Garantie beim Kauf von Laptopakkus?

Photon

Rear Admiral Pro
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Hallo Community,

folgende Geschichte: Habe vor nicht ganz zwei Jahren einen Akku für meinen Thinkpad gekauft. Ist ein neuer Original-Akku gewesen, der mit knapp 60€ zwar recht günstig aber doch ein gutes Stück teurer als vergleichbare Nachbauakkus war.

Natürlich hatte ich bei dem Kauf große Hoffnungen, dass der Akku schön lange halten wird, ist ja ein Original. Bis vor Kurzem schaute es auch ganz gut aus, nach etwas unter zwei Jahren war er bei 80-90% der Gesamtkapazität. Aber neulich habe ich nachgeschaut und stelle fest, dass er auf einmal auf 40% abgesackt ist.

Meine Frage dazu: Ich weiß, dass Akkus als Verschleißteile typischerweise von Garantiebestimmungen ausgenommen werden, wenn man sie zusammen mit dem Laptop kauft. Wie sieht es denn aus, wenn man den Akku einzeln kauft? Gibt es da irgendeine Art von Garantie oder gibt es da auch keine, da Verschleißteil? Der Kauf ist in meinem Falle ca. 2 Jahre minus ~10 Tage her, wenn also eine zweijährige Garantie irgendeiner Form existiert, wäre jetzt die allerhöchste Eisenbahn Gebrauch davon zu machen.

Vielen Dank für jeden Input,
Photon
 
auf Akkus gilt statt 2 Jahre nur 1 Jahr Gewährleistung.
Garantie ist eine freiwillige Leistung des Herstellers, da musst du schauen was der Hersteller angibt (vermutlich nix)

Daher Pech, schrott, neu Kaufen.
 
Garantie: freiwillige Leistung des Herstellers. Genaue Garantiebedingungen beim Hersteller zu finden.
Gewährleistung: gesetzlich geregelt. Recht, eine gekaufte Ware vom Händler fehlerfrei ausgehändigt zu bekommen. Nach 6 Monaten Beweislastumkehr, im Zweifelsfall danach sinnlos.
Folglich: Beim Hersteller nach der Garantie schauen, Akkus sind als Verbrauchsmaterialien aber sicher unter 24 Monate.
Händler anschreiben und Problem darstellen. Da ist aber sicherlich kein Entgegenkommen zu erwarten. Durch Beweislastumkehr hast du keine Handhabe.
 
Ein Hersteller kann die Gewährleistung nicht reduzieren, weil er meint, es sei ein Verschleißteil. Die beträgt auch bei Akkus 24 Monate. Aber wie immer bei der Gewährleistung, nach 6 Monaten mit Beiweißlastumkehr. Somit hast Du bei einem Akku effektiv nur 6 Monate Gewährleitung.

Und wieviel Garantie Dir ein Hersteller gibt, das kann er halten wie er lustig ist.
 
Alles klar, danke euch für den Input, das klingt ja recht eindeutig. Ich bezweifle, dass Lenovo freiwillig 2 Jahre Garantie auf Akkus gibt, die geben ja in der Standardkonfiguration (ohne Garantieerweiterungen) sogar für das ganze Gerät nur 1 Jahr Garantie. Dann nutze ich den alten Akku wohl so lang es geht und mache mich so langsam Gedanken über einen neuen Laptop, mein X200T ist immerhin schon gute 10 Jahre alt. :)
 
@Holt: Nun, hab ihn bei notebooksbilliger.de gekauft, was mir ja doch recht vertrauenswürdig erscheint. Der Laptop war zu der Zeit schon knapp 8 Jahre alt, da kann ich mir schon vorstellen, dass Akkus von so alten Geräten, die kaum noch einer nutzt, relativ billig abverkauft werden.
 
Womöglich war der Akku für so einen alten Laptop-Typ nicht neu, sondern lag bereits etwas auf Halde. In dieser Zeit leidet die Kapazität ebenfalls.
 
Das ist kein Lagerschaden, das ist ein Plagiat mit einfach billigen Speicherzellen, die schneller altern.
Dafür hast Du aber auch wahrscheinlich nicht mal 50% vom off. Lenovo-Preis bezahlt.
 
@ThomasK_7: Hab ich doch geschrieben, ich habe knapp 60€ bezahlt, das ist ein gutes Stück mehr als die meisten Nachbauakkus. Und ich habe bei Notebooksbilliger.de gekauft, meinst du, die handeln mit China-Kopien?
 
Ich hatte das Problem damals auch mit Akkus für das erste Galaxy Note. Das waren zweifelsfrei originale Samsungakkus, aber die wurden eben produziert, als das Gerät noch aktuell war.

Nach end of life werden Akkus eben gerade nicht noch ewig weiterproduziert, sondern es werden Bestände aufgebaut, die dann nach und nach abgetragen werden.

Der "Lagerschaden" bedeutet einfach, dass die generelle Haltbarkeit des Akkus niedriger ist, also in etwa das, was du als Problem beschreibst. Selbst perfekt gelagerte Akkus (was kaum jemand macht) verlieren im Laufe der Zeit.

Eventuell steht auf deinem Akku ja ein Produktionsdatum.
 
Gewährleistung gibt es immer zwei Jahre auf Neuware. Aber um dich auf die Gewährleistung berufen zu können, musst du nachweisen, dass der Akku nicht die vereinbarte Beschaffenheit oder was für Sachen dieser Art üblich ist aufweist.

Dass Akkus altern ist nunmal üblich. Jeder Ladezyklus, eine Lagerung bei hohen Temperaturen oder wenn voll geladen, sowie unsachgemäße Handhabung reduzieren die Kapazität.

Bei 100% Ladung und 25°C Umgebungstemperatur ist von einem Kapazitätsverlust von 20% pro Jahr auszugehen.
Je 300 volle Ladezyklen gibt es ebenfalls rund 20% Kapazitätsverlust.

Wenn dem Akku deutlich weniger Kapazität verbleibt als nach obigen Formeln zu erwarten wäre, und unsachgemäße Handhabung (Stöße/Vibrationen, Tiefentladung, Betrieb außerhalb der Temperaturlimits) ausgeschlossen werden kann, würde ich eher von einem Gewährleistungsfall ausgehen. Dabei liegt die Beweislast jedoch bei dir.
 
@Holt: Offenbar ist der Akku von Anfang 2013, gekauft Anfang 2017, ist also vier Jahre im Regal gelegen: IMG_20190425_182501.jpg
War aber anfangs wie gesagt bei 100% der Entwurfskapazität.

@chithanh: Ist schon alles so, wie du beschreibst, ich wüsste aber nicht, wie ich das beweisen soll, wenn ich nicht gerade einen Anwalt dafür anstelle. :)

edit: Die Anzahl der Ladezyklen lässt sich bei dem Akku leider nicht auslesen:


Code:
--- TLP 1.2.1 --------------------------------------------


+++ Battery Features

natacpi    = inactive (laptop not supported)

tpacpi-bat = inactive (kernel module 'acpi_call' not installed)

tp-smapi   = inactive (ThinkPad not supported)


+++ Battery Status

/sys/class/power_supply/BAT0/manufacturer                   = SANYO

/sys/class/power_supply/BAT0/model_name                     = 42T4658

/sys/class/power_supply/BAT0/cycle_count                    = (not supported)

/sys/class/power_supply/BAT0/energy_full_design             =  66240 [mWh]

/sys/class/power_supply/BAT0/energy_full                    =  27620 [mWh]

/sys/class/power_supply/BAT0/energy_now                     =  27620 [mWh]

/sys/class/power_supply/BAT0/power_now                      =      0 [mW]

/sys/class/power_supply/BAT0/status                         = Full



Charge                                                      =  100.0 [%]

Capacity                                                    =   41.7 [%]


+++ Recommendations

* Install acpi_call kernel module for ThinkPad battery thresholds and recalibration
 
Zuletzt bearbeitet:
Man könnte jetzt überlegen, ob man, völlig ohne Kenntnis und ohne Beachtung einer Rechtslage, nicht mal höflich beim Verkäufer nachfragt, warum man einen uralten Akku erhalten habe, der schon ordentlich gelitten hat.

Darauf antworten die ja womöglich. Und dann kann man vielleicht wirklich etwas tun - sofern die Antwort nicht sowieso schon hilfreich ist.
 
Na ja, bei notesbookbilliger.de würde ich jetzt auch nicht von einem Plagiat ausgehen.
War dann wohl doch einfach überhängige Lagerware, die zum vergünstigten Preis dann verkauft wurde.

Ich hatte mir bewusst einmal für mein DELL Notebook einen Nachbau gekauft, weil deutlich günstiger als der Wucher-Originalpreis. Genauso bei meiner Panasonic-Digitalkamera. Bei beiden hatte ich deutlich schnellere Akku-Alterung als bei den originalen (z. Teil mit guten Panasonic-Elementen bestückt). Dafür hatte ich aber auch weniger als 50% vom Originalpreis gezahlt. Unterm Strich hat das Preis-/Leistungsverhältnis somit doch gestimmt.

Ich glaube übrigens nicht, dass Dein Versuch beim Händler etwas bringen wird.
Mir wäre meine Zeit für so etwas zu schade.
 
Die Verschleißanzeige driftet im Laufe der Zeit vom tatsächliche Wert ab. Zum Kalibrieren muss der Akku die Endanschläge neu lernen, dazu reicht es aus, wenn man den Akku soweit entläd, bis sich das Gerät nicht mehr einschalten lässt (in diesem Zustand nicht mehrere Tage lagern) und bis zum Ladeschluss aufläd. Das muss auch nicht an einem Stück, in der Reihenfolge oder an einem Tag passieren, wichtig ist nur, dass die Elektronik die Endanschläge "geht nicht mehr an" und "voll geladen" wieder mit 0% und 100% verknüpfen kann.

In der Regel wird danach ein höherer Verschleiß angezeigt, das liegt aber nicht daran, weil auf 0% entladen dem Akku geschadet hat, sondern, dass jetzt der korrekte Wert angezeigt wird. Ich habe es aber auch schon beobachtet, dass danach ein niedrigerer Verschleiß angezeigt wurde. Das könnte den plötzlichen Abfall erklären (Verschleiß schon vorher hoch, wurde aber von Elektronik nicht erkannt, oder im Ideafall jetzt gar nicht so hoch, wird aber falsch angezeigt)
 
Idon schrieb:
warum man einen uralten Akku erhalten habe, der schon ordentlich gelitten hat.
Alt war er, aber laut dem TE hatte er ja anfangs die volle Kapazität und damit eben noch nicht "ordentlich gelitten":
Photon schrieb:
War aber anfangs wie gesagt bei 100% der Entwurfskapazität.
Wobei das mit dem Alter wohl den Grund haben dürfte, dass es vermutlich keine neuen Akkus mehr zu kaufen gibt. Ich glaube nämlich kaum, dass die Hersteller die Akkus noch lange nach dem Auslaufen der Fertigung der Notebooks bauen (lassen), sondern die werden sie dann noch einige als Ersatzteil auf Lager legen und fertig. Nachgefertigt wird dann allenfalls, sollte der Bedarf unerwartet hoch sein.
ThomasK_7 schrieb:
bei notesbookbilliger.de würde ich jetzt auch nicht von einem Plagiat ausgehen.
Das hat nichts mit dem Händler zu tun, Plagiate können an jeder Stelle in die Lieferkette kommen, auch beim Importeur oder einem Großhändler. Außer wenn der direkt beim Hersteller kauft, ist er also auch nicht davor sicher am Ende ein Plagiat im Regal zu haben.
 
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