank diesen günstigen Rassierern auch selbst geschnitten, jetzt seit ich arbeite gehe ich zum Friseur weil ich es mir auch leisten kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zitat bex: "Außerdem steigen die Löhne weil die Produktivität steigt"

Peinlich.

Also Produktivität steigt, wenn eine Firma mit weniger Arbeit mehr Ware produziert. Wie geht das? Man kauft neue Maschinen und wirft einen Teil der Belegschaft raus, weil man die mehr produzierte Waren, wenn nicht gleich aber dann bald billiger verkaufen muss, also die Konkurrenz (die schläft bekannterweise nicht!) unterbietet. Eine Firma steigt die Produktivität eben um seine Gewinne zu steigern und nicht die Löhne.

/EDIT

@BelaC
Wie ich es sagte: wenn du mit etwas zufrieden sein willst, wählst du dir halt den passenden Vergleich aus. So kriegst du immer recht.
 
Zuletzt bearbeitet:
... man hat noch in den 70ern daran gedacht Maschinensteuern (für die Sozialkassen) einzuführen: jede Maschine die einen Menschen ersetzt zahlt anstatt des Menschen die Steuern. So wären manche Probleme erst gar nicht auf dem Tisch.
 
barista schrieb:
@BelaC
Wie ich es sagte: wenn du mit etwas zufrieden sein willst, wählst du dir halt den passenden Vergleich aus. So kriegst du immer recht.

Und wenn du mit etwas unzufrieden sein willst, nimmst du einfach gar keinen Vergleich und sagst es ist schlecht, weil du es schlecht findest. Soweit sind wir also gar nicht auseinander :)
 
Du machst schon wieder einen Vergleich und findest dich dabei ganz schlau.

So ist es nicht. Der Vergleich ist keine Verstandesleistung. Es kommt auch kein Wissen über die Sache raus, wenn du den Vergleich so aussuchst, dass am Ende herauskommt, was du haben willst. Und das unabhängig davon, ob du eine gute oder eine schlechte Meinung bestätigt haben willst. Dein Urteil steht also schon vorher fest, also ist ein Vorurteil. Dazu suchst du dir nur den passenden, bestätigenden Vergleich.

Du vergleichst und nicht ich, weil du auf eine 'Rechtfertigung' scharf bist.
 
@barista
kaufst du Autos, Kleidung, deinen PC, deine Nahrung usw. etwa auch ohne es jemals mit anderen zu vergleichen?
Um etwas bewerten zu können muss ich es mit bereits bestehenden vergleichen, ansonsten ist eine Beurteilung einer Sache nicht möglich!
 
... sicher vergleicht man, aber man vergleicht ähnliches mit ähnlichem. Deutschland mit Nordkorea zu vergleichen halte ich für nicht sinnvoll genausowenig, wie es mit 1850 zu vergleichen.

nicoc schrieb:
... Und sicher kann ich mich mit einem afrikanischen Bauern vergleichen der 20 Euro im Monat zum Leben hat und dann sagen: he he, es geht mir prächtig. Ich kann mich aber auch mit einem Einkommensmillionär vergleichen und sagen: he he, wie gehts mir Scheisse...

... vielleicht mit Ländern vergleichen wo die Löhne um 20% gestiegen sind?
 
Zuletzt bearbeitet:
@fonce

Es ging um einen Sachverhalt und nichts anderes. Da muss man sich diesen Sachverhalt mit den Verstand nach aller Regel der Logik erklären.

Wenn ich etwas kaufe und dabei mehrere Varianten habe, entscheide ich mich in Rahmen der Möglichkeit meiner Geldtasche, also muss ich mir nichts erklären, außer vielleicht warum ich so beschissen wenig Geld habe.
 
Shader schrieb:
Ich liebe Märchen. :D
Dir ist schon bewusst das in Deutschland in Sachen Produktivität spitzenreiter ist?
Die Löhne sind natürlich auch entsprechend nach oben gegangen, unser Statistisches Bundesamt hat dies auch festgestellt nicht wahr? ;) (Ironie)
Dazu zwei Artikel: "Deutsche XXL-Arbeitskosten".
Reallöhne auf dem Niveau wie vor 19 Jahren

Der Reallohn ist bei der Bewertung von "Lebensstandard" zweitrangig. Entscheidend ist die Kaufkraft pro Lohnminute, also die Arbeitszeit die durchschnittlich aufzubringen ist, um ein bestimmtes Gut zu erwerben. Ein Sinken des Reallohns bedeutet also nicht zwangsläufig, dass mehr Arbeit für ein Gut aufzubringen ist. ;)

http://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/vwl2/downloads/mikro1/kaufkraft.pdf
 
... zugrunde gelegt werden 13,79 Euro Netto pro Arbeitstunde. Das wären ca. 2600 Brutto im Monat (160 Std.). Wie hoch ist der Anteil derjenigen, die soviel verdienen? Und hast du dir mal die Mühe gemacht, die Spalten von 1991 und 2008 auszuwerten? 1991 ein Fernseher 803 Euro und heute 250 Euro? Schweinekotellet 7,18 Euro. Sebst bei LIDL dürfte der Preis höher sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Worauf möchtest Du hinaus? Statistiken arbeiten mit Durchschnittswerten. 2.600€ Brutto ist ebenso ein Durchschnittswert. In der Masse arbeiten wir für viele Produkte eben weniger, als es vor 20 oder 30 Jahren noch der Fall war, ganz unabhängig von Inflation oder Reallohnentwicklung.

Das ist natürlich weniger beeindruckend, als sich jährlich über die sinkenden Löhne zu beschweren. Selbst für einen Liter Benzin/Diesel müssen wir, trotz Preissteigerung, im Schnitt weniger arbeiten.
 
... die Frage wäre eher, was bringt die Statisk für verwertbare Erkenntnisse? Wenn jemand im Jahre 2000 1600,- verdient hat und 2010 1536,- muss er für 1Kg Brot mehr arbeiten. Und der Reallohnverlust beträgt nun mal -4%. Im Gegensatz zu dir leite ich aus der Studie ab, dass wenige sich mehr leisten könnenbzw. weniger dafür arbeiten müssen und viele weniger. Das liegt daran, dass eben in den oberen Gehaltsklassen immer mehr verdient wird und in den mittleren und unteren immer weniger.
 
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