Für Hartz4 etwas tun

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... kommt vielleicht beim nächsten mal. Scherz beiseite: Dass der Wachdienst ein Dumpinglohnbereich ist, dürfte bekannt sein. Das dort eher öfters (jetzt nich unbedingt Türsteher bei Discos) gestrandete Existenzen ihren letzten Strohalm finden dürfte auch nicht gänzlich unbekannt sein. Das Arbeitgeber das auch sehen ist wahrscheinlich. Allgemein dürfte Arbeitserfahrung im Dumpinglohnbereich die Vita beschädigen.
 
naja die Chancengleichheit, gibts wohl nur in Utopia....wer zB kann garantieren, dass sich hinter einer schlechten Vita, kein guter Mitarbeiter befindet? Man weiss nie warum was, wie gelaufen ist, wenn man schon Vorurteile hat.
Ansonsten kenne ich durchaus einige Leute, die sagen würden, dass sich im öffentlichen Dienst durchaus viele Müßiggänger tummeln.
 
Ja das mit der Chancengleichheit ist manchmal echt so eine Sache...

Ein bekannter von mir ist gelernter Verwaltungsfachangestellter. Nach seiner Ausbildung ist er direkt in ALG2 gerutscht. Sein damaliger Sachbearbeiter hatte ihm die Auflage gegeben sich bei einem Wachschutz und einem Subunternehmen der DB vorzustellen.

Bei der DB sollte er Fahrscheine in Berliner U/S-Bahnen Kontrollieren. Sein Stundenlohn sollte 3,50€uro betragen incl Wochenendarbeit. Dies war ihm verständlicherweise bedeutend zu wenig wenn man alleine schon an die gefahren denkt die einem in Berliner Stadtleben begegnen kann.

Er hat dann diese Tätigkeit freundlich abgelehnt und seinen Standpunkt erklärt. Das Subunternehmen konnte es verstehen und hat dennoch bei seinem Sachbearbeiter angerufen und angegeben, das er diese Arbeit ohne Begründung abgelehnt hätte. Das Jobcenter hatte meinem bekannten dann mit einer Sanktion gedroht, worauf er sich beim Wachschutz vorgestellt, und angenommen hat.

Sein Ziel im öffentlichen Dienst als Verwaltungsfachangestellter zu Arbeiten ist somit sehr gering geworden. Alle Bewerbungen hat er binnen 1Woche ohne Begründung zurück bekommen und dies trotz sehr gutem Zeugnis. Ich habe ihm den Tipp gegeben den Lebenslauf im Bereich Wachschutz zu streichen.

Er hat seit dem fünf Bewerbungen Geschrieben und hat zwei Vorstellungsgespräche bekommen. Er ist heute zwar noch immer auf der Suche nach Arbeit, zeigt aber sehr deutlich was es Ausmacht wenn man in der Falsche Brange gearbeitet hat. Dies spiegelt leider auch meine Eigene Berufserfahrung wieder.

Nur bin ich mir sicher, das dies sehr sehr vielen Menschen Passiert, die eine sehr gute Ausbildung besitzen aber vom Center Angebote aufgezwungen bekommen und ihre Berufliche Laufbahn schädigen statt fördern. Denn die Begründung "Hauptsache Arbeit" steht leider immer mehr im Mittelpunkt
 
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Ich glaube, was ihr hier mit Chancengleichheit meint, ist eine Situation, in der jeder und jede die gleiche, nicht nur formale, sondern auch soziale/materielle Ausgangslage hat, um sich am Markt, in der Konkurrenz, im Berufsleben zu bewähren.
Jetzt muss man mal kurz genau hinschauen und die Logik einer solchen Vorstellung abklopfen: In einem System, das auf der Konkurrenz von freien und gleichen Privateigentümern aufgebaut ist, soll es also so sein, dass alle die gleiche soziale Ausgangslage haben sollen? Wie soll das funktionieren? In einer Konkurrenzsituation ist doch schon mit eingeschlossen, dass manche es weiter, manche es nicht so weit bringen. Die Forderung nach einer gleichen sozialen Ausgangslage, aber trotzdem mit dem Beibehalten des Konkurrenzprinzips, das per definitionem Ungleichheit in der sozialen Lage produziert, ist grober Schwachsinn, schlicht unlogisch.
Chancengleichheit hier in Deutschland meint also was ganz anderes. Es meint, dass alle Menschen vor dem Gesetz als Freie und Gleiche gelten und als solche Gleichgestellte in der Konkurrenz sich bewähren dürfen und auch bewähren sollen. Nichts anderes meint Chancengleichheit: Als Freier und Gleicher gegen andere Freie und Gleiche antreten. Und diese Chancengleichheit ist bereits verwirklicht.
Chancengleichheit meint nie und nimmer die soziale Lage und kann sie gar nicht meinen, denn diese ist schon durch das Konkurrenzprinzip als jeweils unterschiedliche festgelegt.
Was ergibt sich daraus? Soziale Ungleichheit ist also Resultat der Chancengleichheit.
 
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^^ den Satz sollte man sich einrahmen

Soziale Ungleichheit ist also Resultat der Chancengleichheit.

Ich hör aber jetzt schon wie es die meisten nicht wahr haben wollen.

"Ja, das System mit der Konkurrenz ist schon ein bischen fies, aber WIR MENSCHEN müssen uns sozialer Verhalten. Spenden, H4 erhöhen, bessere Löhne zahlen usw...."

und schon hat man vor lauter Gutmenschentum wieder gar nix begriffen.
 
naja das bestreitet ja auch keiner. Die Frage ist nur, wie man die Menschen am unteren Ende ihr Dasein fristen lässt.
 
... wenn es 10 Arbeitsplätze gibt und 20 Bewerber mögen die Chancen für Jeden, den Platz zu bekommen, die Gleichen sein... Ergebnis ist klar. Muss aber nicht zur sozialen Ungleichheit führen.
 
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Muss aber nicht zur sozialen Ungleichheit führen.

Aha, interessant. Warum denn nicht? Erklärung bitte.
 
... du kannst jedem einen Halbtagsanstellung geben. Man könnte auch die "soziale Ungleichheit" dadurch auffangen, dass man diejenigen die bei obigen Beisspiel rausfallen, nicht mit H4 bestraft sondern ihnen mehr Geld zur Verfügung stellt, damit eben keine "soziale" sondern nur eine geringfügige Ungleichheit entsteht. Nach dem Motto: wir sitzen alle im gleichen Boot.
 
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"...Halbtagsanstellung..."

Das ist nicht drin, nicoc...

Unsere Gesellschaft gründet auf dem Konsens, den auch du nicht angreifst, dass was man besitzt und egal was und wie viel das ist, sein Kapital ist. Das heißt Privateigentum, ist unantastbar genau wie die Würde des Bürgers und führt zuerst zu der Absurdität, dass viele die nichts besitzen, sich im Besitz eines nicht besonders schlagkräftigen 'Kapitals' wähnen - ihrer eigenen Arbeitsfähigkeit. D.h. ihre körperliche Existenz, die Bedingung eines Besitzes ist, wird ihnen zu Besitz erklärt. Inwieweit ihnen unter diesen Bedingungen Würde zukommen kann, erklären die bürgerlichen Ideologen seit Jahrzehnten mit zunehmendem Erfolg.

Dieser Umstand führt dann dazu, wie th3o dargelegt hat, dass die Chancengleichheit in sozialer Ungleichheit endet und letzten Endes, die 'Untastbarkeit' des Eigentums (an Produktionsmitteln, die gesellschaftlichen Reichtum in der Hand von privaten Personen produziert, - versteht sich!) zur Enteignung führt!
 
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Ich finde es dennoch sehr grotesk, wenn ein Politiker, welcher auch immer, es gibt genug davon, prahlen mit wie wenig Geld man auskommt, dass Familien durchschnittlich 1,8 Windeln brauchen und sonstige Berechnungen, die eigentlich an Hohn grenzen, und Geld bis zum erbrechen bekommen.

Ja da sollte man doch mal anpacken liebe Freunde. Runter mit den Gehältern im Bundestag.

Niemand streitet ab, dass ein Bundeskanzler oder ein Beamter mehr bekommen sollte als jemand ohne Arbeit. Aber wo bitte sind da die Verhältnisse? In die gesetzliche Krankenkasse wird auch nicht eingezahlt, aber die haben ja soviel minus, da MUSS dem kleinen Mann ja einfach ne Erhöhung drohen.

Und Renten zahlen sie auch nicht ein, jaja, die kriegen ja Diäten keine Renten. Die steigen nicht um 5 Euro. Die steigen um hunderte Euro.

Ebenso in Unternehmen, anstatt die besser verdienenden höher zu besteuern, so könnte man die Mittel- und Unterschicht entlasten und denen weniger Steuern aufbrummen, was zu weniger staatlicher Hilfe resultiert, wird dem, der wenig hat noch das letzte Hemd ausgezogen im weiterführenden Sinne.

@Muadib
Ich finde es so, wie du es schreibst sehr lobenswert, ehrlich und wirklich hoch geschätzt. Das ist wirklich Charakter wenn man sagt, man möchte nicht vom Staat leben und für sein eigenes Leben sorgen. Immer was tun und dann kann man das auch von anderen verlangen. Richtig.

Ich stehe jedoch ein wenig anders dazu. Ein Bekannter ist mit 56 Jahren arbeitslos geworden.
Erstmal Transfergesellschaft, dann Arbeitslosengeld 1 usw. Durch göttliche Fügung und tausenden von Formularen die ich ausfällen musste (weil man mit 56 Jahren überhaupt nicht mehr durch den Wust durchblickt), haben wir für ihn nun die Frührente durch.

Die Berechnung des Amtes für evtl. Hartz4 sah nämlich so aus:
"Geld fürs Alter zurückgelegt in Lebensversicherung."
"Geld fürs Alter zurückgelegt in Rentenversicherung."

Er hätte trotz seiner 42 jährigen, ununterbrochenen Beschäftigung nicht einen Heller bekommen, weil er sich ja schon in jungen Jahren was aus Seite gelegt hat.

So wie du es tun willst und wie ich es ansich tun wollte. Das hat mir aber die Augen geöffnet. Man halte mich jetzt für einen Sozialschmarotzer, aber wenn jemand 42 Jahre lang einzahlt, er verdiente nicht viel, aber genug um was sparen zu können. Wenn dieser jemand jetzt arbeitslos wird, und dem dann gesagt wird: "Naja, aber sie haben ja fürs Alter was zurückgelegt, da können sie ja jetzt von leben. Wenn das Geld weg ist bekommen sie von uns was."
dann ist das ungerecht, unsozial und der nackte Wahnsinn. Anstatt sich auf einen Kompromiss einzulassen, um eben dem Staat nicht "auf der Tasche" zu liegen wird ihm die in zukunftsabsicht erstellte Rente aus der Tasche gezogen. Er wird sozusagen enteignet.

Im krassen Gegensatz dazu. Ein entfernter Verwandter von mir war schon immer ein Draufgänger und Lebe-Mensch. Der hat sich damals, als das noch ging, die Rente auszahlen lassen. Er hat sich mit Prostituierten, Alkohol und schönen Karibikurlauben zwei wunderschöne Jahre gegönnt. Danach hat er Sozialhilfe angemeldet und bekommt sein Geld, weil er ja nichts hat. Klasse oder? Er lebt jetzt von Hartz4 und seiner Schwarzarbeit und führt ein glückliches, zufriedenes Leben.

Auf der einen Seite halte ich ihn für das Letzte. Auf der anderen Seite fragt man sich: Wen hat er jetzt eigentlich beschissen? Er hat in den 2 Jahren sicherlich ein wahres Lebenserlebnis gehabt. Und das zu Lasten aller Steuerzahler. Aber machen DAS nicht auch die Reichen des Staates so? Wie kann ich E10 einführen wenn ich selber eh auf staatskosten durch die Pampa gefahren werde? Wie kann ich mich erdreisten, zu sagen, man käme mit 300€ aus wenn ich selber das 20-fache bekomme?

Da zweifelt man. Und da denke ich immer: Wenn du jetzt 40 Jahre lang auf was verzichten würdest, um für dein Alter zu sparen. Und dann wird dir das weggenommen wenn du arbeitslos bist, VERPRASS ES. Einfach nichts mehr da, tiefer als in die Sozialhilfe kannst du nicht fallen, ein leben ist möglich, wenn auch mit wenig Luxus und hartem hantieren mit Geld. Aber zu sparen um das dann ausgeben zu müssen. Nein.
 
@Onkelhitman,

das heißt, du würdest Hartz 4 unter bestimmten Bedingungen abschaffen?Weil es ja ungerecht ist laut deinem Beispiel.

"Ich finde es so, wie du es schreibst sehr lobenswert, ehrlich und wirklich hoch geschätzt. Das ist wirklich Charakter wenn man sagt, man möchte nicht vom Staat leben und für sein eigenes Leben sorgen. Immer was tun und dann kann man das auch von anderen verlangen. Richtig."

Ich finde es auch richtig, nur nicht unter Dumpinglohnbedingungen, die es auch noch ermöglichen, die anderen unter Druck zu setzen.
 
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Zitat Onkelhitman

Er hat sich mit Prostituierten, Alkohol und schönen Karibikurlauben zwei wunderschöne Jahre gegönnt....................Auf der einen Seite halte ich ihn für das Letzte. Auf der anderen Seite fragt man sich: Wen hat er jetzt eigentlich beschissen? Er hat in den 2 Jahren sicherlich ein wahres Lebenserlebnis gehabt


Ein "wahres LEbenserlebnis" - in der Tat.

Das sind wohl die Ziele der Menschen; Genuss und Konsum von und mit Allem und Jedem und davon soviel wie möglich.

Die Politiker verwalten und erhalten das Ganze - Systemkonform eben.

Einige fallen durch den Lattenrost - ungerecht, "grotesk" wie du schreibst - oder doch nur der ganz Normale lauf der Dinge.

Mit deiner Äußerung übers "wahre Lebenserlebnis" hast du doch schon kundgetan wohin die Reise geht - parallell noch das Schicksal der minder - Bemittelten beklagen.

Die perfekte Kombination einer absurden Argumentation.
 
"das heißt, du würdest Hartz 4 unter bestimmten Bedingungen abschaffen?Weil es ja ungerecht ist laut deinem Beispiel."

Nein ich wäre dafür eine Art Erhöhung des Satzes nach Arbeitsjahren einzuführen, der zwar einen Grundsatz enthält, dieser jedoch gestaffelt nach Arbeitsjahren gezahlt würde. Wer gearbeitet hat sollte entlohnt werden und nicht bestraft.

@DugDanger
Ahja, danke für dein Zitat. Hättest du den Rest auch noch gelesen und verstanden, hättest du mein Geschriebenes auch nicht missgedeutet.

Er hat für sich persönlich etwas bekommen, was er sich ansonsten nicht hätte leisten können. Dass er dabei an das Geld der Allgemeinheit geht ist empörend und beschämend, aber jetzt kann man sich die Rente auch nicht mehr auszahlen lassen ;) . Mit Frau und Kinder ist das natürlich was anderes.

Das war SEIN Ziel, nicht die des Menschen.

"Die Politiker verwalten und erhalten das Ganze - Systemkonform eben. "

Systemkonform? Also ist es völlig normal, dass diese einen Arbeitslosen beleidigen, sich aber am nächsten Tag bei ihm offiziell beschuldigen und keine Konsequenz gezogen wird? Wenn der Arbeitslose jedoch den Politiker beschimpft. Uiuiui.

Von den Politikern die sich wirklich für Menschen im Land engagieren hört man nichts, und wird man nie was hören. Die sind entweder zu klein vertreten, oder werden vorher abgesägt. Ich habe hier noch einen netten Zeitungsbericht in ner Kiste auf dem Dachboden, da hat ein Politiker gesagt: Wenn die Renten gekürzt werden, sollten wir darüber nachdenken, ob nicht auch die Diäten gekürzt werden sollen.

Ich hab seinen Namen nie wieder irgendwo gelesen.

"Die perfekte Kombination einer absurden Argumentation. "

Wo ist das denn absurd? Das waren zwei Beispiele und daraus ein schluss gezogen. Was ich in 40 Jahren mache oder ob ich dann nicht unter den Vogonen arbeite ist doch völlig egal. Nur wenn jetzt schon auf mein Konto gesehen wird, wenn geguckt wird ob ich nicht doch eine Immobilie habe um dort meinen Lebensabend zu verbringen, wenn meine Lebensversicherung und Rentenversicherung, also zusammengefasst: Wenn meine Ersparnisse für die Zukunft so radikal dezimiert werden können, wie durch eine eventuelle Arbeitslosigkeit, warum sollte ich dann sparen?

Warum nicht einfach (ich bin nicht mein Onkel, so ein Leben könnte ich weder führen noch wollte ich es) auf nichts verzichten, gutes Essen konsumieren, teure Elektrogeräte haben, Urlaub machen und dann falls es mal schlimm kommt zwar auf diesen Luxus verzichten, nicht aber um gespartes Geld trauern.

Weil es doch sowieso nichts bringt das zu sparen.

Wenn den Leuten, welche so hart dafür gearbeitet haben und gespart haben wenigstens noch die Versicherungen bleiben würden, oder ein höherer Satz. Aber so ist es ja nicht. Die sind so niedrig angesetzt, dass jeder der 20 Jahre eingezahlt hat durch das Raster fällt.
 
keine Angst, ich habe dich schon richtig verstanden.

du hast vom "wunderschönen, wahren Leben gesprochen" und damit hast du sogar recht, weil Konsum und die finanziellen Mittel um zu konsumieren das anerkannte höchste Ziel in unserer Gesellschaft ist.
Um möglichst viel Konsumieren zu können muss man sein Einkommen maximieren indem man die Einnahmen hoch un die Kosten gering hält - um dann, wie in deinem Beispiel - sein Erspartes zu "verprassen".

Einkommens - oder Gewinnmaximierung, dass ist die oberste Maxime, weil Bedürfnisse nur über Einkommen befridigt werden können.

Genauso maximieren Politiker ihr Einkommen indem sie mit allen Mitteln versuchen möglichst viele Wählerstimmen zu bekommen - viele Stimmen - viel Macht - viel Geld.
Und genauso kann man das Wirtschaftssubjekt "Deutschland" betrachten: Ausgaben kürzen (wenig H4, Hürden beim H4 Antrag, Rentenkürzung, sparen bei der KKV usw...) um - genau - den "Nationen Gewinn" zu maximieren - Haushaltsdeffiziete zu senken, gute Bilanzen präsentieren, Exportüberschüsse.

Du siehst, ich versuche nur ein wenig Struktur in deine Argumente bringen.

Hinter all dem stehen natürlich persönliche Schicksale, so etwas kennt unser Wirtschaftssystem aber nicht, und es macht Sinn, sich die Funktionsweisen die dahinter stehen zu verinnerlichen.

Dann ist man viel weniger überrascht wenns mal wieder nicht so dolle läuft in unserem LAnd.
 
Da hast du natürlich recht.

Wie gesagt, ich würde schon eine wirkliche Steigerung, auch für die arbeitende Bevölkerung, sehen, wenn auf diese und deren Probleme auch eingegangen würde.

So etwa das Hartz 4 mit einer Art Jahresstaffelung. Was sagen wir? 20€ pro Arbeitsjahr im Monat aufs Hartz 4? Das wären bei 40 Jahre arbeiten und dann einer Arbeitslosigkeit im Monat 800€ mehr. Vergesst nicht, dass der Hartz-Satz schon relativ niedrig ist bevor ihr mich deswegen gleich tretet. Außerdem wird wohl nicht jeder ununterbrochen gearbeitet haben, wie du selber schon sagst. Aber eine Staffelung nach Arbeitsjahren finde ich sozial gerecht und fair, vor allem wird dann auch jeder gleich behandelt.

Zudem sollte darüber nachgedacht werden, Geld, welche für die Zukunft auf Seite gelegt wird anders zu berechnen. Natürlich sollte man nicht generell festlegen, dass das Geld nicht angetastet wird. So würde jeder "Reiche" das Geld in seinen Rentenvertrag stecken und hätte es dort sicher, könnte dann Geld beantragen. Vielmehr pro Lebensjahr und Arbeitsjahr eine Staffelung, sodass man mit zunehmenden Alter auch mehr Geld in diesen Versicherungen drin haben könnte. Lebens- und Rentenversicherung vor allem, dann natürlich auch mit Eigenheim, welches jedoch auch einen Wert nicht übersteigen darf. Wer eine Villa hat, braucht keine Stütze, wer aber nur eine Wohnung hat für sich zum leben sollte dennoch Geld bekommen für die Umkosten. Halte ich für gerecht, bei einem Mieter würde ja auch die Miete und demnach auch Versicherung + Hausnebenkosten bezahlt werden.

Hiermit würden wir auch den Anreiz geben zu arbeiten: Naja, du verdienst ja nicht soviel, aber wenn du dann mal arbeitslos wirst hast du wenigstens ein wenig mehr als wenn du zu hause bleibst.

Was dann logischerweise nicht geht, ist, dass man mit der Arbeit mehr bekommen würde als der neu berechnete Hartz-Satz.
 
Man kann sich unendlich viele Gedanken machen, wie man unser System sozialer gestalten kann, nur ist das vergebene Mühe.

Unsere politisch - kapitalistisch - marktwirtschaftliche "Demokratie" regelt sich selbst, über Angebot und Nachfrage, über Kosten und Gewinnmargen, über Konkurrenz (innerhalb und zwischen den Ländern).
Dabei ist "die Politik" ein Teil dieses Systems - Reformen werden im Sinne der Haushaltsbilanzen gemacht - nicht im Sinne der Menschen die hier leben.

Die Ausgaben werden gesenkt weil sie mit einem großen fetten MINUS Zeichen in der Bilanz stehen, sowohl auf Mikro Ebene (Löhne in Unternehmen) als auch auf Makro Ebene (Sozialtransfers).

Wenn dann eine Wahl ansteht, dann schaltet man schonmal ein paar AKWs ab oder Erhöht den Hartz 4 Satz um 5 Euro.
Ansonsten kommen die nächsten Kürzungen aber so sicher wie das Amen in der Kirche, weil es Systemlogisch ist.

Dabei ist der Adressat für eventuelle Kritik nicht die politische Klasse oder die Tarifparteien oder die Jobcenter:
Wem es nicht passt, wie der Laden hier so läuft, der brauch sich keine sozial romantischen Gedanken über unser Land machen und die Politiker zu mehr Gerechtigkeit drängen - nein, er muss sich mit den Ursachen auseinandersetzen.

Dabei hilft folgende Betrachtungsweise:

Deutschland als Wirtschaftssubjekt, ist nicht die Summe der wirtschaftlichen Akteuere, es ist ein eigenständiges Wirtschaftssubjekt.
 
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Aber eine Staffelung nach Arbeitsjahren finde ich sozial gerecht und fair, vor allem wird dann auch jeder gleich behandelt.

Und was ist dann mit denen, die wegen Krankheit nicht arbeiten konnten? Ist das sozial gerecht und fair, wenn die dann den niedrigsten Satz bekommen, weil sie nicht gearbeitet haben?


Dabei ist der Adressat für eventuelle Kritik nicht die politische Klasse oder die Tarifparteien oder die Jobcenter:
Wem es nicht passt, wie der Laden hier so läuft, der brauch sich keine sozial romantischen Gedanken über unser Land machen und die Politiker zu mehr Gerechtigkeit drängen - nein, er muss sich mit den Ursachen auseinandersetzen.

Wenn man das so macht, wie du vorschlägst, dann steht man am Ende aber trotzdem vor der Frage: "Wie ändere ich die Zustände?". Und die Zustände werden nunmal über die Politik entweder beibehalten oder geändert. Deshalb ist es auch angemessen, sich über die Politik zu beschweren, wenn es nicht so läuft wie gewünscht.
Du machst es den Politikern mit deiner Art und Weise sehr leicht und sprichst ihnen einen gehörigen Teil ihrer Verantwortung ab.
Wenn denn die Politiker diese Verantwortung nicht haben (so stellst du es ja dar), wer trägt die Verantwortung dann? Wer kann die Zustände wie ändern?
 
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Es wundert mich:

Man diskutiert über eine Staatsausgabe - Hartz 4 - benutzt dabei Vokabeln wie; gerecht, sozial, ungerecht, fair, unfair....

Wieso kann man unsere Welt nicht mal ausnahmsweise so betrachten wie sie ist - KAPITALISTISCH.
 
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