phil. schrieb:
Würde ich so nicht unterstreichen. Ohne Berufserfahrung, sicherlich nicht, aber das ist nur eine Frage der Zeit nicht des Könnens.
Die beruflichen Praxiserfahrungen kann jeder mit einiger Arbeitszeit sammeln in einer Branche die ihm gefällt und mit dem Bachelor hat derjenige schon bewiesen, dass er -deutlich- schwierigere Theorieaufgaben bewältigt.
Insofern, solange derjenige natürlich 2-3 Jahre Praxiserfahrung gesammelt hat in einer Branche seiner Wahl, würde wohl jeder Bachelorabsolvent auch einen Meistertitel ohne Probleme schaffen.
phil. schrieb:
Hat der Bachelor Betriebsführung gelernt? Kennt er sich mit Ausbildung und Personalführung aus?
Zum einen hat das nicht jeder Meister, gerade (um bei meinem ewigen Beispiel zu bleiben *g*) die Bekannten Friseurmeister z.B. nicht, da sie beide in kleinen Betrieben arbeiteten und nur wenig Erfahrung auf dem Gebiet der Führung und des Finanziellen besitzen.
Und zum anderen muss ein Bachelor-Absolvent das zwar nicht haben, KANN er aber durchaus.
Ich beispielsweise habe mein Abitur, also allgemeine Hochschulreife, an einem Wirtschaftsgymnasium erlangt. Dort hatte ich 3 Jahre lang BWL, VWL und Rechnungswesen.
Ebenso wurde neben der Schulzeit ein JUNIOR-Unternehmen gegründet, ein Schülerunternehmen, dass von der Führung her an einer AG orientiert ist.
Dieses Schülerunternehmen genauso wie eine AG geführt mit sehr ähnlichen Reglementierungen. Es werden echte Konten eingerichtet, es werden echte Anteilsaktien für das Startkapital verkauft, es werden echte Produkte von den Schülern produziert oder weiterverkauft, es werden echte Löhne gezahlt. Das ganze für die Dauer von 1-2 Jahren.
Ich war der Vorstandsvorsitzende unseres Schülerunternehmens an denen 2 Klassen beteiligt war, somit hatte ich etwa 60 "Arbeitnehmer" in Teilzeit unter mir.
Wir haben uns um Produktion, Steuererklärung, Finanzen, Marketing, Verkauf, Technik, etc. pp. gekümmert und am Ende der 2 Jahre auch einen Gewinn gemacht.
Insofern würde ich einfach mal, da ich die Bekannten recht gut kenne, dreisterweise behaupten: Ich habe deutlich mehr Führungserfahrungen als sie.
Besonders in der Buchführung/Rechnungswesen, in BWL, im planen von Sitzungen, im organisieren eines etwas größeren Unternehmens, im verhandeln mit Banken, anderen Unternehmen, etc. pp.
Sollte ich also meinen Bachelor schaffen, wäre ich ein Bachelor-Absolvent mit deutlich mehr Erfahrung in Unternehmensführung, Buchhaltung, BWL, etc. pp. als die Friseurmeister meiner Bekanntschaft.
EDIT:
relam 75 schrieb:
welcher dir ein theoretisches Wissen nachweist aber ob du zwei linke "Pfoten" hast mußst du nicht beweisen.
Sicher, aber i.d.R. würde doch jemand später in einem ähnlichen Umfeld arbeiten. MaschBau-Studenten z.B. müssen mehrere Praktika absolvieren, wo sie z.B. Schweißen lernen und ewig viele andere Sachen.
Unsere Informatiker haben von der Uni aus 1 Praktikum und 2 freie Praktika, wo sie zu IBM oder sonstwohin müssen, Praxiserfahrung sammeln..
Natürlich ist das nicht mit 3,4,5 Jahre Arbeit/Meister in der Praxis vergleichbar ABER in dem Umfeld, in dem ich später arbeiten möchte, habe ich ja nunmal in aller Regel keine 2 linken Hände.
Klar Ausnahmen bestätigen die Regel, aber normalerweise würde beispielsweise JEDER MaschBau-Bachelor, 2-3 Jahre Praxiserfahrung im Beruf danach vorrausgesetzt, im Anschluss auch LOCKER dazu in der Lage sein, seine Meisterprüfung abzulegen.
Umgekehrt ist das aber nicht der Fall.
Das theoretische Wissen setzt eben vorraus, dass man den Stoff versteht und abstrakte Probleme bearbeiten kann, dass kann nicht jeder.
In einem Bereich wo jemand aber gerne arbeiten möchte, folglich also wohl keine 2 linken Hände hat, ist Praxiserfahrung nichts besonderes, da es nur eine Frage der Zeit nicht des Könnens ist.