Griechen wehren sich gegen Einsparungen

Es hat ja keiner Probleme mit Streiks...aber wenn du findest das die Straßenschlachten und terroristische Anschläge an Polizisten nicht radikal sind...nunja, dann gute Nacht...

Mich stören die Streiks eigentlich nicht, nur seh ich nicht ein das die EU dann diese Streiks dann auch noch finanzieren soll...so Streiktage sind nicht gerade billig.
 
Nun mal langsam, barista. Von faul hat hier keiner was gesagt. Rein rechnerisch hat Griechenland sein Bruttoinlandsprodukt in den letzten 10 Jahren um 60% gesteigert. Klar, jetzt glaubt auch jeder, dass das echtes Wirtschaftswachstum ist, wo Fabriken & Hotels aus dem Boden gestampft wurden. In China wäre das vielleicht möglich gewesen, aber nicht hier.
Auch wenn ich nicht weiß, wie es zu diesen Werten kommt, ist doch klar, dass das ein faules Ei ist, mit irgendwelchen Kreditgeschichten und Gelder, die gar nicht existieren. Die Griechen haben über ihre Verhältnisse gelebt und tun es jetzt immer noch. Und jetzt streiken sie dagegen. Nicht nur ein paar Studenten, Rentner und Gewerkschaftler, sondern gleich volles Rohr mit allem drum und dran.

Ich fühl mich zwar in erster Linie als Europäer, aber wenn jetzt in den nächsten Tagen wirklich dieser 25 Milliarden dicke Scheck in den Süden geht, dann hat das das gleiche Signal wie mit der Bankenrettung: "Wir finden das zwar nicht gut, aber weil ihr systemwichtig seid, helfen wir euch aus. Nur dieses eine Mal. Ernsthaft. Da braucht ihr auch nicht lachen. Und jetzt ändert eure Strategie, sonst sind wir gezwungen, euch nochmal zu retten."
Das ist doch ein klares Signal an Spanien, dass der zweite Wackelkandidat ist. Wieviel werden die wohl brauchen? 50?
 
dann wären wir bzw. ihr bei der geschichte mit den bankenrettungen angelangt. moralisch, politisch und wirtschaftlich doch fragwürdig, aber geht ja nicht anders.
 
Mal ein paar Zahlen und Fakten. Soll sich jeder selber seinen Reim, draus bilden:

Griechenland besitzt 3054 Inseln, nur 87 davon sind bewohnt.

Das griechische Rentenniveau liegt bei 111% des letzten Arbeitseinkommens, das deutsche bei 61%.
(ist wohl umstritten, da es sich anscheinend "nur" um das Grundgehalt handeln soll, aber bisher nicht belegt)

Griechen gehen durchschnittlich viel früher in die Rente, als in Deutschland.

Griechische Beamte bekommen gleich zweimal - im Mai und wieder im Dezember - doppelte Monatsgehälter.
Diese bezieht jeder vierte Einwohner als Staatsbediensteter.

95% aller Steuerzahler in Griechenland geben Einkommen von unter 30.000 Euro an.

Der Verbrauch in Griechenland überschreitet die Wirtschaftsleistung um 5,1%, Deutschland spart dagegen 11,1 %.

Das griechische Haushaltsdefizit lag im vergangenen Jahr bei 12,7% der Wirtschaftsleistung, das deutsche bei 3,4 %.

Deutschlands Bruttoinlandsprodukt beträgt 3,6 Billionen US-Dollar (~2 Bill. EUR), während das griechische 324,6 Mrd. US-Dollar beträgt, das sind trotz höherer Wachstumsrate immer noch nur ~10% der deutschen Wirtschaft.

Griechenland hat mehr Schulden, als das gesamte Land im Jahr überhaupt einnehmen kann, dazu kommen dann noch die Zinsen.

speedjoe schrieb:
aber geht ja nicht anders.
hier handelt es sich allerdings um einen souveränen kompletten Staat und nicht um einzelne inländische Banken, Wirtschaft oder Binnenmarkt.

Der 25 Milliarden dicke Scheck sollte daher, wenn überhaupt, mindestens an realistische Sicherheiten gebunden sein und nicht mehr oder weniger quasi der aktuellen Regierung/System gesponsert werden. Denn dann können wirs auch gleich verbrennen und haben es wenigstens noch warm damit.

Und wie schon gesagt Italien und Spanien sind die nächsten. Ob sie uns irgendwann auch helfen können, wenn wir in der Krise stecken (unser Schuldenberg ist auch dramatisch angewachsen). Oder helfen wir uns wie immer nur selbst, wenn wir dann vor lauter Schuldenzahlungen Dritter überhaupt noch was für uns selber haben?
Gehen wir in für Niedriglohn oder in Hartz-IV, damit andere ihren südländischen Lebensstil weiter frönen können?
 
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Relict schrieb:
Das griechische Rentenniveau liegt bei 111% des letzten Arbeitseinkommens, das deutsche bei 61%.
(ist wohl umstritten, da es sich anscheinend "nur" um das Grundgehalt handeln soll, aber bisher nicht belegt)

Ist das Gegenteil belegt? :freak:
Nein, das sind nur die reißerischen Darstellungen aus Focus und co., belegt ist da gar nix, ebenso würd ich die restlichen "Fakten" mit äußerster Vorsicht bewerten.

Gehen wir in für Niedriglohn oder in Hartz-IV, damit andere ihren südländischen Lebensstil weiter frönen können?
Nur weil hier Lohndumping betrieben wird, müssen es dann andere auch machen? Es gibt auch andere Wege. Und durch massive Einsparungen, Lohnkürzungen, Subventionsabbau usw. wird sich in Griechenland einiges tun, aber mit Sicherheit weder die Wirtschaft wachsen noch wird sich der Schuldenberg verkleinern. Griechenland wird lediglich endgültig den Anschluss an die großen Volkswirtschaften der EU verlieren.
 
Relict schrieb:
Gehen wir in für Niedriglohn oder in Hartz-IV, damit andere ihren südländischen Lebensstil weiter frönen können?

Du machst es dir etwas sehr einfach wenn du unterstellst das nur die einen in Wohlstand leben können wenn die anderen dafür in relativer Armut leben.
Genau das Gegenteil ist doch der Fall. Relativer Wohlstand für alle ist nicht nur eine Utopie sondern durchaus möglich aufgrund der in den letzten Jahrzehnten extrem gestiegenen Produktivkräfte. Das Problem ist nur das im Kapitalismus nicht primär für die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse gewirtschaftet wird sondern für Mehrwert und Profit - und hier nur die Maxime gilt: mehr, mehr und immer noch mehr. :freak:
 
Zitat Odium: "Nun mal langsam, barista. Von faul hat hier keiner was gesagt."

Nein? Auf drei vollen Seiten lässt man sich aus über die 14 Gehälter, hohe Löhne&Renten und überhaupt 'südländischen Lebensstil'. Gut, faul sagt man zu alldem nicht, sondern wie? 'Über seine Verhältnisse leben'! Über den Gehaltsunterschied möchte ich gerne aufgeklärt werden. Aber auch in der Wortwahl kann ich den Habitus feststellen, eine (egal wie!) schlechte Meinung kann man von jemandem haben, bloß aber nicht in einem bösen Wort ausdrücken. Fertigmachen jawohl, aber bitte nicht beleidigen. Fertigmachen ja, aber auf seine Ehre achten.

Über deine Argumentation (ich setze das Wort absichtlich nicht in Anführungszeichen!) möchte ich im Einzelnen nicht eingehen: was du im ersten Satz sagst, nimmst du im nächsten zurück.

Was bleibt dann übrig von der ganzen Sache, die Wirtschaft und Politik soviel beschäftigt: alles ist auf die Vorstellung der kleinen Leute reduziert, als würden sich untereinander Geld borgen. Oder wie es Relict sagt: "Gehen wir in Niedriglohn oder in Hartz-IV, damit andere ihren südländischen Lebensstil weiter frönen können?" Kein Wort aber darüber, warum und mit welchem Geld ganze Länder geschäftsfähig gehalten werden. Warum wohl? Damit die Geschäfte mit deren Leuten und Ressourcen weiter gehen und Gewinne bringen. Oder soll man glauben, Deutschland gibt das Geld für den südländische Lebensstil aus, das es für die eigenen HartzIV-Leute nicht ausgibt? Was macht das für einen Sinn?

Ich sehe hier einmal ab vom Nutzen dieser Hetze gegen andere Völker für die patriotische Gesinnung. Das darf man natürlich, weil wir eine Gemeinschaft sind, nicht wahr?
 
@Andy
Ich habe die meisten Zahlen und Statistiken von http://www.jjahnke.net/rundbr68.html#1929
Aber natürlich kann nicht sein, was nicht sein darf. :freak:
Armes Griechenland - böse böse EU.

Nur weil hier Lohndumping betrieben wird, müssen es dann andere auch machen?
Das nicht, aber dann sollte man sich so was auch leisten können, ohne dabei anderen zu schaden. Was offensichtlich von Anfang an nicht gekonnt oder gewollt war.
Und auch die Wirtschaftskrise ist Griechenland nicht erst seit gestern bekannt. Doch haben sie vor Jahren nur irgendwas an ihrer spendablen Haushaltspolitik geändert, sich wenigstens darauf entsprechend eingestellt? Nein. Erst jetzt und auch das nur auf mächtigen Druck von außen.
Aber am Ende schädigt diese Gleichgültigkeit oder Inkompetenz solcher Staaten auch alle anderen Haushalte drumherum, letztendlich auch unseren.
Und wir bezahlen immer mehr dafür. Aber es muss wohl erst jeden persönlich betreffen, seine Spar- und Geldvermögen an Wert verlieren...

smacked2 schrieb:
Das Problem ist nur das im Kapitalismus nicht primär für die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse gewirtschaftet wird sondern für Mehrwert und Profit - und hier nur die Maxime gilt: mehr, mehr und immer noch mehr.

Ja leider. Doch wir alle leben nun mal in einem solchen System und müssen uns entsprechend anpassen und damit arrangieren. Und das solange, bis ggf. ein anderes steht. (natürlich Utopie)
Und sagen wir mal so: Griechenland ist keine karibische Kuchenbude. Ein bisschen Kompetenz und europäisches Denken und Handeln darf man ihm schon zutrauen, auch in Finanzfragen, auch im Miteinander.
Andernfalls: Warum wollten sie denn sonst mit wirklich allen Mitteln in die EU, wenn man nicht dieses System übernehmen wollte? Es war doch vorher klar und kein Zwang.
 
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Relict schrieb:
Und auch die Wirtschaftskrise ist Griechenland nicht erst seit gestern bekannt. Doch haben sie vor Jahren nur irgendwas an ihrer spendablen Haushaltspolitik geändert, sich wenigstens darauf entsprechend eingestellt? Nein. Erst jetzt und auch das nur auf mächtigen Druck von außen.
Griechenland hatte schon vor der Finanz- und Wirtschaftskrise harte Reformvorgaben aus Brüssel und diese auch umgesetzt. Die sahen in erster Linie aber Steuersenkungen und Privatisierungen vor, schlussendlich hatte Griechenland eine Staatsquote, die deutlich unter der von Deutschland lag.
Von daher erweckt "spendable Haushaltspolitik" einen etwas falschen Eindruck: Griechenland hat in erster Linie kein Ausgabenproblem, Griechenland hat ein Einnahmeproblem.
http://www.ftd.de/wirtschaftswunder/index.php?op=ViewArticle&articleId=2276&blogId=10

Aber am Ende schädigt diese Gleichgültigkeit oder Inkompetenz solcher Staaten auch alle anderen Haushalte drumherum, letztendlich auch unseren.
Klar, deswegen hätte man Griechenland auch gar nicht in den Euro-Raum holen dürfen, das war alles schon im Vorfeld bekannt. Damals hatte man aber wohl nur günstige Absatzmärkte im Blick, wer denkt denn schon an Krisen?
Dazu auch:
http://www.weissgarnix.de/2010/02/09/die-grose-griechenland-luge/

Ich behaupte auch nirgendswo, in Griechenland wäre alles super gelaufen. Klar, da gibt es erhebliche Probleme, aber das die nun in dieser Form auf die ganze EU und insbesondere die Euro-Länder betreffen, das ist mit Sicherheit nicht die alleinige Schuld der Griechen (respektive der griechischen Polit- und Wirtschaftselite).

Aber Schuld bei anderen außer den Griechen suchen? Ach i wo:
Aber natürlich kann nicht sein, was nicht sein darf. :freak:
;)

Dein Link kann ich im übrigen nicht bewerten, ich kenne die Seite nicht und sonderlich viele Informationen über den Verfasser findet man auf den ersten Blick auch nicht. Und nochmal: ich behaupte auch nicht, dass alle die von dir aufgezählten Fakten falsch sind, nur es sind nun mal verdammt viele falsche Tatsachen im Umlauf. Vor allem der Mist mit der Rente, und deswegen ist man momentan besser beraten (sofern man überhaupt Interesse hat, die Lage wirklich richtig einschätzen zu wollen und nicht nur 'nen Sündenbock sucht), die ganzen kusierenden "Tatsachen" und "Fakten" besser drei-, viermal zu hinterfragen.
 
Einen großen Dank an Jaki. Er hat uns mit zwei Tagen Verspätung einen schönen Beitrag in Kopie wieder vorgelegt. Er hat dafür keine Gefahr gescheut: den ganzen Beitrag hat er mit copy & paste übernommen und für seinen eigenen gar nicht so ausgiebigen Kommentar waren ihm drei Ausrufezeichen und vier Pünktchen nicht zu viel...

Was das Missverständnis mit dem ausgegebenen Geld, das man nicht hat betrifft: Der griechische Staat bekommt EU-Zuschüsse und verschuldet sich, um Geschäfte und Voraussetzungen für dieselben in Gang zu setzen. Das ist bekannterweise an Bedingungen gebunden, die immer die Souveränität des Staates beschneiden. Außerdem stellt sich im Nachhinein fest, die Voraussetzungen und die Geschäfte waren gar nicht oder nur für andere - potentere als die griechischen - Geschäftsleute nützlich und so hat der Staat nur die Schaden und die Zinsen zu zahlen. Dafür können aber der viel gelobte freien Handel und die Konkurrenz wirklich nichts! Wenn das starke Deutschland die Gewinne und das schwache Griechenland die Verluste im freien Handel machen, ist es nur gerecht. Wofür wäre der Handel sonst da?

Freue dich, dass du kein Grieche bist, Du bist Deutschland! Und deswegen kannst du den Griechen sagen, was sie alles falsch gemacht haben. Im Nachhinein...
 
für mich klingt das nicht gerecht, sondern egoistisch. wenn es ein land nicht packen kann, wieso auch immer, und am ende einfach weggewischt wird, dann ist das für mich moralisch fragwürdig, korruption und steuerhinterziehung der griechen mal ausgeschlossen, wobei es ja in ähnlicher form auch in deutschland gibt (danke, dass ihr reichen euer geld bei unseren banken deponiert). und dass die deutschen den euro zu ihren gunsten ausloten. nun ja, was ist schon wieder die eu, eine europäische gemeinschaft oder eine oligarchie? kann ja nicht sein, dass die ezb den euro nicht auf ein niveau ausgleichen kann, dass es für alle länder irgendwie passt. wird es zwar wohl nie, bei all den unterschiedlichen volkswirtschaften, aber einen mittelweg muss es doch geben.
 
Die Leute sollten froh sein, dass der Staat endlich einspart, sollte Deutschand übrigenda auch irgendwann mal betreiben.
Es ist nicht immer alles Friede Freude Eierkuchen. Genau wie Griechenland wird auch Deutschland irgendwann mal Pleite und total Überschuldet sein, was wir jajetzt schon sind.
Und niemand zieht die Notbremse für unsre Nachkommen, die dürfens dann ausbaden.
 
Odium schrieb:
Das ist doch ein klares Signal an Spanien, dass der zweite Wackelkandidat ist. Wieviel werden die wohl brauchen? 50?

In Sachen Defizit ist Spanien noch relativ human, Großbritannien hat ein höheres Defizit wie Spanien und steht ähnlich krass da wie Griechenland. Die Medien schweigen natürlich über diesen großen Wackelkandidat in Europa, der zwar für die Euro Währung nicht kritisch ist aber sehr wohl für die EU-Wirtschaft.
 
Griechenland hat sich durch Täuschung und Lüge damals den Beitritt zur Euro-Zone erschlichen und erwartet heute von den Geschädigten auch noch Hilfszahlungen. Das nenne ich dreist.
 
Sind es nicht diejenigen, welche den Ausspruch „die Griechen“ kritisieren, welche gerne aber den Anspruch „die Deutschen“ verwenden, also ihre Köpfe drehen wie der Wind sich dreht?
Sind es nicht diejenigen, welche nun auf Griechenlands kulturelle und geschichtliche Leistungen pochen, welcher bei jeder Kritik an Deutschland keine Rechtfertigung durch die Leistungen der „Dichter und Denken“ zulassen?
Kritisches Denken bedeutet mehr als nur gegen die Medien zu sein, mehr als nur gegen die allgemeine Meinung zu sein, kritisches Denken bedeutet konsequentes Auseinandersetzen und das treu bleiben, seiner eigenen moralischen Prinzipien, egal um welches Thema es sich handelt, sonst wirkt das nicht nur platt und aufgesetzt, sondern auch heuchlerisch und dumm.

Fakt ist nun mal das Griechenland ein finanzielles Problem hat, die hat Deutschland gewiss auch, jedoch im Verhältnis gesehen geht es diesem deutschen Staat wohl unter den europäischen Staaten noch am besten, das sich natürlich jeder Mensch gegenüber einem anderen benachteiligt fühlt, ist wohl in einer Neidgesellschaft unvermeidbar.

Fakt ist auch das die Bürger, durch Steuern, Umsatz, Einnahmen und Ausgaben einen Staat am Leben erhalten, wo soll also eine Regierung zusammen sparen wenn nicht am Bürger?
Ja, alle können immer aufschreien wenn es um die Bürgerrechte und Leistungen geht, Lösungen haben jedoch die wenigsten, es gibt keine andere konsequentere Lösung.
Das Problem ist, die Europäische Union ist von Griechenland nicht abhängig, der EURO und die Europäische Union steht und fällt nicht mit Griechenland, daher sollte dieses Griechenland gute Ratschläge lieber annehmen, als Eitel auf ihren Stolz zu pochen.
Es ist doch pervers wenn man bedenkt, dass ein Volk lieber die kurzfristigen Folgen der Kürzungen als die langfristigen Folgen der Eitelkeit fürchtet.

Die Medien bieten sich auf beiden Seiten eine Schlammschlacht, hier davon zu sprechen dass nur das deutsche Volk sich von den Boulevardzeitungen beeinflussen lässt ist ebenfalls dumm wie naiv, mehr differenzieren bitte, hier wird auf beiden Seiten mit der selben Klinge geschrieben.

Der Staat muss ein Volk fürchten und nicht das Volk den Staat, aber in Wirklichkeit muss ein Staat nur das Volk fürchten, wenn es ein Volk der Dummen ist, denn Demokratie bedeutet nicht das die Intelligenten an die Macht kommen, sondern die Masse entscheidet, die kann sowohl aus Dummen als auch Intelligenten bestehen.

Und die Menschen, welche denken das sich die Sparmaßnahmen dann bis zu Deutschland durchziehen haben wohl in den letzten Jahren die Politik verschlafen, da sind wir schon angekommen, wir leben das bereits vor und wir leben nicht schlecht damit, bis es jedoch diesem Land besser geht, müssen wir damit leben.
 
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Ich möchte mal auf den "Inselstreit" eingehen.

1. Jedes Land der Welt verkauft staatlichen Besitz um an Geld zu kommen. Ist völlig normal. Zudem: Eine verkaufte Insel würde immer noch staatliches Hoheitsgebiet der Griechen bleiben.

2. Die griechischen Inseln zu verkaufen würde absolut nichts bringen. Es fehlen hunderte von Miliarden. Und soviele Milliarden kommen sicherlich nicht zusammen wenn man ein paar unbewohnte Inseln verkauft.

3. ..braucht es auch erstmal genügend Käufer.
Quelle: http://www.focus.de/finanzen/news/e...m-verkauf-griechischer-inseln_aid_486580.html
 
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AeS schrieb:
Fakt ist nun mal das Griechenland ein finanzielles Problem hat, die hat Deutschland gewiss auch, jedoch im Verhältnis gesehen geht es diesem deutschen Staat wohl unter den europäischen Staaten noch am besten

Die Studien und Umfragen geht es den skandinavischen Länder am Besten, die übrigens auch in Hinblick der Wirtschaft (hatten am Meisten ein Plus für die EU erwirtschaftet) funktionierten - Deutschland hat das nicht geschafft.
So belegt eine aktuelle Studie das Ungleichheit Gesellschaften zersetzt: Link und auch hier die skandinavischen Länder in Sachen Gleichheit mit an der Spitze steht.

AeS schrieb:
Ja, alle können immer aufschreien wenn es um die Bürgerrechte und Leistungen geht, Lösungen haben jedoch die wenigsten, es gibt keine andere konsequentere Lösung.

Das es anders geht zeigt Portugal, einen Link zum Artikel hab ich hier ein paar Seiten vorher gepostet - die portugiesische Sparquote greift zwar ebenfalls das Lohnthema an (einrfrieren des Lohngehaltes für Staatsdiener) aber die erhöhen nicht die MwSt sondern sparen vor allem bei Militärausgaben auch sind die Erfolgsaussichten von Portugal realistisch - was bei Griechenland nicht der Fall ist. Die Wirtschaftsweisen der EU haben Portugal nicht für ihren anderen Weg gelobt sondern blieben bislang still.

Und noch einmal: Die Wirtschaftskrise ist nicht vorbei!
Griechenland jetzt in der Krise zum Harcore-Sparen zu zwingen bringt das Land in einem noch viel größeren Absturz und die Einnahmen werden noch mehr wegbrechen, wie will man was einnehmen und sparen wenn der letzte Puffer an Reservegeld verschossen ist? Wenn die Bürger weniger in Tasche haben, wird die (Binnen)Wirtschaft noch weniger angekurbelt aber eine Anheizen der Wirtschaft würde gerade jetzt gebraucht werden - meiner Meinung nach also eine geistreiche Idee.
Es ist genau so pervers gerade jetzt in der noch anhaltenden Krise das große Sparen zu beginnen!
Der Wirtschaftsblog Wirtschaftsquerschuss belegt wunderbar das die Krise noch lange nicht ausgestanden ist und man von Erholung in vielen Bereichen noch nicht einmal annähernd sprechen kann - wie es uns aber die etablierten Medien aber weiß machen wollen.
 
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Aber es doch wichtig, dass allen Menschen mal klar wird, dass Staatsverschuldung nicht einfach so ausgesessen werden kann. Als es bei der Bankenkrise richtig losging und ich hörte, dass der Staat da was retten will, war mir schon klar, dass das langfristig fatale Folgen haben wird. So lernt man doch nicht aus seinen Fehlern und jetzt sind überall Artikel in den Medien über die fiesen Manager, die sich Boni auszahlen und was für tolle Gewinne jetzt nicht schon wieder fließen. Immerhin hat jetzt jeder im Hinterkopf, dass der Steuerzahler gerne helfen wird, wenn die nächste Krise, vielleicht 2019, wieder ansteht.

Würden wir jetzt Griechenland nicht unterstützen, so wird zwar dieses kleine Land Schaden davon tragen, aber auf die anderen, wichtigeren EU-Länder hätte es den entschiedenen Einfluss, dass die EU kein Freifahrtsschein für schlechtes Wirtschaften ist. Denn das ist jetzt ein Präzedenzfall und man wird bei ähnlichen Fällen dann immer gucken, wie es heute gelaufen ist. Und da Griechenlands Bevölkerung weniger als 2% der EU ausmacht halte ich das für akzeptablen Kollateralschaden, wenn wir keine Unterstützung leisten.
 
Shader schrieb:
Die Studien und Umfragen geht es den skandinavischen Länder am Besten, die übrigens auch in Hinblick der Wirtschaft (hatten am Meisten ein Plus für die EU erwirtschaftet) funktionierten - Deutschland hat das nicht geschafft.
So belegt eine aktuelle Studie das Ungleichheit Gesellschaften zersetzt: Link und auch hier die skandinavischen Länder in Sachen Gleichheit mit an der Spitze steht.
Tut mir Leid das ich Artikeln der TAZ (die linke Bild) nicht so viel abgewinnen kann, deswegen berücksichtige ich den mal nicht, weil mir solche Aussagen bekannt sind, das es den Menschen in skandinavischen Ländern wirtschaftlich oft besser gehen soll.
Diverse (mehr oder weniger erfolgreiche) Auswanderer berichten ja auch anderes, von der gefühlten Lebensqualität.
Jedoch und das hast du nicht erwähnt und ignoriert, dieser Länder haben die höchsten Steuern und Abgaben EU weit, hier wird beim Bürger kassiert um die Ausgaben zu decken und nicht woanders.
Genau das soll jetzt in Griechenland geschehen, sind die skandinavischen Länder nun nur gut um als Beispiel für positives Leben her zu halten oder auch für ein positives Steuersystem?
Da denk mal drüber nach.
Also rauf der MwSt auf skandinavisches Niveau wenn hier das Vorbild ist, das sind 25%.
Nach deiner Aussage müsste es ja so sein, machen die Skandinavier ja auch so.
https://www.xing.com/net/geopolitic...die-wo-die-steuern-am-hochsten-sind-26219907/

Ich hatte damit übrigens auch die Last verteilt auf die Bürger gemeint, als den reinen wirtschaftlichen Erfolg, es geht uns hier sehr viel besser als den Menschen in den derzeit in die Kritik geratenen EU-Mitgliederstaaten.
 
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@AeS
Wenn du die TAZ nicht magst: dann eben die FAZ - die ebenfalls fast nur Lob für die Studie (dem Buch) übrig hat. Link.

Finnland und co haben ein anderes Steuersystem als wir (dazu gehört mehr als nur die MwSt), absolut korrekt so kann man das eine mit dem anderen nicht direkt vergleichen aber es ist zumindest gut zu sehen, zumindest in den letzten Jahren auch weil die skandinavischen Länder für den EU-Haushalt immer Überschüsse erwirtschaften konnten, das ihr System nicht schlecht ist und das Buch oben zeigt ua. auch das es die Skandinavier selbst ähnlich sehen. Da denk ich haben wir Deutschen dagegen in den letzten Jahren gehörig abgebaut.
Das eine hohe Staatsquote funktioniert und durchaus für eine ordentliche Infrastruktur gebraucht wird, sieht man bei Skandinavien im Fall von Bildung und Betreuung.
Unsere deutschen Politiker haben dagegen nichts besseres zu tun als fiktive Zahlenspiele zu machen (Wie man die Bildungsausgaben erhöht, ohne mehr zahlen zu müssen).

Das es uns hier in Deutschland viel besser geht ist eine subjektive Betrachtung, viele Menschen die unter ALGII Praxis fallen werden es wohl etwas anders sehen, wie auch jene die sich um die Achtung unseres Grundgesetzes sorgen. In 5 Jahren musste das Bundesverfassungsgericht 15 Gesetze rügen! Über diesen Gesichtspunkt sollte man auch mal nachdenken und dabei in Richtungen die nach Überwachung ausschlagen was in einem demokratischen Land nicht hingehört. Überwachungsideen die jener von einer DDR kaum verschieden sind und sogar darüber hinaus gehen könnten - auch wenn viele es so nicht sehen wollen!
 
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