Für Hartz4 etwas tun

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@Shader

er meint Verlierer sind diejenigen die keine Arbeit finden,
aus dem Such-Raster der Unternehmen rausfallen.
Die Gruppe die aufs Abstellgleis geschoben werden, die unvermittelbar sind
(und bleiben).
 
Ach so, wenn der Vertrag nicht unterschrieben wird stehen einem keine Leistungen zu. Ich kenne mich da

nicht genau aus, aber ich hatte ja gesagt; man muß schriftlich bekunden an der Arbeitsaufnahme

interessiert zu sein und Zusatz; aktiv dafür Sorge zu tragen. Das wäre doch auch ein

Eingliederungsvertrag.

Einer sollte es mal versuchen.

Ich verstehe an der ganzen Sache eins nicht; warum sollte irgendjemand unterbezahlte Jobs annehmen,

wenn seine Ausbildung eine ganz andere, bessere ist.

Oder:

Die Krönung sind ja dann noch die Angebote bei denen H4 bei Vollzeit noch zusätzlich bezahlt werden

muß.



P.S. So Leute wie SheepSaver muß es ja auch geben. Wir leben schließlich in einem freien Staat. Aber er hat schon ein bißchen komische Vorstellungen. Nach dem Motto; du Verlierer ich Gewinner. Darum dürfte es die Menschenwürde betrachtend im eigentlichen Sinne nicht gehen. Ich bin mir nicht ganz sicher; ist das eine Form des Klassenkampfes oder des Neides?
 
achnu schrieb:
... Die Krönung sind ja dann noch die Angebote bei denen H4 bei Vollzeit noch zusätzlich bezahlt werden muß.

... du meinst die "Aufstocker". Scheint politisch gewollt zu sein. Schröder hat jetzt ja immerhin zugegeben, dass der Missbrauch von Leiharbeit aus dem Ruder gelaufen ist. Als ich Zypries (in ihrer Eigenschaft als MdB) in einem Gespräch gefragt hatte, warum das Ruder nicht umgelegt wurde als abzusehen war, welche Probleme die Freizügigkeit mit der Leiharbeit bringt, war das Gespräch zu Ende.
 
@achnu
Das sind keine komischen Vorstellungen, sondern ganz einfach Fakt. In einem System, das auf Wettbewerb ausgelegt ist und nur durch solchen funktionieren kann muss es "Gewinner" und "Verlierer" geben. Ich wüsste nicht, was Menschenwürde in diesem Kontext zu suchen hat. Mir ist jedenfalls kein Wettbewerb bekannt, in dem es nur Gewinner gibt. Jedwede Änderung, die die Gewinner schlechter stellen würde ist zum Scheitern veruteilt, da die Gewinner dieses System kontrollieren. Wenn du das nicht magst, dann schau dich nach einem anderen System um, aber mach dir keine falschen Hoffnungen, mal eben den Kapitalismus abzuschaffen. Das wird nicht geschehen. Oder wäre doch eher Kapitalismus mit Puderzucker oben drauf was für dich? Bleibt aber trotzdem das selbe System.
 
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... zwei tierische Vergleiche:

Kapitalismus ist wie ein wildes Pferd. Zähmen und Zügel anlegen ist schon eine gute Maßnahme (man muss das Pferd nicht gleich erschiessen). Weil, sonst gibt es bald keinen Reiter mehr auf dem Pferd.

Es gibt jede Menge politischer Entscheidungen die aus unserem "Kapitalismus" einen "Raubtierkapitalismus" gemacht haben. Wäre nicht notwendig gewesen.
 
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achnu schrieb:
Ich verstehe an der ganzen Sache eins nicht; warum sollte irgendjemand unterbezahlte Jobs annehmen,
wenn seine Ausbildung eine ganz andere, bessere ist.

Als Beispiel:
du hast ein Uni-Abschluß: Magister in Romanistik und Geschichte und findest kein Job.
Dann meldest du dich bei der ARGE und beantragst ALG-II

Die unterstützen dich dann bei der Suche und hören sich, wie du auch auf dem Arbeitsmarkt um. Finden die nach ein paar Wochen oder Monaten nichts, haben sie das Recht dir ein geringer qualifizierten Job und somit schlechter bezahlt, anzubieten. Lehnst du das Angebot ab, gibt es Geldkürzungen.
 
Die exakte Regelung zur Zumutbarkeit ist § 10 SGB II. Es gibt dazu keinen Anspruch auf eine Schonfrist. Wer Hartz4 bezieht, ist grundsätzlich dazu verpflichtet, alle erdenklichen Maßnahmen zu treffen, um seine Hilfebedürftigkeit zu reduzieren. Wenn das für einen Akademiker in Form eines Dumpinglohn-Jobs bereits am ersten Tag des Leistungsbezugs möglich wäre, müsste er diesen theoretisch annehmen, da sonst sofort sanktioniert wird.

Dass diese Regelung in der Praxis nicht immer mit dieser Strenge umgesetzt wird, mag schon sein. Aber auf eine anfängliche Schonfrist kann man sich auch als Akademiker im Zweifel nicht berufen.
 
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@nicoc

Du verfällst in diese ziemlich problematische Rhetorik von "Raubtierkapitalismus" vs. einen scheinbar davon befreiten Kapitalismus.
In einem guten Text hat der Politikwissenschaftler und Mathematiker Michael Heinrich diese Begrifflichkeit bei den sogenannten Globalisierungskritikern kritisiert. Im Text kritisiert er die Kapitalismuskritik und die Rhetorik dieser Bewegung als unzureichend und setzt sich für eine gründlichere Analyse und damit für eine 'bessere' Kritik ein.
Hier ein paar Stellen aus dem Text, den ich dir (aber nicht nur dir) dringend zu lesen empfehle:

Zentral für die Mehrheit der Bewegung ist die Kritik an der zunehmenden Verarmung der Länder des Südens sowie an Arbeitslosigkeit und Sozialabbau in den entwickelten kapitalistischen Ländern des Nordens. Als Ursache der kritisierten Entwicklungen wird die „neoliberale Globalisierung“ angesehen, die einen „Raubtierkapitalismus“ hervorgebracht habe.

[...]

Einen Ausweg versprechen sich die Globalisierungskritiker von einer erneuten „Fesselung“ des Kapitalismus: einer Bändigung der Finanzmärkte (etwa durch die Tobin Steuer) und einer Neuordnung des Weltmarkts, die den Entwicklungsländern „faire“ Preise und Kreditbedingungen einräumen soll. Und natürlich sollen auch die sozialstaatlichen „Errungenschaften“ der „Ersten Welt“ gegen die Angriffe des Kapitals verteidigt werden. Wichtigster Adressat der Forderungen der Globalisierungskritiker sind dabei die einzelnen Staaten und ihre Regierungen. Diese sollen endlich etwas fürs Gemeinwohl tun: nämlich ihre Bevölkerung gegen den „entfesselten Kapitalismus“ schützen.

[...]

Die Globalisierungskritiker erwarten sich vom Staat nichts geringeres als den Schutz der Bürger vor den zerstörerischen Auswirkungen kapitalistischer Entwicklung. Dabei wird unterstellt, der Staat solle als Hüter des „Gemeinwohls“ auftreten, tue dies aber nicht (oder jedenfalls nicht ausreichend). Ein Teil der globalisierungskritischen Bewegung versucht nun, vor allem durch Überzeugungsarbeit und mit Hilfe von Experten und Expertisen die Politiker von der „richtigen“ Politik zu überzeugen.

[...]

Indem sich der Staat den Eigentümern gegenüber (seien es nun Eigentümer von Produktionsmitteln oder nur von ihrer eigenen Arbeitskraft) ganz neutral verhält, sie als formell Gleiche behandelt und nur verlangt, dass Privateigentum und Vertrag akzeptiert werden, garantiert er das Kapitalverhältnis, ohne dass davon irgendwo explizit die Rede wäre.

Allerdings beschränkt sich das Verhältnis von Staat und kapitalistischer Ökonomie nicht auf die bloße Absicherung der Kapitalverwertung: für das Funktionieren des Staates ist es notwendig, dass die Kapitalverwertung möglichst profitabel vonstatten geht. Denn nur dann sprudeln auch die Steuern (egal ob sie nun in erster Linie von den Lohnabhängigen oder von den Kapitaleignern erhoben werden), die zur Finanzierung von Staatsapparat und Staatsaufgaben notwendig sind. Ist die Kapitalverwertung beeinträchtigt, sinken die Steuereinnahmen und zugleich wachsen die Sozialausgaben. Egal welche Partei an der Regierung ist, ihr erstes Ziel muss stets sein, dass es „unserer Wirtschaft“ gut geht. Und der Wirtschaft geht es nur gut, wenn die Profite hoch sind, nur dann sind Investitionen zu erwarten, die Arbeitsplätze und Steuereinnahmen bringen. Dieser strukturelle Zwang begrenzt sowohl die Einflussmöglichkeiten von „gesellschaftlichem Druck“ als auch von „alternativen“ oder „linken“ Parteien, selbst wenn sie es bis auf die Regierungsbänke schaffen.


Quelle: http://www.oekonomiekritik.de/505Entfesselter Kapitalismus.htm
 
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... "nur dann sind Investitionen zu erwarten".
Tja, wenn dem so wäre. Die Realität sieht aber so aus, dass die Investitionen zurück gehen aber die Gewinne steigen. Bei der aktuellen KK Debatte über den Supergau in Japan schön zu sehen.
Wenn aber tatsächlich mehr investiert würde, wäre das sicher nicht ein erster aber wichtiger Schritt. Und interessant wäre zu wissen für welche Seite der Mathematiker Michael Heinrich nun jetzt plädiert?
 
@th3o,

ich verstehe Deinen Standpunkt ehrlich gesagt nicht. Du packst hier eine Globalisierungskritiker Kritik, eines Mathematikers rein, der die "liberale" Weisheit gefressen hat. Mag ja alles sein, das sich die Wirtschaft verhält, wie er es beschreibt, doch grenzt er die 60er Jahre sehr schnell, duch die in den 70 Jahren erfolgte liberalisierung der Finazmärkte aus, die uns diesen ganzen Mist, den wir heute haben, aufzwang.

@nicoc


Unfug gelöscht,
 
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@nicoc
Inwiefern würde das die Erklärungskraft seiner Analyse mindern oder bereichern? Vor allem welche "Seiten" sollen das genau sein?

@Godde
Eine krassere Fehlinterpretation habe ich noch nie gelesen. Du hast wohl den Text nicht gelesen.
Für dich zum Mitschreiben: Kernaspekt des Textes ist gerade, dass er zeigen will, dass die Unterscheidung zwischen einem sogenannten Raubtierkapitalismus und einem 'normalen' Kapitalismus problematisch ist. Der Text ist, auch das nochmal zum Mitschreiben, kapitalismuskritischer Natur.
 
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... müsste mich mehr mit PROKLA beschäftigen und Vereinigung zur Kritik der politischen Ökonomie e.V.. Kann nicht wirklich viel dazu sagen.

@th3o,

Lobbyismus ist dir ja auch ein Begriff. Dadurch kann eine Analyse, auch gerade wenn sie z.B. von der Realität abweicht, stark beeinflusst werden. Aber wie gesagt, kenne den Verein nicht. Übrigens habe ich Herrn Heinrich ja schon in einem Punkt angezweifelt.
 
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@nicoc
Nur damit ich dich richtig verstehe: Ob ein Text etwas ordentlich darstellt oder nicht, ob die dort ausgeführten Inhalte stimmig sind oder nicht, das machst du erst davon abhängig ob der "Verein" dir in den Kram passt? Seltsamen Maßstab hast du da.
Demnach würde es ja so aussehen, dass ein und dieselbe Sache, nur von zwei unterschiedlichen "Vereinen" ausgesprochen, von dir zwei unterschiedliche Urteile ernten würde, nur weil der eine "Verein" dir passt, der andere aber nicht? Ehrlich mal? öÖ
 
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... ja, eigentlich schon. Ich hoffe, dass Alle es so machen. Wenn meine Meinung sich in dem Text wiederspiegelt ist zumindest schon mal Sympathie vorhanden. Deswegen lese ich u. a. Kempowski. Er trifft meinen Humor (EDIT: das Beispiel hinkt etwas). Noch ein Beispiel: demokratischer Sozialismus kommt immer wieder im Grundsatzprogramm der SPD vor. Hat meine Sympathie. Ob die Partei aber noch nach diesem Grundsatz funktioniert?

@Godde
... Der Text ist, auch das nochmal zum Mitschreiben, kapitalismuskritischer Natur.[/QUOTE]

... das habe ich notiert. In der Schnelle bin ich noch nicht richtig dahinter gekommen welcher Art.
 
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Dass die Kritik, die die Globalisierungsgegner am gegenwärtigen Kapitalismus üben, nicht sehr weit reicht und dass sie sich mit den institutionellen Mechanismen „demokratischer Politik“ gut integrieren lässt, sollte allerdings kein Grund sein, diese Kritik einfach links liegen zu lassen. Ihre relativ weite Verbreitung ist ein Indiz für ein wachsendes Unbehagen. Die Versprechungen, die Anfang der 90er Jahre auch viele ehemalige Linke mit Markt und Zivilgesellschaft verbunden hatten, lösten sich in den Krisen und Kriegen, die folgten, weitgehend auf. Die Vorstellung der Globalisierungsgegner von einem sozialen Kapitalismus, wie auch ein Nationalismus in neuen Formen (vielleicht bis hin zum Kampf der „zivilisierten Welt“ gegen die „Barbaren“, der nach den Anschlägen von New York und Washington ausgerufen wurde), stehen bereit, dieses Vakuum zu füllen. Die Linke sollte sich jedenfalls mit dem, was sie an Kapitalismus- und Staatskritik aufzubieten hat, in diesen Prozess einmischen.

stimmt, habe da ein Verständnisproblem, zum Glück hast du mich ja auf vorschnelle Mißinterpretation hingewiesen.
 
Ich finde die Unterscheidung zwischen Kapitalismus und Raubtierkapitalismus auch im Grunde überflüssig. Auch wenn es tatsächliche Unterschiede zwischen beidem geben mag. Aber Kapitalismus ist IMMER Raubtierkapitalismus, bzw. er ist immer ausbeuterischer Natur. Denn die Tatsache, dass Geld und Sachwerte zu Kapital werden (sie werden durch Zins und Zinseszins gewinnbringend ohne dafür eine tatsächliche Gegenleistung zu geben), lässt ein Vakuum entstehen, dass durch nicht entlohnte Arbeit gefüllt werden will/muss.

Zum besseren Verständnis: http://www.politik-poker.de/kapitalismus-was-ist-das-eigentlich.php
 
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@andiac
Kleine, aber entscheidende, Anmerkung: Nicht dass Geld- und Sachwerte zu Kapital werden ist der Springpunkt, weil das im Grunde ja das ist, was den Kapitalismus als Kapitalismus ausmacht (und in Ansätzen schon retrospektiv beobachtet werden kann bei Gesellschaften, die zwar auch- aber nicht vorwiegend auf Warenproduktion und Warentausch gründeten), sondern dass Geld überhaupt Werthaftigkeit besitzt bzw. ihm Wert zugeschrieben wird dadurch, dass man sich zu Geld als zu 'personifizierten' Wert verhält. Der Wert und die Form in welcher sich der Wert präsentiert, ist der Springpunkt dieser Ökonomie. Vom Unwissen über diese Kategorien leiten sich so ziemlich viele falsche Überzeugungen und Vorstellungen ab über eben diese Wirtschaftsordnung - nicht zuletzt leitet sich davon ab die weit verbreitete Ansicht, wonach der Kapitalismus lediglich am besten die menschliche Natur ausdrücken würde bzw. ihr am besten gerecht würde.
Zauberworte sind also Wert und Form. Für eine genauere Auseinandersetzung damit: PN an mich.
 
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th3o schrieb:
... wonach der Kapitalismus lediglich am besten die menschliche Natur ausdrücken würde...

... wenn man es bildlich Ausdrücken würde könnte man statt Mensch ein Raubtier nehmen. Dieser geht im Prinzip wie ein Kapitalist vor (Entschuldige für den schon wieder genommen tierischen Vergleich).
Jetzt kommen aber sicher welche, die behaupten werden, dass der Mensch nach Vernunft und nicht nach Instinkt handelt. In dem Fall müsste vielleich das Wort Vernunft neu zur Diskussion stehen.
 
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@nicoc

Es geht doch eher darum, ob der Mensch sich nun wie ein "Raubtier" verhält, weil unser Wirtschaftssystem ihn dazu zwingt, oder ob die ominöse "Natur" des Menschen ihn zum Raubtier macht.

Wenn man dann logisch weiter denkt, dann kann man sich unser Wirtschadtssystem und die dadurch erzwungenen VErhaltensweisen nicht einfach so wegdenken.

Man kann nicht sagen: "Schau, Menschen sind wie Raubtiere, weil sie sich gegenseitig (wirtschaftlich) bekämpfen"
Man hat damit nur beschrieben, dass die Menschen, hier, in diesem System sich so Verhalten.

Wenn man sich ein Leben ohne (wirtschaftliches) Bekämpfen, und ohne (wirtschaftliche) Zwänge nicht vorstellen kann, nur weil es vor ein paar Jahren Kommunistische Diktaturen gab und die ja noch schlimmer waren, dann halte ich das für armseelig.
 
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das macht keinen sinn, nicoc.

raubtier steht in diesem Fall nur für die darwinsche Durchsetzungsmentalität.

Ein Löwe frisst zwar ein paar zentner Fleisch auf einmal, aber dafür liegt er auch ne wochen nur rum. Das ist das Gegenteil von Turbokapitalismus. Welcher Broker macht ne Woche pause weil er gerade guten Gewinn eingefahren hat?

@DugDanger

willst du mit den jetzigen Individuen um DICH herum wirklich in den Kommunismus? Also ich hab da Angst vor - 80% um mich herum sind dermaßen ignorant, denken nicht nach,glauben was einfach erscheint etc. etc.

mit solchen Leuten ist kein Staat zu machen fürchte ich, nur durch repressalien und da sind wir wieder bei stalin,mao und den ganzen honks.
 
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