Scheitel schrieb:
....Da fände ich es deutlich sinnvoller die Strafen auf krasse Tagessätze .....
Finnland macht das und die Finnen sind auch deswegen ein glückliches Volk. Gerechtigkeit beginnt damit, dass Bestrafungen "gerecht" sind, also jeden gleich hart treffen. Was interessiert Bill Gartes ein Ticket über 10,-€. Bei solchen Gesetzen würde es ihn interessieren
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/...es-bussgeld-fuer-anders-wikloef-a-928244.html
Ansonsten bin ich viel mehr für Fahrverbote. Im Prinzip ist zu schnelles Fahren ungefährlich, wenn man weiss, was man macht und weiss, wo man es macht. Darum halte ich, trotz meiner Meinung, dass ein generelles Tempolimit in Summe sinnvoll wäre, weil die meisten eben nicht wissen, was sie machen, nicht viel von Bestrafungen für Vergehen, die keine Folge hatten. Dafür sind mir die Vergehen nach einem Unfall viel zu weich.
Wer einen Unfall begeht, sollte meiner Meinung nach den Führerschein immer für vier Wochen verlieren, mit Körperverletzung für drei Monate und mit Todesfolge für immer.
Findus schrieb:
na ist halt wie beim Motorrad (ohne ABS), da machst ja auch einen Front Wheelie bevor es zum Salto kommt
ich sage ja nicht dass es nicht funktioniert, mir wäre es mir zu gefährlich absichtlich die Bremsleistung zu beschneiden nur um nicht versehentlich ein blockierendes Rad zu haben
Da gehen die Meinungen auseinander. Wenn ich an meine aktive Zeit denke, wäre mir kein ABS ins Haus gekommen. Nichts ist fataler, als Eingriffe in die Bremsleistung, wenn man weiss, was man macht. Solange man sich auf ein Rad konzentriert, und man muss nur vorne bremsen, weil man das Hinterrad immer eine handvoll über dem Boden hält, dass schafft man das sehr gut und kann den Schlupf an Reifen, Temperatur und Asphalt anpasssen.
Wie z.B. fängt man ein slidendes Vorderrad ein? Das hängt von der Situation ab, aber es hilft in manchen Situationen minimales Bremsen vorne, weil einen das Aufstellmoment aus kritischer Situation bringt. Mit ABS geht das nicht. Man mudd dabei nur den Lenker festhalten, weil das Rad ansonsten zu stark einlenkt. Oder man bremst hinten leicht und kommt über die erhöhte Vorderradlast zu mehr Haftung vorne. Auch dann ist es tödlich, wenn einem das ABS die Bremsleistung hinten kurz nehmen würde. Als dritte Option bleibt massives Beschleunigen, damit es hinten mehr rutscht als vorne. Schwups ist es wieder ein stabiler und kontrollierter Zustand. Und dann kommt die Antischlupfdregelung und nimmt die die Leistung weg. Tödlich...
Naja, es geht nur für die kleine Gruppe, die weiß, wie man kontrollierte Vorderradslides sinnvoll einsetzt. Das sind weniger als ein Promille der Fahrer.
Findus schrieb:
Gute Bremsen zeichnen sich halt auch durch Dosierbarkeit aus
Richtig, das wird heute völlig verdrängt. Ich bin noch mit Golf 1 und älteren Fahrzeugen groß geworden, die man auch ohne ABS sehr gut dosiert bremsen konnte. Dafür hatten sie das Problem, dass eine Vollbremsung aus hoher Geschwindigkeit dafür sorgte, das danach ein paar Minuten essig war mit bremsen. So what, es sind keine Rennfahrzeuge. Wer fährt denn, wie es Autotester versuchten, jederzeit voll beschleunigend das Stilfser Joch herunter?
Als Konsequenz haben wir heute völlig überdimensionierte Bremsanlagen, die in kritischen Situationen ohne ABS völlig untauglich wären. Ich denke z.B. an einen ein wöchigen Fahrkurs in Ehra Lessien auf dem VW Gelände, um den großen Schein für alle Fahrzeuge (Problem war Bugatti) zu machen. Ich habe im Rahmen dieses Test dem Instruktor gezeigt, wie man mit einem ollen Golf 1 ohne ABS einen damals aktuellen Golf R32, mit dem wir den Kurs ablegten, auf der simulierten halbseitigen Eisbahn ausbremst.
Das Problem der ABS Systeme ist nämlich, dass die Bremsleistung mitnichten jedes Rad an der Blockiergrenze hält. Es gibt, je nach Chip, Software und Anlage, einen maximal Faktor zwischen linker und rechter Seite. Wenn man aber rechts, auf dem simulierten Eis, quasi keine Haftung hat, dann sind 10mal mehr immer noch fast nichts.
Ein altes Auto ohne ABS hatte immer einen guten Regler zwischen vorne und hinten. Die fehlen heute und darum ist heute sicheres bremsen mit abgeschaltetem ABS quasi unmöglich. Weiter hat man in solchen Situationen die Reifenseite auf Eis einfach blockieren lassen, das störte nicht weiter, solange die Reifen auf der Seite mit Haftung nicht blockieren. Das System ist bei gut abgestimmten Fahrzeugen, wie es der Golf 1 war, selbststabilisierend, das liegt am negativen Lenkrollradius. Und dann muss man nur diese Reifen an der Blockiergrenze halten. Und schwups lacht man über ABS Systeme.
Da hat er gestaunt, der Herr Instruktur, jaja, da hat er gestaunt...
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