Gesucht: Richtfunklösung (lizenzfrei) für 7,2 km

tracer

Ensign
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Hallo,

ich würde gerne zwei Gebäude mit einer Entfernung von 7,2km per Richtfunk vernetzen.

Bezüglich der Hardware habe ich mich bisher
  • TP-Link WBS510/CPE510
  • Ubiquiti Airmax Serie
angesehen.

Meine Fragen:
  1. Scheint das Projekt allgemein realisierbar mit Kosten bis 500,- €?
  2. Vom Höhenprofil (siehe Anhang) scheint es möglich, unmittelbar vor einem Objekt stehen allerdings einige Bäume, sind diese bereits als KO-Kriterium zu werten?
  3. Mit welcher Hardware habt ihr Erfahrung, mit welcher Bandbreite ist damit bei der Entfernung zu rechnen?
  4. Wie stark beeinflussen Witterungsverhältnisse (Regen/Schnee) die Verbindung?
  5. Welche Antennen würdet ihr verwenden (falls eine Basisstation mit externen Antennen verwendet wird)
Danke für Eure Tipps!
 

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Würde mich wundern, wenn das funktioniert, schon allein wegen dem Höhenprofil (Stichwort Fresnelzone). Falls du wider Erwarten doch eine brauchbare Verbindung hinbekommen solltest, wäre die zielführende Konstruktion in der Tat interessant.
 
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du musst auch die rechtliche Seite beachten!
ich weiß nicht wie das heute aussieht, ich habe mich das letzte Mal vor knapp 20 Jahren darum gekümmert (und das auch nicht wirklich...).
wenn du eine Richtfunk Strecke "gezielt" über Grundstückgrenzen hinweg einsetzt, dann kann das als "Amateurfunk" angesehen werden und die Richtlinien (inkl. Prüfung) musst du einhalten.

interessant ist der Hinweis in den technischen Daten zum TP-Link:
"Hinweis: Die zur Verfügung stehenden Sendeleistungen können sich in Abhängigkeit vom Betriebsort ändern aufgrund gesetzlicher Bestimmungen."
 
Wie schon geschrieben wurde wird dir die Fresnelzone einen Strich durch die Rechnung machen. Das Funksignal hat bei 5 GHz in der Mitte einen Durchmesser von ca. 20 Metern, bei 2,4 GHz sind es gar knapp 30 Meter.
Bei dem dargestellten Höhenprofil wird das Signal also voll gegen die Erhebung in der Mitte klatschen, auch wenn eine Sichtlinie besteht.

Natürlich kannst du es ausprobieren, aber die Theorie legt dir große Steine in den Weg, buchstäblich.

Sofern an beiden Orten eine Internetverbindung besteht, rate ich eher zu einer VPN-Verbindung - Notfalls auch über Mobilfunk.
 
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RF dürfte eher nicht klappen. Ich sehe hier bessere Chancen per LaserLink oder optischem Freiraumfunk (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Optischer_Richtfunk). Dann müssen aber die Bäume weg (oder du findest eine Lücke) und auch Nebel oder Regen können die Verbindung stören.
 
Lizenzfrei über Funk geht nicht, weil Du bei solch einer Strecke die für lizenzfreie Anwendungen maximale effektive Sendeleistung (EIRP) deutlich überschreiten müsstest.
 
"Lizenzfreier" Richtfunk ist das was du suchst...
  • Frequenz: 5 GHz, 24GHz, 60 GHz
  • 5 GHz: Lizenzfreie Breitband-Übertragung von bis zu 100 Mbit/s, Vollduplex mit Reichweiten bis zu 15 km
  • 60 GHz: bis zu 1 Gbit/s Datendurchsatz mit Reichweiten bis 1 km
 
Danke für Euren Input! Schade, ich war doch erst mal ein wenig zuversichtlich, nachdem das Höhenprofil scheinbar durchgeht. Nachdem das Höhenprofil an der Geländeoberfläche gemessen wurde und die Antennen in 5-6m Höhe installiert werden bleibt noch ein klein wenig Hoffnung. Allerdings werde ich abwarten dass ich das mit Geräten testen kann bevor ich in die Hardware investiere.

Optische Varianten scheiden leider komplett aus, da ich den Bäumen nicht ausweichen kann und diese auch nicht weichen können...
 
Wie gesagt, alles was im Weg steht, kann und wird das Signal beeinträchtigen bis hin zu einem kompletten Abbruch. Ein Funksignal breitet sie wie ein Football zwischen Sender und Empfänger aus. Das sieht man hier recht schön: Fresnelzone @ Wikipedia

Wenn also Bäume die Sichtlinie sowieso behindern, werden sie auf diese große Entfernung mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das Funksignal behindern. Wie stark sich das auswirkt und ob die Verbindungsqualität am Ende trotzdem ausreichend ist, kannst du nur ausprobieren. Es kommt ja nicht zuletzt auch darauf an was du von der Richtfunkverbindung erwartest. Mehrere Hundert Mbit/s werden es sicherlich nicht sein, aber wenn <10 Mbit/s ausreichen, kann es vielleicht funktionieren.

Ansonsten käme wie oben vorgeschlagen evtl. mobiles Internet und eine VPN-Verbindung über das Internet zwischen den beiden Standorten in Frage.
 
Benutze doch mal das Tool von Ubiquiti: https://link.ui.com/#

Dort wird auch die Fresnelzone mit einbezogen.
 
Vindoriel schrieb:
Lizenzfrei über Funk geht nicht, weil Du bei solch einer Strecke die für lizenzfreie Anwendungen maximale effektive Sendeleistung (EIRP) deutlich überschreiten müsstest.
Beschäftige Dich doch mit der Sendeleistung und den erreichbaren Entfernungen aktueller Hardware. Beispielsweise mit den LBE-5AC-23 erreicht man bis zu 50 Mbit/s bei einer Distanz von etwa 10 km. Ein Adapter kostet dabei ca. 50 €.

Problematisch dürfte hier das Höhenprofil werden, aber das haben ja schon mehrere erwähnt.
 
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Das Link-Tool von UI ist Klasse, kannte ich noch nicht, danke für den Hinweis!
Problem ist der eine Hügel zwischendrin - auf dem stehen keine Bäume, insofern ist es tatsächlich nur der Hügel. Wenn ich die baurechtlich maximale Höhe für Antennen ausnütze dann klappt es laut dem Tool von UI gerade so, da die 60% Zone frei ist. Dann muss allerdings auf jedes Dach eine 2,5m hoher Antennenarm, Montage am Dach selbst reicht nicht. Kommt wohl wirklich auf einen Versuch an.

Bezüglich der Antennen/Dachaufbauten muss ich jetzt erst mal vom Blitzschutz schauen was das für ein Aufwand wäre... Vermutlich kostet der viel mehr als die Antennen an sich...
 
Hindernisse in der Fresnellzone bedeuten nicht automatisch das aus. Aber sie sorgen natürlich für eine zusätzliche Dämpfung.
Ich hatte lange Zeit eine WLAN-Richtfunkstrecke (2,4GHz) mit mehreren Hausdächern in der Fresnellzone. Mit einer (selbstgebauten) Richtantenne war der Empfang trotzdem noch akzeptabel. Allerdings ging es bei mir nur um 100 m. 7 km sind natürlich eine ganz andere Hausnummer.
Ich würde mir wohl einfach mal die größte Yagi-Antenne holen, die ich finden kann, und es ausprobieren. Hier zählt jedes dB Antennengewinn. Und halte das Antennenkabel so kurz wie möglich.
 
Mr. Robot schrieb:
Ich würde mir wohl einfach mal die größte Yagi-Antenne holen, die ich finden kann, und es ausprobieren. Hier zählt jedes dB Antennengewinn.
Und jedes dB oberhalb der erlaubten EIRP Grenzen bringt Dich der Wahrscheinlichkeit eines saftigen Bußgelds einen Schritt näher.
Es ist aber auch blöd, dass man nicht einfach alles machen darf. Wäre man doch nur allein auf der Welt...
Nicht umsonst steht in der Montageanleitung aller hier empfohlenen Lösungen, dass bei Betrieb auf die jeweils im Land geltenden Gesetze geachtet werden muss.
Ergänzung ()

tracer schrieb:
Das Link-Tool von UI ist Klasse, kannte ich noch nicht, danke für den Hinweis!
Dann zeig doch mal den Screenshot vom Ergebnis, sonst raten alle hier nur weiter rum.
Bisher sehe ich #7 oder vergiss es.
Dass die Funkhardware an sich das wahrscheinlich eher kleinere Problem darstellt, hast Du ja bereits selbst erkannt. Ich lehne mich mal ausm Fenster und behaupte, mit deinem Budget unter den bisher vorhandenen Informationen nicht machbar.
 
Bei freier Fresnelzone ist die Entfernung kein Problem.
Ich würde beispielsweise einen PowerBeam AC nehmen:
https://geizhals.de/ubiquiti-powerbeam-ac-gen2-pbe-5ac-gen2-a1610538.html

Bei der in Deutschland erlaubten EIRP (1 Watt) sind auch deutlich größere Entfernungen möglich.
Auf der Arbeit betreiben wir eine Strecke über 18km, natürlich nicht mit dem vollen Durchsatz.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das wären die beiden Berechnungen von UI einmal mit der Montage am Dach (7m), einmal mit Mast (10m) Höhe. Knappe Sache...
 

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